Ich hatte ihn gewarnt · Nochsojemand · *.TXT

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     Nochsojemand



Ich hatte ihn gewarnt

   10.11.2014, 10:34



Ich hatte ihn gewarnt. Einmal, zweimal, dreimal. Er wusste es also. Warum nur hatte er sich nicht daran gehalten? Denn eigentlich sollte er jetzt hier sitzen, in dieser merkwürdigen, hinten zugebundenen Jacke. Das wäre gut gewesen. Für uns alle!

Obwohl - wo er jetzt ist, ist es besser, ist er noch besser aufgehoben, eine wirklich dauerhafte Lösung, wenn sie verstehen, was ich meine. Sobald das erkannt ist, sobald dieser kleinliche Irrtum bereinigt ist, wird man kommen und mich holen und mir danken und mich kniefällig bitten, meinen angestammten Platz einzunehmen, voll des Lobes und der Anerkennung für mein entschiedenes Eingreifen!

Denn, wie gesagt, ich hatte ihn gewarnt. Als wir dann an der Tafel saßen, er an der einen, ich an der anderen Stirnseite, und er an sein Weinglas klopfte, sich räusperte und langsam erhob, erhob sich, fast wie von selbst und genauso langsam meine Hand. Man sagt immer, dieser kleine, schwere Metallgegenstand sei eiskalt oder glühend heiß, alles Quatsch, er war wie ein Teil von mir, meines Körpers, meiner Hand. Es machte auch nicht Päng oder Paff, sondern einfach nur Knitsch, und dann erschien das kleine, runde, rot umrandete schwarze Loch mitten auf seiner Stirn. Sein unendlich erstaunter Blick, als er wie in Zeitlupe nach vorne fiel, unappetitlich mit dem Gesicht in die Suppe sank, als wolle er sie ausschlürfen. Selber schuld. Man hält keine Tischrede, wenn bereits serviert ist!

 

     Jolante



Warnung zündet nicht

   19.11.2014, 16:23 / 1 x geändert



Tja, da habe ich lange überlegt, ob ich überhaupt antworten soll und wenn ja, was... in Dreiteufelsnamen. Wenn dieser kurze Text schwarzhumorig sein soll, so ist er mir irgendwie nicht schwarz genug. Und um einfach nur lustig zu sein, ist er mir nicht hell genug. Was also ist er dann? Ich denke, er ist zumindest recht gut formuliert und er hat meines Erachtens auch das Zeug dazu, etwas mehr herzugeben, wenn der Autor willens wäre noch etwas mehr hineinzugeben. Ist doch eine Überlegung wert, oder?

Es grüßt Jolante,
die auch darauf hofft, dass noch etwas mehr Bewegung im Forum entsteht. Darf sie hoffen?

 

     YeDrQu



leider i-wie noch nicht wirklich

   19.11.2014, 17:17



wie main vorrednerin anmahnt: was will der text, was soll er sein?

ist nicht lustig (außer man steht auf abgestandene limo), nicht makaber (kein warmes blut, nirgends, keine vitale grausamkeit, nicht beißender zynismus noch bebender horror auszumachen: das schön böse hat wohl grad ausgang?), nicht gedankentief (ääähm ...), nicht psycho-tricky (sog. flachrelief), nicht emotional packend (gähn ...), nicht sprach- oder sonstwie spielerisch (korrekt formuliert: das wohl, ja) ... man (ich) merkt auch ziemlich schnell, wohin das führen will, worauf die linien zielen. und ist verschämt erleichtert (ich), wenn der schlusssatz schließlich fällt: aus, überstanden, bitte weiter gehen ...

gut gemeint und selbstverständlich nix
als subjektiv(es quatschn) vom
gelbn königsdrumm

 

     Gerd



leider i-wie noch nicht wirklich

   19.11.2014, 18:43 / 2 x geändert



Meine Vorrednerin hat das Problem unbarmherzig an das Gartentor genagelt. Und ja, der Text lässt mich genauso zurück, wie davor schon Jolante - er kann mich nicht mitnehmen. Es fehlt der Dreh, welcher mir die Sache spannend macht. Bukowski ließ seinen Protagonisten am Küchentisch mit der Zimmerflak nach einer Fliege schießen. Das klingt banal, hat in seiner Form aber was - löst beim Leser etwas aus, das hier nicht klappen will.

