Trahisa (5) · gregor libkowsky · *.TXT

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     krastow



Trahisa (5)

   11.02.2012, 23:35



Herr Libkowski, das geht so nicht. Sie haben eine so schöne Schreibe und vergeuden sie dennoch an allgemeine Aussagen und undurchdachte Strukturierung des Textes. Warum tun Sie das? Ist es Langeweile? Das erhabene Gefühl, es besser machen zu können, aber dem Leser den Gefallen nicht tun zu wollen?
Nachvollziehbar, aber eitel.
Deshalb werde ich an dieser Stelle die ein oder andere Anmerkung machen und hoffen, sie überlegen es sich noch einmal mit dem Text und lassen uns alle an ihrem Talent teilhaben.

Mir persönlich gefallen Sie mir am besten im Ich. Zwar können Sie auch auktorial - mit Ritalia spätestens haben sie das bewiesen. Aber im Ich vermeiden Sie überraschenderweise etwas, was sie im Auktorialem viel zu großzügig anwenden: Sie tummeln sich - wieder einmal mit zumindest leicht erhobenen Zeigefinger - auf dem Jahrmarkt der Allgemeinplätze, mit all seinen literarischen Obszönitäten wie
Zitat:
Kaum jemand ist unbefangen, die Allerwenigsten können mit der körperlichen Unvollkommenheit ihrer Mitmenschen umgehen, (...).
in Zeile 1 (!).
Und als wenn diese ebenso gültige, wie triviale Aussage nicht erst mal genug wäre, das der Leser zu verdauen hat, scheuen Sie sich nicht, weiterzumachen. Nur wenige Satzzeichen später musste ich leider Zeuge dieses Satzes werden:
Zitat:
Ein fehlendes Bein, fehlende Finger oder, (...), das Nichtvorhandensein einer Nase; wir können den Blick nicht wenden, obwohl wir wissen, dass unsere Neugierde den Versehrten immer auf sein Defizit hin reduziert.

Herr Libkowsky, ich frage sie noch einmal: WARUM TUN SIE DAS?
Wissen Sie denn nicht, was das Schöne an einer allgemeinen Aussage wie dieser ist? Man kann sie auch nur andeuten und ALLE wissen, was gemeint ist. Eine kurze Situation beschreiben. Beim Bäcker, Optiker oder im Café am Strand, während eine Frau verstohlen ihren Mann unterm Tisch anstößt, um ihn auf die Nicht-Nase aufmerksam zu machen. In so einer Situation fällt es dann auch keinem weiter auf, dass die K. wabbelige Beine hat, die sie ungeschickt mit einem türkisblauem Strandtuch zu verdecken sucht. Zum Beispiel. Aber doch nicht so baaaam! (und der Hulk schlägt zu).



Doch stopp.
An dieser Stelle möchte ich inhaltlich verschnaufen und mich der Struktur zuwenden. Ich lese das Ding nun zum Dritten Mal und der Verdacht, den ich bereits nach dem ersten Mal lesen hatte, bestätigt sich nun leider: Die Stringenz des Mittelteils ist Arsch. Was ich meine?
Schauen Sie:

Erster Teil
Ästhetische Erwartungen der Menschen (Ä) , Frau K., die (Ä) nicht erfüllt.

Hauptteil
Begründung (Ä) mit Neugierde (N) -> Resultat: 'Versehrter' wird auf Defizit reduziert (DR)

Dann kommt der Satz:
Zitat:
Dies geschieht nicht aus Unerfahrenheit heraus, im Gegenteil, wissen wir doch um die Schwierigkeit, unseren Blick unbekümmert erscheinen zu lassen.

= Menschen reduzieren Versehrte, obwohl sie Erfahrungen mit mit unbekümmerten Blicken haben???

Danach:
Zitat:
Starrten wir während eines Gespräches unentwegt auf den Boden oder (...) nur nach oben, so wie Zorrock, dann wüsste die Kriebeck, dass der eigentliche Grund für diese Irritation ihre Nasenlosigkeit wäre.

