Blume der Nacht · Butenlänner · Hexameter

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     Butenlänner



Blume der Nacht

   10.12.2013, 18:33 / 10 x geändert



--Für Friedrich und seine Hommage an die blaue Blume von Novalis:

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--Alles / erhebt sich zu Dir' doch hinauf in dem, Himmel will wandeln
---endlos Formen und Kleider, das Streben findet kein Ende!
----Grau oft, und hektisch die Tage, es fehlt die Musenkuss-Wonne:
-----Schlaf, sei tröstender Balsam, wo Fron des Schicksals mich loslässt!

------Spiele, Blume der Nacht, mit mir, erleichtre die Seele!
-------Regeln und Pflichten des Lebens, wir dürfen sie fröhlich vergessen.
--------Blau wie das Meer und der Himmel, an dem sich das Auge erfreute,
---------Lieb mein, sollst du mir blühen, im Dunkel unendlicher Leere.

----------Müde sink ich zu dir, so viele offene Fragen,
-----------träume mit dir, und male ein Lied voll prächtiger Farben.
------------Schenk mir die schöne Venus, das heilige Feuer, ein Wunder!
-------------Suche, vergebe, und finde nur liebliches, Leuchte uns Luna!

--------------Nacht geweiht wache ich- trunken, beseelt von schlafender Quelle,
---------------Sehnsuchtsvoll verlangend, das Schlummerland zu bereisen.
----------------Komme nur wieder, du Blume! Geheimnisvoller, mein Traum,
-----------------du seliger Sänger der -S t i l l e - sei Anfang -und schlafendes Ende


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Fietje Butenlänner

 

     augustine



Blume der Nacht

   10.12.2013, 19:14 / 1 x geändert



Naja,
diese Blume blühte schon da:

http://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=45592

und dort:

http://www.gedichte.com/threads/160257-D...ovalis%29/page2


Muss sie auch hier blühen?

augustine

 

     Butenlänner²



Blume der Nacht

   10.12.2013, 20:00



Soll das ein Rausschmiss sein?
Eine dezente Aufforderung?

Was willst du?

Entspricht es nicht den Regeln des Forums?

Bitte um Erläuterung, dann bin ich ggf auch Willens es zu löschen.

Ich will eine inhaltliche Interpretation!

lg

 

     augustine



Blume der Nacht

   11.12.2013, 00:00



Ich habe darauf aufmerksam gemacht, wo du deinen Text schon eingestellt hast, Butenlänner, weiter nichts.
Such' doch da deine "inhaltliche Interpretation". Ich jedenfalls will keine schreiben.

augustine

 

     Butenlänner²



Blume der Nacht

   11.12.2013, 00:28



nerv mich nicht, bitte!
Stelle dir vor, ich würde jeden hier aufmerksam machen, wo seine Texte noch so zu finden sind..
Also, was willst du? Mich diskreditieren?
Oder geht es dir im allgemeinen darum, dass es "Dotcom- Poetiker" gibt, die gleiche Gedichte in mehreren Foren posten?
Wenn ja, dann kannst du dich darüber gerne austauschen, aber nicht hier und mit mir!
Es käme mir entgegen, wenn du die Werbelinks in deiner Antwort löschen würdest.

Ich möchte doch liebend darum bitten etwas zur Sache beizutragen, vorzugsweise inhaltliches.

Danke

 

     Bärbel Kokoff



Brennende Frage zur Sache

   11.12.2013, 07:29



Ja das ist voll die krasse Poesie aber ich habe eine brennende Frage nämlich warum es so schräg steht ich meine oben mehr links als unten mich beschäftigt das und ich habe nicht schlafen können weil ich die ganze Nacht lang daran denken musste ob es durch diese Schrägstellung besser wird also tiefgründiger oder moderner oder romantischer und ob das irgendwas zu bedeuten hat dass es so abrutscht und ob man es inhaltlich anders interpretieren muss weil es schräg steht oder ist es schräg wie gerade gleich ^^ echt ich bin im Dauerfragemodus XD :O :))) *HILFE*

. . .Greetsies, Bärbel

. . . . . . . . . . . . . . .


PS:
Bei Frisuren macht sich was Schräges oft sehr schick aber nur wenn es dem jeweiligen Kopf wirklich steht wenn nicht lässt man es besser bleiben.

 

     Butenlänner²



Brennende Frage zur Sache

   11.12.2013, 19:58 / 2 x geändert



Alles erhebt sich zum Himmel, hinauf zu den Sternen und wandelt
XxIIIIxXxxXx//xXxxXxxXx
endlos Formen und Kleider, das Streben findet kein Ende!
XxXxxXx//xXxXxxXx
Grau oft, und hektisch die Tage, es fehlt der Musenkuss Wonne.
Xx/xXxxXx//xXxXxxXx
Schlaf, sei tröstender Balsam, wo Fron des Schicksals mich loslässt!
XIxXxxXx//xXxXxxXx

Spiele, Blume der Nacht, mit mir, erleichter' die Seele!
XxIXxxX//xX//xXxxXx
Regeln und Pflichten des Lebens, wir dürfen sie fröhlich vergessen.
XxxXxxXx//xXxxXxxXx
Blau wie das Meer und der Himmel, an dem sich das Auge erfreute,
XxxXxxXx//xXxxXxxXx
Lieb mein, sollst du mir blühen, im Dunkel unendlicher Leere.
XxIXxxXx//xXxxXxxXx

Müde sink ich zu dir, so viele offene Fragen,
Xx/XxxX//xXxXxxXx
träume mit dir, und male ein Lied voll prächtiger Farben.
XxxX/xXxxX/xXxxXx – schwache Zäsuren
Schenk mir die schöne Venus, das heilige Feuer, ein Wunder!
XxxXxXxI//xXxxXxIxXx
Suche, vergebe, und finde Trost, so leuchte uns Luna!
XxI/xXxIxXxX//xXxxXx

Nacht geweiht wache ich- trunken, beseelt von schlafender Quelle,
XxxI/Xxx Xx I / // xXxXxxXx
Sehnsuchtsvoll* verlangend, das Schlummerland* zu bereisen.
XxXxXx//xXxXxxXx
Komme nur wieder, du Blume! Geheimnisvoller, mein* Traum,
XxxXxI/xXx//xXxXx/xX
du seliger Sänger der -S t i l l e , - sei Anfang -und schlafendes Ende...
x)XxxXxxXx// xXx xXx xXxxXx

X betonte Silbe
x unbetonte Silbe
Leerzeichen = Pause
I Überzäsur mit Verbindung zu S4V4 (du..)
/ schwache Zäsur
// Hauptzäsur

*Betonungsqualität schwach
Kursiv = Denkstolperstein
(Irrtümer inbegriffen)

werte Bärbel Kokoff, hallo Herr Wamser,

Ich bin so frei und lege ein Betonungsschema bei, welches als Lesehilfe, Inspiration und Kritikbasis dienen möge, Irrtümer inbegriffen.
Ich beginne mit dem ersten Wort: Alles!

Der letzte Buchstabe ist kursiv, ein „Denkstolperstein“, welcher sensibilisieren soll. Was kommt hier? Warum kursiv? Mehr bleibt zu Beginn des Lesens nicht, als ein dezentes: Hä? Noch! Der sensible Leser wird einen weiteren Buchstaben am Ende des Textes finden, dann wird der Leser nicht nur stolpern, er wird halten, lange halten!

Was ist Alles? Es langt die Frage zu belassen, die Antwort wäre zu gewaltig, wir können es kaum beschreiben, wir kennen nur uns und unsere menschliche Sicht der Dinge. „Alles“ ist unendlich, in Raum und Zeit und außerhalb von Raum und Zeit! Sprachlich sind wir begrenzt, ein Nebenwort von „all“ bekommt Bedeutung, subtil und metaphorisch; Dosis: dezent homöopathisch! Ein Nebenwort eines Pronomens, ein Pro und ein Nomen.

