FADEN für FUNDSTÜCKE · augustine · Gäste-Lounge

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     augustine



FADEN für FUNDSTÜCKE

   22.01.2007, 22:32 / 6 x geändert



... leider wurde dabei einer sehr kopflos:

"Bereits am 13. Juli 1455 [...] wurde [XY] für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Bereits am folgenden Tage wurde er auf dem Freiberger Obermarkt [....] enthauptet. Aufgrund von Zeitdruck und aus organisatorischen Gründen [so so] musste [dem Verurteilten] eine standesgemäße Henkersmahlzeit verwehrt bleiben, er soll statt dessen zwei Krug Freiberger Bier verlangt haben. Die Stelle, an die der enthauptete Kopf [was ist denn das???] gerollt sein soll, ist heute noch mit einem blauen [!] Pflasterstein gekennzeichnet."

So erfreut einen doch manchmal wikipedia, jedenfalls mich, augustine

 

     augustine²



RE: vielleicht FADEN für Fundstücke, Anfan

   24.01.2007, 00:00



"Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München mit zehn Minuten ohne daß Sie am Flughafen noch einchecken müssen dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen am am Hauptbahnhof in München starten Sie ihren Flug zehn Minuten schauen Sie sich mal die großen Flughäfen an wenn Sie in Heathrow in London oder sonstwo meine s Charles de Gaulle in äh Frankreich oder in Rom wenn Sie sich mal die Entfernungen ansehen, wenn Sie Frankfurt sich ansehen dann werden Sie feststellen daß zehn Minuten Sie jederzeit locker in Frankfurt brauchen um ihr Gate zu finden - Wenn Sie vom Flug- äh vom Hauptbahnhof starten Sie steigen in den Hauptbahnhof ein Sie fahren mit dem Transrapid in zehn Minuten an den Flughafen in an den Flughafen Franz-Josef Strauß dann starten Sie praktisch hier am Hauptbahnhof in München - das bedeutet natürlich daß der Hauptbahnhof im Grunde genommen näher an Bayern an die bayerischen Städte heranwächst weil das ja klar ist weil aus dem Hauptbahnhof viele Linien aus Bayern zusammenlaufen."

War vor ein paar Tagen in einer Sprüchesammlung E. ST.; ich schließe aus der Ferne daraus, dass der Hauptbahnhof München und der Flughafen München (FJS) identisch sind ...

Vergnügte Grüße von augustine, auch an Klaus

 
        arisia
        (Gast)

RE: vielleicht FADEN für Fundstücke, Anfan

   24.01.2007, 00:10



hi, augustine,

dieses Machwerk von Herrn Stoiber steht aber schon seit dem 24.5.2006
als “Rätseltext” vom HansvanderPursch in der Gäste-Lounge.

Grüße von arisia

http://www.synekdoche.de/thema136.htm

 

     zuppanova



Edmund's Hörstückerln

   16.05.2007, 10:32 / 1 x geändert



serv.s an alle.

hab was gefunden, das passt hierher, in den fun(d)-stücke-faden:
für alle freunde gepflegter politRHETORIK- zurücklehnen und hören.
kann sein, mancher kennts schon.
aber was qualität hat, kann man sich ruhig auch zweimal reinziehen ...

lg, zuppanova.

---> hier entlang bitte -->

 

     augustine²



RE: vielleicht FADEN für Fundstücke, Anfan

   17.05.2007, 21:16



Wie das so kommt: ein Stück zieht das andere nach sich. Bei Arnfrid Astel fiel mir dunkel ein, wo ich schon was gelesen haben könnte, und das ist dies:

mens sana

Bei der Bewertung des Sports
als Lebensertüchtigung
wurde ein Faktor bisher
zu gering veranschlagt.
Sport kräftigt nämlich
nicht nur den Körper,
sondern durch Verblödung
trägt er auch geistig dazu bei,
den Lebenskampf zu erleichtern.

 

     Pega Mund



RE: Edmund's Hörstückerln

   18.05.2007, 07:26



Heiahossa, zuppanova!

Hab das auch noch nicht gekannt (wohn ja schließlich weit weg von Bayern), aber gefällt mir sehr gut, dein Fundstück.
Der E., der könnte leicht ne zweite Karriere starten, so ab 2008: als Komiker.
Wenn der sich hinstellt in der Gebirgsjägermontur und redet und einfach er selber iss - dem liegt man zu Füßen, abba Halloman.

Schön Griess. Gretchen.

 

     Jolante



RE: vielleicht FADEN für Fundstücke, Anfan

   18.05.2007, 18:52



Hallo augustine,

"mens sana" hat Arnfrid Astel wohl zu einer Zeit geschrieben, als die Gehirnforschung noch gehen lernte. Ein echtes Fundstück dennoch ! Vielleicht interessiert es gerade dich, was er zu Hölderlin schreibt:

Ich habe Leute
über Hölderlin
reden hören, die
mit ihm nicht
geredet hätten.
Mit denen will
ich nicht reden

Gruß Jo

 

     zuppanova



Ringelnatz'ischer RINGKAMPF

   21.05.2007, 14:55 / 1 x geändert



servus. sie hängt noch am sport, die zuppa (mens sana und so ... ):
dazu einen Ringelnatz, Joachim, den ich immer mal wieder gern lese,
wenn ich find, ich müsst mich sportlich betätigen.

Ringkampf

Gibson (sehr nervig), Australien,
Schulze, Berlin (ziemlich groß).
Beißen und Genitalien
Kratzen verboten. — Nun los!

Ob sie wohl seelisch sehr leiden?
Gibson ist blaß und auch Schulz.
Warum fühlen die beiden
Wechselnd einander den Puls?

Ängstlich hustet jetzt Gibson.
Darauf schluckt Schulze Cachou.
Gibson will Schulzen jetzt stipsen.
Ha! Nun greifen sie zu.

Packen sich an, auf, hinter, neben, in,
Über, unter, vor und zwischen,
Statt, auch längs, zufolge, trotz
Stehen auf die Frage wessen.
Doch ist hier nicht zu vergessen,
Daß bei diesen letzten drei
Auch der Dativ richtig sei.

(Pfeife des Schiedsrichters.)

Wo sind die Beine von Schulze?
Wem gehört denn das Knie?
Wirr wie lebendige Sülze,
Mengt sich die Anatomie.

Ist das ein Kopf aus Australien?
Oder Gesäß aus Berlin?
Jeder versucht Repressalien,
Jeder läßt keinen entfliehn.

Hat sich der Schiedsmann bemeistert,
Lange parteilos zu sein;
Aber nun brüllt er begeistert:
»Schulze, stell ihm ein Bein!

Zwinge den Mann mit den Nerven
Nieder nach Sitte und Jus.
Kannst du dich über ihn werfen
Just wie im Koi, dann tu's!«


...........................................................
ich hätt noch ein anderes sportliches fundstück. ist mir justament heute
zugefallen, hat aber nur sehr mittelbar mit lyrik, auch literatur zu tun. könnte
auch unter umständen das niveau drücken. was tun? soll ichs herzeigen
oder lieber doch nicht? lg, zuppa.

 

     Jolante



RE: Ringelnatz'ischer RINGKAMPF

   21.05.2007, 22:08 / 1 x geändert



Liebe zuppa !

Nix wie her mit dem unlyrischen Pfunds(Fund)stück. Du hast ein Händchen für sowas.

Gruß Jo

 

     zuppanova



RE: FADEN für Fundstücke

   21.05.2007, 23:06



jessas, jessas, Jolante -
noch zögert die zuppa,
ein wenig besorgt:
es möcht ihrer reputierlichkeit
schaden. handelt sich um eine
eher exotische sportart.
soll ich? soll ich nicht?
was machen?
fragt sich im zickzackflug
zuppa.

 

     Pega Mund



RE: FADEN für Fundstücke

   22.05.2007, 09:00



Na, zuppa, an dein Fundstück wär ich auch
interessiert. Klingt verheißungsvoll.
Mach doch mal. Lass sehen.
Grete.

 

     zuppanova



mysterious skills

   23.05.2007, 11:14



... anbei das

Fundstück ...

(ton einschalten nicht vergessen, denn die musikalische untermalung
ist ganz reizend gelungen und verleiht den vorgängen eine gewisse
poetische note.)

 

     Pega Mund



RE: mysterious skills

   24.05.2007, 00:25



Hopp-ball-a,

dat iss ja noch schlimmer gefake-t als meine -> Rumänen-soap.
Jaa, hat mich zu einem -> Afforissmus verführt, den
muss man aber nicht lesen.

Greetz, Gretel.

 

     augustine²



Kathederblüten von Galletti

   26.05.2007, 23:03 / 1 x geändert



Vielleicht ist er ja bekannt, dieser Mensch aus dem 18. Jh., Lehrer am Ernestinum in Gotha. Ich suchte ihn gerade, weil er auch eine Geschichte seines Ländchens geschrieben hat, die ich brauchte. Die Kathederblüten, damals von Schülern emsig mitgeschrieben, gab's schon mal als dtv-TB, vielleicht noch oder wieder.
Hier eine Auswahl:

Nach der Schlacht von Leipzig sah man Pferde, denen drei, vier und noch mehr Beine abgeschossen waren, herrenlos herumlaufen.

Als ich Sie von fern sah, Herr Hofrat Ettinger, glaubte ich, Sie wären Ihr Herr Bruder, der Buchhändler Ettinger, als Sie jedoch näher kamen, sah ich, daß Sie es selbst sind - und jetzt sehe ich nun, daß Sie ihr Herr Bruder sind.

Ich bin so müde, daß ein Bein das andere nicht sieht.

Die Engländer würden bei weitem nicht so viel Leder machen, wenn sie bloß ihre eigenen Felle gerbten.

Was in Sachsen die Vögel betrifft, so ist der Brummochse der größte.

Die englischen Nadeln lassen sich durch das feinste Nadelöhr ziehen.

Nach der Hinrichtung der Maria Stuart erschien Elisabeth im Parlament, in der einen Hand das Schnupftuch, in der anderen die Thräne.Mit fröhlichen Grüßen augustine

 

     Jolante



RE: Kathederblüten von Galletti

   27.05.2007, 21:34



Hallo, augustine,
hab Dank für die Kathederblüten, sie brachten mich zum Lachen. Dass du auch die website angegeben hast, ist Klasse, so konnte ich noch ein Weilchen weiterlachen und mich von dem Adornischen Scherenschnitt ein wenig erholen.

Gruß Jo

 

     augustine²



der Papst zur Mission in Lateinamerika

   15.06.2007, 17:59 / 3 x geändert



der Faden steht unter small talk; dies hier meine ich aber verdammt ernst:

"Welche Bedeutung hatte aber die Annahme des christlichen Glaubens für die Länder Lateinamerikas und der Karibik? Es bedeutete für sie, Christus kennenzulernen und anzunehmen, Christus, den unbekannten Gott, den ihre Vorfahren, ohne es zu wissen, in ihren reichen religiösen Traditionen suchten. Christus war der Erlöser, nach dem sie sich im Stillen sehnten. Es bedeutete auch, mit dem Taufwasser das göttliche Leben empfangen zu haben, das sie zu Adoptivkindern Gottes gemacht hat; außerdem den Heiligen Geist empfangen zu haben, der gekommen ist, ihre Kulturen zu befruchten, indem er sie reinigte und die unzähligen Keime und Samen, die das fleischgewordene Wort in sie eingesenkt hatte, aufgehen ließ und sie so auf die Wege des Evangeliums ausrichtete. Tatsächlich hat die Verkündigung Jesu und seines Evangeliums zu keiner Zeit eine Entfremdung der präkolumbischen Kulturen mit sich gebracht und war auch nicht die Auferlegung einer fremden Kultur. Echte Kulturen sind weder in sich selbst verschlossen noch in einem bestimmten Augenblick der Geschichte erstarrt, sondern sie sind offen, mehr noch, sie suchen die Begegnung mit anderen Kulturen, hoffen, zur Universalität zu gelangen in der Begegnung und im Dialog mit anderen Lebensweisen und mit den Elementen, die zu einer neuen Synthese führen können, in der man die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten und ihrer konkreten kulturellen Verwirklichung respektiert."

Kommentar augustine: Von den indigenen Völkern, die nach 1500 mit diesem "Erlöser" konfrontiert wurden, sind Millionen im Zug der "Erlösung" vom Leben erlöst worden.
Hintergrund dieses ja vielfach und zu Recht verworfenen Teils der päpstlichen Ansprache vor den lateinamerikanischen Bischöfen ist eine, wie ich finde, hochgeschickte dogmatische Erfindung, die der Papst vor Bischöfen natürlich nicht zu nennen brauchte, die der anima christiana naturaliter: die Menschen sehnten (Konj.) sich allüberall und zu allen Zeiten nach dem (selbstverständlich katholisch verstandenen) Gott - und nun kriegten sie ihn. Und wenn sie ihn nicht wollten: mit Gewalt. Nämlich: um ihre unsterblichen Seelen zu retten.

Quelle:http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/s
peeches/2007/may/documents/hf_ben-xvi_spe_20070513_conference-aparecida_ge.
html

 

     zuppanova



alles vom King

   22.06.2007, 13:53



serv.s,
wer sich ganz arg langweilt
und gar nix mit sich anzufangen weiss
heut nachmittag, der kann sich
hier lektüremässig anregen lassen.

lg, zuppa.

 

     Pega Mund



zum Thema Religion, Kirche ...

   28.06.2007, 11:01



Hei,
mal nen alltagswirklichkeitsgesättigtes
Dingen zum Thema Religion.
Immer schön dem Jungvolk aufs Maul kucken,
kann man viel lernen, woll.
Greetz, Gretchen.

 

     Jolante



RE: zum Thema Religion, Kirche ...

