Frohes Fest · Städter · Kurzgeschichten

1593 Aufrufe

Neue Beiträge   |  Forenliste   |  Registrierung   |   Archiv   |   a n m e l d e n

 

     Städter



Frohes Fest

   21.12.2013, 20:44 / 12 x geändert



Auf dem Weg zur Wache, es war endlich Feierabend, 16.00 Uhr, lud Axel Sturmkamp, 42 Jahre alt, seine Kollegin zu Hause ab. Das Abmelden auf dem Revier würde er übernehmen, das hatte er ihr versprochen; so hatte sie ein bisschen mehr Zeit für die Vorbereitungen des Heiligen Abends.
Für Sturmkamp war der Dienst am 24. Dezember nichts Außergewöhnliches. Bereits das dritte Jahr infolge vertrat er an diesem besonderen Tag einen Kollegen, der mit seiner Familie verreist war.

Es war eine anstrengende Schicht gewesen: Drei Verkehrsunfälle, zwei Streitschlichtungen in Familienangelegenheiten, und sage und schreibe 8 Ladendiebstähle, die zu protokollieren gewesen waren.
Einer davon stieß ihm immer noch sauer auf. Ein zwölfjähriger Rotzlöffel hatte ein Handy geklaut, und war erwischt worden. Schreiend und um sich schlagend hatte er versucht, der Security zu entkommen. Vergeblich. Mehr als eine Stunde brauchte Sturmkamps Kollegin, um seine Identität festzustellen. Als man ihn freiließ, trat er draußen vor der Tür gegen das Polizeiauto in dem Sturmkamp bereits saß und wartete. Er zeigte dem Polizisten den Stinkefinger. »Bullenschweine sind Missgeburten«, hatte das kleine Ungeheuer gebrüllt, bevor es sich in Bewegung setzte und Reißaus nahm. Alltag in Jenfeld.
Sturmkamps Partnerin, die sich immer um die kriminellen Kinder kümmerte, weil sie dafür das bessere Händchen hatte, berichtete später, dass ihr so ein Kind in ihrem ganzen Leben noch nicht begegnet sei. Bullenschlampe hatte der kleine Fiesling sie genannt, und dass sie sich ins Knie ficken solle, warf er ihr an den Kopf. Alle weiteren seinerseits rezitierten Schimpfwörter ersparte sie ihrem Kollegen. Sturmkamp selbst hatte – in einer ähnlichen Situation, vor ein paar Jahren –, unpopuläre Maßnahmen ergriffen, die eine Abmahnung zur Folge hatten. Er hielt sich seitdem aus den Vernehmungen von straffällig gewordenen Kindern heraus. »Wenn der groß ist«, meinte er abschließend, »können sich die Albaner auf der Reeperbahn frisch machen.« Das Polizistenduo beschloss auf der Heimfahrt – der Vorfall beschäftigte sie sehr – sich niemals im Leben Kinder anzuschaffen. Sie versprachen sich gegenseitig, alles daran zu setzen, das Revier zu wechseln – weg aus Wandsbek.

Das war am Nachmittag gewesen, nun war endlich Feierabend. Gemütlich zog Wachtmeister Sturmkamp, immer mit einem Blick auf die Uhr, seine Runden durch die Stadt, denn er hatte noch dreißig Minuten bis zur Fahrzeugübergabe an der Wache. Hinter den Fenstern der Hochhäuser glitzerten die Weihnachtsbäume, kaum ein Mensch war noch auf der Straße, daher war Axel sehr erschrocken, als ihm ein älterer Herr im Weihnachtsmannkostüm vors Auto stolperte. Eine Vollbremsung folgte und ein anschließendes Aussteigen. Dem Mann ging es nicht gut, das Treppensteigen hätte ihm einen Kreislaufkollaps beschert, sagte er. Einen Krankenwagen wollte er nicht, nur ein Glas Wasser. Da wurde ihm geholfen. Er erzählte, dass er nur noch eine einzige Geschenkübergabe machen müsse, dann wäre Feierabend, er es aber nicht wagen würde, die 10 Etagen nach oben zu Fuß hinter sich zu bringen. Der Fahrstuhl sei defekt, berichtete er und bat seinen Lebensretter frei heraus, ob er nicht für ihn die Bescherung – bei ganz einfachen Leuten – dort oben machen könnte. Er deutete an der Hauswand hoch. Es würde nur 10 Minuten dauern, versicherte er, mehr Zeit sei nicht vereinbart worden und würde auch nicht bezahlt. Die 25 Euro Gage würde er selbstverständlich dem Polizeirevier zur Verfügung stellen, bettelte er und streckte dem Polizisten das Geld entgegen.