Warum ist der Text schräg? Weil er schräg ist! Ich bewundere Hölderlin, viele seiner Texte sind in der Textgestaltung „schräg“ geschrieben und veröffentlicht worden, demnach wäre auch eine Nachahmung anzumerken.

So, ich habe einfach mal angefangen und wäre sehr erfreut mich weiter austauschen zu können.

Das auguste keine Interpretation liefern möchte, ist mir recht, denn man muss es nicht nur wollen, man muss es auch können! Abneigung ist dafür eine schlechte Voraussetzung! Hingabe ist notwendig, Neugier, Freude, Leichtigkeit, Poesie ist ein Spiel der Freude und der Lust! Ich wollte den Göttern Daktylus und Adoneus huldigen, mögen die Götter ihr hold sein!

Dennoch bin ich gewillt ihre Frage zu beantworten.

Muss sie auch hier blühen (die blaue Blume)?

Ja! Schau dir doch mal die Hexameter hier an, ist doch peinlich! Und das im Forum für Literatur und Germanistik, Germanistik, Germanistik, ich brenne wenn ich Gemanistik höre, ich brenne!!

Ich schließe vorerst und bedanke mich für das Interesse an meinem schrägen Text!

Lg
Butenlänners

 

     Willimox



Winke

   11.12.2013, 20:36 / 1 x geändert



Salute, B.!

Jemand mit metrischem Drive und Präzisionslust.
Lass weiteres los. Und Theorielastiges auch.

Und vielleicht ein wenig weniger Überschwang im Kommentieren und Reagieren? (Abneigung ist dafür eine schlechte Voraussetzung! Hingabe ist notwendig, Neugier, Freude, Leichtigkeit, Poesie ist ein Spiel der Freude und der Lust! Ich wollte den Göttern Daktylus und Adoneus huldigen, mögen die Götter ihr hold sein!)

....

 

     Butenlänner²



Winke

   12.12.2013, 19:22



gerne doch Willimox,

zu dem Wort "Alles" ist natürlich noch nicht alles gesagt, es geht ja auch sprachlich gar nicht, aber am Anfang von S4V4 kommt man natürlich wieder auf dieses Wort zurück, so hoffe ich jedenfalls! Ich nehme deswegen jetzt das zweite Wort: Erhebt!
Hölderlin - an den Aether, S3V1/2:

--Himmlischer! sucht nicht dich mit ihren Augen die Pflanze,
--- Streckt nach dir die schüchternen Arme der niedrige Strauch nicht?

Ich lege ferner ein Strukturschema mit den wichtigsten Hauptzäsuren bei, welche ein Muss darstellen! Der "Wikipedia"- Artikel ist dazu doch recht missverständlich!

X ) x ) (x) ) - X x (x) - X I x I (x) - X I x (x) - X x ( x ( X ( x


X = betonte Silbe
x = unbetonte Silbe
- = Versfuß
() = optional (Achtung: Hauptzäsur muss in den Versfuß, nicht am! Dementsprechend entfällt ggf. das optionale)
) - ( = Vor- und Nachzäsur - Nebenzäsuren - optional
I = Hauptzäsur muss, auch bei Nebenzäsuren

Nun, erhebt euch!

Butenlänners

 

     Jolante



Blume der Nacht

   12.12.2013, 19:23 / 2 x geändert



Grüß dich Butenlänner, ich finde deine Hommage an die Blaue Blume inhaltlich, sprachlich und metrisch recht gelungen. Allerdings frage ich mich, ob man heutzutage noch in diesem hohen Ton schreiben sollte, meine Antwort: lieber nicht. Warum? - Zu epigonal, zu wenig originell, zu wenig innovativ. Ich würde lieber etwas "Eigenes" von dir lesen, etwas, das deine Handschrift verrät, nun ja, etwas Authentisches, wenn du verstehst, was ich meine. Gut gemacht ist das Gedicht, und dass du es bereits in anderen Foren veröffentlicht hast, stört mich nicht.

Jolante

 

     Butenlänner²



Blume der Nacht

   12.12.2013, 20:00



Hi Jolante,
ich verstehe nicht!
Ob etwas von mir authentisch ist, kannst du nur schwer einschätzen, dafür müsstest du mich kennen! Vielmehr ist es doch wichtig, ob der Autor die Menschen kennt und ob er dieses in seine Inhalte einfließen lassen kann, dann würde ich von Authentizität sprechen wollen; ein Unterschied!

Zu epigonal, zu wenig originell, zu wenig innovativ; das kann ich schlucken, Ansichtssache!
Du meinst der Text sei "recht gelungen", das erweckt mein Interesse! Wo könnte ich ansetzen, bzw wo sollte ich ansetzen damit er "gelungen" wäre?
Gerne würde ich hier ein Gedicht mit mehr Authentizität einstellen, ein Hexa Distichion, ich fürchte aber die Germanistik Germanistik- Zensur!

Der Hexa ist ein Sprechgesang, hier sanft, er kann auch anders!

Butenlänners

 

     Gretchen Darloni



Lust & Liebe, Nacht & Blum

   12.12.2013, 20:02 / 5 x geändert



Ja, metrischer Drive, Präzisionslust (s. Willimox) - da geh ich mal mit.
Nachahmen, Epigonentum: im Prinzip auch okeeh. So kann man lernen.

Was ich aber überhaupt nicht goutieren kann, ist der (für meinen Geschmack viel zu) penetrant hoh(l)e Ton des Textes, dieser aufdringlich prosodisch-balsamisch-hymnische, hie und da fast über die Grenzen der Komik taumelnde Feierlichkeitsduktus, diese bis zur dünnsten Fadenscheinigkeit abgegriffenen, vernutzten Bilder, Wendungen, Kollokationen, auch die in den Versen lauernde klebrige Schwülstigkeit ... nein, also - ich bin nicht wirklich davon überzeugt, dass dieses Werk geeignet ist, den vom Autor festgestellten hohen Peinlichkeitsquotienten in der Hexameterabteilung des Forums nachhaltig zu senken.
Gretchen -> Ars Poetica


Btw.:
>> Grau oft, und hektisch die Tage, es fehlt der Musenkuss Wonne. <<
Genitiv korrekt gebildet wäre: >> ... es fehlt des Musenkuss(es) Wonne <<


EDIT: Was soll das denn heißen: "Die Menschen kennen"? Ist mir höchst suspekt, wenn wer von sich behauptet, er kenne "die Menschen", "das Leben", "die Welt", "die Liebe" etc. ... substanzlose Verallgemeinerungen, undifferenziertes Gelaber; unreflektierter Hoheitsanspruch, der da aufgerichtet wird. Was soll man damit? Jede/r "kennt" mit Glück einen Ausschnitt, einen mehr oder weniger winzigen Ausschnitt von "Allem", ein paar Mosaiksteinchen, die er dazu noch durch die so oder so oder so getönte Brille seiner individuellen Sozialisation, seiner ganz persönlichen Wahrnehmung sieht.
Aus dem eigenen Guckkastenausschnittquadrat leichthin großspurige Weisheiten ableiten und sie (in Gedichtform) mirnixdirnix den (lesenden) Mitmenschen als alleinseligmachende Wahrheit überbraten zu wollen, finde ich übergriffig. - Anders gesagt: Kein Autor der Welt kennt "die Menschen". Er kennt einige Menschen, hat einige Erfahrungen gemacht. Über die mag er schreiben. Ob ein Leser damit dann etwas anfangen kann oder nicht, muss offen bleiben. Darüber hat der Autor keine Macht.
Der Leser ist autark in seinem Rezeptionsprozess (und bleibt es; allen wohlmeinenden Leseanleitungen und Selbsterklärungen des Autors zum Trotz).

