Thirteen Ways of Looking ... · augustine · english poetry

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     augustine



Thirteen Ways of Looking ...

   08.02.2013, 21:48 / 1 x geändert



Thirteen Ways of Looking at a Blackbird

By Wallace Stevens

I
Among twenty snowy mountains,
The only moving thing
Was the eye of the blackbird.

II
I was of three minds,
Like a tree
In which there are three blackbirds.

III
The blackbird whirled in the autumn winds.
It was a small part of the pantomime.

IV
A man and a woman
Are one.
A man and a woman and a blackbird
Are one.

V
I do not know which to prefer,
The beauty of inflections
Or the beauty of innuendoes,
The blackbird whistling
Or just after.

VI
Icicles filled the long window
With barbaric glass.
The shadow of the blackbird
Crossed it, to and fro.
The mood
Traced in the shadow
An indecipherable cause.

VII
O thin men of Haddam,
Why do you imagine golden birds?
Do you not see how the blackbird
Walks around the feet
Of the women about you?

VIII
I know noble accents
And lucid, inescapable rhythms;
But I know, too,
That the blackbird is involved
In what I know.

IX
When the blackbird flew out of sight,
It marked the edge
Of one of many circles.

X
At the sight of blackbirds
Flying in a green light,
Even the bawds of euphony
Would cry out sharply.

XI
He rode over Connecticut
In a glass coach.
Once, a fear pierced him,
In that he mistook
The shadow of his equipage
For blackbirds.

XII
The river is moving.
The blackbird must be flying.

XIII
It was evening all afternoon.
It was snowing
And it was going to snow.
The blackbird sat
In the cedar-limbs.

Wallace Stevens, “Thirteen Ways of Looking at a Blackbird” from The Collected Poems of Wallace Stevens. Copyright 1954 by Wallace Stevens. Reprinted with the permission of Alfred A. Knopf, a division of Random House, Inc.


Einmal wieder ein Versuch in Übersetzungen?

augustine

 

     Pega Mund



Thirteen Ways of Looking ...

   09.02.2013, 11:12



Warum nicht, bevor die Übersetzungsversuche beginnen, eine -> Annäherung, in summary und dann auch line by line, ein erstes Umtänzeln und Betasten dieses feinen, rätselhaften Gedichtes ---

. . .Gretchengrüße

. . . . . . . . . . . . -> Zur Ordnung der Welt

 

     augustine²



Thirteen Ways of Looking ...

   10.02.2013, 19:56 / 2 x geändert



Hier ist meine Version von heute:


Wallace Stevens

Thirteen Ways of Looking at a Blackbird (1917)




I
Zwischen zwanzig Schneebergen
War das einzige, was sich bewegte,
Das Auge der Amsel.

II
Ich hatte dreierlei Gemütsverfassungen,
Wie ein Baum,
In dem drei Amseln sind.

III
Die Amsel taumelte in den Herbstwinden.
Sie war ein Teil des Märchenspiels.

IV
Ein Mann und eine Frau
Sind eins.
Ein Mann und eine Frau und eine Amsel
Sind eins.

V
Ich weiß nicht, was ich lieber haben soll,
Die Schönheit der Stimmmodulationen
Oder die Schönheit nur von Anspielungen,
Wenn die Amsel singt
Oder gleich danach.

VI
Eiszapfen füllten das große Fenster
Mit fremdartigem Glas.
Der Schatten der Amsel kreuzte darin, hin und her.
Meine Stimmung machte in dem Schatten
Etwas Unentzifferbares aus.

VII
O ihr dünnen Männer von Haddam,
Warum stellt ihr euch goldene Vögel vor?
Seht ihr denn nicht, wie die Amsel
Um die Füße der Frauen
Um euch herum tippelt?

VIII
Ich kenne vornehme Betonungen
Und klare, unentkommbare Rhythmen;
Aber ich weiß auch,
Dass die Amsel enthalten ist
In dem, was ich weiß.

IX
Als die Amsel fortflog,
Machte sie von einem der vielen Kreise
Die Ecke kenntlich.

X
Beim Anblick der Amseln,
Wie sie in einem grünen Licht fliegen,
Würden selbst die Kupplerinnen des Wohlklangs
Schrill schreien.

XI
Er fuhr in einer Glaskutsche
Über Connecticut hin.
Einmal durchfuhr ihn ein Schrecken,
Weil er den Schatten der Kutsche
Mit Amseln verwechselt hatte.

XII
Der Fluss bewegt sich.
Die Amsel muss fliegen.

XIII
Den ganzen Nachmittag über war es Abend.
Es schneite
Und es wollte schneien.
Die Amsel saß
In den Zedernästen.


augustine

 

     Jolante



Thirteen Ways of Looking ...

   05.06.2013, 11:46 / 2 x geändert



Ei ei und nochmals ei, Herr Griebe. Haben sie vor dem Abfassen dieser Version zu tief in die geheimen Klostertagebücher des berühmten Herrn Weltek geschaut, oder konspirieren sie gar mit ihm? Wie und von wem inspiriert auch immer: Das Gedicht ist große Klasse, vor allem die letzte Strophe. Da ich kein Weichei bin sondern ziemlich hart gesotten, fühle ich ständig den metallisch grinsenden Eierschneider am seidenen Faden über mir baumeln. Kein schönes Gefühl, das kann ich ihnen sagen. (K)ein Trost, dass ich dieses Schicksal mit (fast) allen anderen Eierköpfen auf dieser Erde teile. Aber das sagt ja schon ihr Gedicht.

Es grüßt Jolante

 

     Pega Mund



Ja. Aber.

   05.06.2013, 17:44



Griebe schreibt:
Zitat:
Hier ist meine Version von gestern;

Wir gleichen uns,
wie ein Ei dem anderen.
Trotzdem nehmen wir Kontakt auf,
als interessierten uns
die ungelegten Eier der anderen,
während wir unsere eigenen
in fremde Nester legen.

Immerfort unterwegs
auf großer Suche -
zum Ei des Kolumbus
führt uns der Weg
der Fäulnis.
So vergeht
das Gelbe vom Ei,
während wir fest davon überzeugt sind,
immer auf den falschen Eiern zu sitzen,
denn am liebsten bebrüteten wir uns selbst.

Wir leben in einer Eierwelt,
und immer dann, wenn wir uns selbstverliebt
zurücklehnen in unseren pompösen und
weich gepolsterten Eierbechern,
baumelt schon über uns
am seidenen Faden,
metallisch grinsend,
der Eierschneider.


Stimmt, ja, das Griebesche Eierschneiderelaborat ist, so als Pastiche (oder gar Parodie?) auf den -> Großen Weltek gelesen, nicht ohne. Aber dass es gerade jetzt gerade hier in diesem Faden stehen muss, das will mir nicht gefallen. Wirklich nicht. Ich finde, dem feinen Amsel-Gedicht und augustines ambitionierter Übersetzung dazu gebührt andere Würdigung als der dotterflott hingeeierte Jokus unseres notorisch sich aufführen müssenden Forenkasperle sie bietet. Der Große Weltek (bzw. sein Autor) hatte für die Platzierung seiner Beiträge ein feines Gespür. Spaßmacher Griebe hingegen: rummst rum als wäre er die Tümpelnachtigall persönlich. Ohne Rücksicht auf Verluste ...
Schade.
. . .Streng gestimmte Gretchengrüße. . .-> Zur Tümpelnachtigall

 

Thirteen Ways of Looking ...




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