Was ich nie wieder fand · janko · Liebe

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     janko



Was ich nie wieder fand

   05.10.2015, 16:55 / 1 x geändert



Die Nachtigall
sang nachts ein Lied
verliebt in Klang
und Widerhall.
Vom Schnabel lief
ein Tropfen Blut,
der in die Erde drang.

Die Nachtigall
am Morgen schwieg.
Vor Sorgen bang
nach ihrem Fall
mich Sangesmut
alsbald verließ.
Der Sommer war nicht lang.

 

     Gretchen Darloni



Mercedes-Lyrik

   13.10.2015, 00:37



Ich meine - also ja - klar - die Nachtigall ist der Mercedes unter den lyrischen Vögeln das weiß sogar ich aber trotzdem - jetzt mal immer voll subjektiv gesprochen und offen gestanden verstehe ich das Gedicht nicht weil ich finde mit dieser Nachtigall stimmt irgendwas nicht ich meine WARUM läuft ihr Blut vom Schnabel ist doch schrecklich wenn so etwas geschieht genauer gesagt WAS ist da überhaupt passiert hat ein Vogelfänger das Tierchen verletzt aus Grausamkeit oder ist der Dichter schuld aus Versehen oder war es ein Dorn an dem diese Nachtigall unverhofft hängen blieb und sich dermaßen aufgerissen hat - ich meine also - ohne dass ich viel davon verstünde - oder verstände - war ich doch zu Tränen angerührt vor allem dann auch noch der Verlust des Sangesmutes!

Allerdings meine persönliche Meinung ist dass man sich nicht so schnell entmutigen lassen sollte vor allem in so einer unklaren Situation wo keiner weiß WAS GENAU passiert ist könnte ja sein es war alles ein Missverständnis oder ein Gerücht und die Sache mit dem Blutstropfen am Schnabel war IN WIRKLICHKEIT ganz anders und das WAR gar kein Blutstropfen sondern ein SAFTTROPFEN ein blutroter Safttropfen zum Beispiel von einer überreifen Kirsche die von dieser Nachtigall im Morgengrauen gefressen wurde und dann war sie natürlich so satt - also ich meine nicht die Kirsche sondern die NACHTIGALL war so satt dass sie also die Nachtigall nicht die Kirsche keinen Ton mehr singen konnte und viel - Pardón - fiel - also FIEL die Nachtigall vollgefressen mit Kirschenfruchtfleischsaft vom Baum und wenn man sich das mal kurz konkret vor Augen hält dann besteht überhaupt KEIN Grund gleich den Sangesmut zu verlieren weil jedes Völlegefühl und sei es auch noch so heftig durch die natürlich fortschreitende Verdauung sich früher oder später in Luft auflöst und warum der Sommer nicht lang gewesen sein soll verstehe ich auch nicht gerade dieses Jahr war doch der Sommer sehr heiß und stellenweise geradezu überlang aber das sind natürlich nur meine total subjektiven Gedanken ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

. . .Greetsies, Bärbel
. . . . . . . . . . . . . . .


DIE NACHTIGALL (Theodor Storm)

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

Sie war doch sonst ein wildes Kind;
Nun geht sie tief in Sinnen,
trägt in der Hand den Sommerhut
Und duldet still der Sonne Glut
Und weiß nicht, was beginnen.

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

 

     Gretchen Darloni



Mercedes-Lyrik

   13.10.2015, 06:33



PS: >> Ein Tropfen Blut
vom Schnabel lief,
der in die Erde drang. <<

... und obwohl ich die ganze Nacht gegrübelt habe wie wild weiß ich nicht ob es der Tropfen Blut ist der in die Erde drang oder der Schnabel und nun kann ich nicht mehr weitergrübeln weil ich zur Arbeit muss jaja das Leben ist kein Ponyhof ist nichtmal ein Gedicht ist bitter Zwang und Pflicht ...

. . . . . .Greetsies, Bärbel

. . . . . . . . . . . . . . .

 

     gregor libkowsky



Mercedes-Lyrik

   25.10.2015, 11:04 / 3 x geändert



"Mercedes-Lyrik" - das bringt es hier wirklich auf den Punkt. Wer kennt das nicht. Man greift in die lyrische Kruschelkiste und sortiert auf seinem Schreibtisch ergreifend starke und symbolträchtige Versatzstücke. Schnell ist eine lyrische Geschichte zurechtgeschneidert, die einfach gut sein muss bei den Zutaten. Eine wehmütige, von Selbstmitleid durchtränkte Dunstglocke wabert im Ausklang über die Themen Tod und Vergänglichkeit hinweg. Unverzichtbar natürlich der obligate blutende Vogel - geht einem da nicht das Herz auf? Doch der Leser wendet sich ab, denn die intendierte Ergriffenheit scheint zu absichtsvoll und zu konstruiert.