 

     ruelfig



Epigonialität

   12.12.2013, 20:13



Handwerklich sauber gearbeitet, gewiss, aber auch der Tisch, an dem ich sitze, ist rein technisch sauber gearbeitet und besitzt doch keine Seele. Oder ich kann diese nicht spüren. Würde ich dies dem Schreiner mitteilen und dieser gäbe mir darauf eine Anleitung, wie ich den Tisch zu erfühlen hätte, würde mir das auch nichts nutzen.
Im ersten Anlauf konnte ich dein Gedicht nicht bis zum Schluss lesen, es wirkte auf mich unfreiwillig komisch. Nachdem ich die Kommentare und das Handbuch des Autors zum Verständnis gelesen und darauf den Text bis zum Ende durchstanden hatte, wirkt er auf mich freiwillig unkomisch. Ich dachte: Wäre dieser Text ein LKW, würde er von der Polizei von der Straße geholt wg Überfrachtung. Eine bildnerische Hommage an Dürer oder eine musikalische an Beethoven müsste sich auch an den Originalen messen lassen und das ist scheißeschwierig, sowohl für den Produz- als auch für den Konsumenten.
Die Züchtung der rein blauen Blumen scheint sich ähnlich schwierig zu gestalten wie die Züchtung der rein roten Tagetes.

 

     Butenlänner²



Epigonialität

   12.12.2013, 20:32



Hi,
kommen wir zum dritten Wort: Sich.

sich erheben, manche erheben sich über andere, das ist so!

>> Grau oft, und hektisch die Tage, es fehlt der Musenkuss Wonne. <<
Genitiv korrekt gebildet wäre: >> ... es fehlt des Musenkuss(es) Wonne <<

Vielen dank für deine Hilfe, ich übernehme es vielleicht.

Würde gehen:
..., es fehlt doch Musenkuss Wonne?

Butenlänners

 

     Gretchen Darloni



Der Muse Kuss: Wonne!

   12.12.2013, 21:17



Hm, so sehr geschmeidig ist es nicht und nicht wirklich korrekt,
das >> es fehlt doch Musenkuss Wonne <<

Nicht unbedingt besser, doch immerhin denkbar und in der Form korrekt
wäre 'ne Elision: >> es fehlt des Musenkuss's Wonne <<

Oder so: >> es fehlt der Muse Kuss: Wonne! <<

Ach, am besten lässt Du den Fehler einfach stehen, basta. Kaum eine/r
Deiner LeserInnen wird es bemerken, for sure. Denn:
Längst ist der Dativ ja dem Genitiv sein Tod.
Gretchen grüßt -> Carpe!

Nicht, dass ich erheben mich wollte; halt' ich doch täglich mir vor, ich sei eine von Vielen nur, namenlos treibend
im unüberschaubaren Strome der ungeheueren Menschheit; ein winziges Lichtlein,
das flackert und alsbald erlischt.

Und doch will ich sprechen und nehme das Recht mir, zu nennen
in Freiheit, was je einem Dichtwerk in diesem und jenem Belange
nach meinem Verständnis an Güte gebricht.

 

     Butenlänner²



Der Muse Kuss: Wonne!

   13.12.2013, 00:53



Hi Gretchen,
dein Name erinnert an die Gretchen im Faust?!
Auch ein Text mit penetrant hoh(l)en, aufdringlichen Ton!
Deine ehrliche Kritik gefällt mir, du bist die erste die es auch mal raushaut! Ich bin natürlich anderer Meinung und mag meinen sanften, hymnischen Gesang, ich mag den Hexameter.

>> es fehlt der Muse Kuss: Wonne! <<
>>-x-X-x-X-x-x-X-X-x- au-----------a! <<

geht natürlich nicht, da wäre der Adoneus hops. Aber so ist es wohl, der Tod des/vom Genitiv/s wird akzeptiert und der Adoneus vergessen, so ist die Zeit, schlimm! Aber in der Antike, da war die Welt noch in Ordnung, nicht so ein Poetiker Stuss- Gebrabbel wie heute, diese verwahrloste Dotcom Poesie!
Vielleicht werte Gretchen, wird die Germanistik eines Tages das bilden eines Genitivs zur Option erklären müssen, mir käme es entgegen, da ich mich ständig schuldig fühle zu morden!!

Der Hexameter bietet so viele Melodien, schlagerhaft, im Räppedideppe- Style, Aggro, hymnisch- schleimig wie hier, biblisch, Märchenhaft und wer weiß wie viele Möglichkeiten er noch bietet. Das Potenzial ist wesentlich größer als wie beim Paarreim. Logisch, dass der Hexameter auch wesentlich mehr Inhalt vermitteln und aufnehmen kann, als wie es ein gewöhnlicher Reim tun könnte. Der Hexameter ist in der Dichtkunst sicherlich die Königsdisziplin! Aber das wird vermutlich Ansichtssache sein!

Ich bitte um weitere Kritik, oder ist alles gesagt?


Zum nächsten:

Himmel und Sterne

Der Traum, hat dieser "Raum" nicht Ähnlichkeit mit der unendlichen Weite des Sternenhimmels?

Butenlänners

 

     Gretchen Darloni



Alltagsraum, Sehnsuchtsraum

   13.12.2013, 13:45



Ja, Butenlänner, vielleicht also käm es denn so hin:
>> Grau oft, und hektisch die Tage, es fehlt der Musenkuss: Wonne! <<

Dass Du Deinen Hexameter magst, datt muss so und ist richtig und soll anders nicht sein und von den kritischen Gretchens dieser Welt möge die Freude Dir nicht geschmälert werden. --- Sprache ist lebendig und veränderlich wie die Menschen, die sie gebrauchen; ein steter Fluss, der sich seinen Weg gräbt durch die Zeiten. Germanisten beobachten, analysieren, kommentieren das, aber ich glaube, lenken oder verordnen können sie wohl nicht viel; die Veränderung, der jede Sprache unterworfen ist, folgt polykausalen kollektiven Dynamiken.

Und nu, wie geht es weiter?
Traumraum, Himmelsraum. Schicksalsfron, Seelenlohn. Meeresblau, Himmelsblau, Dunkelnacht, Blumenfrau. Fragen müd, Farben Lied. Venus, Feuer, Wunder, Luna. Trost. --- Dichotome Welten, mühseliger Alltagsraum, erquicklicher Sehnsuchtsraum, zwischen denen das Textsubjekt täglich pendelt.
Gretchengrüße -> Gegen Gries Gräme


Gretchen => http://de.wikipedia.org/wiki/Margarete

Ich denke gern an Meret Oppenheim, Margarete von Navarra, Margarete Maultasch, Margret Atwood, Gret Palucca, Gretchen Dutschke, Greta Garbo, Margarete Mitscherlich, das Faust-Gretchen, klar ... ein bisschen auch an -> (Marga)Rita Levi-Montalcini ... wir Margareten sind recht vielfältig ...

 

     Butenlänner²



Alltagsraum, Sehnsuchtsraum

   13.12.2013, 15:48



Hi Gretchen,
es geht so weiter:
ich danke dir für diesen Vorschlag(:)
>> Grau oft, und hektisch die Tage, es fehlt der Musenkuss: Wonne! <<
Das ist sehr sehr gut, zwei Punkte und so viel Wirkung, ich bin sehr erfreut und danke dir.
So bekommt der Text eine weitere "Nachzäsur", auch noch an schulmäßiger Stelle, wunderbar! (Freu)

Der Hexameter arbeitet mit Zäsuren, verschiedene "Sinneindrücke" und Aussagen werden getrennt, eine Tür schließt sich, eine andere geht auf, trotzdem führen diese Türen ins gleiche Haus, übergeordnet ergeben sich so subtile "Sinneindrücke" einer Thematik.

Dieses würde ich gerne im vorliegenden Text besprechen wollen!

Das muss nicht mit dir sein.

Aber ich würde gerne Hexameter von dir lesen, um mich weiter inspirieren zu können, hast du welche geschrieben?