   28.06.2007, 12:23 / 1 x geändert



Aua Gretchen,
die Konfrontation mit der Alltagswirklichkeit rund um die Firmung von Jugendlichen tut mir als Katholikin zwar weh, erstaunt mich aber nicht wirklich. Nicht erst heute dreht sich im Grunde alles ums Geld, das ist schon lange so. Unsere Gesellschaft ist wie sie ist, das kann man gut oder schlecht finden. Die Frage bleibt, wie Kindern und Jugendlichen überhaupt noch ideelle Werte zu vermitteln sind bei den "Vorbildern", die sie haben. Ich finde es gut von dir, Gretchen, dass du uns ab und zu vor Augen führst, wie die die Jugend heute "tickt". Und da müssten sich auch und besonders erwachsene Katholiken Asche aufs Haupt streuen.

LG Jolante

 

     Pega Mund



RE: zum Thema Religion, Kirche ...

   28.06.2007, 16:14



Heia, also ganz allgemein noch angefügt:
natürlich will ich niemanden in seinem Glauben
oder seiner Weltanschauung verletzen,
will mal nur so bisschen das Panorama verbreitern,
über den Tellerrand vom Lyrikforum kucken,
durch nen Astloch in die Nachbarbox spinksen,
nur so ...
Gretchen.

 

     augustine²



RE: FADEN für Fundstücke

   28.09.2007, 17:04



JÜRGEN ROTH, HANS WELL: Stoibers Vermächtnis. Große Momente, große Reden, große Freude. Gesprochen von Gert Heidenreich, mit Jörg Hube, Wolfgang Krebs und Gerhard Polt. Musik: Biermösl Blosn. Regie Wolfgang Stockmann. 79 min. Antje Kunstmann 2007, 1 CD, 14,90 Euro.

 

     augustine²



RE: FADEN für Fundstücke

   02.12.2007, 19:35 / 2 x geändert



Reinhard Marx, dem neuen Münchner Bischof, Gruß und Freundschaft, dazu ein paar Gedanken über die beste Art, sich bei uns im Süden einzuleben - eine Handreichung, wie unsere evangelischen Schwestern und Brüder dergleichen nennen. Zuvörderst ist es an uns Katholiken, dem Herrn zu danken, dass er uns vor anderen möglichen Hirten bewahrt hat, besonders vor dem Regensburger. Insofern hat es der Papst wieder höchst sinnreich eingerichtet, dass am Tag Ihrer Ernennung, Exzellenz, auch seine zweite Enzyklika erschien. Sie trägt den Titel "Spe salvi", und genauso fühlen wir uns: gerettet in der Hoffnung. Wir wissen nicht, wie gut Sie, Bischof Marx, Ihren Amtsbruder Müller kennen, aber aus unserer Sicht passt auf ihn das Prädikat trucolentus, althochdeutsch ugasprachi: einer, mit dem man nicht sprechen kann. Man kennt das Wort aus dem "Abrogans" Ihres Vorgängers Arbeo von Freising, einem Wörterbuch, mit dem die bayerische, ja deutsche Literatur beginnt. Wieso das Buch "Abrogans" heißt? Wegen seines ersten Eintrags abrogans alias dheomodi, womit man die Christen- und Bischofstugend der Demut bezeichnet.
Die Geschichte, wie Heinrich der Löwe vor 850 Jahren zugunsten eines Nests namens Munichen dem Freisinger Bischof Otto die ertragreiche Zollbrücke zerstörte, hat man Ihnen sicher erzählt. Sowohl Arbeo als auch Otto verdanken wir eine Vita des heiligen Korbinian, der auch zu Ihren Vorgängern zählt und einst eine zirkusreife Nummer hinlegte. Als er nach Rom reiste, zerriss ihm ein Bär sein Pferd, woraufhin Korbinian, nicht faul, einfach den Bären in seinen Dienst nahm. Von hier aus führt nun eine schnurgerade theologische Linie zu jenem Oberhirten von München-Freising, der kürzlich ebenfalls nach Rom reiste, das allerdings als Papst und mit dem Prälaten Gänswein statt eines Bären im Gefolge. Er selbst, Joseph Ratzinger, war von der Bärengeschichte immer äußerst angetan und sieht sich bis heute als Lasttier des Herrn an, "ut iumentum", und es versteht sich, dass Papst Benedikt damit keine "Entfremdung" verbindet, wie Ihr Namenskollege Marx sie beim Lasttier Arbeiter diagnostizierte. Für Ihren neuen Arbeitsplatz gilt somit: Der Bischof ist der Zugochse, nicht das Bistum.
Was die bayerisch-katholische Lebensart betrifft, so ist Ihnen sicher schon das eine oder andere zu Ohren gekommen. Sie sollten das nicht alles für bare Münze nehmen, sondern lieber eine uralte Freisinger Vaterunser-Auslegung zu Rate ziehen. Darin heißt es zur Bitte "Und führe uns nicht in Versuchung", der Herr möge dem Teufel nur so weit freie Hand lassen, wie wir Sünder das mit seiner Hilfe bestehen können. Anders gesagt: Komm nur, Satan, und zeig, was du hast, dann sehen wir weiter! In dem Punkt werden Sie, vom heiligen Trier kommend, vielleicht noch dazulernen müssen.


(SZ vom 1.12.2007) STREIFLICHT

 

     augustine²



RE: FADEN für Fundstücke

   09.12.2007, 00:22 / 1 x geändert



Ich kann's nicht lassen, und es ist wirklich gefunden, nicht gesucht:

DAS HOHELIED

Des Weibes Leib ist ein Gedicht,
Das Gott der Herr geschrieben
Ins große Stammbuch der Natur,
Als ihn der Geist getrieben.

Ja, günstig war die Stunde ihm,
Der Gott war hochbegeistert;
Er hat den spröden, rebellischen Stoff
Ganz künstlerisch bemeistert.

Fürwahr, der Leib des Weibes ist
Das Hohelied der Lieder;
Gar wunderbare Strophen sind
Die schlanken, weißen Glieder.

O welche göttliche Idee
Ist dieser Hals, der blanke,
Worauf sich wiegt der kleine Kopf,
Der lockige Hauptgedanke!

Der Brüstchen Rosenknospen sind
Epigrammatisch gefeilet;
Unsäglich entzückend ist die Zäsur,
Die streng den Busen teilet.

Den plastischen Schöpfer offenbart
Der Hüften Parallele;
Der Zwischensatz mit dem Feigenblatt
Ist auch eine schöne Stelle.

Das ist kein abstraktes Begriffspoem!
Das Lied hat Fleisch und Rippen,
Hat Hand und Fuß; es lacht und küßt
Mit schöngereimten Lippen.

Hier atmet wahre Poesie!
Anmut in jeder Wendung!
Und auf der Stirne trägt das Lied
Den Stempel der Vollendung.

Lobsingen will ich dir, o Herr,
Und dich im Staub anbeten!
Wir sind nur Stümper gegen dich,
Den himmlischen Poeten.

Versenken will ich mich, o Herr,
In deines Liedes Prächten;
Ich widme seinem Studium
Den Tag mitsamt den Nächten.

Ja, Tag und Nacht studier ich dran,
Will keine Zeit verlieren;
Die Beine werden mir so dünn -
Das kommt vom vielen Studieren.

Heinrich Heine
Nachgelesene Gedichte 1845 - 1856

 

     augustine²



RE: FADEN für Fundstücke

   28.12.2007, 01:31



Und noch ein Fundstück:
den Begriff "lyrisches Ich" hat zuerst Margarete Susman benutzt, 1910 in Das Wesen der modernen deutschen Lyrik - und zwar in Verbindung mit ihrer Besprechung der Lyrik Georges; so bei:
Thomas Karlauf, Stefan George, S. 233f
(Ob die Wahl dieses Begriffs das Autor-Ich George damals hat schützen sollen seiner Homosexualität wegen? - Ich weiß noch fast nichts.)
augustine

 

     augustine²



RE: FADEN für Fundstücke

   11.01.2008, 00:41 / 1 x geändert



"Ein japanischer Forscher hat seinem Computer das Dichten traditioneller Haiku-Verse beigebracht. [...] Um das Versmaß von fünf, sieben und wieder fünf Silben ("Die Schmetterlinge - was sie wohl träumen mögen - beim Flügelspreizen")" herzustellen, werden, na was, verschiedene Datenbanken "durchkämmt", und was so ein Benutzer dann im Produkt noch ändert, geht wieder in die Haiku-Programme ein. Naja. Kommt da nun das perfekteste aller denkbaren Haiku raus?

Die Sache meldete: dpa heute, 10. Januar 2008; SZ übernahm; S. 14
Bloß muss man dafür wohl Japanisch können ... Mit Gruß augustine

 

     zuppanova



subjektloses schreiben/poetikautomaten ...

   12.01.2008, 09:20



augustine, ja,
das hab ich auch gelesen, in der SZ. da taucht die frage
nach dem subjektlosen schreiben auf, und überhaupt:
Was ist ein Autor?

die idee, text(e) von maschinen erstellen zu lassen, ist nicht spektakulär neu.
denkmaschinen, künstliche intelligenz, schreibautomaten, homunculi:
das thema hat menschen aller epochen fasziniert und beschäftigt,
auch literarisch (ETA.Hoffmann, Swift, R.Dahl, HM.Enzensberger).
und im www sind lyrikmaschinen, poetikautomaten,
gedicht-generatoren, sloganizer usf. sowieso verbreitet.
einige beispiele (die thematik beschäftigt mich schon länger):

- link 1
- link 2
- link 3
- link 4
- link 5

lg, zuppa.

 

     Vladimir



RE: FADEN für Fundstücke

   18.01.2008, 20:12



Hier der beim Proust lesen. Finde ich äußerst wichtig.

En réalité, dans ces heures de crise où nous jouerions toute notre vie, au fur et à mésure que l'être dont elle dépend révèle mieux l'immensité de la place qu'il occupe pour nous, en ne laissant rien dans le monde qui ne soit bouleversé par lui, proportionnellement l'image de cet être décroît jusqu'à ne plus être perceptible. En toutes choses nous trouvons l'effet de sa présence par l'émotion que nous ressentons; lui-même, la cause, nous ne le trouvons nulle part. Je fus pendant ces jours-là si incapable de me représenter Albertine que j'aurais presque pu croire que je ne l'aimais pas, comme ma mère, dans les moments de désespoir où elle fut incapable de se représenter jamais ma grand-mère, aurait pu s'accuser et s'accusait en effet de ne pas regretter sa mère dont la mort la tuait, mais dont les traits se dérobaient à son souvenir.

 

     Pega Mund



Proust äußerst wichtig?

   20.01.2008, 01:44



Hei,
arme Kröten wie ich können das nicht lesen: nie französisch gelernt.
Schade. Was tun?
Das Grötchen.

 

     Vladimir



RE: Proust äußerst wichtig?

   20.01.2008, 02:57



Eigentlich, in diesen Krisenstunden, in denen wir unser ganzes Leben einsetzen würden, so wie die Person von der es abhängt, indem sie nichts in der Welt lässt, das nicht durch sie erschüttert wäre besser den immensen Platz offenbart, den sie in uns einnnimmt, nimmt das Bild dieser Person bis es nicht mehr wahrgenommen wird ab. In allem finden wir die Wirkung ihrer Gegenwart durch das Gefühl, das wir empfinden; sie selbst, die Ursache, wir finden sie nirgendwo. Ich war während dieser Tage so unfähig, mir Albertine vorzustellen, dass ich beinah geglaubt hätte, sie nicht mehr zu lieben, wie meine Mutter, in den Verzweiflungsmomenten, in denen es ihr unmöglich war, sich je meine Großmutter vor Augen zu halten, sich hätte beschuldigen können und sich beschuldigte tatsächlich ihre Mutter, deren Tod sie tötete, aber deren Züge sich ihrem Gedächtnis entzogen, nicht zu bedauern.

 

     Pega Mund



RE: Proust äußerst wichtig?

   20.01.2008, 03:19



Danke. Dat nenn ich Service.
Aber was genau ist das
Wichtige da dran?
(Gretchenfrage!)

 

     Vladimir



RE: Proust äußerst wichtig?

   20.01.2008, 11:48



Naja das ist doch erstaunlich - und fast alle fallen ja gewissermaßen drafu rein: Marcel und seine Mutter, indem sie sich vorwerfen, ihre Geliebten vergessen zu haben und nicht zu betrauern und viele liebesgedichtler, die versuchen ihre Trauer dadurch auszudrücken, dass sie ständig sagen sie "spürten noch deine Lippen", oder sähen sie ständig vor sich oder so - dass es da für das Gedächtnis sogar eine umgekehrte Gesetzmäßigkeit gibt; dass man, je wichtiger einem die Person war oder ist, desto weniger sich an äußere Züge erinnert, sondern? Und da wirds eben spannend!
Und das wichtige daran ist, dass das Wissen darum vor dem oben genannten Irrtum schützt. Finde ich zumindest. Wer das schon wusste, ist freilich besser dran.

 

     augustine²



RE: Proust äußerst wichtig?

   20.01.2008, 20:28 / 2 x geändert



Noch eine Übersetzung; nicht in dem Anspruch, irgendwo 'besser' zu sein, vielmehr in didaktischer Absicht im Satzbau etwas 'aufgedröselt':

"Tatsächlich mag es sein, dass in solchen Krisenstunden, in denen wir unser gesamtes Leben aufs Spiel setzen würden in dem Maß, in dem das Wesen, von dem es abhängt, immer mehr die unendliche Größe des Platzes offenbart, den es für uns einnimmt und dabei nichts in der Welt übrig lässt, das nicht überwältigt von ihm wäre - mag es sein, dass dieses Wesen verschwindet, bis nichts mehr von ihm erkennbar ist. In allem finden wir die Wirkung seiner Gegenwart durch das Gefühl, das wir empfinden; es selbst jedoch, die Ursache, finden wir nirgends. Ich war in jenen Tagen so unfähig, mir Albertine vorzustellen, dass ich beinahe hätte glauben können, ich liebte sie nicht; wie meine Mutter in den Augenblicken der Verzweiflung, in denen sie unfähig war, sich jemals meine Großmutter wieder vorzustellen, sich hätte anklagen können und sich auch wirklich anklagte, ihre Mutter nicht zu bedauern, deren Tod sie tötete, während dennoch deren Gesichtszüge sich ihrer Erinnerung entzogen."