Das war eine besondere Situation für Sturmkamp, der ein Weihnachtsfest mit Kindern seit vielen Jahren nicht mehr miterlebt hatte. Kurz entschlossen sagte er zu. Er streifte sich das Weihnachtsmannkostüm über die Uniform, legte Bart samt Brille an und schnappte sich den Sack mit den Geschenken. Die Mutter des Kindes hatte die Präsente bereits vor einer halben Stunde nach unten geschafft und dem »richtigen« Weihnachtsmann übergeben. Soweit war Sturmkamp von seinem Auftraggeber informiert worden. Als neuer Mensch, verkleidet mit fremder Garderobe, begab er sich ins Haus. Das Geld hatte er selbstverständlich abgelehnt. Sein Wunschdenken an das, was ihm in seiner Vorstellung bevorstand, waren zwei Kleinkinder, die geschniegelt in der Wohnzimmertür stehen würden, um artig ihre Gedichte aufzusagen. Heile Welt, so wie im Fernsehen. Darauf freute er sich.

Der Lift war tatsächlich defekt, Axel keuchte zu Fuß bis hoch in die Zehnte. Unterwegs erinnerte er sich an die Zeiten, als er fast mühelos täglich bis hoch in die Dreizehnte gestiefelt war. Lange her. Kindheit. Schlimme Kindheit. Auch wenn der Lift seinerzeit intakt gewesen war, nahm er die Treppe, um zu verhindern, dass ihm sein Vater begegnete. Der Vater, der x-mal im Gefängnis gesessen hatte, der, der seiner Frau den Arm gebrochen hatte, als sie versuchte zu verhindern, dass ihr Sohn von ihm totgeschlagen wurde, der, der die Weihnachtsfeste, an denen er zu Hause gewesen war, zu einem Horrortrip werden ließen, der ihn zwang, geschlagene zwei Stunden am Weihnachtsbaum zu stehen und der ihn wieder und wieder dasselbe Gedicht aufsagen ließ, bevor er ihn verdrosch, um dann betrunken in den Keller zu wanken, um mit seinen Kumpels Weihnachten zu feiern.
Einen Moment lang harrte Axel vor der angegebenen Wohnungstür aus. Vertraute Umgebung. Wohlbekannter Geruch. Er beruhigte seinen Atem und drückte auf den Knopf der Klingel; einmal, zweimal, dreimal… Dann endlich schlurfte jemand heran.
Sturmkamp wurde von der Hausherrin erstaunt begrüßt, sie bat ihn mit einer Flasche Bier in der Hand und einer Zigarette im Mundwinkel herein. Offensichtlich war das für die Dame nicht der erste Alkohol an diesem Abend gewesen, denn sie konnte sich nur unverständlich ausdrücken. Er solle ihrem Sohn, da er ja nun schon einmal da wäre, so wörtlich, »ordentlich den Arsch versohlen«, verstand Axel, während er von ihr in die gute Stube geschoben wurde.
Es war ein Wohnzimmer wie jedes zweite Wohnzimmer im Krisengebiet Jenfeld: Anbauwand, Teppich, Tisch, Couch, das war's; jahreszeitbedingt noch ein Weihnachtsbaum, dessen elektrische Kerzen bunt vor sich hin flackerten. Der Fernseher lief, und auf dem Sofa davor hockte das Kind, das es zu überraschen galt. Es drückte gerade eine Kippe in einem Kronkorken aus. Sturmkamp erstarrte, denn der Junge war der 12-jährige kleine Ladendieb vom Nachmittag. Eine weitere Person war nicht im Zimmer, nur die Mutter wandt sich um ihn herum, um eine Sekunde später in einen Sessel zu sacken, der neben dem TV-Gerät stand. Ein Ballerspiel lief als Programm; Monster schossen um sich, während aus den Lautsprechern ohrenbetäubender Lärm tönte; Schüsse, Explosionen, Stöhnen und Fluchen.

