Marcel Frank
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jackie, der reader (lat. genius, m)
r.i.p.per: an schwa|n|ce-la|uten
tunte gerochen. sens zeilenweise
hubbewegungen, z|w|ischende
daumenfinger in buchs/zaben
zeraschte löcher gesteckt:
zündspuren, ohne hegeleck
zähne ziseliert, du habemus
jude. unterm dach bi-sem der
herr meute kicker|ich-je-moi
kahl|ou rien hörs du texte
red at air, foyerdans-kopf:
here tic|thc paradise aus sog
ne mog pas el feo neo logo
zentris of tetris men like
f.a.q.king you as ein|e
steinwæise

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zuppanova
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keine ahnung, wie ich an diesen jackie, dessen story hier erzählt wird, rangehen könnte. versuch ichs einfach, indem ich "zeilenweise" meine eigenen assoziationen hinschreibe, vielleicht tragen ja andere lesende die ihrigen noch dazu, um "sens" zu finden.
der gefährliche ripper (1) jedenfalls scheint befriedet|befriedigt, er ruht (r.i.p.), und zwar, weil (per) irgendwas - mal ganz pauschal gesagt - unter der gürtellinie geschah, ev. gibts da auch hinweise auf Celan, auf schwanensymbolik, götter, sternbilder, na, da liegen wohl mehrere bedeutungsschichten neben-/übereinander. ordentlich dynamik kommt in das geschehen, weil einer (jack|ie?) seine finger in irgendwas (einen zu heissen text? oder "vier" buchstaben?) reinsteckt und sie sich dabei verbrennt, und damit wird’s nach einem kurzen hinweis auf Hegel`sche geist-fleisch-problematik (6) heftiger sowie auch jüdisch-römisch-biblisch (7). sind da zwei beisammen unter einem dach und hat das was zu be-deuten (8) und kräht deshalb der hahn (9)? wessen meute jagt warum welchen juden und wer schreit da dreimal "ich"? feuer bricht aus, im kopf (11) oder sonstwo, paradies, kulmination, weltuntergang sind nahe, allerdings bricht auch neues hervor (13). ist feo nicht eine rune (feuer, zeugungskraft, schöpferischer neubeginn)? und mit wem und wie vereinigt sich in (15) ein könig, und steckt hier das alchymische geheimnis der verwandlung eines j. t. ripper in einen j. t. reader?
letzte frage, die mir jetzt noch einfällt: ist in diesem text etwa das wort fleisch geworden (wäre dann ein ganz weiter bogen...)?
ja, wenn jemand noch was weiss, bitte melden. vielleicht ist jackie auch einfach ein einsamer cowboy, der von einer schneewolke überrascht wurde....
lg, zuppanova.
(ps: kann auch sein, das ist so ein text, wo man den persönlichen kontext des autors kennen muss, um draus schlau zu werden..... war jedenfalls mal ein versuch.)

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augustine
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Jack the Ripper, see www.serienkiller.net; oder ähnliche Seiten.
Zeile 11: Red Adair, der "Feuertanzkopf", der im 1. Golfkrieg die brennenden Ölquellen gelöscht hat.
Zu mehr, sorry, hab' ich nicht Lust. augustine

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Moritz Reiser
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01.02.2006, 02:12 / 2 x geändert
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erste lektüre: eine interessante und überaus verdichtete abhandlung. poetologische lyrik auf posthermeneutisch. form und inhalt korrespondieren und hinterlassen eine wüste unordnung. der gegensatz zwischen schlüssig und nicht-schlüssig löst sich für den "reader" auf - der dadurch automatisch ein wenig in die position jacques derridas gerückt wird, wenn er sich auf das spiel einlässt. alles mehr oder weniger im konzept, das nur über deinen sehr speziellen humor - eine recht bissige ironie - zugänglich ist. aber aus einem mir noch nicht ganz bewusstem grund bin ich nach dem lesen noch ein wenig unbefriedigt. möglicherweise mystifiziert der text derrida zu sehr - der ja im grunde ein recht lebensnaher umgänglicher typ war.
zweite lektüre: dir gelingt es auch nach den neunzigern noch zu dekonstruieren. das geht heute tatsächlich nur noch in einer satirischen form. die hätte man noch stärker hervorkehren können - vielleicht ist das mein kritikpunkt. du bist auf dem wege zu einer art post-derrida'schem barock, was ich äußerst interessant finde. aber die zwischenzeiligen gags könnten, für meinen geschmack, noch frecher sein.
dritte lektüre: ein text, an dem man sich abarbeiten kann. sehr durchdacht. vielleicht ein wenig zu überspitzt ? nach näherem hinsehen vielleicht eine kleine dreckige "schiefrunde" perle (ital.: barrucco), bei der man abwarten muss, ob sie hält, was sie verspricht. aber man erfährt es nie. der aufschub hört erst mit dem tod auf: r.i.p.
nach jeder lektüre besser und letztlich überzeugend. die pointen schleichen sich an...

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zuppanova
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01.02.2006, 10:53 / 2 x geändert
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hey, morrizzz,
das ist genau der comment, den ich selbst gern geschrieben hätte. mir haben nur leider die passenden worte gefehlt. kann sein, daß ich mich zu sehr an speziellen einzelnen bausteinen festgemacht habe. den derrida muß ich offenbar auch noch mal gezielter durchbuchstabieren. interessanter gedanke, das mit dem barrucco.... na, jedenfalls danke und:
chapeau: da sieht man mal wieder, wo die fachleute stecken.
servus, und zuppa wars.
noch @augustine: die subtexte waren mir ja auch nicht ganz koscher.....

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zuppanova
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que si, si, das ist ( wie Moritz Reiser so treffend formuliert hat) ein text, an dem man sich abarbeiten kann. mir fehlt momentan vor allem noch: (16) waagrecht.... irgendwo ne idee dazu???
andererseits bin ich mit der hypothesenbildung über die autorenpersönlichkeit doch ein wenig voran gekommen. eine erste fixierung:
nur wer schon einiges abgefrühstückt hat, kann sich so verdichten.
servus...

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augustine
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Zuppa, lies mal nach über den edelsten Stein in der Königskrone des Allten Deutschen Reiches (nicht mehr vorhanden): der hieß der "waise"/"weise" eben wg. seiner Einzigartigkeit; außerdem (mdh. Wörterbuch) ein Vers ohne Reim; vielleicht noch der Gral darin, der "ein dinc" war;
im Übrigen bin ich weiterhin der Meinung, dass es leichter ist, ein Silbenrätsel zu machen als zu raten ....
a.

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zuppanova
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danke dir, augustine, für die hinweise!
mit dem "was ist leichter, machen oder raten" ... ja ich weiß nicht .... gestehe, daß ich dieses "silbenrätsel" hier schon beeindruckend finde, hätts selber so nicht machen können ....
bis bald, lg: zuppa.

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