Und zur Deutung: einmal ist es wohl keine Gesetzmäßigkeit, sich gerade dann an äußere Züge eines geliebten Menschen nicht mehr zu erinnern, wenn man meint, er erfülle die Welt; andererseits: wenn einem alles diesen Menschen widerspiegelt: wozu braucht man dann seine Gesichtszüge? Und noch: ist nicht das Ganze eher ein Problem der vergangenen, aber noch nicht bewältigten Liebe? (Freilich, Proust schreibt es anders.)
augustine

 

     Vladimir



RE: Proust äußerst wichtig?

   20.01.2008, 22:25



Ist es insofern, als das Phänomen unabhängig davon auftritt, ob die verlorene geliebte Person nun tot ist - oder eben nur verloren.
Aber: Marcel und seine Mutter meinen ja nicht, ihre geliebten erfüllten die ganze Welt. Sie tuns einfach, indem - wie eben gesagt - keine Sache unberührt von ihnen bleibt.
Das Problem das auftaucht ist doch die Messung der Liebe am Grad der Erinnerung. Das ist es, was die beiden tun. Und dann messen sie es aber wie eben aufgedeckt wird, am falschen - nämlich an der konkreten Erinnerung der Gesichtszüge der Verstorbenen - die entflieht ihnen. Aber warum?! Ihre Liebe steht außer Frage. Nach Proust ist es eben gerade die immense Liebe, die zu diesem Vergessen des Äußeren führt. Wie aber wird dann erinnert? Worin besteht das Weiterleben der Verlorenen in dem Bedauernden? Und dann die dringende Frage: Woran können wir denn den Grad der Liebe messen, wenn schon das simple behalten des Gesichts kein Indiz ist?
Wozu man noch seine Gesichtszüge braucht, wenn einem alles den geliebten Menschen widerspiegelt - weil es eben seine Gesichtszüge sind, die durch das Vergessen verloren gehen. Und weil - und das ist doch das wichtigere - es halt gibt, diese sicher zu wissen.

 

     augustine²



and if thou wilt remember ...

   21.01.2008, 21:43 / 2 x geändert



Die Wahl hat man als Lebender nicht. Man hat aber die Möglichkeit, sich nicht in den Trennungsschmerz willentlich oder fahrlässig zu vergraben.

Was ich schreibe, wird ziemlich nüchtern sein:

Warum denn sollten wir überhaupt den Grad einer Liebe messen wollen?

Was Halt geben kann, ist das Wissen, also die Erinnerung, dass da eine Liebe gewesen ist und wie. Den Schmerz zu erleiden, gehört zum Menschsein.
Er verblasst mit der Zeit. Vielleicht klingt das brutal, es ist aber (sehr wohl selbst erlittene) Lebenserfahrung und sollte tröstlich sein.

Mehr zu sagen scheint mir öffentlich nicht möglich. augustine

 

     augustine²



was man gegen hohe Scheidungsraten machen

   20.02.2008, 17:10



Paul Wirth, protestantischer Pfarrer, hat die verheirateten Mitglieder der Relevant Church in Florida dazu aufgerufen, an jedem Tag im Monat Sex zu haben. Wirth will damit die hohen Scheidungsraten drücken. "Die Leute haben nicht genug Sex", erklärte seine Kirche auf ihrer Website. "Ein großartiges Sexualleben ist eine Herausforderung und erfordert Beachtung, Entschlossenheit und Planung." Dies sei auch der Wille Gottes.

SZ, Panorama, 20.2.2008

 

     augustine²



Liechtenstein

   23.02.2008, 18:33 / 3 x geändert



Liechtenstein

Von Klaus Mann, geschrieben am 5.[!] März 1933

In unserm Erdteil steht es kläglich.
Man ist mit uns nicht mehr galant.
Die Steuern nehmen überhand.
Es ist schon bald nicht mehr erträglich.

Das Land, in dem man Milch und Honig schlürfte,
Wir suchen's alle, doch wir finden's kaum -
Drum gaukeln wir uns vor im Traum,
Als ob es so was wirklich geben dürfte.
Ach, wenn ich es im Wachen wiederfände -
Da ist es hübsch und angenehm zu sein!
Der Flüchtling findet hilfsbereite Hände.
Er kauft sich ein.
Kann so was sein?
Jawohl: in Liechten - meinem Liechtenstein.

Da liegt das Land in hochrentablem Frieden,
Wo mich nichts stört und peinigt und verdrießt.
Und wer den Eintritt aufbringt, der genießt,
Und nichts wie Fröhlichkeit ist ihm beschieden.

Woanders: Zähneklappern und Geschlotter -
Doch auf der Alm da gibt' s kein Sünd,
Weil hier doch ALLE Hinterzieher sind. -
Und dort, der Blühendste, das ist mein Rotter.
Man soll nichts Böses über's Ländle sagen!
Wenn es auch nicht sehr groß ist, sondern klein.
Es hat doch einen großen, guten Magen.
Da geht was rein.
Wo mag das sein?
In meinem Liechten - meinem Liechtenstein.

In Unschuld sprießen, wachsen, blühen
Dort Unternehmen ohne Zahl.
Und der Profit ist kolossal.
Das geht ganz ohne Schweiß und Mühen.

Und täglich kommen neue liebe Freunde -
Grüß Gott, grüß Gott - da sind Sie ja -
Ja: Ubi bene ibi patria -
Wir sind die krisenloseste Gemeinde.
Und wenn der Lehrer heut' zum Beispiel fragte:
"Nun, kleiner Moritz, wo liegt's Capitol?"
Der Moritz wär zu schlau, als daß er's sagte.
Er wüßt' es wohl.
Wo mag es sein?
Wo es so sicher ruht: in Liechtenstein.

aus: Hella Keiser-Hayne, Erika Mann und ihr politisches Kabarett "Die Pfeffermühle" 1933-1937, 1995
heute in: SZ 23./24.2.2008, S. 13

augustine

 

     augustine²



"Kämpfer der Herzen"

   01.03.2008, 23:35



Die Sun, nicht direkt eine Qualitätszeitung usw., schrieb über den in Afghanistan tätigen Prinzen "Henry Wales", was SZ, eine Qualitätszeitung (auch Ü: Wolfgang Koydl?) so übersetzte: "Er ist ein Mann von herausragendem Mut, der riskierte, dass ihm die Taliban den Kopf abschossen, damit er seinen Kameraden[,] seinem Land dienen konnte." 1./2 .3. 2008, S. 1

 

     lost



Ostern. Auferstehung. Stimmen.

   24.03.2008, 21:54



Als Schlagworte fallen mir zu Ostern Osterfleisch, Familie und die Auferstehung Christi ein.“

ein dummer link. man lese bischöfliche Statements sowie auch Volkes Stimme. die Würdenträger predigen gern von der Auferstehung (des Leibes?) in diesen Tagen (wo nötig, untermalt mit passenden Gedichten), das thumbe Volk denkt mehr an leibliche Genüsse (Eier, Fladen, Fleisch ...)

in aufrichtigem Bemühen,
einen würdigen Beitrag zu leisten,
eh’ es zu spät und die Ostertage vorbei - lost.
as usual.

 

     augustine²



Berliner Witz

   08.04.2008, 18:10 / 7 x geändert



Wollte eine junge Frau gern die Orte ihres Studiums wieder besuchen, die sich in Berlin vor allem in der und um die so genannte Rostlaube befinden. (Sollte kalkuliert rosten, aber rostete schneller, als geplant, ist aber nun auch wieder picobello.) Neu und berühmt ist die Bibliothek von Norman Foster. Wollte sie rein, hatte aber natürlich keene Lesekarte mehr. Sagt der Zerberus am Eingang: "Na kommse. Jehnse rin, sind Se drin."
Sehn se, det is Berlin.

augustine in heimatlicher Ergriffenheit

und dann kann man hier noch so einiges sehen ...

 

     Vladimir



RE: Berliner Witz

   20.04.2008, 19:06



Robert Musil - Unfreundliche Betrachtungen: Schwarze Magie III

"Der Dichter X. wäre in einer noch etwas schlechteren Zeit ein beliebter Familienblatterzähler geworden. Er hätte dann vorausgesetzt, daß das Herz auf bestimmte Situationen immer mit den gleichen bestimmten Gefühlen antwortet. Der Edelmut wäre in der bekannten Weise edel, das verlassene Kind beweinenswert und die Sommerlandschaft herzstärkend gewesen. Es ist zu bemerken, dass sich damit zwischen den Gefühlen und den Worten eine feste, eindeutige, gleichbleibende Beziehung eingestellt hätte, wie sie das Wesen des Begriffs ausmacht. Der Kitsch, der sich so viel auf das Gefühl zugute tut, macht also aus Gefühlen Begriffe.
Nun ist aber X. infolge der Zeitumstände statt guter Familienblatterzähler schlechter Expressionist geworden. Als solcher stellt er geistige Kurzschlüsse her. Er ruft Mensch, Gott, Geist, Güte, Chaos und spritzt aus solchen Vokabeln gebildete Sätze aus. Wenn er die volle Vorstellung oder wenigstens die volle Unvorstellbarkeit mit ihnen verbände, so könnte er das gar nicht tun. Aber die Worte sind lange vor ihm in Büchern und Zeitungen schon schon sinnvolle und sinnlose Verbindungen eingegangen, er hat sie oft beisammen gesehen, und schon bei kleinster Ladung mit Bedeutung zuckt zwischen ihnen der Funke. Das ist aber nur die Folge davon, dass er nicht an erlebten Vorstellungen denken gerlent hat, sondern schon an den von ihnen abgezogenen Begriffen.
(...)"

 

     augustine²



ein Grabspruch: Weimar Hist.Friedhof

   20.05.2008, 21:48



Ja,ja, nicht jeder kann dichten ...

wie man hier lesen kann
gesehen von augustine

 

     Pega Mund



RE: ein Grabspruch: Weimar Hist.Friedhof

   21.05.2008, 06:37



Heia, augustine, schlesische Schwäne gab und gibbet wohl immer wieder.

Obendrein illustriert Dein Fundstück sehr fein folgendes Dilemma bei der Textkritik, nämlich - das Gedicht hier behauptet sich auf einem ganz bestimmten persönlichen Hintergrund (als letzter Gruß eines liebenden Sohnes an den verstorbenen Vater z. B.), und hat in diesem individuellen Zusammenhang seine Berechtigung und kann so auch respektiert werden. Wenn jedoch der persönliche Hintergrund, die Mitbetroffenheit, fehlt, und irgendwer betrachtet es ganz direkt als literarisch-ästhetischen Versuch ohne Familienzugehörigkeitsbonus, dann bleibt nur die Erheiterung und der Platz im Raritätenkabinett übrig.
Nur sonn spontaner Gretchengedanke dazu ...

 

     augustine²



zur Problematik von 'Stellen'

   25.05.2008, 16:42 / 2 x geändert



Gerade mehrfach zitiert gefunden, die mittlere Strophe aus:
Johannes Bobrowski, DER WANDERER, GW I, 88

Menschlich hab ich gelebt,
zu zählen vergessen die Tore,
die offenen. An die verschloßnen
hab ich gepocht.

Und suche den ganzen Text heraus, und es geht weiter:

Jedes Tor ist offen. [...]

augustine

 

     augustine²



antike Weisheit

   25.05.2008, 16:47 / 2 x geändert



Sterbliche Gedanken soll der  
Sterbliche hegen, 
nicht unsterbliche der Sterbliche. 
 
Epicharmos aus Krastos 
(Insel Kos) 
etwa 540-etwa 460 v. u. Z. 
 

Wendet jemand einen verstehenden Gedanken daran?

augustine

 

     Pega Mund



antike Weisheit

   27.05.2008, 07:09



Hei augustine,

ein sonderbarer Satz. Weiß leider nix über die philosophischen Schulen, die zu der Zeit en vogue waren, irgendwelche Vorsokratiker oderso vielleicht, das könnte bei der Deutung hilfreich sein. Was mir spontan dazu einfällt, ist, es als Urversion von carpe diem oder dieser Phrase vom Leben im Hier und Jetzt zu lesen. Also, sonn'nen Aufruf, die Zeit nicht damit zu vertun, sich in obskure spekulative geistige Sphären zu versteigen, sondern direkt die Alltagsscheiße zu kneten, die vor Ort da ist und bewegt werden will. Ja, mal nur ein Gedankenansatzversuch ...

Morgendlich hellkariert: Gretchen.

 

     zuppanova



antike Weisheit

   27.05.2008, 13:20



interessant, Gretchen, deine gedanken zu der sentenz. ich hätt den deutungshebel spontan anders angesetzt, nämlich darin so etwas wie einen aufruf gesehen, dass die sterblichen nicht versuchen sollten, über ihren weltenkreis hinaus zu denken in den bereich der unsterblichen hinein. ein zuruf an den menschen wie schuster, bleib die deinem leisten oder quod licet Jovi, non licet bovi - und insofern, weitergedacht, wär die sentenz ein hinweis auf eine bestimmte vorstellung von der ordnung im kosmos bzw. der einordnung des sterblichen menschen in die größere kosmische ordnung.

lg, zuppa.

was denkst du selber, augustine, zu der sentenz?

