Der Engel und die dicke Louise · Das Wiesel · Eros und Co.

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     Das Wiesel



Der Engel und die dicke Louise

   29.11.2006, 14:09 / 1 x geändert



Da saß er also wieder in seiner knapp 5 m² großen Kabine. Eine Kreuzfahrt, was für eine schwachsinnige Idee war das wieder gewesen. Nach den ersten paar Tagen kannte er den kleinen, herunter gekommenen Dampfer in- und auswendig. Die einzigste Abwechslung bestand aus Fressen, Schlafen und Scheißen.
Gerade als er aufstehen wollte um sich in der Schiffsbar, wie fast jeden Abend zu betrinken, klopfte es an der Tür.
Die dicke Louise stand davor, er hatte wohl im Suff letzte Nacht mit ihr geflirtet. Als er die Tür öffnete schob sie sich schon mit ihrer ganzen Maße hinein und ließ sich auf sein Bett plumpsen. "Fick mich", schrie sie ihn an. Da er nichts besseres zu tun hatte, fickte er sie. Nach einer Weile gingen ihm ihr Geschwitzte, das dämliche Gestöhne und ihre dumme Fresse auf die Nerven so das er die Lust verlor und sein Schwanz wieder zusammenschrumpelte. Sie versuchte ihm, ihn wieder steif zu blasen, was ihr auch einigermaßen gelang. Geil war er trotzdem nicht mehr auf sie und so versuchte er möglichst schnell zum Samenerguß zu kommen, um ihr wenigstens die ganze Ladung in die Schnauze zu rotzen und sich so ein wenig Erheiterung für diesen Abend und die restliche Nacht zu verschaffen. Das gelang ihm auch ganz gut, ein bisschen was spritzte auch auf die dicken Titten. Die Heiterkeit war allerdings schnell wieder verflogen, denn jetzt hockte sie über seinem Klo und kotzte was der Magen hergab. Als sie endlich fertig war, zog sie sich an und murmelte beim rausgehen irgend etwas was wie "Tut mir Leid." klang.
Das war also überstanden, doch irgendwie verspürte er jetzt, da sie weg war, wieder jene Geilheit die ihn schon die ganze letzte Nacht geplagt hatte. Seit er SIE gesehen hatte. Einsam hatte SIE an der Reling auf dem Deck gestanden, in ihrem engen, langen, silbernen Abendkleid, bei dessen Anblick er zuerst dachte SIE wäre nackt und ihre Haut so silbern glänzend wie der Mond. Wie hübsch SIE war mit ihren langen blonden Haaren und dem engelsgleichen Gesicht. Schon dreimal hatte er daraufhin onaniert und sich dabei vorgestellt wie er sie dort an Reling ficken würde. Das Kleid hochschieben oder runterreissen die Beine auseinander schieben und ohne Rücksicht zustoßen bis es vorbei wäre. SIE war eine jener Frauen bei der man sich nach dem Wichsen dafür schämte sie dazu mißbraucht zu haben.
Er stand auf und ging ins Bad um sich einen runter-zu-holen. Dabei stellte er fest, dass die blöde Louise ihr ehemaliges Abendessen nicht runtergespült hatte. Die Lust war ihm erst einmal vergangen. Also zog er sich an um sich nun endlich in der Schiffsbar den einen oder anderen Absacker zu genehmigen.
Er war keine zwei Schritte von seiner Kabine fort gegangen, als ihm der Engel stark schwanken entgegen kam. Als SIE an ihm vorbei ging hauchte SIE kurz "Bonjour" und hatte dabei die größten Schwierigkeiten sich auf den Beinen zu halten. SIE ließ sich auf ein Sofa fallen, welches am Ende des Ganges stand und schlief augenblicklich ein. Er ging zu ihr hin um SIE zu wecken und ihr dann zu ihrer Kabine zu helfen, wo er sich dann ein Abenteuer erhoffte. Doch es war nichts zu machen, SIE hatte sich besinnungslos gesoffen. Da blitzte ein Gedanke in seinem Kopf auf und noch ehe er ihn zu Ende dachte, geschweige denn sich über irgendwelche Konsequenzen den Kopf zerbrechen konnte, hatte er ihr Kleid hochgeschoben, den Slip herunter gezogen und drang in SIE ein. Eigentlich ist es ja bei bewusstlosen, betrunken Frauen eher so als ob man eine Leiche fickt, aber wie warm SIE war, wie schön und ja, wie feucht SIE war. Er fingerte unter ihrem Kleid herum um ihre Titten zu fühlen, fest und rund. Die latente Gefahr des Erwischtwerdens ließ ihn bereits nach ein paar Sekunden kommen. Viel wird er wohl nicht in ihr hinterlassen haben, da ja das meiste die dicke Louise geschluckt und dann wieder ausgekotzt hatte. Kurz überlegte er noch ob er SIE nicht noch in den Arsch ficken sollte. Entschied dann aber das dies doch zu weit gehen würde. Er zupfte ihre Kleider wieder zurecht und legte ihre Beine hoch damit SIE besser schlafen konnte. Als er ging überlegte er noch kurz was passieren würde wenn noch jemand vorbei kam und seine Chance ausnutzte. Ach, was interessierte das ihn. Sollte doch die ganze verdammte Schiffsbesatzung über SIE drüber rutschen, ihm wärs egal.
Endlich erreichte er die Bar. Die blöde Louise war auch schon wieder hier und schäckerte mit einem alten, fetten Sack.
Nach der ganzen Fickerei brauchte er dringend einen Drink und bekam ihn auch. Als er merkte das er immer wieder eifersüchtig zur dicken Louise sah, beschloß er sich hemmungslos zu besaufen. So wäre wenigstens wieder eine Nacht geschafft. Von wievielen wusste er schon gar nicht mehr. Wie lang kann so eine Kreuzfahrt schon dauern?