»Guck doch mal, Shawn, der Weihnachtsmann ist da«, versuchte die Mutter zu sagen, doch heraus kamen nur Wortfetzen, die der Alkohol in eine Fremdsprache umgewandelt hatte. Wie selbstverständlich stopfte sie sich Ohropax in die Gehörgänge. Das Kind sah nicht einmal auf, würgte an seinem Joystick und flatulierte zur Begrüßung mit dem Mund.
»Ist sowieso der Mehmet von gegenüber, denkst du, ich bin blöd?«, maulte er und griff nach einer weiteren Zigarette. Die Mutter gab ihm Feuer.
Noch immer stand Axel fassungslos in der Tür und ließ vorsichtig den Sack von den Schultern auf den Boden rutschen. Wie automatisch, um überhaupt etwas zu sagen, fragte er: »Warst du auch immer artig?« »Du kannst mich mal am Arsch lecken«, fauchte das Kind und fuhr fort: »Gib schon die Geschenke her, Mann, und dann verpiss dich, du Kanake.« Er hangelte bereits nach dem Sack zu Axels Füßen.
Das war dann der Moment, in dem irgendjemand im Inneren des Weihnachtsmannskostüms einen Schalter umlegte. Zerstörte Illusionen.

Sturmkamp stieß den Arm des Kindes heftig beiseite, was ein Feuerwerk von Schimpfworten zur Folge hatte: »Hast du sie noch alle, du Sackgesicht«, brüllte der Zwölfjährige und warf einen Aschenbecher in Richtung Weihnachtsmann. Zigarettenkippen verteilten sich im Zimmer.
Axel hatte sich nicht einen Millimeter bewegt, er fixierte den Jungen. Die Mutter war inzwischen eingeschlafen und schnarchte selig in ihrem Sessel. Aus dem Fernsehgerät krachte es wieder.
Einen weiteren Versuch wagend bat Sturmkamp mit einer Stimme, die an das Quietschen einer Straßenbahn in einer Kurve erinnerte: »Erst ein Gedicht aufsagen!« Der Schreihals zeigte ihm den Stinkefinger und äffte Kinder im Vorschulalter nach: »Lieber guter Weihnachtsmann, alle meine Entchen schwimmen im Klosett … Gib schon die Geschenke her, du Arschnase, und hau endlich ab.« Wut stand in seinem Gesicht, dieselbe Wut, die sich auch im Innern des verkleideten Polizisten aufgetürmt hatte.
Genau in diesem Augenblick tickte Sturmkamp endgültig aus. Er kramte aus den Falten des roten Kostümmantels seine Dienstpistole hervor, entsicherte sie, und richtete sie auf das Kind. »Gedicht aufsagen, Schweinebacke, sonst fehlt dir gleich ein Auge!«, fauchte er.
Der Junge wurde nervös, zögerte ein bisschen, aber fing sich gleich wieder. »Oh, eine SIG Sauer P225, die hab ich mir schon immer gewünscht; danke, lieber Weihnachtsmann«, heuchelte er und zog Grimassen, »und jetzt her damit, zack, zack«, forderte er.
Sturmkamp kochte, sein Herz schlug ihm bis zum Hals, es pumpte seine Vernunft ins Nirvana. Eiskalt, ohne überhaupt hinzusehen, schwenkte er die Pistole zur Seite, drückte ab und ballerte in den Flachbildfernseher, der auf der Stelle das Zeitliche segnete. Sofort richtete er die Schusswaffe wieder auf das kleine Großmaul.
Aus dem Lauf seiner Dienstwaffe qualmte es sacht.
»Gedicht aufsagen, letzte Mahnung!«, krächzte er mit der Stimme eines Mafioso, der einem Familienmitglied kurz vor dem Einbetonieren das Urteil vorlas.
Das Kind hockte wie versteinert da, schluckte leer, ließ die Pistole nicht aus den Augen und machte sich fleißig in die Hose.
»Und steh auf, wenn ich mit dir rede!«
Der Junge sprang augenblicklich hoch. Kerzengerade, leichenblass, mit den Händen an der Hosennaht, stand er vor dem ehemaligen Fernseher, aus dem immer noch ein paar Funken sprühten. Axel konnte das Herz des Delinquenten unter seinem schmuddeligen T-Shirt schlagen sehen, auch die Knie und seine Hände zitterten. Er formte die Lippen zu dem Wort »Mama«, konnte aber nicht sprechen.
Die Mutter selbst schien unempfindlich gegen Lärm, Schüsse und Gebrüll zu sein, sie schlief tief und fest. Ihr Schnarchen war inzwischen so laut, dass Sturmkamp seine Stimme anheben musste, als er kommandierte: »Leg los!« Seine Augen waren zu Schlitzen geworden; Tunnelblick. Sein Verstand entschied nichts mehr. Der Zeigefinger am Abzug wartete nur noch auf ein falsches Wort, auf eine ungewöhnliche Geste, auf irgendetwas, was ihm Arbeit geben würde.