 

     augustine²



RE: antike Weisheit

   27.05.2008, 21:59 / 1 x geändert



Grüß euch, zuppa und Gretchen -
danke, dass ihr geantwortet habt; ich wollte gern diesen Faden auch für anderes als Kuriosa benutzen.-
zuppa, ja, so etwa seh ich's auch; um carpe diem geht's nicht, sondern um eine frühe Welterklärung OHNE Götter; Vorsokratiker: ja.
Hab' noch ein klareres Zitat gefunden:

A. Götter hat's doch stets gegeben, niemals haben sie gefehlt,
Was auf Erden hier geschiehet, hält den gleichen Lauf stets ein.
B. Aber Chaos war gewiss doch erste Gottheit, wie es heißt.
A. Nein, unmöglich; was zuerst kommt, stammt von andern niemals her.
B. Niemals also kam ein Erstes?
A. Auch ein Zweites nicht, beim Zeus,
Von den Dingen dieser Welt hier, nein, sie war von jeher da.

Steht bei Diogenes Laertius, Leben und Meinungen berühmter Philosophen, in dem Kapitel über Platon (III), auf den dieser mir bis vor ein paar Tagen gänzlich Unbekannte gewirkt hat.
Ist nicht dies ein großartiger Gedanke, vor 2500 Jahren? Und, so weit ich dergleichen begreife, physikalisch, ist dieser Gedanke heutzutage wissenschaftlich wahrscheinlich gemacht.

Gefunden habe ich die ersten Zeilen als Motto in einem Buch von Reinhold Schneider, einem ziemlich streng gläubigen Katholiken, der neu entdeckt werden sollte (z.B. Las Casas vor Karl V.).

Schier umgehauen hat's mich aber aus einem anderen Grund:
Zähle, wer mag, in dem hier verlinkten Gedichtdie genaue Mitte aus; ich behaupte, noch niemand hat zwischen ihr und dem Epicharmos-Zitat eine Verbindung gezogen ...
Grüße und Dank von augustine

 

     Jolante



RE: antike Weisheit

   29.05.2008, 11:57 / 1 x geändert



Ich finde, dass beide Deutungsansätze, die von zuppa ebenso wie die von Gretchen, ihre Berechtigung haben. zuppas Ansatz ist erkenntnistheoretisch, Gretchen geht einen Schritt weiter und setzt die Theorie in die Praxis um, d.h., wenn du nur der Schuster bist, der bei seinen Leisten bleiben soll, dann nutze den Tag, denn deine Tage sind gezählt. Interessant auch, was augustine zu der frühsokratischen Sentenz eingefallen ist.

Angeregte Grüße
von Jolante

 

     augustine²



RE: antike Weisheit

   29.05.2008, 12:56



Hallo, Jolante; nein, eingefallen ist mir der verlinkte Verweis nicht, sondern aufgefallen ist mir das Motto, in die Augen gesprungen. Was verlinkt ist, ist für mich der Urtext dieses Dichters, der, durch den ich ... Deshalb hab' ich das Buch gekauft.
Aber muss man nicht annehmen, dass Reinhold Schneider, der entschiedene Katholik, das, was er als Motto ausgewählt hat, anders verstanden hat, als das zweite Zitat es nahelegt? Etwa: Menschen, versucht ihr nicht zu räsonieren, was Gott sein könnte?
Und natürlich müsste man dafür das Buch gelesen haben, Tagebuchaufzeichnungen aus Wien Ende der 5oer Jahre.
Liebe und erfreute Grüße von augustine

 

     Pega Mund



Demut - Hölderlin - Epicharmos

   31.05.2008, 14:39



Zu dem von zuppa angesprochenen sich-einordnen-im Kosmos fällt mir noch ein aus der Mode gekommenes Wort ein: Demut. Eigentlich ist das doch Demut, oder?

augustine, Dich wollt ich noch um Erläuterung bitten wegen dem Hölderlingedicht. Tu mich nämlich schwer, den Bezug Hölderlingedicht >-< Epicharmoszitat zu kriegen - also, wo oder wie genau siehst Du den Zusammenhang? Finde übrigens auch den Einstieg ins Hölderlingedicht gar nicht so einfach.

Gretchengrüße ...

 

     augustine²



RE: Demut - Hölderlin - Epicharmos

   31.05.2008, 17:22



Hallo, Gretchen,
doch, ja, kann man auch Demut nennen, und die ist offenbar mehr, als ich meinte, mit der Unterwerfung unter Göttliches verbunden (Dienst-->Demut; wiki am einfachsten; so "aus der Mode gekommene" Begriffe sehe ich übrigens gern bei Meyers Lexikon online nach).

Mit dem Hölderlin-Gedicht hat's so zu tun:
er hatte diese in jeder Weise unmögliche Liebe zu Susette Gontard, und hat sie, so eine barocke Tradition aufgreifend, oft mit der Chiffre dieser Initialen heimlich bezeichnet.
ANDENKEN ist sicher das am meisten 'interpretierte' Gedicht H.s. Und wenn man die mittleren Verse liest (und die Mitte enthält oft den komprimierten Sinn eines Gedichts), dann ist zu lesen:

(Nicht ist es gut,)
Seellos von sterblichen
Gedanlen zu sein ...

Über diese "sterblichen Gedanken" ist unendlich viel geschrieben worden. Wenn man ANDENKEN als Liebesgedicht versteht, geschrieben nach Susettes Tod ja auf jeden Fall, dann könnte man vielleicht lesen: die Gedanken an ihren Tod nehmen ihm die Seele ...

Das ist das eine. Dann fand ich noch das andere Zitat über die Welt, die von jeher da sei. Auch bei den Griechen gab's ja eine Vorstellung von der Entstehung der Welt aus dem "Chaos", und auch Chaos ist nicht nichts!

Der Katholik Reinhold Schneider hat aber wohl das Zitat anders verstanden, das er als Motto in sein Buch gesetzt hat. Und nun weiß ich, dass jemand (wenn er denn jemals dazu kommt, muss man hinzufügen) versuchen will, eine katholische Deutung von ANDENKEN vorzulegen. Dazu könnte es passen.

Du, ich freu mich sehr, dass du dich so auf mein Mitbringsel und seine Verknüpfungen eingelassen hast!
Herzlich augustine

(small talk ist das nun nicht mehr...)

 

     zuppanova



Hölderlin - Andenken

   02.06.2008, 12:06



das Hölderlingedicht hat auch mich in den vergangenen Tagen weiter beschäftigt,
und ich hab kurzerhand einen eigenen Faden (link) dazu aufgemacht.
lg, zuppa.

 

     augustine²



Kafka 3. Juli 125. Geburtstag

   03.07.2008, 19:34



Für mich ein Fundstück, in meiner Kafka-Ausgabe steht's nicht; ich schreibe es aus meiner Zeitung ab:

Es war eine kleine Gesellschaft im engen Zimmer am Abend beim Tee. Ein Vogel umflog sie, ein Rabe, zupfte den Mädchen die Haare und tauchte den Schnabel in die Tassen. Sie kümmerten sich nicht um ihn, sangen und lachten, da wurde er kühner,

Mehr ist nicht geschrieben.

augustine

 

     augustine²



Originalzitate aus Beiträgen vom 27.9.08

   27.09.2008, 23:42 / 5 x geändert



(1) >>Es ist an der Zeit es zu beenden
[...]
Es wird nun Zeit für dich zu gehen<<

(2) >>eine gähnende Leere<<

(3) >>Halt endlich mal die Fresse!<<

(4) >>Ohne dich
[...]
bin ich ohne dich.<<

(5) >>Unser Väter Anglitz bleibt uns fremd,
unfähig eine Faust zu ballen.>>


Zutreffende Selbstbeobachtungen, eine Aufforderung, der doch freundlichst Folge geleistet werden sollte, Erkenntnisse, um die die Autoren nicht beneidet:
augustine

 

     Pega Mund



M. R.-R. und der Blödsinn

   15.10.2008, 06:43



er weiß eben, wie man sich gekonnt performt,
da dürfen die ganzen flachdümpligen weicheier,
die sonst so durch die szene hampeln,
doch direkt einpacken!

 

     augustine²



Joseph Ratzinger: über Einfachheit ....

   28.10.2008, 16:47 / 1 x geändert



...der Kirche:

Das Zitat fand ich in einer Rezension (SZ 27.10.08 von Alexander Kissler) über den nun erschienenen 1. Band seiner Gesammelten Werke; es stammt aus seinem Buch über "Jesus von Nazareth"; da heißt es:

Die Größe "auch der Institutionen muss weggeschnitten werden; was allzu groß´geworden ist, muss wieder in die Einfachheit und Armut des Herrn selbst zurückgeführt werden".

augustine

zur Diskussion über Gerds Gedicht San Pietro

 

     augustine²



für ...

   08.12.2008, 00:47



wen ein Fundstück??

 

     lost



für ...

   09.12.2008, 02:11



darf ich mich gemeint fühlen, augustine, mit diesem deinem
Fundstück? fast möchte ich es bezeichnen als einen
fotografischen Versuch in konkreter Poesie.

much obliged, lost.

 

     augustine²



ein Nachruf

   13.12.2008, 03:21



Zur guten Nacht, zum vielleicht mal hellen Morgen:

Joachim Kaiser wird 80 dieser Tage (der andere Großkritiker, immer in Idealkonkurrenz zu MRR, aber er hier kann auch Musik und Theater); ein langes Interview mit ihm gestern in der SZ-Beilage.
Da erzählt er u. a. dies: ein bedeutendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (das sind die, die den Büchner-Preis vergeben, Brigitte Kronauer und so) war gestorben, und Erich Kästner als Präsident hatte den Nachruf zu halten. Er machte es kurz und dann eine Pause. Danach sagte er, der feierlich Betrauerte habe gesagt: " 'Dass ich sterben muss, weiß ich, aber ich glaube nicht daran.' Nun hat er dran glauben müssen." Da lachten die Trauergäste, und E. K. hat's (lt. J.K.) zunächst nicht begriffen ...

augustine

 

     ear



Orwells geheimer Tip von 1945

   15.12.2008, 20:42 / 1 x geändert



Als kleine literarische Anekdote kommt hier ein Rezept fuer George Orwells 'Christmas Pudding' aus dem Jahre 1945. Dazu muss gesagt werden, dass zu der Zeit England 'Ration Cards' hatte, jeder Familie wurden Essens-Rations-Karten ausgeteilt.
Der British Council gab dem Schriftsteller und Journalisten Orwell den Auftrag, ueber
'Great Britain's Cuisine' zu schreiben.
Orwell erledigte diese Aufgabe mit gekonnter Ironie:
Billige Restaurants seien fast ohne Ausnahme schlecht und franzoesische Restaurants kochten Franzoesisch oder in billiger Imitation.
Normales Essen in England sei einfach, sehr magengewichtig, etwas barbarisch, die Diaet eines regnerisch-kalten nordischen Landes, mit wenig Butter, kaum Speiseoil und noch weniger Gemuesen. Knoblauch sei so gut wie unbekannt, aber sehr viel Minze wuerde benutzt.
Kein Wunder, der British Council war nicht willens, diese Kommentare zu veroeffentlichen, aber zahlte ihm seine Kommission.
Doch die Rezepte selbst zeigten auch, dass Orwell etwas Gutes wuerdigen konnte, wie TreacleTarts, Yorkshire Pudding, Pflaumen Kuchen und OrangenMarmelade. Jemand strich das Marmeladenrezept durch als 'schlecht'.
Sein Christmas Pudding Rezept war normal fuer die damalige Zeit mit Sultaninen, Rosinen, Korinthen, kandierter Schale, Mandeln, Mehl, Zimt und Brotkruemeln. Damals benutzte man Beef-Suet. Orwell begnuegte sich mit 75 ml Cognac. Heute wuerde man mehr Cognac benutzen. Damals tat man ein paar Threepenny-Muenzen hinein, heute sind es 1Pfund- Muenzen.
Man kennt Orwell besser durch sein Buch “Down and Out in Paris and London” als Abwaescher,als kritischen Beobachter, der die unglaublichen Zustaende in den Restaurant-Kuechen drastisch beschreibt. Aber dass er gutes Essen liebte, zeigen mehrere Beispiele in seinen Buechern,abgesehen von seinem “1984”.
In einem seinem Artikel”Koennen Sozialisten gluecklich sein?” wird von Lenin am Todestag berichtet, dass er sich Charles Dickens 'Scrooge Geschichte' vorlesen liess, aber die Bourgeois Sentimentalitaet als unertraeglich empfand.
'Waere es Lenin bessergegangen, haette er es bestimmt interessant gefunden. Die Familie Cratchit ist an diesem einen Tag, wo sie sich mal sattessen duerfen in guter Stimmung. Der Wolf, sprich Hunger, sitzt wartend da, aber an dem Tage ist er freundlich gesinnt. Der Dampf des Christmas Puddings vermischt sich mit dem Geruch von Pfandhaus und schweisstreibender Arbeit....Die Cratchits koennen sich daran erfreuen, denn es kommt ja nur einmal im Jahr.
Solches Glueck ueberzeugt, weil es nicht vollkommen beschrieben wird'.
Orwell's Christmas Pudding: 1 lb=englisches Pfund =453gr ;1 oz=28 gr
1lb.=453gr je Korinthen,Rosinen und Sultaninen; Zwei oz.=57gr Suess-Mandeln;1 oz.=28gr Bitter-Mandeln;
4 oz=113gr Kandierte Schale;1/2 lb=227gr Braunen Zucker;1/2 lb=227gr Mehl;1/2 lb=227gr Brotkruemel;1/4 Teeloeffel Salz;1/2 Teeloeffel geriebene Muskatnuss;1/2 Teeloeffel gestossenen Zimt;6 oz=170gr Suet; Schale und Saft 1 Zitrone; 5 Eier;etwas Milch; ein kleines Glas Brandy oder Bier.
Methode: Wasch die Trocken-Fruechte;zerkleinere den Suet;zerkleinere die Kandierte Schale, entkerne die Rosinen;blanchier und zerkleinere die Mandeln.
Bereite die Brotkruemel; mische die Gewuerze und das Salz mit dem Mehl; vermische alle trockenen Zutaten in einer Schuessel; schlage die Eier, vermische sie mit dem Zitronensaft und den anderen Fluessigkeiten, gib sie zu den trockenen Zutaten und verruehr sie gut. Wenn die Mischung zu steif ist, tue etwas mehr Milch dazu.
Die Mischung muss ein paar Stunden ruhen in einer bedeckten Schuessel. Ruehr wieder und lass es in eine Schuessel gleiten. Bedecke es mit rundem Butterbrotspapier. Danach bedecke die Schuessel mit einem bemehlten Tuch und binde es zu, wenn der Pudding gedaempft werden soll. Koch oder daempfe ihn 5-6 Stunden. Ausserdem noch drei weitere Stunden, an dem Tag, an welchem er gegessen werden soll.Erhitz ihn durch Daempfen. Beim Servieren uebergiess die Portion mit einem Loeffel Brandy und entzuende es. Man backt in England kleine Gluecksbringer in den Teig.