Vielen Dank

 

     Gretchen Darloni



Gretchen ist uninspirierend

   13.12.2013, 23:53



Ja. Also. Nee.
An meinen Werken kannst Du Dir bestimmt keine Inspiration holen, Butenlänner.
Hatte ein einziges Mal mit nem Hexameter zu tun, da -> klick.
War nen traumatisches Erlebnis. Nie wieder.

Hab auch hie und da mal mit dem hohen Ton experimentiert, so übungshalber.
Da, gugg:
- http://www.synekdoche.de/thema2354.htm
- http://www.synekdoche.de/thema2350.htm
- http://www.synekdoche.de/thema3493.htm

Aber so wie ich gestrickt bin, liegt mir das Parodistische mehr. Ich besinge nun mal lieber
den Herpes der Euterpe (-> klick) als Blumen, Mond und Sterne und so.
Grüße vom Mitternachtskrötchen -> Die schöne Jessica

 

     Butenlänner²



Gretchen ist uninspirierend

   14.12.2013, 01:37



Gut, ich bin sehr zufrieden!

Mir liegt der Hexa! Deswegen habe ich ihn hier der Rubrik >Hexameter< gepostet, im Forum für Literatur und GermanistiK!

Ich erlaube mir, dir darzulegen, warum es wichtig ist im Hexa jedes einzelne Wort zu besprechen.


"Wandelt", dass letzte Wort im ersten Vers, es wirkt wie ein Homogramm, ein Wort gleich geschrieben, ich wandle durch das Dotcom, ich wandle meine Form, es ist der allgemeine Tenor der GermanistiK, dass sie ein göttlicher Tenor ist!

"Wandelt", dieses Wort steht an exakt richtiger Stelle, nur dort kann es seine Wirkung entfalten, hörst du es? Wandeln ist ein gigantisches Wort und endlos!

Wenn nicht, dann spiele mit deinem Herpes der Euterpe!

Butenlänners

 

     toltec-head



Von der Muse geküsst?

   14.12.2013, 13:17 / 2 x geändert



"Es fehlt der Musenkuss Wonne" find ich ganz ok. Meinetwegen gern sogar als Überschrift. Flutscht so dahin. Hat den französisierenden Charme des Dixhuitième in Verbindung mit einem Genitivus Objektivus.

- Il manque du sucre.

- Es fehlt vom Zucker.

- Es fehlt von der Wonne, nämlich der, die von einem Musenkuss herrührt.

Die abscheulichen Doppelpunkte, die jetzt da stehen, werden nur noch von den noch abscheulicheren Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen am Ende übertrumpft.

Man sollte und zwar sofort ohne Rücksicht auf Rang und Namen den Verbrecher dingfest machen, der mit dem Unsinn anfing, den guten, männlichen, deutschen Mond mit Luna auf schlechte Weise zu verwelschen, zu verweiblichen, poetisch zu trivialisieren. Doch, das sollte man. In den besseren Goethe Gedichte heißt es jedenfalls schlicht Mond, zum Beispiel "An den Mond". Luna und Metrik sind übrigens ein Topf oder besser Tropf, der im Wald die Vögel nachahmt, man liest so etwas samt mathematischer Anleitung und ist verstimmt. Warum? Weil, wo man einen Vogel erwartete, ein bärtiges Ungetüm mit Büchern unterm Arm erscheint.

 

     Butenlänner²



Von der Muse geküsst?

   14.12.2013, 19:04 / 1 x geändert



Hallo toltec,

„Bartiges“, dieser Bart, nein!

Machen wir ihn Dingfest! Goethe! Mond! Hölder! Luna! Mythologie? GermanistiK!!
Vielleicht hat der Goethe dem Hölder deswegen geraten, Gedichte nur über einzelne Gegenstände zu schreiben, weil er sich fürchtete vor dem Tropf! Der arme Goethe, vielleicht kein Wunder, dass aus ihm der Faust entstand, da wo Gretchen, die süße Gretchen zur Getchenfrage wurde!
Toltec, die griechische Mythologie fließt natürlich mit ein, aber der gewöhnliche Vogel , der nimmt Luna nur als Namen wahr, so wie Luna, der Hund im Nachbarhaus, oder wie Luna Lovegood , Lily Luna Potter, meinetwegen auch an Adrianna Luna, ahhh! Aber bevor ich bis zur Jynx torquilla abweiche, was sicherlich berechtigt wäre, möchte ich den Faden nicht verlieren, denn ich bin ja erst in S1V1! Aber soviel schon mal vorweg, die besagten Punkte, welche übereinanderstehen, diese abscheulichen, diese grotesken, diese bleiben für immer! Die Erfinderin dieser Punktierung, sei ewiglich genannt, zur Ehrung dieser hohen`Persönlichkeit! Grete! Das ist die NACHZÄSUR!!!!!!!!

S1V1:
Ich war bei dem Wort „wandelt“ und muss doch wieder auf den fünften Buchstaben im Gedicht zurückkommen, dass kursive s! Ich habe einen Schrägstrich angefügt, erst sollte er die gleiche Schräge aufweisen wie der Text, ich habe mich dann aber für die schräge Version entschieden, auffälliger! Die wohl wichtigste Stelle im Gedicht, sie wandelt, wir sind im Dotcom! Radiergummi, Papier, Tintenlöscher etc, Geschichte!

S1V2;
das erste Wort:
Endlos, endlos!

Vielen dank

Lg
Fietje Butenlänner

 

     Willimox



Grüne Fee

   15.12.2013, 16:32 / 8 x geändert



Sei gegrüßt, das da ist Durchblick:

Zitat:
-Zwischendeck:

Diese Begriffe kann man durchaus im Hexa benutzen, wichtig hierbei sind stark betonte Silben nach der dritten Wortsilbe der genannten Wörter, folgt ein starker Trochäus, wird so ein Wort eher zum Daktylus, folgt ein starker Jambus, dann wird diese Silbe eher betont! Aber: Folgt eine Art Aufzählung solcher Begriffe, dann behalten derlei Wörter ihren "Betonungscharkter", als würde man sie für sich alleine lesen.
Zwischendeck, U-Bahnhof, Schiffsverkehr, Bahnsteiggleis, Krankenhaus, Nettomarkt, ich kann sie nicht mehr.....



Weiß nicht, weiß aber nicht:

a) Nachzäsur

Das isolierte ...:Wonne lässt sich gerade auch als Wonne des fehlenden Musenkusses lesen. Das ist natürlich nicht gemeint - es sei denn, man versteht hier alles als Rede eines poetischen Nüchterlings, absurd, klar - aber das Nachklapp Wonne ist doch ein Hemmschuh. Und kein Steigeisen für Spontanreflexion.

b) Adoneus

Wir sind uns darüber klar: fünftes und sechstes Metrum sind fast immer ein dreisilbiger Takt (Daktylus) und ein zweisilbiger Takt. Der besondere Fall einer markierten Markierung des fünften Taktes als Daktylus lässt sich fast nur mit einem erheblichen Einschnitt erzielen, eben mit der "bukolischen Diärese". Insofern ist die Rede vom Adoneus samt entsprechenden Strukturzeichen nicht ganz glücklich gesetzt.

c) Hebungsprall in Augustines Distichon

Zitat:
Lasst, ich bitte uns sehr, unsre Meinungen langsam entstehen.
Wenig wissen wir meist. Dürftiges nutzt aber kaum.

Hi augustine,
ein wirklich bezauberndes Distichion, wirklich! Vor allem verzaubert mich der Hebungsprall im Hexa, ein "Denkstolperstein Hebungsprall", ja ein toller Denkstolperstein, sehr sehr gut, denn Dürftiges nutzt doch kaum!