Aber wenn er doch nach oben schaut und Frau Kriebeck dadurch weiß, dass er sie - Bezug auf den Satz davor -, nur auf ihr Defizit reduziert, macht der Satz

Zitat:
Wie bitter für beide, denn auch Zorrock wäre sich in dieser Situation bewusst, dass sein Abwenden von der Gesprächspartnerin als Missachtung ihrer Person gedeutet werden könnte.
keinen Sinn.
Man weiß vielleicht mehr oder wenig, was gemeint ist, aber indem Sie mit dieser holprigen Art die Situation der beiden zu beschreiben, rauben sie der Passage die Leichtigkeit des konventionell Subtilen, die als Rahmen dieser Situation dient.
Sie machen es mit dem Folgesatz dann nur noch schlimmer und verwirren den Leser mit eine vom Erzähler aufgestellten Unterstellung:
Zitat:
Unterstellen wir aber der Kriebeck ein gehöriges Maß an Erfahrung und Situationsgeschick, das ihr ermöglicht, solchen Situationen die Scham zu nehmen, denn die Kriebeck soll, so sagt man, im Cafe Agape daraufhin angesprochen, geantwortet haben, ein Frau ohne Nase denke immer für zwei, außerdem habe sie mehr Nasen als ihr lieb sein könnte.


Beim Weiterlesen dann bleibt man als Leser nach dieser anfänglichen Moral- und Verschwurbelungskeule zunächst einmal misstrauisch. Doch was folgt? Eine harmlose Szene, die leicht ist, aber nicht tändelt. Wie gesagt: Im Ich gefallen Sie mir weit besser. Es fehlt dem Text grundsätzlich an Rhytmus. Sie scheinen im Auktorialem ein Problem mit dem Skaz, sprich, dem simulierten Gespräch zwischen Erzähler und Leser zu haben (in Anlehnung an den Formalisten Eichenbaum in "Wie Gogol's „Mantel“ gemacht ist"). Ich hatte zwischenzeitlich den Eindruck, es gäbe mindestens noch einen weiteren Autor.

Zitat:
Zorrock erschrickt.
Im Aufstehen gibt er ein Geräusch von sich, dass von Frau Kriebeck als Zustimmung wahrgenommen wird, obwohl es eigentlich nur ein unbeholfenes Stöhnen gewesen war, das Zorrock in der Hoffnung, etwas Zeit zu schinden, von sich gegeben hatte. Wie aber soll er sich konzentrieren, wenn die fehlende Nase alle seine Gedanken absorbiert?
Freundliche Worte - er freue sich, ein Narr, der solch eine nette Einladung ausschlüge - und eine hieb- und stichfeste Begründung, weshalb er leider momentan den auch von ihm freudig erwarteten Nachmittag mit ihr um einige Tage verschieben müsse, bleiben ungesagt.


Verstehen Sie, was ich meine?



Wie dem auch sei, Herr Libkowsky, ich habe nun alle Ihre nummerierten Texte gelesen und hoffe, ich finde noch die Zeit, die letzten beiden zu besprechen, zumal es das VIEL mehr Lob gibt. Kurz nur: Achrad hat mich mitgerissen und Ritalia (was für ein Name!) hat mich gerührt.


Ich hoffe, auch andere entschließen sich, den ein oder anderen Kommentar unter Ihren Texten zu posten - verdient haben sie die Aufmerksamkeit des Forums allemal.





Es grüßt
Krastow

 

     Willimox



Trahisa (5)

   12.02.2012, 14:32 / 1 x geändert



anregende Ausführungen von krastow, hm.

Seine kritische Würdigung - so scheint mir - steht und fällt mit der Annahme, ein auktorial sich gebärdender Er-Erzähler müsse als verbindliche, zuverlässige Stimme vom Rezipienten angesetzt werden. Das mag Standard sein, ist aber nur ein wahrscheinliches Setting.

Der sich leicht aufplusternde Er-Erzähler in Trahisa wirkt mit seinem impliziten Anspruch auf Deutungshoheit und Überschau eher prätentiös. Man denke - gerade im eichenbaum-Umfeld und Gogols "Mantel" - an die Technik des "skaz".

Ein modernes Beispiel für "skaz": Wolf Haasens Er-Erzähler in seinen Brenner-Romanen, hier "Komm, süßer Tod":

"Jetzt ist schon wieder was passiert..." (ca 1´25´´)



greetse

willi wamser

 

     Willimox



Trahisa (5)

   12.02.2012, 15:36



Ergänzungen: Unzuverlässiges Erzählen





wiwa

 

     Pega Mund



Wie - "gar nichts"!?

