Mondlandung · Sterber · ab 16 Zeilen

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     Sterber



Mondlandung

   24.08.2013, 11:07 / 1 x geändert



Der blasse Mondmann starrt mich an
ich starre zurück
Mit einem Schritt
der Welten überspannt
stehe ich neben ihm
und blicke herab auf den blauen Planet
wo die Menschheit lebt und gräbt und niemals schläft
Sehe Rauch aufsteigen wo einst Wälder warn
wo Gras sich wiegte in den Winden
verläuft heute eine Autobahn
die Flüsse sind zu Strichen in der Landschaft geworden
die Sümpfe wurden zugeschüttet, sie sind gestorben
wo früher nur die Dunkelheit ihr Kleide schwang
sind heute tausend bunte Lichter
und starren mich an
Nur die Meere nehmen ihren natürlichen Lauf
und strahlen blau zu mir herauf
Aber nur weil man die Plastikinseln von hier nicht sehen kann
die Erde stirbt
und starrt mich an.

 

     augustine



Mondlandung

   24.08.2013, 16:06



Nun ja, Herr oder Frau Sterber (Streber?),

neu ist das natürlich alles nicht; die Perspektive vom Mond aus erstmal nicht schlecht, auch der Schritt dahin nicht; aber: sieht man vom Mond Rauch und Autobahnen?

Und Sie sollten mal Zeile für Zeile durchdenken: sind da nicht ganz, ganz viele Stereotypen? schwingt die Sprache sich irgend an einer Stelle ins Eigene auf?

Gestaltung sehe ich mal grade am Anfang und Schluss: erst starrt der Mondmann, dann starrt die Erde.
Wenn das hier irgendwie eine Art böses Märchen sein sollte: nochmal versuchen?

Gruß augustine

 

     Sterber²



Mondlandung

   24.08.2013, 18:01 / 1 x geändert



Ich danke erst einmal herzlich für Ihre Kritik.

Im Mittelteil ging ich eigentlich eher von einer Struktur aus die durch den Inhalt gegeben ist. Ich bin leider ein sehr junger Schriftsteller und studierte bzw. studiere keine Wissenschaft die sich mit Poesie befasst. Sie kritisieren einen Mangel an stilistischer Struktur? Habe ich das richtig verstanden?

Es ging mir übrigens nie darum ein realistischen Blick vom Mond auf die Erde abzubilden. Es ging eher um eine Personifzierung des Mondes. Das lyrische Ich geht über vom Erdenbewohner zum Mondmann der traurig und betrübt auf die Erde blickt. Etwas konfus, aber wirkungsvoll meiner Meinung nach. Ein direkter Wechsel der Perspektive.

Es geht keinesfalls um eine märchenhafte Darstellung, es handelt sich vielmehr um den Versuch einer idealistischen, pessimistischen Weltanschauung. Ensprechend moralisierend und damit wohl leider auch klischeebehaftet sind die benutzten Bilder. Wobei ich von Inseln aus Plastik, in diesem konkreten Kontext, noch nicht gelesen habe, was aber an meinem Mangel an Belesenheit im Bezug auf zeitgenössischer Dichtung liegen mag.

Ps: Faktisch ist es so, dass man vom Mond aus die abbrennenden Teile des tropischen Regenwalds ausmachen kann, zumindest nach meinem Kenntnisstand.

 

Mondlandung




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