Dass im Pentameter des Distichons der Hebungsprall regelmäßig ist, dürfte dem Poetiker sicher bekannt sein.

d) @Epigonentum und ruelfig

Diss´ Epigone mich ruhig. Ein Narr nur schämt sich des Namens,
der an das Vorrecht ihn mahnt, Gernhardts Poetik zu ehren.



e) poeta-doctus-Bashing

Zitat:
...man liest so etwas samt mathematischer Anleitung und ist verstimmt. Warum? Weil, wo man einen Vogel erwartete, ein bärtiges Ungetüm mit Büchern unterm Arm erscheint....


Ach Toltec, wo sollte man so etwas denn lesen, wenn nicht in einem germanistisch sich orientierenden Forum? Im übrigen, Holperverse und Hackbrettpoesie ließen sich durch Metrikvertiefung von Euer Merkwürden doch wohl anmutiger umgestalten, ohne dass dann eine Kastratenmelodei den poetischen Echoraum schändete. Das meinen zumindest Verlaine und Baudelaire - selbst - noch nach längeren Sessions mit der grünen Fee.

greetse

willi wamser

 

     Butenlänner²



Grüne Fee

   15.12.2013, 18:37



Hallo Willi,
ich gestatte mir aus Respekt, sie zu siezen, nehmen sie dieses bitte als Kompliment und Anerkennung wahr. Mein Eintrag unter ihrem Hexameter galt als unverbindlicher Vorschlag zur Inspiration, Irrtümer inbegriffen.

Ich nehme Stellung zu ihren Anmerkungen, als „Poetiker“ wohlbemerkt, dass ist mir immer sehr wichtig! Dieses Wort beschreibt die unterschiedlichen Welten aus denen wir kommen sehr gut, ihre ist gewiß eine Welt der Bildung, sie beherrschen die Grammatik und lehren sie vermutlich auch, ich renne ihr hinterher und gerate schnell aus der Puste! Sie sind ein Literat mit Annerkennung, ich ein Poetiker der sich in den Weiten des Dotcoms verlaufen hat, beide lieben die Poesie, dieses heilige Brot!

a)
Die! Nachzäsur:
Die Nachzäsur, bzw die Vorzäsur sollte drei Silben vor dem Anfang oder vor dem Ende nicht überschreiten. Ich gestatte mir Beispiele von einem Meister der Hexameterkunst beizufügen, Hölderlin! Und behaltet im Hinterkof die (:), danach folgen 2 Silben!

Grafik:

X ) x ) (x) ) - X x (x) - X I x I (x) - X I x (x) - X x ( x ( X ( x

I = Muss

"Drei Silben vor dem Ende": Dir entgegenfrohlockt, und der Erstgeborne, (der Alte

"Zwei Silben vor dem Ende": Komm ich zu dir und grüß in deiner Stille dich, (Alter!

"Eine Silben vor dem Ende": Und sie deuchen dem Herrscher ein Spiel, und noch, wie im Traum, (war

"Ihm das innige Volk", …geht es dann im nächsten Vers weiter.


„Eine Silbe am Anfang“: Steigt,) Unsterblichen nah, das Olympion auf in den Äther

“Zwei Silben am Anfang": Ruft es) denket ihr mein? und die trauernde Woge des Meergotts

“Drei Silben am Anfang": Aber weh!) Es wandelt in Nacht, es wohnt, wie im Orkus


Ich folge mit diesen Beispielen einem anderen Meister des Hexameters, Ferdi! Ein Dotcom- Dichter, vor dem ich sehr großen Respekt habe, seine Fäden mit dem Thema Hexameter haben höchste Einschaltquoten, was nicht nur seiner Kompetenz geschuldet ist, sondern auch dem riesigen Interesse am Hexameter! Ich verweise damit nochmals darauf, dass die Hölderlin- Beispiele von ferdi aufgefürt wurden und ich diese hier lediglich übernehme, die Grafik ist meine Erfindung!

Übertragen auf die Doppelpunkte hinter Musenkuss (:), denn um die geht es hier im Punkt a, ist somit eine Nachzäsur entstanden, ohne Doppelpunkte wäre sie nicht vorhanden! Natürlich Willi, natürlich sind diese Punkte kein Steigeisen für subtile Sinneindrücke, eben darum stehen sie jetzt da, quasi als Nachzäsur der Nachzäsur, weil eben der -Musenkuss: Wonne- fehlte! Höhere Mathematik, 1+1 = 1! Ferner lässt sich der Part, >…es fehlt der Musenkuss/ < an die übergeordneten „Megazäsur Schnittstelle“ von S4V4 anfügen:
…es fehlt der Musenkuss, du seliger Sänger der Stille…..
Da hätten wir zusätzlich auch noch einen Steigbügel für weitere Sinneindrücke, herrlich! Eigentlich sogar: 1+1+1=1! Ich brenne!
Ich erlaube mir deswegen nochmals auf das erste Wort zurückzukommen, „Alles“, dahinter steht ein: / ! Ein schräges /!

b) siehe a!

c) ich möchte Augustine nicht weiter diskreditieren.
Kurze Anmerkung:
Lasst, ich bitte uns (sehr, un)sre Meinungen langsam entstehen.(Hexa)
Wenig wissen wir meist. Dürftiges nutzt aber kaum.(Penta)
„Uuuuaar“, ich unterstelle der Autorin einfach mal, dass sie diesen Prall bewusst eingesetzt hat, alles ander wäre….., wenn ihr versteht was ich meine!

Natürlich Willi, wir sind uns bewusst darüber das der Hebungsprall im Penta sitzt, im Penta! Insofern herzlichen Glückwunsch auguste und vielen dank das du hier keine Rezension verfasst hast, es wäre mir ein Grauen gewesen, ein Trauma vermutlich!
Eben deswegen ist es mir auch immer wieder wichtig zu erwähnen, ich bin Poetiker, ihr die Kritiker, die Germanisten, die GermanistiK!

d) bewundernswerte Kunst!

e) toltec brauchen wir nicht zu Köpfen wie die anderen, dass möchte ich auch nicht, seine Kritik und seine Anmerkungen zeigten höchste Kompetenz! Die letzen (…) werden wohl noch umgeändert werden! Dafür danke ich nochmals!

Zusätzliche Anmerkungen:
Gedichte die eine höhere Kunst aufweisen, verdienen es, dass man jedes Wort betrachtet, manchmal sind sogar einzelne Buchstaben von Bedeutung, manchmal sogar nur die Luft zwischen den Buchstaben!

S1V2 drittes Wort:
FORM

Da würde ich gerne weiter machen, Form, schaut euch die Form an!

Vielen Dank

 

     SimonLore



   15.12.2013, 23:49 / 1 x geändert



Zitat:
Form, schaut euch die Form an!


Also wende ich mich mal dem Inhalt zu. Als erstes möchte ich meine Lieblingswörter/-phrasen in diesem Gedicht hervorheben:

Himmel, Sterne[n] Streben, Musenkuss, Wonne, Schlaf, Balsam, Fron des Schicksals, Spiele, Blume der Nacht, Seele!!1!! Leben[s], Lieb mein, sollst du mir blühen, im Dunkel unendlicher Leere..

Schließlich haben auch Luna und Venus einen Gastauftritt - denn kein Gedicht ist vollständig ohne antike Götter - nachdem da ein Lied mit prächtigen Farben gemalt wurde - offensichtlich im Schlaf, da ja das lyrische Ich zuvor müde hinsank zum lyrischen du und mit ihm träumte, was es nun im nächsten Vers nicht davon abhält, nachtgeweiht zu wachen und offensichtlich besoffen sehnsuchtsvoll zu verlangen, das Schlummerland zu bereisen. Man kann ja nie genügend Adjektive haben in so einem Gedicht!

Zitat:
Nacht geweiht wache ich- trunken, beseelt von schlafender Quelle,


Das Ding da zwischen "Nacht" und "geweiht" wird umgangssprachlich als "Deppenleerzeichen" bezeichnet. Oder Deppen Leer Zeichen, wenn das verständlicher ist.

