Klassisches · PeHe · Erotik

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     PeHe



Klassisches

   23.01.2014, 17:34



Goethe spricht zu Frau von Stein:
“Bei Ihnen möcht ich Sau schon sein
und Sie, oh Röslein, gerne brechen,
Ihr Möslein unterm Höslein stechen!”

Da sieht man Frau von Stein erröten,
und zornig schimpft sie ein auf Goethen:
“Sie könn´n mir all die Bengel schenken,
die nur mit ihrem Schwengel denken

und Reden führen, bodenlose,
den Dickmann in der Lodenhose!
Parbleu! Da reckt´s sich wie beim Hengste,
kein Rock versteckt´s, nicht mal der längste.

Sie werden mich – was Sie auch böten –
niemals mit Ihrer Flöte löten.
Gehn Sie! Die Vulpius wird es mögen,
wenn Sie ihr Loch statt meines fegen.”

Was er von Frau von Stein gehört,
hat Goethe ungemein verstört.
Gern hätte er sie heiß gestopft,
den Takt auf ihrem Steiß geklopft.

Und da sonst alle Frauen lüstern
und schamrot tuscheln, schauen, flüstern
und nach des Dichters Samen dürsten,
ist er gedrillt auf´s Damenbürsten.

Kann´s deshalb heute kaum verkraften,
dass keine Bräute ihn entsaften.
Nicht mal die Stein will auf sein Lager!

Er fühlt sich klein und als Versager.

 

     Elise



Klassisches

   23.01.2014, 18:50



Von Erotik nach Haltebucht verschoben.
Warten wir zunächst ab, ob/wie kommentiert wird.
Elise

 

     augustine



Sexuelles

   24.01.2014, 21:43 / 3 x geändert



Mindestens kann der Autor mit Sprache umgehen und hat eine bemerkenswerte Reim- und Rhythmusbegabung und das Verlangen, Erotisches zu produzieren und da ein einschlägiges Wortfeld zur Verfügung.
Es auszustellen, das Wortfeld, dafür benutzt er Goethe, Charlotte von Stein und Christiane Vulpius. Sogar einen Anklang an des Dichters Faustina, die römische Geliebte, habe ich wahrgenommen.
Das, also die Benutzung von Fragmenten der Goethe-Biographie, hätte nicht zu sein brauchen; das Aufmerksamkeitsheischen ist leicht zu durchschauen.

In der Haltebucht sollte dies hier aber nicht bleiben, Elise, findet

augustine


Hier noch das wichtige Stück aus den Römischen Elegien des Meisters, damit doch etwas wirklich Klassisches hier stehe: das Klassische sucht das Maß, den Ausgleich, nicht nur sexuellen, sondern auch Kunstgenuss.

"V.
Froh empfind’ ich mich nun auf klassischem Boden begeistert,
Vor- und Mitwelt spricht lauter und reizender mir.
Ich befolg’ den Rat, durchblättre die Werke der Alten
Mit geschäftiger Hand, täglich mit neuem Genuß.
Aber die Nächte hindurch hält Amor mich anders beschäftigt;
Werd’ ich auch halb nur gelehrt, bin ich doch doppelt beglückt.
Und belehr’ ich mich nicht, wenn ich des lieblichen Busens
Formen spähe, die Hand leite die Hüften hinab.
Dann versteh’ ich den Marmor erst recht: ich denk’ und vergleiche,
Sehe mit fühlendem Aug’, fühle mit sehender Hand.
Raubt die Liebste denn gleich mir einige Stunden des Tages;
Gibt sie Stunden der Nacht mir zur Entschädigung hin.
Wird doch nicht immer geküßt, es wird vernünftig gesprochen,
Überfällt sie der Schlaf, lieg’ ich und denke mir viel.
Oftmals hab’ ich auch schon in ihren Armen gedichtet
Und des Hexameters Maß leise mit fingernder Hand,
Ihr auf den Rücken gezählt. Sie atmet in lieblichem Schlummer
Und es durchglühet ihr Hauch mir bis ins Tiefste die Brust.
Amor schüret die Lamp’ indes und denket der Zeiten,
Da er den nämlichen Dienst seinen Triumvirn getan."

 

Klassisches




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