Gerd, der gerade wieder am Karussell gedreht hat

 

     Nochsojemand²



Kaputte Geliebte

   20.11.2014, 08:14



Danke für Eure Antworten!
Dann will ich mal nachlegen:
__________________________________________

Und dann habe ich meine Geliebte nach Jahren wieder aus dem Keller geholt.
Ach, wie sah sie aus! Nicht mehr schön, nein das wirklich nicht. Und auch gerochen hat sie nicht mehr gut.

Am schlimmsten aber war, dass sie wie verstopft erschien. Sie, der ich früher oft mit flinken Fingern und geschickten Lippen strahlende Jubeltöne in den höchsten Lagen entlockt hatte, sie blieb merkwürdig dumpf und stumpf, schrie dann aber plötzlich so schrill auf, dass alle ganz wild herumsprangen und hüpften. Die solln sich nicht so haben, wegen dem bisschen Mobilar, das im Wege stand.

Ein Wärter hat sie meinen Händen entrungen und zerbrochen wie ein totes Stück Holz. Der Hund! Seitdem sitze ich auf dem Boden und brüte. Er wird's mir büßen. Und irgendwann kriege ich eine neue Blockflöte. Auch wenn ich dafür ausbrechen muss!

 

     YeDrQu



kommt da noch mehr?

   20.11.2014, 17:57



Zitat:
Und dann habe ich meine Geliebte nach Jahren wieder aus dem Keller geholt.
Ach, wie sah sie aus! Nicht mehr schön, nein das wirklich nicht. Und auch gerochen hat sie nicht mehr gut.

Am schlimmsten aber war, dass sie wie verstopft erschien. Sie, der ich früher oft mit flinken Fingern und geschickten Lippen strahlende Jubeltöne in den höchsten Lagen entlockt hatte, sie blieb merkwürdig dumpf und stumpf, schrie dann aber plötzlich so schrill auf, dass alle ganz wild herumsprangen und hüpften. Die solln sich nicht so haben, wegen dem bisschen Mobilar, das im Wege stand.

Ein Wärter hat sie meinen Händen entrungen und zerbrochen wie ein totes Stück Holz. Der Hund! Seitdem sitze ich auf dem Boden und brüte. Er wird's mir büßen. Und irgendwann kriege ich eine neue Blockflöte. Auch wenn ich dafür ausbrechen muss!

ja. nachgelegt. wunderbar stilsicher. und so unterhaltsam
wie pickel ausdrücken. voll der goldene
aneurysmenhumor: spritzt dich an
beim platzen.




behauptet unbefriedigt:
YeDrQu

 

     gregor libkowsky



kommt da noch mehr?

   20.11.2014, 21:26 / 3 x geändert



um himmels willen. es kam doch schon ein nachschlag. wobei ich nicht verstehe, weshalb der "blockflöten-text" nachgereicht wurde. trotzreaktion?
nun gut. woran scheitern beide texte?
psychische störungen und "verirrungen" sind komplex, sehr sehr komplex. hier aber werden sie laienhaft und klischeebehaftet, fern jeglicher sachkunde präsentiert. wärter und zwangsjacke sind nur zwei der unseligen und dabei altbacken wirkenden zutaten. die idee des ersten textes wäre vielleicht noch zu retten (siehe jolantes kommentar) - aber dafür müsste der verhungerte text etwas fleisch auf die rippen bekommen, die tischrede ausbauen, die beiden textsubjekte personalisieren, ihre gedankenwelt offenbaren, ihre persönlichkeit zeichnen und das allerwichtigste: nicht erklären, warum geschossen wird. so, wie es hier steht, zieht die pointe nicht, der hang des autors zum "lehrstück" (rigide menschen, die steif und stur ihr leben und das der anderen heiligen prinzipien unterordnen und dafür bis zum äußersten gehen) leuchtet durch den text und nimmt dem leser nicht nur jeglichen "spaß" an der unerwarteten wendung, die dann ja auch keine ist, sondern offenbaren vielmehr die naivität und eindimensionalität, die bei der bearbeitung des durchaus interessanten grundthemas (siehe letzte klammer) unglücklicherweise pate gestanden haben.

der zweite, nachgereichte text, ist meinem befinden nach nicht zu retten. psychische störungen sind halt sehr komplex. sehr. aber das sagte ich bereits.

hier ging es um die texte, nicht um den autor. ich weise nur noch einmal der sicherheit wegen darauf hin.

freundliche grüße von gregor libkowsky, dessen großmutter väterlicherseits eine begnadete zwangsjackennäherin gewesen ist.
ja, die waren wunderbar, die jacken, anschmiegsam und körperbetont. meine großmutter konnte sich vor nachfragen kaum retten. jeder wollte so eine jacke sein eigen nennen. und meine großmutter nähte und nähte ... und dann der große zwangsjackenball zum ende des sommers im tanzsaal des dorfes, wir kinder stritten uns um die wenigen guten fensterplätze, was waren wir gierig darauf, von außen einen blick auf das tanzgeschehen zu erhaschen ... aber das ist nun wirklich eine ganz andere geschichte, eine ganz andere.