Der Junge hatte aufgehört mit den Lidern zu schlagen, die Augen tanzten in seinem kleinen Kopf hin und her, offensichtlich kramte er in seinen Erinnerungen.
Diesen Augenblick genoss Sturmkamp sehr. So intensiv, wie in diesem Moment, hatte er noch niemals einem Kind in die Augen gesehen.
Es dauerte nur ein paar Sekunden und der Angsthase begann mit zitternder Sprache, während sich unter ihm eine Pfütze gebildet hatte, ein Gedicht herunter zu rappeln:

Der Weihnachtsmann,
der Weihnachtsmann,
der hat ganz schwarze Stiefel an,
er bringt zum Fest
dir dies Geschenk,
weil ich doch immer an dich denk’.

Axels Hand, die die Pistole umklammerte, senkte sich nach unten. »Geht doch«, murmelte er. Mit dem Fuß stieß er den Sack mit den Überraschungen in Richtung des Kindes. »Solltest du tatsächlich Geschenke darin vorfinden, verteilst du sie noch heute Abend im Haus an deine Freunde, ist das klar?« Der Junge nickte kaum merklich, seine Lippen waren blutleer.
»Ob das klar ist!?«, schnauzte der Weihnachtsmann, er richtete die Waffe wieder bedrohlich auf. »Ist klar«, bekam er zur Antwort.
»Und das hier«, Axel drehte die Pistole wie einen Westernrevolver um seinen Zeigefinger herum, »bleibt unter uns, sonst komme ich vorher wieder, nicht erst am nächsten Weihnachtsfest, kapiert?« Das Kind starb fast vor Angst. »Jawohl«, sagte es.
Sturmkamp verstaute die Waffe und verließ die Wohnung. So schnell er konnte hetzte er schwer atmend die Treppen hinab. Unterwegs riss er sich den Bart herunter und entledigte sich des Kostüms.

Sein Auftraggeber hockte noch immer auf der Bank an der Bushaltestelle, neben der das Polizeiauto stand. »Wie war’s?«, fragte er scheinheilig, »wie war das Kind?« Da fiel es Axel wie Schuppen von den Augen. Das Kind war dem Mann anscheinend bekannt, er muss es schon einmal beschert haben, spekulierte er. Die Ausrede, nicht in der Lage zu sein, die Treppen benutzen zu können, war nur fingiert gewesen. Womöglich hatte er sogar selbst den Fahrstuhl lahmgelegt.
Diese Gedanken jedoch äußerte Sturmkamp nicht. Polizeidisziplin. Mit gespielter Gelassenheit antwortete er: »Gut natürlich, ein Kind, wie jedes andere. Frohes Fest wünsche ich noch.« Er bestieg seinen Kombi, setzte sich die Polizeimütze auf und fuhr in Richtung Wache.

Der »echte« Weihnachtsmann stopfte das rote Kostüm unter seine Jacke und machte sich auch auf den Weg. Er sah dem Polizeifahrzeug hinterher. »Ebenfalls frohes Fest«, murmelte er und schlich zu seinem um die Ecke geparkten Mercedes. Als er eingestiegen war, rief er seine Frau an und berichtete ihr, dass er es wieder nicht gewagt hatte, das zwölfjährige Produkt einer Weihnachtsfeier, von vor dreizehn Jahren, bei welcher er sich mit der falschen Frau eingelassen hatte, zu besuchen. Er startete seinen Wagen und rollte los. Unterwegs fielen ihm Bruchteile eines Gedichts ein, das er seinem Sohn, als er vier war, auf eine CD gesprochen und zu Weihnachten geschickt hatte: »Der Weihnachtsmann, der Weihnachtsmann, der hat ganz schwarze Stiefel an …« Und ein Kind hetzte durch die Etagen des Neubaublocks, klingelte an fremden Türen und verteilte Geschenke: eine selbst gebastelte hölzerne Eisenbahn, ein handgefertigtes Kaleidoskop, diverse Bücher, ein Schal und eine Mütze. Den beiliegenden langen Brief, der in einem weihnachtlichen Umschlag steckte, warf das Kind, weil er kein Geld enthielt, mitsamt dem leeren Sack ungelesen in den Müllschlucker.