 

     augustine²



Versprecher

   20.12.2008, 23:07 / 7 x geändert



Mal wieder, weils doch so schön ist: Versprecher.
dieser Artikel .
Ausschnitt aus der immer sehr vergnüglichen SZ-Wochenendkolumne Berlin, Französische Straße (da ist das Berliner SZ-Büro):
"Wortspiele mit Namen sind vom Über-Ich verboten, weil die Nazis das gemacht haben und seither höchstens die Bild-Zeitung so etwas mit den Namen hessischer SPD-Kandidaten versucht. Aber gerade weil Wortspiele mit Namen verboten sind, wollen sie raus, wenn man sie einmal im Kopf hat. Vor verjährungsrelevant vielen Jahren habe ich einmal den Peter Gauweiler als "Herrn Gauleiter" angesprochen, obwohl, nein, weil die lieben Kollegen mir vorher andauernd gesagt haben, pass bloß auf, dass du ihn nicht Gauleiter nennst. Ein heute berühmter Neuropsychologe hat mir damals erklärt, wie Substitution durch Verbot funktioniert. Ungefähr so: Wenn Angela Merkel sich sagen würde: "Denk nicht an einen Affen", dann ist das Bild, das in ihrem Kopf entsteht, das eines Affen. Weil das Wort "Affe" sich auf etwas Konkretes bezieht, während das Wort "nicht" abstrakt ist und vom Gehirn ignoriert wird. Wenn ein Golfspieler sagt: "Schlag nicht in den See", entsteht in seinem Gehirn das Bild von einem Ball, der in Richtung See fliegt. Also schlägt er in den See. Also sagt Angela Merkel: Kotz.
Damals, zu Gauweilers Zeiten, wollte meine liebste Freundin Sabine noch Journalistin werden. In einem ihrer ersten Texte für den Bayerischen Rundfunk kam die Nussknacker-Suite vor. Und, weil ich gerade verstanden hatte, wie es funktioniert, habe ich ihr bei der Fahrt zum Rundfunkplatz immer und immer wieder gesagt, dass sie auf überhaupt gar keinen Fall das "n" in Nussknacker weglassen dürfe, weil es doch live ist. Es hat nicht funktioniert, nicht ganz so, wie ich mir das gedacht hatte. Sabine sagte ordnungsgemäß: Die Nussknacker-Suite . . . . . . von Peter Tschaiskowsky."

In dem immerzu missglückenden Versuch, den link des ganzen Artikels herzusetzen, hab' ich dann nur ein Stück genommen; aber der Anlass fehlt jetzt: Madame M. hat sich nämlich versprochen und statt "Roland Koch" "Roland Kotz" gesagt, aber das zugegeben sehr locker korrigiert; das Fitzelchen steht bei (na, wo wohl?)...

Viel Vergnügen, augustine

 

     augustine²



noch ein Versprecher

   25.02.2009, 02:42 / 1 x geändert



Zitat:
Nebenbei : Bitte hör auf meine Thread zuzuspammen mit deinen kontraproduktiven Beiträgen und Deiner äußerst kompent-beleidigenden Art.


ein neues Mitglied, das wenig zu sagen hat, aber gerne Kommentare von lost liest.
augustine

 

     augustine²



Bibel light und ein tiefgründiges Fundstück

   01.11.2009, 16:40 / 2 x geändert



War fällig, nicht?

Nicht etwa ganz, schon gar nicht mit Kommentar, sondern so vielleicht....


augustine


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"Es gibt Augen, die den Dingen auf den Grund gehen. Die erblicken einen Grund.
Und es gibt solche, die in die Tiefe der Dinge gehen. Die erblicken keinen Grund. Aber sie sehen tiefer."

Frankfurt, 13. 5. 60

Paul Celan an Klaus Demus

aus dem eben erschienenen Briefwechsel

PAUL CELAN - KLAUS UND NANI DEMUS
Herausgegeben und kommentiert von Joachim Seng, Frankfurt am Main 2009

 

     Vladimir



   01.11.2009, 17:42



Gestern noch stand ich im Buchladen und hab mit meinem Gewissen gerungen - 34,80€.... Heut hab ichs mir für 10€ weniger bei Amazon bestellt. Aber den Satz, den du zitierst, augustine, der war mir vorher schon beim Blättern im Ohr geblieben. Vor allem über die Goll-Affäre und mit welcher Sensibilität, also welcher Bedeutung Celan das erlebt hat, scheint mir dort viel zu stehen. Es muss eine merkwürdige Zeit gewesen sein, diese ersten 20-30 Jahre nach dem Krieg mit all dem Gift, das doch noch da war!
Ich bin gespannt!

 

     augustine²



er wusste es schon

   07.12.2009, 00:38



"An nichts muss man mehr zweifeln als an Sätzen, die Mode geworden sind."

Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)

 

     Vladimir



er wusste es schon

   07.12.2009, 23:17



"Wissen Sie, Nani, mir wird es immer klarer, daß ich den Umgang mit den Menschen auf die Zahl der Wenigen beschränken muß, die ich in der Nähe meines Herzens weiß - mit allen übrigen, mögen sie noch so sichtbar durch die Welt wandeln, weiß ich kaum etwas anzufangen. Sie haben es ja gesehen: über ungeschickte Höflichkeit - die sie obendrein nicht verdienen - stolpere ich in ihr bodenloses Gequassel über das Unausprechbare und Schweigen Gebietende."
Paul Celan an Nani Demus

 

     gregor libkowsky



momentaufnahme

   08.12.2009, 19:39 / 2 x geändert



In der Frankfurter Rundschau von heute in einem Artikel über Herta Müller entdeckt:

"Das Leben wartet nicht darauf, dass es aufgeschrieben wird." Herta Müller

Sehr schön hierzu Augustines Weihnachtspost.

 

     Vladimir



momentaufnahme

   16.12.2009, 18:12



"Aber wehe denen, die von dir schweigen, wo doch die, deren Mund überließt, wissen müssen, daß sie stumm sind!"
Augustinus - Confessiones

 

     augustine²



Nietzsche, Die Krähen schrei'n

   07.01.2010, 23:22 / 2 x geändert



Die Krähen schrei'n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei'n –
Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts ach! wie lange schon!
Was bist du, Narr,
Vor Winters in die Welt – entflohn?

Die Welt – ein Thor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer Das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg', Vogel, schnarr'
Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! –
Versteck' du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrei'n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei'n –
Weh dem, der keine Heimat hat!

Friedrich Nietzsche

 

     Vladimir



   10.01.2010, 22:55 / 2 x geändert



Helmuth James von Moltke an Freya von Moltke am 28.12.1944 und 11.1.1945:

"Ich denke jetzt manchmal - was ich seit Monaten nicht getan habe - darüber nach, wie alles wäre, wenn ich am Leben bliebe und wundere mich, ob ich das wohl alles wieder vergessen würde, oder ob man aus dieser Zeit doch ein reales Verhältnis zum Tod und damit zur Ewigkeit behält. Ich komme zu dem Ergebnis, daß auch da Fleisch und Blut alles dran setzen würden, die Erkenntnis wieder zu verdrängen, sodaß ein ständiger Kampf nötig wäre, um die Früchte dieser Zeit zu retten. Wir sind eben ein jämmerliches Geschlecht, darüber ist kein Zweifel, nur wissen wir es meist garnicht, wie jämmerlich wir sind. Jetzt weiss ich auch, warum Paulus und Jesaja, Jeremia und David und Salomo, Moses und die Evangelisten nie veralten: sie waren eben nicht so jämmerlich; sie hatten ein Format, das für uns unerreichbar ist auch durch Menschen wie Goethe ja selbst wie Luther nicht erreichbar. Was diese Männer erlebt und erfahren haben, das werden wir nie ganz verstehen. Man fragt sich nur, ob damals solche Männer vielleicht in grösserer Zahl existiert haben? Man muss doch annehmen, daß nur ein Bruchteil von dem überliefert ist, was existiert hat. Wie ist es aber möglich, daß solche Männer damals existierten? Die sind doch wie eine andere Spezies Mensch. Und warum unter Juden? Und warum heute auch unter den Juden nicht mehr?..."

"Du bist nämlich nicht ein Mittel Gottes, um mich zu dem zu machen, der ich bin, Du bist vielmehr ich selbst. Du bist mein 13tes Kapitel des ersten Korintherbriefes. Ohne dieses Kapitel ist kein Mensch ein Mensch. Ohne Dich hätte ich mir Liebe schenken lassen, ich habe sie z.B. von Mami angenommen, dankbar, glücklich, dankbar wie man ist für die Sonne, die einen wärmt. Aber ohne Dich, mein Herz, hätte ich "der Liebe nicht". Ich sage garnicht, daß ich Dich liebe; das ist garnicht richtig. Du bist vielmehr jener Teil von mir, der mir alleine eben fehlen würde. ..."


Nun ihrer beider Angedenken.

 

     Vladimir



   03.02.2010, 23:40 / 1 x geändert



"Tu ne vas quand même pas passer ta vie dans l'adoration d'un brin d'herbe me disait celui qui passait sa vie dans l'adoration du monde où rien ne pousse, pas même und brin d'herbe."

"Dieu est plus facile à tuer qu'un moineau et son coeur plus aisé à déchirer qu'une feuille de papier - même les enfants le savent."
Christian Bobin - L'enchantement simple, Ressusciter

 

     augustine²



   17.02.2010, 01:21 / 2 x geändert



Ich hab' das Bedürfnis, nach den ball-adesken Aufregungen der letzten Tage etwas Ernstes hierher zu stellen.
Den Winter, auch den jahreszeitlichen, kann ich schwer nur noch aushalten.

Es hätte nicht Rilke sein müssen.
Aber es ist nun dies:


VORFRÜHLING
Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,

greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

RMR
Aus: Die Gedichte 1922 bis 1926 (Muzot, etwa 20. Februar 1924)

 

     augustine²



O-Ton hoffnungsloser Jugendlicher

   30.04.2010, 23:25



"Für mich war das auch, also ich bin einfach kein sehr politischer Mensch so, also für mich ist das eher so, dass ich so Sachen spannend finde und dann auch mich damit durchaus identifizieren kann teilweise, aber überhaupt nicht da aktiv irgendwie das Gefühl hab, ich marschier jetzt mit, um eine Message irgendwie auch klar zu machen."

zitiert in einer Studie des Kriminologen Klaus Hoffmann-Holland im Auftrag des Berliner Senats; morgen ist 1. Mai, Krawalle werden stattfinden, als gäbe es ein Recht dazu, Gewalt macht einfach Spaß, wenn im Kopf sonst nix ist... wie kriegt man was in die Köpfe?

augustine

 

     Vladimir



   01.05.2010, 08:55



Catharina Regina von Greiffenberg

Verlangen / nach der herrlichen Ewigkeit

Schwing dich / mein Seel' / in Himmel / aus der Eitlen Zeitlichkeit!
schwing dich hin / woher du kommst / wo du auch wirst wider bleiben.
Wollst mit süsser Denke-Lust deine weil dieweil vertreiben:
biß du wirst ergetzt / versetztet in die Zeit-befreyte Zeit.

Ach ich meyn die Ewig-Ewig-Ewig-Ewig-Ewigkeit /
in die der belebend Tod wird entleibend einverleiben.
Vnterdessen soll mein'Hand was von ihrer Hoheit schreiben /
von der nie gefühlten Fülle / ihrer Erz-Herz-süssen Freud.

Krafft und Safft der Ewigkeit / die aus und mit dir entsprungen /
der du Vnursprünglich lebest und dahero Ewig bist!
log die künfftig Wunder-Wonn' in den Mund und auf die Zungen

daß ich klärlich herrlich schreibe / wie dein will ohn Ziel dort ist /
uns mit dir / dem höchsten Gut / zu vereinen unverdrungen.
Komme wider / komm hernieder / zum Gericht gerüster Christ!

 

     augustine²



nicht Heiner, sondern Inge M.

   19.05.2010, 00:04 / 2 x geändert



Nach Heiner Müller hat Homer gefragt. Ich hoffe, dass er Antworten kriegt. Davon könnte ich auch profitieren vielleicht.

Eingefallen ist mir bei der Anfrage Inge Müller (1925-1966), die Frau, mit der er zeitweise verheiratet war, eine Lyrikerin, die wohl bisher nicht so sehr bekannt geworden ist. Jedenfalls hab ich mein Exemplar von

Wenn ich schon sterben muß, Darmstadt 1985, im Modernen Antiquariat gekauft. Da klebt ein Zettel drin bei:

LIEBE NACH AUSCHWITZ

Das war Liebe
Als ich zu dir kam
Weil ich mußte
Das war Liebe als ich von dir ging
Weil ich mußte.
Die alte Scham ist eine falsche Scham.

Da half kein Gott und kein Danebenstehn

Und ich ging. Und da war nichts getan
Ich sah mich und dich
Und sah die andern an
Und es reichte doch nicht.

Da half kein Auseinandergehn.