Interpretation:
Das Werk setzt sich poetisch mit den seelischen Implikationen von Schlafentzug auseinander, in einer Art für die man mich vor drei Jahren am Pfahl verbrannt hätte. Der ähem Dichter scheut sich dabei nicht, auch noch die abgedroschensten Phrasen zu verwenden, um seinen Schlafproblemen Ausdruck zu verleihen.

Natürlich ist diese Interpretation Unsinn. Der Dichter, der verzweifelt bemüht, sein Werk in poetischem Halblicht zu halten und durch gestakste Sprache lyrisch zu wirken, allzu gezwungen von metrischer Nothdurft, drückt darin seinen dringenden Wunsch nach einem feuchten Traum aus. Dieses banale Thema wird durch all das pseudopoetische Geschwurbel nur unzureichend kaschiert.

Übrigens, ein Satz wie: "Ich folge mit diesen Beispielen einem anderen Meister des Hexameters" impliziert, dass der Autor sich selbst für einen Meister des Hexameters hält.

Nein, es ist keinesfalls lohnenswert, sich mit jedem einzelnen Wort dieses Gedichtes auseinanderzusetzen, weil es inhaltsleerer Ramsch ist und es ist eine ziemliche Unverfrorenheit, so etwas von den Mitforisten zu fordern.

Falls die deutliche Sprache dieses Kommentares gegen eine neue Weichwasch-Foren-Policy verstößt, die ich zwangsweise verpasst habe, bitte ich, mich darauf hinzuweisen. Ich wundere mich ernstlich über die Milde der Kommentare.

 

     Willimox



Grüne Fee

   16.12.2013, 09:27 / 7 x geändert



Salute Butenlänner!

Offensichtlich konnte ich mich nicht verständlich genug ausdrücken. Hier ein Präzisierungsversuch und: Freude am Fachsimpeln.



1. Adoneus und Co.

a) Wir sind uns einig: Die Diairese/Dihärese ist nicht die Zerschneidepause (Cäsur) inmitten eines Metrums, sondern eine massivere Trennpause zwischen zwei Metren: Ein syntaktischer Endteil addiert sich mit einem metrischen Endteil.

b) die bukolische Dihärese ist die Trennpause vor dem fünften und dem sechsten Takt des Hexameters. Sie ist eben auch durch ein syntaktisches Grenzsignal (Komma, Punkt....) oder Analoges gekennzeichnet. Oft gehört der Text nach der bukolischen Dihärese schon zum nächsten Vers.

c) Der fünfte und der sechste Takt eines Hexa wird vor allem dann als Adoneus bezeichnet, wenn ihm eine besondere Markierung vorausgeht. Eben die bukolische Dihärese.

d) Insofern sind einige metrische Strukturzeichen in der "Blauen Blume" anzweifelbar.


2. Toltecs Bild

Toltecs Metaphernpassage schaut so aus:

Zitat:
Luna und Metrik sind übrigens ein Topf oder besser Tropf, der im Wald die Vögel nachahmt, man liest so etwas samt mathematischer Anleitung und ist verstimmt. Warum? Weil, wo man einen Vogel erwartete, ein bärtiges Ungetüm mit Büchern unterm Arm erscheint.


You kiss by th' book (Romeo and Juliet I, 5

Damit ist sicher gemeint, man möge möglichst Skandierungen und Gelahrtes Metrikzeugs möglichst unterlassen. Es erinnere an bemooste Bartträger und Theoretiker und Strukturblödis, nicht aber an lebendige, vitale Poesie. Vitalismus, kein Strangulismus, so Toltecs Panier.

Das ist in einem fachsimpeloffenen Germanistikforum Käse-


3. Augustines Distichon

Zitat:
Lasst, ich bitte uns sehr, unsre Meinungen langsam entstehen.
Wenig wissen wir meist. Dürftiges nutzt aber kaum.

Hi augustine,
ein wirklich bezauberndes Distichion, wirklich! Vor allem verzaubert mich der Hebungsprall im Hexa, ein "Denkstolperstein Hebungsprall", ja ein toller Denkstolperstein, sehr sehr gut, denn Dürftiges nutzt doch kaum!


Der Hinweis auf "Dürftiges" im Denn-Satz lässt zunächst mal vermuten, dass der Hebungsprall im Pentameter gemeint ist: Der ist da sicher konventionell. Nichtsdestotrotz akzentuiert er hier sinnvoll das Lexem "Dürftiges" und damit den logischen Angel-und-Drehpunkt für die Anmahnung vertiefter Diskussion jenseits von zeitsparenden, aber kaum belastbaren Kurzsch(l)üssen.

Das Possessivpronomen "unsre" mag einen Nebenakzent tragen. Aber es ist sicher auch als Doppelsenkung zu lesen. Eine Abgrenzung gegenüber anderen Foren und deren Gepflogenheiten ist daher nicht unbedingt herauszulesen.

Die Doppelsenkungslesart mag auch damit zusammenhängen, dass "unsere" ähnlich wie Präpositionen als semantisch relativ arm und daher als frei flottierendes Material in metrischen Einheiten gehandhabt werden kann. Man vergleiche etwa ein "unser", das von einem Trochäus oder Daktylus mit semantisch vollem Lexem fortgesetzt wird.

Wütende Pest! Unser Vaterland .......

Oder willst Du ironisch-humorvoll darauf hinaus, dass sich Augustine dadurch "diskreditieren" könnte, dass sie eine Art Alleinstellungsmerkmal poetischer Hochkultur unsrem Forum zuordnet? Mittels eines ihr unterlaufenen oder bewusst gesetzten Hebungspralls in "unsre"?

4. Die Nachzäsur

Es wird gar nicht bestritten, dass hier über den Doppelpunkt eine Nachzäsur im Versende installiert wird:

Grau oft, und hektisch die Tage, es fehlt der Musenkuss: Wonne.

Bloß: Syntaktisch gesehen hat die Nachzäsur eine problematische Funktion. Man vergleiche:

es fehlt der Musenkuss: Elend
es fehlt der Dauerstress: Wonne
es fehlt der Musenkuss: Wonne

Der Leser mag ja die Nachzäsur und die Isolation des letzten Taktes unterschwellig verarbeiten. Aber fast zwangsläufig zieht er den Vorderteil, also den Kurzsatz mit heran. Der Doppelpunkt danach signalisiert oftmals ein Kurz-Fazit aus einer Aussage.

So ist der Nachklapp "Wonne" denn zunächstmal vor allem irritierend. Warum sollte es eine "Wonne" sein, wenn der Musenkuss fehlt? Allenfalls Nüchterlinge mögen das goutieren. Aber das ist hier sicher nicht gemeint, Und so weiter.

All diese unterschwelligen Überlegungen mögen spontan ablaufen, aber sie entbehren wohl einer besonderen Qualität. Eben kein Steigeisen für eine Spontanreflexion, sondern eher ein Hemmschuh, der den Flow der Zeile anmürbt.

Dann vielleicht doch lieber vollbarock zuschlagen:

Es fehlt die Musenkuss-Wonne :-)



greetse

willi wamser

 

     Butenlänner²



Grüne Fee

   16.12.2013, 22:23 / 2 x geändert



Hi Willi,

1. Adoneus & Co

Ich versuche zu folgen:
Die „häufigsten“ Zäsuren, Penthemimeres, Kata triton trochaion und Hephthemimeres dienen eher als Zäsur, die bukolische Dihärese (XxxXxxXxxXxx-XxxXx) als Trennpause zwischen 2 Metren, ich meine es zu verstehen.
Unverbindlicher Versuch im "Dististyle":
Suche, vergebe und finde nur liebliches; *leuchte uns Luna,
leuchte die Wege und zeig, alles was schöner uns ist..

Frage:
Ist die bukolische Dihärese auch als Mittel zur Verfeinerung der Melodie gedacht?
Ist sie ein Muss?
Ich verstand sie als Option.
Zitat Willi >Der fünfte und der sechste Takt eines Hexa wird vor allem dann als Adoneus bezeichnet, wenn ihm eine besondere Markierung vorausgeht. Eben die bukolische Dihärese<.