 

     ruelfig



Da kommt noch mehr.

   20.11.2014, 22:54



Ja, die guten alten Zeiten des Zwangsjackenbooms. Wer damals sein Schäflein ins Trockene gebracht hätte, der hätte noch heute. Aber dann mussten ja alle umsatteln auf Trockenflötenschnitzer und dann -Peng- platzte die Blase. Komplexe Ursachen, gewiß, sehr komplexe Ursachen und doch eine einfache Wirkung. Keiner spielt heute mehr Blockflöte in Zwangsjacke so wie damals, dafür ist jetzt Texthausse. Die nächste Baisse jedoch steht ins Haus so sicher wie der Cursor auf dem Bildschirm.

 

     Nochsojemand²



Spring!

   21.11.2014, 08:45 / 1 x geändert



@ JyDrQu

Ja, es kommt noch was. Übigens: Ich hatte mal ne Freundin, die stürzte sich mit Feuereifer auf jeden Pickel, um ihn auszdrücken. Einen solch enormen Ausdruckswillen hatte die. Leider hatte ich nicht so viele Pickel, da konnte es mit uns nichts werden.

@ Jolante

Nicht schwarz, nicht lustig, nicht hell genug, der Text. Ob er das alles sein wollte? Keine Ahnung. Aber ich finde die Auskunft, was er nicht ist, durchaus auch erhellend.

@ Gerd

Ja nun - Bukowski. Ich mag ihn, aber ich kenne literaturverständige Leute, denen er überhaupt nichts sagt / gibt. Die ihn sogar für einen schlechten Schreiber halten. So ist das eben. Wie das mit den Aneurysmen zusammenhängt, kannst Du mir bei Gelegenheit mal erklären.

@ gregor libkowsky

Nun, ich wollte keinen übers Kuckucksnest fliegen lassen. Aber eine schöne Geschichte, die Du da mit den Zwangsjacken erzählst. Ich erinnere mich des tiefen Erschreckens, als ich erstmals im Hofe einer solchen Anstalt eine ganze Reihe von in diesen Jacken stumm und bewegungslos auf ein paar Bänken in der Sonne sitzende Menschen sah. Wie zum Auslüften, zum Trocknen, zum Aufwärmen aufgereiht.

@ ruelfig

Ja, die guten alten Zeiten, als man noch Tischreden und Zwangsjacken kannte. Dienen sie eventuell dem gleichen Zweck? Ich weiß, heute macht man das mit Pillen, gerne auch schon für Kinder.


Nun, ich danke Euch herzlich für Eure Antworten, echt jetzt. Der nächste Text (ich widerstehe der Versuchung, zweie auf einmal zu posten):

___________________________________________________________


Als mir die Stimmen zuriefen: "Spring!", da sprang ich. Denn wer kann es wagen, sich ihnen zu widersetzen? Im Springen bin ich richtig gut, war es schon als Kind, bei den Bundesjugendspielen. Ich sprang nach oben, denn Hochsprung ist meine Stärke. Vom Runterspringen halte ich gar nichts, das ist nichts für mich.

Ich sprang also, und die preiswerten Tomaten, Salatköpfe und Succhini auf dem Metallgittertisch des Supermaktes spritzten auseinander wie ein Haufen Schneematsch, durch den ein Auto prescht. Noch ein Sprung, allerlei Flaschen und Dosen schepperten nach unten und ich war ganz oben. Doch jetzt - jetzt hätte ich runterspringen müssen!

Ich solle nur ein bisschen ausharren auf dem Regal, sagte der Mann im angegrauten weißen Kittel. Gleich würden ein paar freundliche Männer kommen mir herunterhelfen.

 

     Gerd



Spring!

