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     toltec-head



Kurzreferat zu Friedrich Nagelmann

   04.07.2017, 10:52 / 2 x geändert



Kurzreferat zu Friedrich G. Nagelmann, Arschlecken ohne Kondom als Ordnungswidrigkeit nach dem Prostituiertenschutzgesetz, Neue Juristische Wochenzeitschrift 2017, S. 1453 ff.

Der Aufsatz beginnt mit einer langen Auflistung aller durch Arschlecken (im Folgenden AL) möglicherweise übertragenen Geschlechtskrankheiten. Da die Gesetzesbegründung für die Strafbarkeit von Oralverkehr Chlamydien im Rachen erwähnt, stellt Verf. die (rhetorische) Frage: "Sollten Chlamydien im Rektum denn etwa weniger strafwürdig sein?". Sodann wendet er sich der Frage zu, ob AL nicht sogar einfach eine Form des Oralverkehrs sei, mit der Folge, dass es unmittelbar nach der Gesetzesbegründung mitumfasst werde. Mit Hinweis auf den szenetypischen Normalsprachgebrauch verneint er dies jedoch letztlich. Es folgen lange Ausführungen zur teleologischen Extension und zum Analogieverbot im Strafrecht. Verf. entwickelt eine eigene Auslegungsmethode, die seiner Meinung nach, wenn auch unbewusst, bereits in der Flüchtlingskrise zur Anwendung gelangte, und die da lautet: "Menschenwürde geht immer vor." Der Schutz der Menschenwürde und nicht etwa der Schutz vor Geschlechtskrankheiten sei auch der eigentliche Zweck des neuen Gesetzes. Denn anders ließe sich nicht erklären, warum Rauchen, Teilnahme am Straßenverkehr, das in den Verkehr bringen krebserzeugender Lebensmittel, im Hinblick auf die jährliche Suizidrate ganzer Kleinstädten mittlerer Größe auch das Leben in der Gesellschaft als solches weiterhin straflos seien. Sodann begründet er, weshalb AL die Menschenwürde von Frauen (aber auch männlicher Prostituierter) in besonderer Weise herabwürdige.

Die Ausführungen des Verfassers werden ab dieser Stelle etwas bizarr. Ausgehend von zwei Abhandlungen einer Herrn toltec-head zum Nachrichtenansagesprecherinnen-Face und dem Lächeln von Frau Manuela Scheswig bzw. Frau Bärbel Bohley entwickelt er ein eigenes Konzept der Menschenwürde, welches er als das Fräuleinwürde-Konzept bezeichnet. Menschenwürde könne in Anbetracht einer stetig steigenden Zahl von Menschen, die sich gerne als Sachen behandeln lassen möchten, nicht mehr mit Kant als Wahrung des Selbstzwecks einer Person definiert werden. Die Menschenwürde schütze vielmehr das innere und äußere Fräuleintum einer (gegebenenfalls auch männlichen) Person, welches stets mit der Wahrung des Gesichts verbunden sei (sog. Face-Würde). Die Verwerflichkeit inkriminierter Sexualpraktiken sei daher nach ihrer Face-Zerstörungskraft zu taxieren. Das AL verstoße in besonderer Weise gegen die Menschenwürde, da seine Face-Zerstörungskraft eher höher als die anderer Sexualpraktiken einzustufen sei. Dies gelte auch für die Stellung, bei welcher der Leckende im Moment des AL in die Augen der prostituierten Person schaue, da es dem Leckenden auch hierbei letztlich gerade um Ent-Faceung ginge, die er hierbei besonders effektvoll auch vollziehe. Das Strafmaß für AL sei daher eher am oberen Rande der gesetzlich vorgesehenen 50.000 € anzusiedeln.

Da Verf. also die Kondompflicht für AL bejaht, wendet er sich abschließend der Frage zu, wie genau das Kondom im Falle des AL zu tragen sei. Im Hinblick auf den Schutzzweck des Gesetzes verwirft er die Möglichkeit, dass das Kondom am Penis des Leckenden zu tragen sei. In Abwesenheit spezieller Zungenkondome gelangt er zu dem Ergebnis, dass das Kondom zu zerschneiden und entweder auf die Zunge oder den Ausgang des Magenenddarms zu legen sei.

 

     Willimox



Kurzreferat zu Friedrich Nagelmann

   29.08.2017, 07:40 / 2 x geändert



Was für ein doofer, unbeholfener Text. Besitzt das

Humorlevel eines Furzkissens.

 

     Gretchen Darloni



Kurzreferat zu Friedrich Nagelmann

   30.08.2017, 17:43



und ja:

wenn es hier nen entsprechenden button gäb,
dann würd ich willimoxens comment liken.
mehrfach möglichst.

gretchengruß

 

     toltec-head²



Kurzreferat zu Friedrich Nagelmann

   01.09.2017, 09:57 / 2 x geändert



an willimox, den greisen lyriker, gewandt:

daktylien lyriker lecken, ärsche schmeckten sie ja nie
daher ihr humor, witziges anzeige fehl.

an gretchen und ihren unermüdlichen einsatz für lyrikerinnen über 35 ein zitat:

"Vielleicht ist Dir auch folgende Überlegung neu: Ein junger Mensch, der ja praktisch nichts kennt als sich selbst und die eigenen Gefühle, muß Lyriker sein: Lyrik, das ist die bestrickende Sprache, die bestechendste liebenswürdigste Form des Egoismus. Wenn er aber noch über 30, also wenn er Welt und Wissen hat eingerkermaßen kennen gelernt, habituell Lyrik produziert, also weiterhin nur sein eigenes Seelchen belauscht, dann sei vorsichtig im Verkehr mit ihm. - Ein greiser Lyriker aber ist ein Ungeheuer!" (Arno Schmidt, An Uffz Werner Murawski, 2. Brief)

drifting out, nun aber endgültig, gruß toltec...

 

     Willimox



Carolus F. zu T.s juristischer Prosa

   04.09.2017, 17:22 / 3 x geändert



Bonus-Dragg:

Zitat:
(fiktiv)

Sodann wendet er sich der Frage zu, ob AL nicht sogar einfach eine Form des Oralverkehrs sei, mit der Folge, dass es unmittelbar nach der Gesetzesbegründung mitumfasst werde. Mit Hinweis auf den szenetypischen Normalsprachgebrauch verneint er dies jedoch letztlich. Es folgen lange Ausführungen zur teleologischen Extension und zum Analogieverbot im Strafrecht.

Ich kann nicht tanzen, geschweige denn juristische Gedankengänge so richtig verstehen oder gar genießen, und seien sie noch so parodistisch gemeint.

Aber in diesem Augenblick, da ich das las, begriff ich doch, ja, ich begriff das prickelnde Vergnügen dieser gepaarten Wort-Körper, spürte ich hinter jedem verknitterten Lächeln das brünstige Gesicht, sah ich durch Zeilen, Leinen, Tüll und Smoking der Letternfolge das nackte, zuckende Fleisch .... die haarlose Flanken, die sich an haarigen rieben, schmale und üppige Schenkel, die sich strafften, spannten, bogen, tobend und tobend und immer weiter tobend in orgasmischer Lust; und jetzt ...erschlaffend spüre ich plötzlich, wie die Zunge, das fleischige Tier, kuddelnd und muddelnd ..... magischer, mächtiger Meister, o, du mein Meister...

Carolus Feeenstaub: Ekstasen eines Hässlichen, Rütten und Lodenfrey, Berlin 2017; S. 202




Endgültig?

 

Kurzreferat zu Friedrich Nagelmann




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