Schlage ich den Messias auf, dann braucht es sehr lange bis ich eine finde, schlage ich aber die Ilias auf, dann dauert es nicht so lange!

Ilias:
1Troer und Lykier ihr und Dardaner----Kämpfer der Nähe
2Seid nun Männer, o Freude, gedenkt des stürmenden Mutes
(11. Gesang).

Ein interessantes Beispiel aus dem Messias:
1Wenn er was that, er thats nicht, ---Satans Reiche zu schützen
2Seinetwegen verübt' (er es, Seit un)denkbaren Jahren
(V304/305)


Ilias1: Vor der bD ein Daktylus, danach beginnt der Adoneus deutlich, die Aussage ändert sich und führt sich in V2 fort.
Messias1: Kann man hier von bD sprechen?



Ich nehme an, die bukolische Dihärese ist im Modernen deutschen Hexa seltener, sehe ich das richtig? Und wenn ja, wieso? Hat es etwas mit antiken Laut-Längen und den daraus abgeleiteten Betonungsmustern zu tun?

Zitat Willi: d) Insofern sind einige metrische Struckturzeichen in der "Blauen Blume" anzweifelbar.

Sollte ich etwas ändern?

Ich habe das "Betonungsschema" angepasst.

Frage:
Ist es ratsam eine oder mehrere bukolische Dihäresen einzubauen? S3V4 wäre für mich ein möglicher Kandidat.

Erkenntnis:

Ich bin in Sachen bD noch unsicher!

Ich kann sie noch nicht benutzen, ich muss mit dem Thema wärmer werden.



2.
die Köpfe rollen



3.
Natürlich Willi, der Penta ist gelungen! Der Hexa ist nicht missraten, er besitzt aber eine sehr schlechte „Betonungsqualität!“
Gerade weil (Lasst, ich bitte uns sehr, unsre Meinungen langsam entstehen.) hinter „sehr“ eben ein Komma muss (ist), womit eine Pause erfolgt, ein Lese-Stop gewissermaßen, quasi wird Luft geholt, Unsere Luft ist ja so gut!
Gemessen an der Inhaltsaussage des Distis, dürftig, dürftig!

Thema beendet? Ich wünsch es mir!


4.
Es fehlt die Musenkuss-Wonne :

Genial, ich bin zutiefst erfreut und übernehme es so!

Vergessen wir die Gretchenpunkte, Friede sei mit uns!

________________________________________________

Anmerkungen:

@Willi: Das Bild ist wunderschön, von wem ist es?

Da Fremd-Links hier offenbar kein Problem sind, was mich wundert, gestatte ich mir einen Link zu setzen.
Dort seht ihr ein Distichion, nicht sanft und hymnisch wie Blume der Nacht, nein im "Aggro Räppedideppe- Style!" Der Text ist noch eine Baustelle, gesprochen wird er zum Teil im Chorus, aggresiv, "Spucketreibend", bis zur Erschöpfung, dann Happyend!
Willi, ich hätte gerne eine kurze Stellungnahme, ferner wüsste ich gerne, ob man solche Texte hier einstellen darf.
Der Text hatte in der Erstversion einen Hebungsprall nach der 2ten Betonung, dieses bitte nicht ansprechen.
Der Text befindet sich auf der wichtigsten Seite was Gedichte angeht: Dotcom!

Link:

--------------------------------------------------
---------------------------------------------------------------------------
------------------------------------------------
ich will bei dir sein


(entferne den Link nach Besprechung)
________________________________________________

@ Simon Lohre
danke für deine Spämvorlage!

Normalerweise antworte ich auf so etwas nicht!

Dennoch gestatte mir zu erwähnen, Hölderlin ist der Meister! Ferdi ist ein Meister! Was du schreibst ist SPÄM, eine prima Kopiervorlage übrigens, man suche sich ein paar metrische Auffälligkeiten, vermischt es mit deinem Späm, fertig ist der Kommentar.

Ich weise darauf hin, dass ich nirgends angedeutet habe, dass ich ein Hexa- Meister wäre!!

Das der uninformierte Leser erotisch in die Thematik rutscht, ist übrigens einkalkuliert! Ätschibätsch!

Angenehme "Feuchtträume"!

Die Luft zwischen Nacht und geweiht, bespreche ich wenn es soweit ist, danke!

Übrigens, wusstest DU, dass Späm ansteckend ist? Alleine deswegen sollte man so etwas meiden, es verseucht ein Forum!

________________________________________________


@ Bärbel Kokoff:

Erneut zu deiner Frage, warum ist der Text schief?

V1S1 Übergang V1S2

wandelt (nehme es bitte als Homogramm war)

Ich weiß das man so etwas nicht verordnen kann, es sollte aber so rüberkommen!


Ich bin am überlegen, deswegen noch ein Struckturzeichen hinter "Endlos" zu stellen.

Was meint ihr? Oder eine Idee?

Gute Nacht

Butenlönner

 

     Willimox



Grüne Fee

   17.12.2013, 13:24



Salute, bin etwas in Zeitdruck, daher nur kurze Hinweise für den durch Begier beeindruckenden "Poetiker" und "Euterpe-Jünger" B.:




1. Adoneus

Der Begriff "Adoneus" ist nur ein technischer Terminus, mir ist halt aufgefallen, dass Du in deinen ursprünglichen Skandierungen sehr oft die Doppelklammer angesetzt hast.

Die Begrifflichkeit ist für die Praxis natürlich nicht so wahnsinnig wichtig, wichtig ist nur, dass man den Hexameter nun mal in der traditionellen Form der beiden letzten Takte abschließt.

2. Musenkuss und Wonne-Wumms

Dein ursprünglicher Pattern der Musenkuss Wonne in

Grau oft, und hektisch die Tage, es fehlt der Musenkuss Wonne

ist wohl auf eine syntaktische Besonderheit zurückzuführen: Vermutlich war da ein nach vorne gezogener Genitiv Plural "der Kuss der Musen/der Musen Kuss" und das hat sich dann plötzlich als ein "der" im Nominativ Singular eingestellt und zu "der Musenkuss" addiert.

Oder es gab da einen altertümlichen Genitiv "es fehlt/es ermangelt der Wonne".

Toltec hat dann - jetzt mal leicht böse - seinen Senf aufgetragen und von allerlei Bärtigen und von einem "Genitivus objektivus" gesprochen. Das ist als Begriff nun wirklich kaum haltbar. Bei Wonne des Musenkusses ist der Genitiv vom hervorbringenden Element besetzt. Meint Toltec aber die Verbverbindung, dann haben wir ein rechtes Genitivobjekt vor uns. Und so wird alles ziemlich verschwurbelt und hochgrammatikalisch und so richtig, richtig bärtig bei unsrem angeblich theorieverachtenden Toltec.

Wie dem auch sei:

Da man im Hexameterende nicht takten kann

"der Musen Wonnekuss",

gab es dann die irritierende Passage in deiner Ursprungsfassung. Und Gretchen hat dann was dazu gesagt und willimox usw. Jetzt ist ein vorläufiger (!) Endstand mit der vollbarocken Formulierung gegeben:

Es fehlt die Musenkusswonne.

3. Tipp

Vielleicht interessant, einen Praktiker kennen zu lernen und mit ihm- über das Jahrhundert weg - zu sprechen. Karl Wilhelm Heyse, im Umfeld von Humboldt (dem Wilhelm) und von Mendelssohn Bartholdy einflussreich tätig, hat oftmals geholfen mit seiner "Kurzgefassten Verslehre" von 1825 (!).