   21.11.2014, 10:45 / 1 x geändert



Wenn Bukowski bei Dir funktioniert, dann sollte Dir meine Aussage eingängig sein. Denn das war der Dreh,- und Angelpunkt - das Problem des Textes, dass er eben nicht funktionierte und nichts bei mir auslöste. Aneurysmen habe ich nicht angesprochen und inwieweit das mit meiner getroffenen Aussage etwas zu tun haben soll, ist für mich leider nicht nachvollziehbar - entzieht sich meinem Erkenntnishorizont. Damit lass ich es denn auch fürderhin bewenden und den Springer unkommentiert im Garten hüpfen.

Kängurugrüße

Gerd

 

     YeDrQu



nur kurz so infomäßig

   21.11.2014, 15:35



Zitat:
@ JyDrQu

Ja, es kommt noch was. Übigens: Ich hatte mal ne Freundin, die stürzte sich mit Feuereifer auf jeden Pickel, um ihn auszdrücken. Einen solch enormen Ausdruckswillen hatte die. Leider hatte ich nicht so viele Pickel, da konnte es mit uns nichts werden.

liebe/r Nochsojemand, das bearbeiten der pickel und mitesser meiner mitmenschen interessiert mich nicht, liegt ganz außerhalb meines interessenshorizontes. würde aber hinwiederum aus diesem umstand nicht zwingend schließen wollen, dass es mit uns etwas werden kann ...

YeDrQu

(btw.: der die aneurysmen anspricht - bin ich, nicht Gerd.)

(und eben denke ich an eine sehrsehr spannende dokumentation auf proff7 gestern nacht. es ging da um die berühmten golgochischen zwangsjackenmanöver, eine inzwischen kaum mehr praktizierte kampfsportart, bei der die beiden kombattanten sich unter lautem rezitieren landestypischer gedichte gegenseitig in eine zwangsjacke packen müssen. und wer als erste/r bewegungsunfähig ist, hat eine sanduhr gewonnen)

 

     gregor libkowsky



Was aber bleibt?

   21.11.2014, 17:25



Das ist die Frage, die dieser Faden aufwirft.
Glücklicherweise hat Meister Ruelfig die Antwort schon gefunden. Ich darf zitieren:
Zitat:
Keiner spielt heute mehr Blockflöte in Zwangsjacke so wie damals, ...


Interessant vielleicht noch folgender völkerkundliche Verweis.

kLICK

 

     ruelfig



Spring!

   21.11.2014, 21:18 / 2 x geändert



Rezept für eine Kasserole aus Succhini, Advocatos und Antischokken

Alles kleinschneiden, darauf heumspringen und im Backofen 365 Stunden bei niedriger Temperatur kompostieren.
Von diesem berühmten golgochischen "Spring!" Gericht gibt es zu süße, zu saure, zu salzige und zu bittere Varianten. Am beliebtesten ist eine Kombination aus allen vieren, traditionell genossen auf allen vieren aus dem Trog, aufgetragen von vier nackten Kellnern in Zwangsjacken, welche manisch-depressiv in Trockenflöten pusten.
Der passende Wein dazu ist ein 64er Pissinsepul aus Liverpool.

 

     YeDrQu



Spring!, addendum

   22.11.2014, 08:33



es sei mir, hochgeschätzter master ruelfig, ein winziges addendum verstattet.

wie nämlich die verehrte Margret von dem Güldenmund mir erst kürzlich während eines banketts der gesellschaft für vom aussterben bedrohte gerichte anvertraute, war es durchaus üblich, dass beim servieren eines authentischen "Spring!" GESCHOSSEN wurde, ja, es galt nachgerade als unhöflich, dies NICHT zu tun. üblicherweise lud man also die besten feinde zu gast.
als dann jedoch selbst in den golgostanischen sandwüstentälern die alfabetisierungsprogramme der regierung früchte trugen, schoss man nicht mehr auf gäste, sondern nur noch auf puppen, die in zwangsjacken steckten, welche wiederum, das soll hier nicht verschwiegen werden, mit blutgefüllten schweineblasen präpariert waren, und, von den kugeln zerfetzt, natürlich eine veritable sauerei verursachten ... gewissgewiss, man darf sich das recht urtümlich vorstellen, nichts für zartbesaitete!
das golgochische tourismusbüro, übrigens, bietet regelmäßig "Spring!"-gelage an, auf anraten einer namhaften pr-agentur allerdings inzwischen unter dem für mein empfinden doch allzu nichtssagenden namen "quattro stagioni".

best, YeDrQu

 

     Nochsojemand²



Wenn es nur so bleibt ...