Als Beispiel ein eigenes Gedicht, auf welches obengenannte Kritik im gleichem Maße zutrifft.

Feuerwache

Meine Zuflucht ist ein Baum im Winter
An seinen Ästen nagt der Frost
Um meine Höhle schleichen Wölfe
Auf dass mein Feuer bald verlöscht

Meine Zuflucht ist ein kalter Wind am Morgen
Der über kahle Hügel streift
Vor meiner Höhle lauern Wölfe
Auf dass der Mond den Tag vertreibt

Meine Zuflucht ist ein kranker Vogel
An dessen Federn klebt mein Blut
Vor meiner Höhle heulen Wölfe
Auf dass mein Feuer bald verglüht


Blutige Vögel-Grüße von gregor libkowsky


Nachtrag: Man könnte das Gedicht allerdings auch bei facebook einstellen als Replik auf all die von furchterregender Empathielosigkeit geprägten Äußerungen voller Wut, Hass und Neid gegenüber den flüchtenden Menschen. Sollten die Wölfe die Oberhand gewinnen in den Köpfen der Mehrheit, dann ...

 

     janko²



Was ich nie wieder fand

   26.10.2015, 09:51



Werte Kommentatoren, seid bedankt für die Aufmerksamkeit
und Beachtung meiner -zugegeben- reichlich kitschigen Stil-
übung. Damit Gretchen Darloni nicht länger grübeln muß,
habe ich den Relativsatz umgestellt.
'Slavuj pjeva mari . . . . Die Nachtigall sing eifrig,
dok mu ne udari . . . . . bis ihrem Schnabel entspringt
kap krvi iz kluna.', . . . .ein Tropefen Blut
ist ein 'Geflügeltes' Wort, ähnlich dem ' Der Krug geht zum
Wasser, bis er bricht.'
Wenn man Autofahren nicht grundsätzlich ablehnt, darf's m.E.
auch mal ein Mercedes sein.
FG jan

 

     Gretchen Darloni



nie wieder blut

   29.10.2015, 20:57



>> Wenn man Autofahren nicht grundsätzlich ablehnt, darf's m.E.
auch mal ein Mercedes sein. <<

... und wer nicht fahren kann,
mag‘s lieber lassen sein.

Gretchen ;). . . . . . . -> zur ars poetica

 

     janko²



Was ich nie wieder fand

   02.11.2015, 18:15



"... wer nicht fahren kann, mag's lieber lassen sein."

Wer aber glaubt, er könne sich wie ein Formel-I-Fahrer
im Verkehr verhalten, der ist auf öffentlichen Straßen
fehl am Platz.
Im Übrigen denke ich, daß der Empfänger einer Botschaft
bestimmt, was er versteht bzw. was deren Inhalt ist.
G.D. hat ihr (Un-)Verständnis im Kommentar ja bekannt
gemacht und mit einigen mehr oder minder geistreichen
Fantasien angereichert, von denen im Text keine Rede ist.
Sollte nicht Machart eines Textes, Stilmittel u.ä. mehr im
Mittelpunkt einer Kommentierung stehen als der Inhalt?

Allen FG Jan

 

     Gretchen Darloni



was man soll und nicht

   03.11.2015, 00:07



janko fragt:

>> ... Sollte nicht Machart eines Textes, Stilmittel u.ä. mehr im
Mittelpunkt einer Kommentierung stehen als der Inhalt? ... <<

aber janko, bevor wir nun fröhlich darüber schwadronieren, was "im mittelpunkt einer kommentierung" stehen sollte, überlege bitte einmal, wie oft eigentlich du schon einen kommentar zu einem anderen text in diesem forum hier geschrieben hast.

wie viel sachverstand, kenntnis der materie, bemühen und witz, gedankentiefe, sorgsames schreiben und formulieren, literarisches wissen, kennen und können, umsicht, stil und auch zeit (oh ja: zeit!) in der beschäftigung und auseinandersetzung mit dem text eines anderen schreibers hast du bislang aufgewendet? hast du schon einmal nennenswertes beigetragen auf synekdoche.de zur inhaltlichen auslotung oder zu formalen aspekten, zur "machart eines textes, stilmitteln u. ä. mehr"? so weit ich sehe, sind deine bemühungen in diese richtung nicht eben furios.

mir scheint, janko, alles, was du beitragen kannst oder möchtest, sind mehr oder weniger (un)glücklich geratene texte und verhaltene anklagen, wenn die reaktionen dann nicht ganz so ausfallen wie du es vielleicht gewünscht hast.


gretchen grüßt -> zur arschlochamsel

 

Was ich nie wieder fand




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