Bei google-books ausdruckbar, mit Stichwortverzeichnis . Für unsere Diskussion (Caesur, Diärese, Adoneus) besonders interessant S. 99ff.

http://url9.de/Qha



Die grüne Fee für Toltec und andere

greetse

willi wamser

 

     Butenlänner²



Grüne Fee

   17.12.2013, 17:37 / 2 x geändert



Kurzer Zwischenruf:
Willi, mein Spieltrieb, verzeihen sie bitte! Ich muss doch wieder zurückkommen auf S1V1 und beginne wieder beim erstem Wort:
Trimeter claudus:
Ein Spiel:
Lasst, ich -1* bitte uns * ( -1b* sehr, / unsre *) 2* Meinungen * -- [ langsam 3* entstehen.* ]
Wenig 4* wissen wir 5* meist. 6* Dürftiges * nutzt 7 * aber kaum. *

*…* Trimeter
() Knall auf Fall (Denkstoplersteinfalle?)
/ Zäsur
-- bD
[] Adoneus
‚’ nicht drehbar/Kompromiss
Xx Silbe betont/unbetont
° 5!
Versuch:
3-2-1-7-6-5-4
Entstehen Meinungen uns bitte - wir wissen Dürftiges kaum aber
7-6-5-4-3-2-1
Aber kaum ‚Dürftiges’ wissen wir /-- entstehen Meinungen bitte uns

Alles / erhebt sich zum Himmel, hinauf zu den Sternen und wandelt

‚Und’ wandelt den Sternen hinauf zu / zum Himmel ° sich erhebt Alles °
‚x’XxxXxxXxxXxXxxXx Hexa

Spielende

Bis demnächst

Fietje

PS: Ggf Nachtrag und Stellungnahmen zu den Punkten 1 bis 3

 

     Willimox



Grüne Fee

   17.12.2013, 19:11 / 1 x geändert



Tja, nicht gerade sehr verständlich, geht da Genaueres?

Ist das ein spiel mit "Lasst uns unsre Meinungen" - im Sinn von durativer Hartleibigkeit bei einem Scheindativ "uns", dann aufgelöst und gekippt durch die Infinitivkonstruktion "langsam entstehen"?

Inwiefern ein syntaktischer Einschnitt hinter "Meinungen" - so wie oben? - und ist somit Takt 5 und 6 als "Adoneus" zu bezeichnen?

und anderes mehr


 

     Gretchen Darloni



gretchenzwischenfrage

   17.12.2013, 20:37 / 1 x geändert



wär es nicht recht und billig und angebracht beziehungsweise: was spricht dagegen, die diskussion
über augustines distichon im zugehörigen faden zu führen? => http://www.synekdoche.de/thema296.htm
gretchen grüßt -> depressione vitae!

 

     Butenlänner²



Grüne Fee

   17.12.2013, 22:19 / 7 x geändert



Grete, du hast ja recht, entschuldige bitte, es ist auch etwas übertrieben, Hexas rückwärts zu lesen, aber man darf es durchaus im Hinterkopf behalten (Palindrom).
Denken wir an Ero cras! Ich schließe diesen Zwischenruf ebenfalls mit dem Obermeister Kloppstock:
Es tagt nicht! Kein Laut schallt! Wer entschlöß sich schnell hier? Wen erschreckte nicht
("Betonungsspiel")

Willi,

1. Der Adoneus:
ZitatWilli: >Der Begriff "Adoneus" ist nur ein technischer Terminus,<
Gut, ich verstehe, der Hexa- Vers muss abfließen, er kann mit einem Daktylus nicht abfließen, zwei matte Betonungen haben keinen Wumms!
Anmerken möchte ich, dass die Kadenzen natürlich unterschiedliche „Abschlußqualitäten“ aufweisen können.
Die weibliche Endung hat weniger Gewicht, sie ist zart, sie hat was „erotisierendes“, eher was offenes.
Die männliche hat mehr Wumms und macht deutlicher Schluß:

S1V4:

-Schlaf, sei tröstender Balsam, wo Fron des Schicksals mich loslässt!

Als Option habe ich statt "mich loslässt" - "mir abfällt".

Gedanken zu "mir abfällt". Das Wort >abfällt< hat keine klare Betonung, ausgewiesen ist die Betonung sicherlich so: xX.
Sie ist aber auch eher so: XX. Scheinbar ein ewiger Wackel-Kandidat'. Es erinnert mich an das Wort >Asphalt<, welches immer seltener so betont wird: xX. Eher neigt man heute dazu es im Gleichlaut zu betonen.
Mir scheint, das >abfällt< durch die 2 vorgelagerten schwachen Betonungen sich in der ersten Silbe verstärkt (Xx) und einen Wumms erzeugt. Vlt bekomme ich eine Meinung dazu, denn es erfordert doch etwas Mut dieses Wort zu benutzen. Ich kann machen was ich will, ich spreche es im vorliegenden Text strikt (Xx) und das auch mit wesentlich mehr "Wumms" als mit >loslässt<. (xX) wie es eigentlich "schulmäßig" betont wird, ergibt für mich keinen Sinn, würde man es in diesem Text wirklich so lesen?? Aber ich kann da auch in mir selbst eine Betonnungs- Verstimmung inne haben.

Einer von 2 Versen aus >Blume der Nacht< mit leichter Wumms- Endung!

Anderes Beispiel für heftigem Wumms- Beat:

Wie Hunde-Blumen auch, ihr streckt euch in den Himmel,
wie morgenschöner Duft der Sommer Luft, ihr Lieben,
seid ihr im Äther toll, -wie Götter wollt ihr tanzen!“

(hier mittels sehr kräftiger Betonungen, auch so lässt sich ein sehr kräftiger Wumms erzeugen)

Überlegung:

S1V1 (der zweite Vers mit leichter Wumms- Endung).

Neuer Gestaltungsversuch:

Alles / erhebt sich zu Dir / hinauf doch zum, -- Himmel will wandeln
Xx,xXxxX/xXxx--bDXxxXx
Endlos Form und Kleider…..
(So bekäme das Homogramm vlt mehr Ausdruck, aber irgendwie gefällt es noch nicht)

Zweiter Versuch:
Alles / erhebt sich zu Dir' doch' hinauf in dem; -- Himmel will wandeln
Xx,xXxxXxxXxx--bDXxxXx
Endlos Form und Kleider…

Fazit:
Beide Versionen haben eine leichte bD, sowohl das Metrum wechselt, wie auch die Aussage, ich meine so käme eher ein Homogramm- Effekt auf subtile Art zustande. Version 2 hat eine etwas schwammige, bzw eine schwache weibliche oder männliche (') (oder keine) Hauptzäsur.
Version 1 hingegen hat eine mittel- starke männliche Zäsur!
Das Strukturzeichen vor dem Adoneus in der 1. Version erscheint erzwungen (vlt nicht verkehrt), in der 2. Version wirkt für mich das Semikolon besser.

Ich habe S1V1/S2V4 vorläufig geändert und hoffe zweckmäßige bD installiert zu haben.


Adoneus leitet sich ab von Adonis, dem Liebhaber der Venus, habt ihr vermutlich schon ge….

2. Musenkuss- Wonne
Herrjeeminee, Willi, sie bringen mich zum Schwitzen, hier merkt man deutlich den Unterschied zwischen einem Poetiker und einem Gelehrten, ich kann kaum folgen! Ich nehme mir diesen Punkt aber nochmals vor, später für mich alleine.
Aber belassen wir die voll barocke Version.

3.
Das Buch will ich haben, möglichst im Original!
________________________________________________


S1V2:
Kleider:
Kleider, Kleider wandeln und wandeln!

Butenlänners

Nachtrag: S2V1: Aus erleichter' wurde erleichtre. S3V4: Aus liebliches wurde Liebliches

 

     Gretchen Darloni



wo is die blume? was is passiert?

   19.12.2013, 21:09



hi butenlänner, nur kurz ne frage:

wollte grade nochmals die statements zu deinem gedicht
auf dsfo nachlesen, aber: der faden ist weg. wohin ist
der denn verschoben worden?
kannst du mir helfen?
gretchen grüßt -> carpe diem!

 

Blume der Nacht




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