Hoffmannswaldau -Vergänglichkeit der · Homer · Nach Gusto

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     Homer



Hoffmannswaldau -Vergänglichkeit der

   10.01.2015, 17:36



Hallöle!


Ja gestöbert und gestöbert, aber wo soll's rein das Thema? In "Lyrik des Barocks", aber das Forum hab ich leider nicht gefunden! Und weil's ein Werk ist, das sonst niemand aus den Akten vorzieht, muss es ein Klassiker sein!

Die Rede ist von: Hoffmann von Hoffmanswaldau:
Vergänglichkeit der Schönheit (kann geklickt werden)

Es wir der bleiche Tod mit seiner kalten Hand
Dir endlich mit der Zeit um deine Brüste streichen,
Der liebliche Korall der Lippen wird verbleichen;
Der Schultern warmer Schnee wird werden kalter Sand.

Der Augen süßer Blitz, die Kräfte deiner Hand,
Für welchen solches fällt, die werden zeitlich weichen. (...)

Was bedeutet der fettgedruckte Teilvers?

Ich würde mich sehr über Hilfe freuen!

 

     Elise



Hoffmannswaldau -Vergänglichkeit der

   10.01.2015, 18:20



Du hast eine Frage zu dem Hoffmannswaldautext, nicht wahr. So verleg ich
denn den Faden von der Klassikerabteilung hinüber in die Auskunftei.
Einverstanden?

Elise

 

     Homer²



Hoffmannswaldau -Vergänglichkeit der

   10.01.2015, 22:43



Einverstanden!

 

     Willimox



Hoffmannswaldau -Vergänglichkeit der

   11.01.2015, 11:33



Homer wie er leibt und lebt und andere statt sich bemüht:
Ricarda freudenberg und Textzeile in googlebooks ergooglen.
"Vor denen sich alles (auf die Knie fallend) (ver)beugt...."

 

     Homer²



Hoffmannswaldau -Vergänglichkeit der

   11.01.2015, 13:14



Willimox - wie er leibt und lebt - auf ihn ist Verlass! Danke!

 

     Willimox



Hoffmannswaldau -Vergänglichkeit der

   20.01.2015, 17:42 / 1 x geändert



Nun, wackerer Homer, was haben wir für Expertisen zu diesem recht komplexen Sonett?

Die zitierte Analyse von Körperchens Seite ist ja an mehreren Stellen sehr wackelpuddingartig mit vanitasbröseligem Sand in der Gedankenführung?

Sollte Homer als Unterrichtender die Lebensbühne betreten haben und dabei dann eine Sonettanalyseperformanz im Kreise von Schülern versucht haben?

Neugierige Greetse

ww

 

     Homer²



Hoffmannswaldau -Vergänglichkeit der

   20.01.2015, 19:25



Da hakt er nach, der willimox, aus tiefster Nacht und Schwärze, dann nenn' ich ihn doch willnox :)

Der Experte hatte als Unterrichtender nicht die Zeit, den vanitasbröseligen Gedanken einer Literaturexpertin nachzugehen und musste sich selbst Interpretationsschuhe anziehen, um durch die vanitas zu Waten.

Was gibt's zu sagen, was ihr, lieber Willimox nicht selbst und besser wisst?
Eine Personifikation des Sensenmanns in den ersten Versen, viele Metaphern aus der Welt der Stoffe - Korall, Schnee, Sand, Gold, Staub und Diamant - für die gegensätzlich angeordnete äußere und innere Schönheit. Jene, und noch mehr als jene, vergänglich, diese beständig.

Deutungen in Richtung petrarkisches Liebesgedicht mit einer Frau, deren Herz nicht nur so hart wie Stein, sondern aus Diamant ist, halte ich für weniger realistisch.
Und Galanterie mag ich jenseits der Welt, die Verständnis für Verfall und Schönheit hat, auch schwer zu entdecken: Man stelle sich mal vor, man läse dieses Gedicht einer Dame vor. Sie wäre eher echauffiert, als kalt wie Sand.
Für den Ästheten schließlich steckt natürlich genau in dieser verbotenen Verbindung erotische Spannung - Schönheit und Vergänglichkeit - Liebe (Begehren) und Tod - Wärme und Schee.

was denket er nun?

 

     Willimox



Hoffmannswaldau -Vergänglichkeit der

   20.01.2015, 21:03 / 6 x geändert



Zitat:
Für den Ästheten schließlich steckt natürlich genau in dieser verbotenen Verbindung erotische Spannung - Schönheit und Vergänglichkeit - Liebe (Begehren) und Tod - Wärme und Schee.was denket er nun? 


Vorerst mal nur: es heißt "Schnee".

Aber gut, Nachtrag, ausführlicher:

also doch mit (aufgeweckten) Schülern Z/zugan/änge?

Welche kommentierenden Vorhinweise gab es für die Klienten?
Für/vor..... Solches/alles .....gemein wie in Gemeinwohl ..... Tag und Jahr als Junktim mit Singularprädikat.....
Hat die Vorlage z.B. V6 erklärt?


Natürlich ist es verstehenswichtig, dass neukirch das Gedicht unter "Galantes" einordnet. Und dass in der Handschrift als Adressatin die klassische Lesbia auftritt (odi et amo, Catull) und und und.

Aber andererseits ist das natürlich nicht von den Schülern zu erwarten, dass sie hier durchblicken. Noch dazu in der üblichen Zeitbegrenzung.

Also entweder in Schulausgaben/Aufgabenstellungen ein gscheiter Kurzkommentar. Oder lieber auf solche Gedichte verzichten.

Auf jeden Fall aber so einer Blamage wie der von 20o5 im Abitur des nördlichen Bundeslandes abschwören.







willi wamser

 

     Homer²



Hoffmannswaldau -Vergänglichkeit der

   26.01.2015, 19:28 / 1 x geändert



Das ist aber ein interessantes Bild zum Thema- - wow!

Ja, was soll ich sagen? Was meinen Sie, lieber Willimox, wie tief man mit einer achten Klasse am Gymnasium schürfen kann? Mit lauter individuellen Schülern, davon vielleicht 3-4 deutschinteressierte? Ab wann darf man den den literarturästhetischen Kniff, "die" Liebe mit "dem" Tod in Verbindung zu bringen verstehen? Insbesondere, da "die" Liebe "der" Jugend ganz im 21. Jahrhundert ganz andere Wege eingeschlagen hat und wir ja diskutieren, ob "die" Liebe in dieser feinen Form der Verehrung überhaupt noch existiert?

Schee, dass man darüber reden kann!
Aus welcher Feder stammt den die Zeichnung? Und aus welcher Zeit? Salonkultur des Fin de siecle?

 

Hoffmannswaldau -Vergänglichkeit der




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