Städter

 

     Gretchen Darloni



erziehungshilfe

   22.12.2013, 07:08



damals und heute -> zum vergleich: 1979


gretchen grüßt -> verreimte dichte(r)

 

     Jolante



Rohes Fest

   29.12.2013, 13:41 / 1 x geändert



Die ganz andere Weihnachtsgeschichte: drastisch, gewalttätig, eine Geschichte, in der es keine frohe Botschaft zu geben scheint. Oder vielleicht doch? Dem kriminellen, verstockten Jungen, dem der als Weihnachtsmann verkleidete Polizist die Geschenke bringt, fällt ein Weihnachtsgedicht ein, das ihm sein Vater, der die Familie längst verlassen hat, im Alter von vier Jahren beigebracht hat. Er sagt es vor Angst schlotternd und sich in die Hose machend aber erst auf, als der Polizist ihn mit vorgehaltener Pistole und im ärgsten Straßenjargon mehrmals dazu auffordert. Dass der "Schutzmann" bei einer zufälligen Begegnung mit dem Vater des Jungen die Rolle als Weihnachtsmann getauscht hat, klärt sich erst am Ende dieser bösen Geschichte auf, die einerseits ziemlich konstruiert wirkt, andererseits aber der Realität einer verlorenen Generation am Rande unserer Gesellschaft erschreckend nahe kommt. Wenn in diesem Text überhaupt so etwas wie eine "Frohe Botschaft" zu erkennen ist, so scheint diese nur ganz kurz auf, indem der Junge sich an seine vielleicht noch halbwegs heile Welt erinnert, in der ihm sein Vater das Gedicht vom Weihnachtsmann beigebracht hat. Dass dazu die Androhung roher Gewalt seitens des Polizisten nötig war, wirkt auf mich als Leserin äußerst fragwürdig und beklemmend. Aber es ist ja die ganz andere Weihnachtsgeschichte, ich sagte es schon.

Jolante grüßt

 

     Städter²



Rohes Fest

   31.12.2013, 13:25



Ja, Jolante, ein rohes Fest. Sicher.
Natürlich ist sie konstruiert, die Story, natürlich!
Die Charaktere jedoch sind kaum überzeichnet. Nach dreißigjähriger Arbeit mit Kindern bin ich ausreichend informiert. Auch über die Eltern.
Ich habe schlimme Geschichten erlebt, gesehen und gehört. Hab mich mit kinderschlagenden Frauen angelegt, hab mir von Vätern Prügel androhen lassen, musste mich für Geschenke entschuldigen, die ich übergab und hab mich tausenfach von Kindern umarmen lassen und sie zurückumarmt. Ich kenne mich aus, was Sozialisation, was Milljöh betrifft. Diesen kleinen Schweinehund, geformt von seinen Eltern, gibt es wirklich.
Dir ein Dankeschön fürs Kommentieren.

Städter

p.s. Die Geschichte ist noch nicht ganz so, wie ich sie gern hätte, daher gibt es schon jetzt einige Änderungen. Die heutige Korrektur habe ich auf Grund Deines Kommentars eingefügt.
Ich wünsche Dir ein tolles 2014!

@gretchen
Weißt Du was? Das Video kannte ich NICHT! Schon verrückt...

 

Frohes Fest




  SYNEKDOCHE.DE
~ Startseite
kafkaesk
~ Neue Beiträge
~ Beiträge suchen
Literatur
~ Prosa
~ Gedichte
~ Diskussionen
~ Literaturwissenschaft
Literatur
~ Impressum

  Online

  Aktuelle Themen

Meinung

Basissatz: Inhalt oder Gehalt?

Kurzreferat zu Friedrich Nagelmann

2zeilenTiere + Konsorten

Amiland

tasmanischen Silberbäumen lauschen

Glühender Sand

Das leere Schlachtfeld

Hoher Geburtstag

Antifeudale Lyrik im Stile Bürgers?

Klug geschissen

Schnapsidee

Nicht

Denk ich an Deutschland...

Kitsch als legitiemer Begriff in der

Der Ablaut und Ablautsystem

Hilfe! Suche...

Fiktionale vs. faktuale Erzählung

was wir geben (so nett, en passant)

Was ich nie wieder fand