Marcel Frank
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Nichts charakterisiert den Sprecher so wie die 1. Zeile: Da hat wer den Plan, ist allen eine Nichtnurnasenlänge voraus, man steht wo in Frankfurt, jemand im Parkhaus zieht sich vor seinem M3er die Lederhandschuhe an, Uschi wartet, der Lifestyle-Dikator: "schon gemerkt" (ich bin's). Dieser Linie "verschreibt" sich jede Zeile dieses Gedichts (die "und"-s ließen sich ersatzlos streichen [warum Luftholen ?], der Rest nicht im geringsten [!]). Ja, wie "montiert sich" das Gedicht ? Versatzstücke aus Werbung und NewEconomy-Gehabe (inkl. Titel). Konsequent das.
Mir "dünkt": In Verbindung mit dem schnee-Gedicht "serienfähig" Marke Pop, Name-Dropping, Medienzitate, Allusionen, nur hier wie da nicht so plump, sondern die Kuh vom Eis holend. Pikant sogar die Möglichkeit folgender Interpretation (be-deuten) der Versgruppen: Angebot (8 Zeilen), Zäsur (1 Zeile), [aufgezwungene] Nachfrage (8 Zeilen). Leck ab, wenn Du willst (das Gedicht).
Wenn ich "Stil" beschreiben könnte, würde ich es tun. Er ist unverkennbar da (vgl. schnee 2005 + dieses). 1 Leser denkt: "cool" ...
P.S. (nebenbei)
- "zup.", Unterschrift streichen ? Ich dachte an Reißverschluß (paßt schon) ...
- "man gönnt sich ja sonst nichts" (so gut es ist, ich denke an G. Strack, der ist zu unschuldig, am Ende gehen die Zitate flöten, es ist aber nicht zu dünn [wg. Abschluß])

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zuppanova²
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gefällt dir die rose vom wörthersee? oder ist sie auch zu unschuldig?
z.

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augustine
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Zuppa, eine köstliche Satire finde ich Dein Gedicht - auf männliche Geilheit, ruckzuck rauf rein runter raus; soll aber Frauen geben, die das mögen ... Grüße a.

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Elise
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15.01.2006, 02:13 / 1 x geändert
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Ja, ich finde das Gedicht auch gut (Begründung ist schwierig für mich - wann ist ein Gedicht gut?).
Jedoch: es scheint mir noch mehr zu sein als nur eine Satire auf raufreinrausrunter. Es ist trickreich, es arbeitet mit Geilheit (obwohl eigentlich nichts wirklich Obszönes gesagt wird), aber ich glaube, es geht nicht um männliche Geilheit. Es geht vielleicht um "Werbung".
Am Anfang wird Kinski zitiert, aber hinter Kinski steckt Villon, der ist alt, vielleicht ist er hier als eine Art Archetyp des Werbens, der "Anmache" verwendet. Villon hatte noch Kraft und Saft, etwas "Echtes", aber er wird aufgesogen von der modernen Medienmaschinerie und ihren Strategien, und hier hat "Werbung" eine ganz andere Bedeutung bekommen. Das Gedicht macht nach, wie Werbung funktioniert (Titel?), es führt auf mehreren Ebenen vor, wie man jemanden "rumkriegt". Alles, was eine Beziehung ermöglichen könnte, bleibt bei dieser Art "Anmache" auf der Strecke. Es gibt keine Begegnung, keinen Dialog (nichts sagen tu es[=kauf es?]), nur noch Floskeln und schließlich Vergewaltigung: du mußt. halt still. Das passiert uns allen jeden Tag.
Und wenn die Leserin gelesen hat, ist ihr genau das wieder mit dem Gedicht passiert, aber es entsteht die Möglichkeit, darüber nachzudenken. Also, ich finde: das geht ziemlich tief.
Es grüßt (eigentlich schon im Tiefschlaf)
Elis.

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Marcel Frank
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Vgl. vorh. "posts": Ja, die Analogie "Werbung|Beziehung", sprich "werben", inkl. aller Geilheiten, i s t das Gedicht. Das Rund-Um-Kinski + Medienstrategie hat man so klar nicht präsent, ja, Elise, das Gedicht "ist gut", weil es so gute Begründungen zuläßt.

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