   22.11.2014, 15:21 / 1 x geändert



Sehr fein, den Golgoismus kennengelernt zu haben. Ist wie Käpt´n Blaubärs 14. Reise. Mein Protagonist hingegen kann von Golgostan derzeit höchstens heimlich träumen. Er hat allerdings, genug Zeit hatte er ja, etliche Mittel und Werkzeuge gefunden, seine Situation zu optimieren. Eines davon möchte ich Euch hiernach zur Kenntnisnahme anempfehlen.

Danach wird überigens keine weiteren Nachricht über ihn mehr erteilt werden. Mag sein, dass - die Vergangenheit ist oft formbarer als die Zukunft - die wahre 1. Episode noch herauskommt, aber neue Limo aus diesem Fass - nein, das nicht.

Insofern mögen die Synekdochen aufathmen.
________________________________________________

"Wenn es nur so bleibt, wenn es nur so bleibt, wenn es nur so bleibt, .... gehts wieder los? gehts wieder los? gehts wieder los?"

Stundenlang.

Frechheit, mir diesen Penner aufs Zimmer zu legen.
Wenn er wenigstens mal schriehe!

Obwohl ..

Das kleine matt glänzende Ding. Vor Jahren, als ich es fand, war es ganz von Rost zerfressen. Hat das Maul kaum aufbekommen. In vielen, vielen Stunden und mit der Wurstpelle vom Frühstückstisch wurde es poliert, glänzend und gängig gemacht, und jetzt liegt es fein, leicht und brauchbar in der Hand.

Was hatten wir schon Spaß! Beispielsweise in der einen Abteilung, wo die Fenster noch einen Vierkant hatten - kein Problem. Dreie waren getürmt, einer abgestürzt und liegen geblieben. Erstaunlich, dass sie das Ding nie gefunden haben.

"wenn es nur so ... " verwirrt hielt er inne, als ich liebevoll seine Linke mit den ekelhaft abgekauten Nägeln nahm, einen noch greifbaren Nagelrest mit der Telefonzange packte und - ruckzuck - hei, wie das Blut spritzte!

Der Schrei!

Als sie kamen, klebte das Ding längst wieder sicher unter der Schublade.

"Wird aber Zeit, dass ihr ihn holt", sagte ich und blätterte gelangweilt in meiner zerfledderten Illustrierten.

 

     gregor libkowsky



Wenn es nur so bleibt ...

   22.11.2014, 16:03 / 2 x geändert



Zitat:
"Wenn es nur so bleibt, wenn es nur so bleibt, wenn es nur so bleibt, .... gehts wieder los? gehts wieder los? gehts wieder los?"

Stundenlang.

Frechheit, mir diesen Penner aufs Zimmer zu legen.
Wenn er wenigstens mal schriehe!

Obwohl ..

Das kleine matt glänzende Ding. Vor Jahren, als ich es fand, war es ganz von Rost zerfressen. Hat das Maul kaum aufbekommen. In vielen, vielen Stunden und mit der Wurstpelle vom Frühstückstisch wurde es poliert, glänzend und gängig gemacht, und jetzt liegt es fein, leicht und brauchbar in der Hand.

Was hatten wir schon Spaß! Beispielsweise in der einen Abteilung, wo die Fenster noch einen Vierkant hatten - kein Problem. Dreie waren getürmt, einer abgestürzt und liegen geblieben. Erstaunlich, dass sie das Ding nie gefunden haben.

"wenn es nur so ... " verwirrt hielt er inne, als ich liebevoll seine Linke mit den ekelhaft abgekauten Nägeln nahm, einen noch greifbaren Nagelrest mit der Telefonzange packte und - ruckzuck - hei, wie das Blut spritzte!

Der Schrei!

Als sie kamen, klebte das Ding längst wieder sicher unter der Schublade.

"Wird aber Zeit, dass ihr ihn holt", sagte ich und blätterte gelangweilt in meiner zerfledderten Illustrierten.



Ich bemängele den Konjunktiv von schreien (Konjunktiv II von schreien: er schriee oder er würde schreien), die Auslassungszeichen (drei, nicht zwei oder vier an der Zahl), die Groß- bzw. Kleinschreibung (siehe Satzanfänge), den inflationären Gebrauch der Ausrufezeichen und das Zahlwort "Dreie".
Inhaltlich gesellt sich die Momentaufnahme zu den beiden anderen Texten.

Beste Grüße aus Golgostan von Gregor Libkowsky

 

Ich hatte ihn gewarnt




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