 

     Jolante



RE: Der Engel und die dicke Louise

   29.11.2006, 21:12



Herkunft Erzgebirge steht im Profil. Und so dachte ich beim Titel "Der Engel und die dicke Louise" erst mal an eine Weihnachtsgeschichte. Falsch kombiniert, denn das Wiesel hat uns eine ganz andere, so garnicht verhuschte Geschichte serviert, eine, in der die Frauen schlecht wegkommen. Louise ist dick, sexbesessen und dem Ich-Erzähler ein Gräuel, der von ihm zunächst angebetete Engel sturzbetrunken und ohnmächtig. Mit beiden geht der Erzähler, gelinde gesagt, recht rüde um. Die Geschichte ist nicht mal schlecht geschrieben. Aber sie ist zutiefst frauen-, ja menschenverachtend. Von Erotik keine Spur, dafür banale Sexphantasien ohne Geist und Witz, - das Lesen: vergeudete Zeit !

Jo

 

     zuppanova



RE: Der Engel und die dicke Louise

   29.11.2006, 23:59



ohmei, Jolante,

gerechtigkeitshalber muss gesagt werden, dass die ärmste sau in dem ganzen plot ja der "er", die hauptperson selber, ist: der hat sich das hirn frühzeitig mit bildern, mit stereotypien vollsiffen lassen, und wichst jetzt halt so in seinem kopfkinogefängnis umanand, da auf seiner kreuzfahrt. erlebt hat er noch nie was, er macht nach, was er mal gesehen und gelesen hat. ja so eine beschissene einsamkeitshölle, da wird er nie einem menschen begegnen.
man könnt ihm z.b. wünschen, dass sein kreuzfahrtschiff von jugendlichen piraten überfallen wird (kommt bei kleinen kreuzern oft vor), die in zerlöcherten unterhosen zu sechst oder siebt das boot entern, unter alk und drogen, und die noch einen tick verzweifelter sind als die versauten gestalten auf dem kahn, und die nixn, aber auch gar nixn zu verlieren haben und ihr spiel spielen mit messern oder schwarzhandelswaffen und gründlich aufräumen mit den abziehbildern westlicher wohlstands- und überdrusssäue.
da hätt dann der "er" mal was handfestes erlebt und könnt anfangen, sein kreuzfahrttrauma zu bearbeiten, und das leben hätt endlich an sinn.
also, so betrachtet, könnt man dem autor glatt unterstellen, er habe einen "kritischen" text schreiben wollen über die aussengesteuerte anti-erotik, über erlebnis- und beziehungsunfähigkeit (denn um "lust" oder "wollust" geht es hier wohl nicht) ver-mass-ter zeitgenossen. ja, wer weiß ... kann sein ... kann aber auch sein, der autor wollt halt auch amal a wengerl die sau rauslassen ...
sprachlich ist es nicht befriedigend. der text hat längen. da könnt man noch schleif- und schneidarbeit reinstecken und etliche abgegriffene wendungen bisserl aufpolieren.

gut nacht. zuppa.

 

     Das Wiesel²



RE: Der Engel und die dicke Louise

   30.11.2006, 14:57 / 1 x geändert



Danke für euer Feedback.

@ Jolante: Natürlich wollte ich nicht deine Zeit vergeuden, ich habe dich aber auch nicht aufgefordert das Machwerk zu lesen. Dann muss ich mich auch entschuldigen das es leider im Erzgebirge nicht nur Räuchermännchen und Nußknacker sondern auch echte Menschen mit echten Macken gibt. Es sei mir verziehn.
Meiner Meinung nach kommt, wie Zuppa richtig erkannt hat, der Mann eigentlich mindestens genauso schlecht wenn nicht noch schlechter weg. Er ist sich ja doch bewusst was er da für Schweinereien veranstaltet. Wohin gegen die Frauen mehr oder minder betrunken sind und somit ein Alibi haben.
Dann wäre noch die Frage ob die dicke Louise eher sexbessen oder tragisch ist?
Und wer sagt eigentlich das Sex geistreich ist?

