aus.geträumt · gregor libkowsky · Quickies

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     gregor libkowsky



aus.geträumt

   26.11.2013, 21:54 / 1 x geändert



morgens kratze ich einfalt
vom fenster
röchelnde engel verschmieren
im lappen
an der scheibe platzen gebete

wieder ein tag ohne

 

     ruelfig



Endlich,

   26.11.2013, 22:58



Commandante, schreibst du wieder einen dieser Texte, die mich ahnungslos im genau Ungefähren herausfordern, das zu sagen, was nicht gesagt werden kann. Immer dann, wenn ich Zusammenhänge zu erkennen glaube, verschwinden diese und machen Platz für neue. Aber! hier ist keine Hermeneutik, keine Beliebigkeit, ich kann es mir zusammensetzen ohne Gebrauchsanweisung.
Danke dafür,
r

 

     Jolante



ausgeträumt

   28.11.2013, 22:33



Lieber gregor, dein kleines, schnell entstandenes Gedicht verführt mich dazu, mehr in es hinein- als aus ihm herauslesen zu wollen (was man ja eigentlich nicht soll). Ich interpretiere es so: Jene mit dem Gesetz des Tages nicht zu vereinbarenden Fantasien und Wünsche erscheinen dem lyrischen Ich im Traum einfach und erfüllbar zu sein. Doch morgens kratzt es die Einfalt (die Einfachheit der Gedanken?) vom Fenster. Röchelnde Engel verschmieren im Lappen und an der Scheibe platzen Gebete. Das könnte eine Metapher dafür sein, dass nach dem Aufwachen keine überirdische Hoffnung mehr besteht. Dem Leid und dem Elend der Welt ist kein Sinn abzugewinnen. In gewisser Hinsicht ist es ein Aufstehen mit einem höhnischen "Trotzdem", mit dem das lyrische Ich den Tag aufs Neue beginnt. Es hat sich ausgeträumt. Wieder ein Tag ohne Ermutigung. Kann, darf man es so lesen?

Es grüßt dich Jolante

 

     Pega Mund



wer spricht? - was fehlt?

   07.12.2013, 12:12



hab diese verse immer mal wieder gelesen in den vergangenen tagen.
die verwendeten bilder finde ich eindrücklich, eindringlich; leise, rätselhaft.
wer spricht? ein ich, das hermetisch abgeschlossen zu sein scheint von der "welt",
von "draußen". die scheibe, das fenster trennt eher als dass es verbindet.
nichts kommt herein, nichts geht hinaus. hoffnungsloser zustand.
der von Jolante angebotenen lesart kann ich gut folgen.
jetzt eben taucht noch eine assoziation auf: ein gefangener,
häftling, der durch eine trennscheibe auf seinen besuch sieht.
pegagrüße -> gut einfach ist schwer

 

aus.geträumt




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