Hier noch was über sie:
aus der ZEIT

 

     Willimox



FADEN für FUNDSTÜCKE

   19.05.2010, 11:59 / 3 x geändert



Cara, augusta Augustine von 2007;

also gut,

der kopf wurde abgeschlagen,
oder abgehauen. Korrekter.

Und das Enthaupten des Kopfes ist zu bemängeln, im Ausdruck.


Aber:
Ist hier nicht eine so schöne wie verquere Figura Etymologica

(hauen-haupten-Kopf-köpfen-Interferenz)

am Auferstehung feiern,
wenn denn jemand den blauen Stein vor ihrem Subtextversteck wegwälzt?

fragt sich über die Zeiten hinweg

w immer gu tfür germanistenschnak&&scherzchen

 

     augustine²



Bobrowski Gertrud Kolmar

   24.05.2010, 19:17 / 1 x geändert



Gertrud Kolmar

Buche, blutig im Laub,
in rauchender Tiefe, bitter
die Schatten, droben das Tor
aus Elstergeschrei.

Dort ist eine gegangen,
Mädchen, mit glattem Haar,
die Ebene unter der Lidern
lugte herazf, in den Mooren
vertropfte der Schritt.

Ungestorben aber
die finstere Zeit, umher
geht meine Sprache und ist
rostig von Blut.

Wenn ich deiner gedächte:
Vor die Buche trat ich,
ich hab befohlen der Elster:
Schweig, es kommen, die hier
waren - wenn ich gedächte:
Wir werden nicht sterben, wir werden
mit Türmen gegürtet sein?


Johannes Bobrowski

zuerst in: J. B., Schattenland Ströme, Berlin 1963, S. 54
Mir heute nacht wieder zugefallen im Marbacher Katalog zu Gertrud Kolmar (auch von Johanna Woltmann). Bei Bobrowski auch Gedichte auf Brentano, Hölderlin, Lasker-Schüler, Nelly Sachs. Die einander verwandt sind, kennen sich über die Zeiten.

 

     augustine²



Sei dennoch unverzagt

   11.07.2010, 18:04 / 4 x geändert



Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren!
Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid,
vergnüge dich an dir und acht es für kein Leid,
hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.

Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren;
nimm dein Verhängnis an. Lass alles unbereut.
Tu, was getan muss sein, und eh man dir's gebeut.
Was du noch hoffen kannst, das wird noch stets geboren.

Was klagt, was lobt man noch? Sein Unglück und sein Glücke
ist ihm ein jeder selbst. Schau alle Sachen an:
dies alles ist in dir. Lass deinen eitlen Wahn,

und eh du fürder gehst, so geh in dich zurücke.
Wer sein selbst Meister ist und sich beherrschen kann,
dem ist die weite Welt und alles untertan.

Paul Fleming (1609-1640, also Zeitgenosse und Erleider des 30-jährigen Krieges)



Nicht, weil ich aus diesem Faden einen für Barocklyrik machen wollte (die man mit Unfreundlichkeit ja auch als eine Art von damals zeitgemäßer Ratgeberliteratur missverstehen könnte) dies Gedicht, sondern
weil es in dem neuen Buch von Christa Wolf eines der Leitmotive ist.

augustine

 

     Vladimir



Sei dennoch unverzagt

   11.07.2010, 20:07



Da fällt mir dies hier, beinah als direkte Antwort, ein:

Suleika:
Volk und Knecht und Überwinder,
Sie gestehn zu jeder Zeit:
Höchstes Glück der Erdenkinder
Sei nur die Persönlichkeit.

Jedes Leben sei zu führen,
Wenn man sich nicht selbst vermißt;
Alles könne man verlieren,
Wenn man bliebe, was man ist.

Hatem:
Kann wohl sein, so wird gemeinet,
Doch ich bin auf andrer Spur:
Alles Erdenglück vereinet
Find ich in Suleika nur.

Wie sie sich an mich verschwendet,
Bin ich mir ein wertes Ich;
Hätte sie sich weggewendet,
Augenblicks verlör ich mich.

Nun mit Hatem wär's zu Ende,
Doch schon hab ich umgelost:
Ich verkörpre mich behende
In den Holden, den sie kost.

Wollte, wo nicht gar ein Rabbi,
Das will mir so recht nicht ein,
Doch Ferdusi, Montanabbi,
Allenfalls der Kaiser sein.

 

     Vladimir



Franz Baermann Steiner

   16.08.2010, 23:34



--> Wenn sich ein Mann in weiblichen Verrichtungen übt, kann dies mitunter seiner Weisheit förderlich sein, das Umgekehrte aber die Frauen nur ein wenig selbständig machen.

--> Gibt man zu, dass es Lagen gibt, in denen man lügen darf oder soll, so fordert man auch das Gelingen dieser Lügen; und damit ein geübtes Lügen, und geübt also in Situationen, wo es nicht "nötig" war.

--> Jeder weiß, daß es in der Natur des Schmerzes liegt, daß uns das schmerzende oder kranke Glied das wichtigste des ganzen Körpers ist. Doch wenn wir Züge unsres Wesens besonders wichtig nehmen, glauben wir aus unbeirrter Erkenntnis zu fühlen, und jene Allerweltsweisheit, die den Körper betrifft, ist uns gar nicht bewußt.

--> Schmerz ist der Übergang zu einem neuen Zustand, oder besser: die Unmöglichkeit, ihn zur Kenntnis zu nehmen. Der Körper kann ihn nicht zur Kenntnis nehmen, die Seele will nicht. Der Schmerz entsteht in unsrem System oder einem Teil von uns, beim Hinübergehen in ein neues System, in dem wir vorher nicht funktioniert hatten. Der Abbau von Funktionen ist schmerzlich.

--> Wie wiegen nur das Gewicht unsrer Leiden und kein Jota mehr. Nichts andres wiegt. Das sogenannte Gute, das einer tut, hat sein Gewicht vom Leiden; die Schönheit eines Gesichts wird vom Leid vertieft, die Silben eines Gedichtes fallen schwer gediegen, wenn sie aus dem Leid kommen. Dies zu wissen und gleichzeitig zu wissen, daß wir leicht sein sollen, leicht wie Feder -

--> Respekt vor dem Tode haben viele Menschen, doch nicht so viele als sich diesen Anschein geben. Respekt vor dem Schlaf ist mehr Formsache und wird in Europa zumindest nicht der Bildung des Herzens zugerechnet. Respekt vor der Trauer ist ein Zwang, den die Gesellschaften überall auferlegen, und den nur der Edle hat ohne ihn mit Mitleid zu vermengen. Respekt vor der Freude ist leider sehr selten und nur Sache von Sonderlingen...

--> Beginn der Menschenkenntnis: wenn man sich plötzlich entsetzt vergegenwärtigt, wie schutzlos alle Leute gewesen, die man gekannt.

--> Im Kampf mit dem Selbstmord gibt es drei Etappen: die des "ob", die des "wann" und die des "wo". Und in der zweiten und dritten ist das Eingreifen leichter, dies mag den Tod verhüten, aber die große Niederlage ist mit dem Entscheiden des "ob" geschehen. Nichts mehr macht die damit verbundenen Qualen vergessen...

--> Die Sprache vermag nichts zu spiegeln, denn sie ist der Maßstab der Wahrheit.


... alles aus "Feststellungen und Versuche" von Franz Baermann Steiner aus den Jahren 1943 - 1952 im Wallstein Verlag erschienen.

 

     car*oline



Franz Baermann Steiner

   25.08.2010, 20:10



Danke, Vladimir, dass du auf dies Buch von Baermann Steiner aufmerksam gemacht hast. Mir, unterwegs, wär es vielleicht entgangen.

Die Kenntnis dieses Autors verdanke ich dir. Leicht zugänglich ist er nicht, aber jede (geringe) Bemühung bisher hat sich gelohnt.

Grüße von augustine

 

     augustine²



Gottfried Benn

   25.09.2010, 18:08 / 1 x geändert



Einsamer nie als im August:
Erfüllungsstunde – im Gelände
die roten und die goldenen Brände
doch wo ist deiner Gärten Lust?

Die Seen hell, die Himmel weich,
die Äcker rein und glänzen leise,
doch wo sind Sieg und Siegsbeweise
aus dem von dir vertretenen Reich?

Wo alles sich durch Glück beweist
und tauscht den Blick und tauscht die Ringe
im Weingeruch, im Rausch der Dinge –
dienst du dem Gegenglück, dem Geist.

Gottfried Benn


Eigentlich ein Fundstück ist es nicht. Im August hab ich's gesucht, dann gesprochen gehört (Will Quadflieg).
Aber kann nicht das "Gegenglück" und "Glück" manchmal verbunden sein? Und das wäre die eigentliche "Erfüllungsstunde"?


augustine

 

     Jolante



Für mich entdeckt: Jonas Kaufmann

   26.09.2010, 12:08 / 1 x geändert



Um es mit lost zu sagen: "Ich habe Gänsehaut am ganzen Köa-pah", nachdem ich diesen Don José im final duet der "Carmen" erlebt habe. Nun kann mich nicht zurückhalten, muss meine Begeisterung weitergeben. Vielleicht kann sie ja der eine oder die andere mit mir teilen.

http://www.youtube.com/watch?v=h5ZSAHqsoeY

Jolante im Opernrausch

 

     augustine²



"literarisches" Fundstück

   25.10.2010, 23:51



Grabstein in Ahrensburg

augustine

 

     Vladimir



"literarisches" Fundstück

   04.11.2010, 13:08



http://www.youtube.com/watch?v=NfwW76JzVQI&feature=more_related

Wenn ich jemanden einmal so singen hören könnte... Da liest man Shakespeare und Balzac und Jakob Lenz und dann treibt einem so ein Kerl hinterrücks die Tränen in die Augen - einfach so.

 

     kirmesbollo



noch ein "literarisches" Fundstück

   06.11.2010, 23:01 / 2 x geändert




 

     augustine²



ein literarisches Fundstück

   05.12.2010, 13:22 / 2 x geändert



Gefunden, weil ich einen Band Schiller in die Hand nahm, um den Text seiner NÄNIE-Vertonung (Brahms) mitzulesen.

Wechselwirkung 
 
Kinder werfen den Ball an die Wand und fangen ihn wieder. 
Aber ich lobe das Spiel, wirft mir der Freund ihn zurück. 
 


Aus den Tabulae votivae von Schiller und Goethe; dies hier wohl von Schiller. Er meinte mit dem Freund sicher zuerst einmal Goethe.

augustine mit einem Gruß

 

     augustine²



noch eins

   14.12.2010, 08:39 / 1 x geändert



ist dies; ist von "jottel", der auch mal hier war.


augustine

 

     augustine²



zugefallen

   27.12.2010, 19:27



Der Schnee                 

Der Schnee fällt nicht hinauf
sondern nimmt seinen Lauf
hinab und bleibt hier liegen,
noch nie ist er gestiegen.

Er ist in jeder Weise
in seinem Wesen leise,
von Lautheit nicht die kleinste Spur.
Glichest doch du ihm nur.

Das Ruhen und das Warten
sind seiner üb'raus harten
Eigenheit eigen,
er lebt im Sichhinunterheigen.

Nie kehrt er je dorthin zurück,
von wo er niederfiel,
er geht nicht, hat kein Ziel,
das Stillsein ist sein Glück.
                               Robert Walser


Mir als ggf. bekennender Schneehasserin sehr willkommen gewesen.

augustine

 