Das fortwaehrende Dasein des Menschengeschlechts
ist bloss ein Beweis der Geilheit desselben.

Schopenhauer


@Zuppanova: Danke für die Kritik, der Ausdruck gefällt mir auch überhaupt nicht. Ich hab das gestern auf Arbeit (!) schnell geschrieben bevor ich wieder alles vergesse. Die Geschichte viel mir am Abend vorher ein und ich hatte keine Möglichkeit sie aufzuschreiben. Leider hat sich dann beim Schreiben der rechte Rythmus nicht eingestellt, es ist daher also besser als Fragment zu betrachten, oder als Arbeitsskizze oder was auch immer.
So sehr mich die Idee ein wenig Fluch der Karibik Feeling hinzubringen auch amüsiert, so ist doch die Kreuzfahrt eher metaphorisch gemeint. Ansonsten hast du den Kern eigentlich schon erfasst. Der Beweggrund war dann auch eher beides, die zwischenmenschliche Unfähigkeit zu einem normalen Verhältnis untereinander und auch, ja, wollte ich die alte Sau mal rauslassen. :o)

 

     zuppanova



RE: Der Engel und die dicke Louise

   30.11.2006, 16:49



jahamei, Wiesel, dass deine kreuzfahrt metapher-isch gemeint war, hab ich wohl verstanden: so ist aber auch mein piraten-einwurf metapherisch gemeint, und nicht als konkreter veränderungsvorschlag für den text.

dann noch: das angenehme (sau rauslassen, gefühle ausdrücken, was loswerden usw.) mit dem nützlichen (botschaft rüberbringen, lesers horizont erweitern, globale niedergangssituation darstellen) verbinden ---> das tut ja mehr oder weniger jede/r, der schreibt - sonst täts ja kein spass nicht machen, das schreiben. nur: wenn ein text richtig "scharf" werden soll, also so was wie "gut", dann ist als drittes noch wichtig, dass der autor sowohl über das angenehme als auch über das nützliche die übersicht und führung behält, also beide anteile re-flektiert werden während des schreibens. mein ich etzat.

jamei, soviel weisheit, und das im durchflug abgeworfen.
zuppa. oder? :)

 

     Das Wiesel²



RE: Der Engel und die dicke Louise

   30.11.2006, 17:37



Ich hab zwar jetzt nicht jede Silbe zu deuten gewusst, nehme aber den Ratschlag als solchen zur Kenntnis und gelobe Besserung.

 

     Jolante



RE: Der Engel und die dicke Louise

   30.11.2006, 18:18



Hallo Wiesel,

das mit dem Erzgebirge und der Weihnachtsgeschichte war natürlich ironisch gemeint, ich habe nichts dergleichen erwartet. Ich denke auch gerne noch mal über die Rolle der Frauen in deiner Kurzgeschichte nach, vielleicht bin ich ja wirklich auf dem falschen Dampfer. Beim ersten Lesen war ich einfach von dem Zynismus abgestoßen. Ich mag es nicht, wenn Frauen benutzt und verschmutzt werden, schon gar nicht, wenn sie ganz oder halb ohnmächtig sind. Ansonsten bin ich durchaus lernfähig.

LG Jolante

 

     rollerball



RE: Der Engel und die dicke Louise

   28.03.2007, 17:52



Zu dem Text muss ich leider sagen, dass er für mich absolut nichts mit Eros zu tun hat, sondern schlicht und einfach in die Kategorie Porno gehört, und auch da nicht zu den gelungenen, sondern zur biligste Sorte. Bei Miller oder Bukovsky hat man solche Dinge schon zur Genüge gelesen, nur viel gekonnter. Dass Frauen nicht als menschliche Wesen, sondern nur als leblose Fickmaschinen dargestellt werden, ist auch für mich als Mann indiskutabel - schade um die beim Schreiben und Lesen verschwendete Zeit ...

 

     divico



Der Engel und die dicke Louise

   12.03.2013, 22:15 / 1 x geändert



Hier hats fast keine Erotik Prosa. Pornomässig schreiben mit einem bukowskischen Ekel-Faktor (besaufen, kotzen, scheissen) kann fast jeder. Aber gut erotisch erzählen ist schwierig. Übrigens:
Ficken einer Sturzbetrunkenen, also Wehrlosen ist Schändung und damit strafbar.

 

     YeDrQu



@divico: mann alda pfui bah

   13.03.2013, 02:37



ohne not einen längst verwesten textkadaver hochbuddeln
wer macht denn so was
das ist schändung
störung der
totenruhe

 

Der Engel und die dicke Louise




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