     augustine²



gesucht

   20.04.2011, 23:17 / 2 x geändert



Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen, 1795,
15. Brief

darin:
"Aber was heißt denn ein bloßes Spiel, nachdem wir wissen, daß unter allen Zuständen des Menschen gerade das Spiel, und nur das Spiel es ist, was ihn vollständig macht und seine doppelte Natur auf einmal entfaltet? Was Sie, nach Ihrer Vorstellung der Sache, Einschränkung nennen, das nenne ich, nach der meinen, die ich durch Beweise gerechtfertigt habe, Erweiterung. Ich würde also vielmehr gerade umgekehrt sagen: mit dem Angenehmen, mit dem Guten, mit dem Vollkommenen ist es dem Menschen nur ernst; aber mit der Schönheit spielt er. Freilich dürfen wir uns hier nicht an die Spiele erinnern, die in dem wirklichen Leben im Gange sind und die sich gewöhnlich nur auf sehr materielle Gegenstände richten; aber in dem wirklichen Leben würden wir auch die Schönheit vergebens suchen, von der hier die Rede ist. Die wirklich vorhandene Schönheit ist des wirklich vorhandenen Spieltriebes werth; aber durch das Ideal der Schönheit, welches die Vernunft aufstellt, ist auch ein Ideal des Spieltriebes aufgegeben, das der Mensch in allen seinen Spielen vor Augen haben soll.
Man wird niemals irren, wenn man das Schönheitsideal eines Menschen auf dem nämlichen Wege sucht, auf dem er seinen Spieltrieb befriedigt. Wenn sich die griechischen Völkerschaften in den Kampfspielen zu Olympia an den unblutigen Wettkämpfen der Kraft, der Schnelligkeit, der Gelenkigkeit und an dem edlern Wechselstreit der Talente ergötzen, und wenn das römische Volk an dem Todeskampf eines erlegten Gladiators oder seines libyschen Gegners sich labt, so wird es uns auf diesem einzigen Zuge begreiflich, warum wir die Idealgestalten einer Venus, einer Juno, eines Apolls nicht in Rom, sondern in Griechenland aufsuchen müssen. <a title="Wenn man (um bei der neuern Welt stehen zu bleiben) die Wettrennen in London, die Stiergefechte in Madrid, die Spectacles in dem ehemaligen Paris, die Gondelrennen in Venedig, die Thierhatzen in Wien und das frohe, schöne Leben des Corso in Rom gegeneinander hält, so kann es nicht schwer sein, den Geschmack dieser verschiedenen Völker gegeneinander zu nuancieren. Indessen zeigt sich unter den Volksspielen in diesen verschiedenen Ländern weit weniger Einförmigkeit, als unter den Spielen der feineren Welt in eben diesen Ländern, welches leicht zu erklären ist.">[Fußnote] Nun spricht aber die Vernunft: das Schöne soll nicht bloßes Leben und nicht bloße Gestalt, sondern lebende Gestalt, d. i. Schönheit sein, indem sie ja dem Menschen das doppelte Gesetz der absoluten Formalität und der absoluten Realität diktiert. Mithin thut sie auch den Ausspruch: der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit der Schönheit spielen.
Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Dieser Satz, der in diesem Augenblicke vielleicht paradox erscheint, wird eine große und tiefe Bedeutung erhalten, wenn wir erst dahin gekommen sein werden, ihn auf den doppelten Ernst der Pflicht und des Schicksals anzuwenden; er wird, ich verspreche es Ihnen, das ganze Gebäude der ästhetischen Kunst und der noch schwierigern Lebenskunst tragen. Aber dieser Satz ist auch nur in der Wissenschaft unerwartet; längst schon lebte und wirkte er in der Kunst und in dem Gefühle der Griechen, ihrer vornehmsten Meister; nur, daß sie in den Olympus versetzten, was auf der Erde sollte ausgeführt werden. Von der Wahrheit desselben geleitet, ließen sie sowohl den Ernst und die Arbeit, welche die Wangen der Sterblichen furchen, als die nichtige Lust, die das leere Angesicht glättet, aus der Stirne der seligen Götter verschwinden, gaben die Ewigzufriedenen von den Fesseln jedes Zweckes, jeder Pflicht, jeder Sorge frei und machten den Müßiggang und die Gleichgültigkeit zum beneideten Loose des Götterstandes: ein bloß menschlicherer Name für das freieste und erhabenste Sein. Sowohl der materielle Zwang der Naturgesetze, als der geistige Zwang der Sittengesetze verlor sich in ihrem höhern Begriff von Nothwendigkeit, der beide Welten zugleich umfaßte, und aus der Einheit jener beiden Nothwendigkeiten ging ihnen erst die wahre Freiheit hervor. Beseelt von diesem Geiste, löschten sie aus den Gesichtszügen ihres Ideals zugleich mit der Neigung auch alle Spuren des Willens aus, oder besser, sie machten beide unkenntlich, weil sie beide in dem innigsten Bund zu verknüpfen wußten. Es ist weder Anmuth, noch ist es Würde, was auf dem herrlichen Antlitz einer Juno Ludovisi zu uns spricht; es ist keines von beiden, weil es beides zugleich ist. Indem der weibliche Gott unsre Anbetung heischt, entzündet das gottgleiche Weib unsre Liebe; aber, indem wir uns der himmlischen Holdseligkeit aufgelöst hingeben, schreckt die himmlische Selbstgenügsamkeit uns zurück. In sich selbst ruhet und wohnt die ganze Gestalt, eine völlig geschlossene Schöpfung, und als wenn sie jenseits des Raumes wäre, ohne Nachgeben, ohne Widerstand; da ist keine Kraft, die mit Kräften kämpfte, keine Blöße, wo die Zeitlichkeit einbrechen könnte. Durch jenes unwiderstehlich ergriffen und angezogen, durch dieses in der Ferne gehalten, befinden wir uns zugleich in dem Zustand der höchsten Ruhe und der höchsten Bewegung, und es entsteht jene wunderbare Rührung, für welche der Verstand keinen Begriff und die Sprache keinen Namen hat."

 

     Willimox



Schützenverein Leipzig

   26.04.2011, 09:43 / 1 x geändert



Schießen lernen ....

http://leipziger-schuetzenfreunde.de/wasist.htm

 

     aswad



Schützenverein Leipzig

   26.04.2011, 10:58 / 1 x geändert





... naja, da musste ich jetzt an diesen Spruch denken: "Wer Freunde hat, der braucht keine Feinde."

:)

 

     augustine²



des Herrn von Goethe Geburtstag heut

   28.08.2011, 18:35 / 3 x geändert



Da wollt ich dran erinnern, weil's mir eben einfiel.

Mit dem hier z.B.

Liebhaber in allen Gestalten

Ich wollt', ich wär ein Fisch,
So hurtig und frisch;
Und kämst du zu anglen,
Ich würde nicht manglen.
Ich wollt', ich wär ein Fisch,
So hurtig und frisch.
 
Ich wollt', ich wär ein Pferd,
Da wär' ich dir wert.
O wär' ich ein Wagen,
Bequem dich zu tragen.
Ich wollt', ich wär' ein Pferd,
Da wär' ich dir wert.
 
Ich wollt', ich wäre Gold,
Dir immer im Sold;
Und tätst du was kaufen,
Käm ich wieder gelaufen.
Ich wollt', ich wäre Gold,
Dir immer im Sold.
 
Ich wollt', ich wär' treu,
Mein Liebchen stets neu;
Ich wollt' mich verheißen,
Wollt nimmer verreisen.
Ich wollt', ich wär' treu,
Mein Liebchen stets neu.
 
Ich wollt', ich wär' alt
Und runzlig und kalt;
Tätst du mir's versagen,
Da könnt mich's nicht plagen.
Ich wollt', ich wär' alt
Und runzlig und kalt.
 
Wär' ich Affe sogleich,
Voll neckender Streich';
Hätt' was dich verdrossen,
So macht' ich dir Possen.
Wär' ich Affe sogleich,
Voll neckender Streich'.
 
Wär' ich gut wie ein Schaf,
Wie der Löwe so brav;
Hätt' Augen wie's Lüchschen
Und Listen wie's Füchschen.
Wär' ich gut wie ein Schaf,
Wie der Löwe so brav.
 
Was alles ich wär',
Das gönnt ich dir sehr;
Mit fürstlichen Gaben,
Du solltest mich haben.
Was alles ich wär',
Das gönnt' ich dir sehr.
 
Doch bin ich, wie ich bin,
Und nimm mich nur hin!
Willst du beßre besitzen,
So laß dir sie schnitzen.
Ich bin nun, wie ich bin;
So nimm mich nur hin



Schubert hats vertont

 

     augustine²



zu des Herrn Ratzinger Besuch

   25.09.2011, 23:19 / 1 x geändert



>>Vorfeld meines Besuches war verschiedentlich von einem ökumenischen Gastgeschenk die Rede, das man sich von einem solchen Besuch erwarte. Die Gaben, die dabei genannt wurden, brauche ich nicht einzeln anzuführen. Dazu möchte ich sagen, dass dies ein politisches Missverständnis des Glaubens und der Ökumene darstellt. Wenn ein Staatsoberhaupt ein befreundetes Land besucht, gehen im allgemeinen Kontakte zwischen den Instanzen voraus, die den Abschluss eines oder auch mehrerer Verträge zwischen den beiden Staaten vorbereiten: In der Abwägung von Vor- und Nachteilen entsteht der Kompromiss, der schließlich für beide Seiten vorteilhaft erscheint, sodass dann das Vertragswerk unterschrieben werden kann.
Aber der Glaube der Christen beruht nicht auf einer Abwägung unserer Vor- und Nachteile. Ein selbstgemachter Glaube ist wertlos. Der Glaube ist nicht etwas, was wir ausdenken oder aushandeln. Er ist die Grundlage, auf der wir leben. Nicht durch Abwägung von Vor- und Nachteilen, sondern nur durch tieferes Hineindenken und Hineinleben in den Glauben wächst Einheit. Auf solche Weise ist in den letzten 50 Jahren, besonders auch seit dem Besuch von Papst Johannes Paul II. vor 30 Jahren viel Gemeinsamkeit gewachsen, für die wir nur dankbar sein können. Ich denke gern an die Begegnung mit der von Bischof Lohse geführten Kommission zurück, in der solches gemeinsames Hineindenken und Hineinleben in den Glauben geübt wurde. Allen, die daran mitgewirkt haben, von katholischer Seite besonders Kardinal Lehmann, möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen. Ich versage mir, weitere Namen zu nennen - der Herr kennt sie alle. Miteinander können wir alle nur dem Herrn danken für die Wege der Einheit, die er uns geführt hat, und in demütigem Vertrauen einstimmen in sein Gebet: Lass uns eins werden, wie du mit dem Vater eins bist, damit die Welt glaube, dass er dich gesandt hat (vgl. Joh 17,21).<<

Auszug aus der Papstansprache in Erfurt im Augustinerkloster, heute evangelisch, wo Luther mehrere Jahr Mönch war. Nix da mit irgendeiner Erfüllung von irgendwelchen Hoffnungen auf irgendwelche Zeichen irgendwelcher Annäherung an protestantische Kirchen. Statt dessen: feinsinnig erscheinende, Konkretes nicht sagende Worte. Vielleicht noch einmal dies lesen? (Es fiel mir wirklich erst ein, als ich die Rede-Stelle suchte, und es hat einen anderen Fokus:)

http://www.literature-online.de/thema52....ight=Nachfolger

augustine

 

     Vladimir



zu des Herrn Ratzinger Besuch

   04.10.2011, 18:51



Aber was er sagt ist ja durchaus richtig.
Die einzige Frage, die man sich stellen könnte, wäre, ob nicht in Wirklichkeit dieses "weiter hineinleben" schon längst passiert ist. Ich denke an Helmuth James von Moltke, der ausdrücklich nicht als Protestant oder als Katholik, sondern als Christ verurteilt wurde und den Kreisauer Kreis, in dem ebenfalls diese Unterscheidung unter dem Druck der Notwendigkeit wegfiel. Worauf sollte die Ökumene gründen, wenn nicht auf solchen sie verkörpernden und in ihrem Tod noch bewährenden Namen? Auf Kompromissen, oder darauf, dass es doch einfach schöner wäre, sich zusammenzutun, gewiss nicht, da hat der Ratzinger schon recht.

 

     augustine²



zu des Herrn Ratzinger Besuch

   05.10.2011, 18:58



Hallo, Vladimir,
danke, dass du geantwortet hast. Zustimmen aber kann ich dir nicht.
Helmuth James von Moltke, ja, ist von dem Bluthund Freisler für seinen christlichen Glauben verurteilt worden: Dieser christliche Glaube scheint mir in seinen und Freyas Abschiedsbriefen aber ein sehr protestantischer zu sein.

Die Kreisauer Gespräche sind jetzt 70 Jahre her, und, ja, da kamen Protestanten und Katholiken, Konservative und Sozialisten ja auch, unter dem Druck eines totalitären Systems zusammen. Ist das danach je noch einmal so vorgekommen?

Der Hinweis auf die Kreisauer trifft nach meiner Meinung auch nicht, was der Papst da feinsinnig Diffuses geäußert hat.

 

     augustine²



wer's braucht...

   29.10.2011, 21:03



>>Jegl. Hilfe bei wissenschftl. Arbeiten,
Recherchen od. Komplett. 0821/482406<<

 

     augustine²



guter Rat von unten

   26.12.2011, 18:29 / 1 x geändert



Den Franzl, den a jeder kennt, 
Hat hier ein Ochs vom Radl g'rennt. 
O Radler, der du fahrst zum Haferl, 
Sitz ab bei diesem Martertaferl 
Und merk, bergab man immer schiebt, 
Dieweil es hier viel Rindvieh gibt. 
 
 

aus einer Sammlung kuriosester Grabsprüche, vor allem aus Bayern, Österreich und Südtirol, gesammelt von Enno Hansing: Hier liegen meine Gebeine, ich wollt', es wären deine. Bremen 1997

augustine

 

     augustine²



Wörter

   22.02.2012, 22:37 / 6 x geändert



Michael Hamburger (1924-2007)

ENVOI

Lebt wohl, Wörter.
Ich mochte euch nie,
der ich Dinge und Orte mag und
Leute am liebsten mit geschlossenem Mund.

Geht aus und verlauft euch in einer plappernden Welt,
seid weniger als nichts, seid ein Vakuum,
vor dem sich Wörter hüten,
daß es sie nicht durch Saugen, seine einzige Kraft, hineinzieht.

Das mag ich an euch, Wörter.
Selbstzerstört, selbstaufgelöst
werdet ihr getreu.
Welchem Sinn? Sagt mir das, Wörter.

Lauft, dann folge ich euch,
um euch nie einzuholen.
Kehrt um, dann laufe ich.
Also lebt wohl.


In Erinnerung an eine plappernde Schaumschlägerei über Wörter u.a. hier vor einigen Wochen.
Da ist sogar etwas davon nun wieder da - wie entzückend:

http://www.literature-online.de/thread.p...20110#post20110

augustine


Einen Faden zu Michael Hamburger gibt es z. B. hier: http://www.literature-online.de/thema837.htm&hilight=Mi
chael+Hamburger

 

     augustine²



Imago I: Ich

   02.03.2012, 18:58



Unter lauter aggressiven Philanthropen
sehne ich mich bisweilen nach einem trägen Egoisten.

Wieslaw Brudzinski

 

     augustine²



Zeit Ich Vergänglichkeit Gedanken

   11.06.2012, 16:11 / 1 x geändert



Terzinen über Vergänglichkeit

Noch spür ich ihren Atem auf den Wangen:
Wie kann das sein, daß diese nahen Tage
Fort sind, für immer fort, und ganz vergangen?

Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt,
Und viel zu grauenvoll, als daß man klage:
Daß alles gleitet und vorüberrinnt.

Und daß mein eignes Ich, durch nichts gehemmt,
Herüberglitt aus einem kleinen Kind
Mir wie ein Hund unheimlich stumm und fremd.

Dann: daß ich auch vor hundert Jahren war
Und meine Ahnen, die im Totenhemd,
Mit mir verwandt sind wie mein eignes Haar,

So eins mit mir als wie mein eignes Haar.

Hugo von Hofmannsthal

Eingestellt hat's augustine,weil es sie so anödet, dass hier immer und immer (fast) nur Entbehrliches, Unerfreuliches, Eingebildetes abgeworfen wird.

 

     augustine²



Internetales

   20.09.2012, 17:01



"In diesen virtuell hochgezüchteten Zeiten wird es zunehmend schwer, noch den Überblick zu behalten. Deshalb ist ein Vorzug in Mode gekommen, den nur wenige richtig aussprechen können: Authentizität. Auch in Stellenanzeigen wird jetzt immer öfter neben den klassischen Skills Kreativität und Flexibilität eine Fähigkeit gefordert, die mal so selbstverständlich war, dass wir kein Fremdwort dafür bemühen mussten. Es war ganz natürlich, dass der äußere Schein und das innere Sein übereinstimmen. Die Leute waren echte Kerle, echte Typen oder echte Idioten. Damals geisterten die Menschen auch noch nicht als falsche Identitäten im Internet umher und nannten sich mit blöder Keckheit alphatier007 oder titangruft 123." [usw.]

aus meiner Lieblingszeitung von heute, und da dem Streiflicht

augustine

 

     augustine²



Rätsel

   01.12.2012, 17:52 / 1 x geändert



Wirklich zufällig gefunden beim Suchen für ein literarisches Rätsel für Freunde:

http://www.synekdoche.de/thema650.htm

augustine

 

     vanderPursch



gemüterschütternde Unwissenheit

   01.12.2012, 19:33



Meiner Seel, wenn dieser Faden, auf den der hohen Frouwe Link verweist – wenn dieser Faden etwas zeigt, dann das: www.synekdoche.de ist ein Tempel trostlosester Unwissenheit. Niemand weiß etwas, niemand, augustine ausgenommen.
Das einzige, was immerhin von einigen gewusst wird, ist: wie man den Google bedient.
Die Krone der Unwissenheit jedoch, das auszusprechen sei mir gewährt, bevor ich, die Etikette des Verschwindens treulich achtend, wiederum wandere hinaus ins Dunkel des Äthers, in die strudelnden Spiralnebel der virtuellen Anonymität, in die Unsichtbarkeit --- die Krone der Unwissenheit gebührt dem damals schon unverhüllt dummen, allerdings noch nicht in Ungnade gefallenen Gretchen. Und zuppanova, bei allen blanken Knöchelein des Heiligen Scientius Multatius, steht dem Fräulein Gretchen, was Unwissenheit angeht, nicht nach ...

Zum Gruß und wohlen Sonntag wünschend,

Hanns van der Pursch

Ach, eh ich's vergess!
Mehr Unwissenheit hier: http://www.literature-online.de/thema180.htm

 

     augustine²



...

   07.02.2013, 15:00 / 3 x geändert



"Inschrift auf dem Grab Duchamps: D’ailleurs c’est toujours les autres qui meurent." (Im Übrigen sind es immer die anderen, die sterben.)

aus dem blog von Wolfgang Herrndorf, Autor des preisgekrönten Romans "Sand", http://www.wolfgang-herrndorf.de/impressum/


augustine

 

     Gretchen Darloni



tbc -

   07.02.2013, 17:37 / 1 x geändert



to be continued ... steht seit einiger zeit nun
nicht mehr unter -> wolfgang herrndorfs blog.
das war zu befürchten.


. . .Gretchen grüßt

. . . . . . . . . . . . -> Zur Depression



http://www.zeit.de/2012/46/Wolfgang-Herrndorf-Blog

 

     augustine²



der geist weht gerade heftig

   13.03.2013, 15:12 / 1 x geändert



http://www.merkur-online.de/aktuelles/ba...on-2782013.html

augustine

 

     augustine²



Herrndorf blog

   13.03.2013, 15:27 / 3 x geändert



letzter post ist derzeit vom 22.2. - nichts Hoffnungsvolles ...

http://www.wolfgang-herrndorf.de/

augustine

 

     augustine²



Versprecher

   13.03.2013, 16:10 / 2 x geändert



http://www.muenster.de/~angergun/
Da unter Sedisvakanz-Dossier, Nachrichten WDR 5.

augustine

 

     toltec-head



Lars Iyer über Blogging

   18.06.2013, 08:58 / 2 x geändert



Mein Bruder machte mich gestern auf Lars Iyer, einen neuen Kultautor aus England, aufmerksam, dessen noch nicht ins Deutsche übersetzte Romantrilogie ("Spurious", "Exodus" und "Dogma") als Blog begann. In allen drei Büchern reisen zwei gescheiterte Existenzen, die ehemalige Philosphiestudenten sind, durch Europa und Amerika und begutachten die Trümmer der Zivilisation. Von Kritikern wird Iyer mit Beckett und Thomas Bernhard verglichen.

Hier ist ein sehr interessantes Interview mit ihm, in dem es vor allem auch darum geht, wie Blogging unsere traditionellen Vorstellungen über Literatur und Autorschaft unterläuft:

http://www.newstatesman.com/juliet-jacqu...-it-be-insulted

Besonder gut gefällt mir dieses Zitat:

"Perhaps what blogging encourages is a kind of autofiction, a variation on autobiography or memoir, where the author becomes a character him- or herself, a performer in some sense. In this way, you can foreground a kind of imposture in the very act of being an author. You can undercut your own status as a would-be auteur with all the high seriousness this can entail. This is part of attesting to the marginality of literature in contemporary culture, and the inappropriateness of older senses of "being an author".

Sehr viel der publizierten Internetliteratur ist einfach auch deshalb so langweilig, weil ihre Urheber keinen sehnlicheren Wunsch haben, als ein Autor im traditionellen Sinne zu sein. Die neuen Möglichkeiten des Internets (sich selbst zum Charakter machen, statt Autor ein Performer sein) interessieren sie nicht, sie wollen einfach nur dasselbe in Grün machen. Ein Gedicht wie die Großen schreiben, wie Rilke, wie Hesse; dass ein Rilke, ein Hesse nie für das Internet geschrieben hätten, dass dies von der Form und dem Inhalt ihrer Werke her nicht passt, das lassen sie außer Acht.

 

     Elise



Herrndorf - Blog

   27.08.2013, 15:57



Blogeintrag am 11.08.2013:

"August, September, Oktober, November, Dezember, Schnee. Jeder Morgen, jeder Abend. Ich bin sehr zu viel."


Wolfgang Herrndorf ist tot.
Er starb gestern in den späten Abendstunden.

 

     augustine²



Herrndorf - Blog

   27.08.2013, 18:37



Danke für die Nachricht.
Das blog ist jetzt abgeschaltet.

augustine

 

     Elise



Herrndorf - Blog

   27.08.2013, 22:51



es gibt einen umweg zum herrndorf-blog;
nicht alles, aber große teile sind erreichbar hier:

http://web.archive.org/web/2013012119013...f.de/impressum/

________________________________________

EDIT 28.08.2013 - ... und ist wieder ansteuerbar, Herrndorfs BLOG:

http://www.wolfgang-herrndorf.de/

 

     augustine²



Gegenwartsbetrachtung

   17.12.2013, 19:03 / 1 x geändert



„Die digitale Revolution raubt uns nicht nur die Fähigkeit, zwischen wahr und falsch zu unterscheiden, gewöhnt uns nicht nur an manipulierte Bilder und eine Wirklichkeit universeller Lüge, sie zerstört auch den Zeitsinn, die Ordnung der Zeit. Wir rasen in einer zeit- und grenzenlosen Gegenwart herum, verdrängen das Gestern und pfeifen auf das Morgen. […]
[D]ie Lebensweise und der Kunstgeschmack unserer Gegenwart [sind] sehr banal und gedankenlos geworden. Unbestreitbar [...]ist, dass unser ästhetisches Empfinden von einem über den ganzen Globus verbreiteten Massengeschmack dominiert wird. […]
In der demokratischen Massengesellschaft scheint der Gedanke verpönt zu sein, dass gerade die Beschäftigung mit der Vergangenheit uns genügend Energien verleiht, unsere Gegenwart zukunftsfähig zu machen.“

Klaus Völker


zugefallen gestern; Anfang eines Rundbriefes; ich finde das sehr zutreffend
augustine

 

     Pega Mund



und hier:

   17.12.2013, 23:57 / 2 x geändert



vllt. eine passende bebilderung (mir just zu-gefallen) zu klaus völkers kulturpessimistischem statement, das sich für mich, so wie es hier zitiert wird, stark nach undifferenziertem untergangslamento einer arthrisch gewordenen, weltfremden, aufgrund nachlassender distinktions- und (selbst)reflexionskompetenz stark zur bequemen rundum-pauschalisierung in schwarz-weiß neigenden bildungsrestelite anhört.

=> http://9-eyes.com/

man könnte bei den aufnahmen schon von hyperauthentizität sprechen, denn es handelt sich um google-street-view-fotos, zusammengetragen von dem kanadischen künstler -> jon rafman auf seinem blog, dessen titel 9eyes sich auf die spezielle technische konstruktion der von/für street-view verwendeten kameras bezieht. google sieht alles: den sex auf der straße, das sterben auf der straße, die gewalt, die armut, die absurde, querläufige schönheit: ein gewaltiger, gleichgültiger, fühlloser speicher, eine gedächtnismaschine. geist aber zieht ein in die maschine, wenn menschen wie rafman mit je eigenem focus bilder auswählen, gewichten; dann entsteht ein individueller erinnerungs-trail.
pega grüßt -> weekend rap

 

     augustine²



Verlagseigenwerbung

   23.12.2013, 16:16 / 1 x geändert



des Griebe-Verlags ROTE ZAHLEN:


CHRISTOPH MEISSNER-SPANNAUS: Die geheimen Klostertagebücher

»… dagegen ist Henscheids berühmt-berüchtigtes Die Mätresse des Bischofs Schnee von gestern!« (Literaturmagazin "Die Foren")
»Wenn das in Deutschland nicht verfilmt wird, kann sich das Kino hierzulande begraben lassen!« (70mm – Filmjournal)
»Skandalös, dass derartige Literaturpornographien im Buchhandel frei erhältlich sind!« (Zeitschrift für Religion & Geist)
»Startling insights into life in the monastery. Brilliant and disturbing.«
(The Manchester Herold)
»Große Kunst, die sowohl die erotischen als auch die poetischen Maßstäbe in der Literatur grundlegend verändern wird.« (Hessen-Nassauisches Blatt)
»Atemberaubend!« (Berliner Tageblatt)
224 Seiten, 15,90 €


Nachdem ich drei der angeblich rezensiert habenden Organe nicht fand, habe ich messerscharf geschlossen, dass es sie nicht gibt, alle diese nicht. Hat also der Griebe erfunden, frei und frech; so wie den Tod von Arisia.
Teil der "Wirklichkeit universeller Lüge" (siehe meinen Post vor diesem).

Und wenn da eine Jemandin argumentieren möchte, das Kloster gäbe es ja aucht nicht: das zieht nicht als Argument. Denn erstmal wird das Obige gelesen und, verdammt noch mal, ernst genommen.
O Gott: "ernst"; sollte es doch bitte bald nicht mehr geben in der umfassenden Ironie aller Mitteilungen.

augustine

 

     Willimox



Kenntlich

   23.12.2013, 17:09



ach, naja,
das ist nun doch erkennbarer, kenntlich gemachter "Fremder-Federn-Ulk".
Man "klicke". Man lese die ersten Seiten.

http://url9.de/QuQ



Tadeln könnte man und kann man wo anders.

 

     Gretchen Darloni



Werbung

   23.12.2013, 17:55 / 2 x geändert



Das Buch habe ich mir natürlich sofort besorgt, als es rauskam, und ich muss sagen: Dieses Buch hält voll, was es verspricht. Ich blättere fast täglich darin, mal mehr vorne, mal mehr hinten, wo ich gerade will, ja. Und dann kommen die Erinnerungen! Eine wunderbare Zeit war das! Wir alle am -> Set mit Hans-Bernhard Weltek, um -> Die geheimen Klostertagebücher: Unzensiert! zu produzieren. Harte Arbeit, ganz klar, aber wahrscheinlich die beste Zeit meines Lebens und auf jeden Fall sehrsehrsehr befriedigend. Und das Ergebnis, wie gesagt, kann sich sehen lassen. Lesen lassen. Lesen, meine ich! Hach!

Xirze grüßt . . . . . . . . . . -> press O button <-


Was denn, Willimox, kann oder könnte man tadeln?

 

     Willimox



Impersonation

   24.12.2013, 10:11



naja, dort wohl ist Tadel möglich, wo die Puppenproblematik heftig ist/war.
Und dazu dieser Konjunktiv "habe", hier:
den XY geschrieben habe

http://www.synekdoche.de/thread.php?postid=239
43#23944



 

     Gretchen Darloni



Impersonation

   24.12.2013, 12:17 / 1 x geändert



die puppenproblematik: mich interessiert, was JETZT ist.
ist JETZT die puppenproblematik "heftig"?

mich interessiert zudem, ob es irgendwann möglich sein wird (für diese, für jenen), sich hier
auf synekdoche zu bewegen, ohne ständig über tadelspitzen laufen zu müssen.

was den monierten konjunktiv betrifft: hier tadelnd urteilen zu wollen, setzte das nicht eine (einigermaßen intime) kenntnis der details, der hintergründe, bedingungen und eigenheiten jener in diskussion stehenden situation voraus? wer (außer den vor jahren unmittelbar involvierten) hat die aber, diese kenntnis? müsste man sich nicht wenigstens zunächst die geschichte(n) von damals erzählen lassen, bevor man mit scharfem finger zeigt? - und es schadete imho der synekdoche nicht, wenn man beschlösse, sich etwas weniger auf die zelebration von tadel zu fokussieren. (mit "tadel" meine ich hier NICHT textkritik.) [tadel - nabel. assoniert so. könnte man direkt was draus machen.]
gretchen grüßt -> gegen griesgram

 

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