   12.02.2012, 18:55



homecooking formuliert:

>> Jeder einzelne Satz, den Libkowski schreibt, ist gut gemacht. Nur leider ergeben die wunderbaren Sätze, zusammengerechnet, gar nichts. <<

Dass da bzw. inwiefern "zusammengerechnet" sich "gar nichts" ergebe - nein, das kann ich nicht nachvollziehen, erschließt sich mir nicht. Für mich IST da durchaus NICHT Garnichts, sondern "Etwas", nämlich der fünfte Gesang, die fünfte Stanze in finsterer Nacht oder auch vielleicht die fünfte Station eines Passionsweges, auf den der Autor die Lesenden mitnimmt; "Etwas" also, das in sich Geschlossenheit aufweist und doch andererseits auch Teil einer weiter gefassten, womöglich dystopisch-alogischen Anordnung ist.

Mich dünkt, die krastow-homecooking‘sche Argumentation stütze sich auf nicht viel mehr als einen Verständnisfehler (vgl. die erläuternden Zwischenrufe des geschätzten WiWa). Womöglich haben Messieurs krastow und homecooking versehentlich ihre Brille(n) vertauscht und deshalb ... ;)


. . . . . . . . . Gretchen grüßt

. . . . . . . . . . . . . -> First Sight Love (klicken!)


BTW, der @minz traut gut; rasch und ohne dass es weh täte.
Das nur in die Runde geraunt, falls etwa noch Bedarf hie und da ...

 

     krastow



Trahisa (5)

   12.02.2012, 19:08



Willimox sagt:
Zitat:
Der sich leicht aufplusternde Er-Erzähler in Trahisa wirkt mit seinem impliziten Anspruch auf Deutungshoheit und Überschau eher prätentiös. Man denke - gerade im eichenbaum-Umfeld und Gogols "Mantel" - an die Technik des "skaz".


Herr Willimox, ich wünschte es wär so. Ist es aber nicht.
Um Ihnen zu zeigen, wie skaz tändeln kann, hier nun die Szene aus 'Der Mantel', in welcher Akaki Akakiewitsch, soweit ich mich entsinne, zum ersten Empfang seines Lebens geht, auf welchen er wegen seines neuen Mantels eingeladen wurde. Man beachte, wie Gogol den Leser behutsam und dennoch zielstrebig (!) durch die Episode führt:

"Wo der Beamte lebte, der die Gesellschaft gab, das weiß ich leider nicht genau zu sagen; mein Gedächtnis läßt mich jetzt oft im Stich, und Petersburgs Häuser und Straßen gehen alle in meinem Kopfe so durcheinander, daß ich mich oft schwer darin zurechtfinde. Nur so viel weiß ich zu sagen, daß er im besten Viertel wohnte, also nicht sehr nahe von Akaki Akakiewitsch. Zuerst mußte dieser wohl noch durch öde Gassen mit spärlicher Beleuchtung schreiten, doch in dem Maße, als er sich der Wohnung des Gehilfen näherte, wurden die Straßen lebhafter, bewohnter und besser beleuchtet. Blitzschnell eilten Fußgänger an ihm vorbei, er sah schön gekleidete Frauen, die Herren trugen Biberkragen, das Auge begegnete hier nur ganz selten den hölzernen Bauernschlitten mit dem durchlöcherten Boden, hingegen flogen elegante Kutscher mit himbeerfarbenen Sammetmützen, lackierten Schlitten mit Bärendecken durch die Straßen, und die Kufen und Räder knirschten am Schnee. Für Akaki Akakiewitsch war das alles neu; schon seit vielen Jahren war er abends nicht auf der Straße gewesen. Neugierig blieb er vor einem hellerleuchteten Laden stehen und sah darin ein Bild, eine hübsche Frau darstellend, die sich den Schuh auszieht und so ihr Bein sehen läßt; hinter ihr steckt 31ein Herr mit Backenbart und Fliege unter der Lippe den Kopf zur Tür hinein. Akaki Akakiewitsch schüttelte den Kopf und lächelte und ging weiter. Und warum lächelte er? Weil er hier einer ihm ganz und gar fremden Welt zum ersten Male begegnete, für die auch ihm das Gefühl nicht ganz fehlen konnte. Oder dachte er so wie alle anderen Beamten: »Diese Franzosen! Die verstehen das!?« Vielleicht dachte er auch das nicht. Ach, wir vermögen ja dem Menschen nicht in die Seele zu blicken und zu wissen, was er denkt."

(Quelle: http://www.gutenberg.org/files/27973/27973-h/27973-h.htm)


Sehen Sie den Unterschied, meine Herren Willimox und Libkowsky? Hier hat Gogol eine Erzählerstimme gewählt, der weder verbindlich, noch zuverlässig ist und dennoch lassen wir uns leiten. Warum? Nun, das ist DIE Frage. Noch interessanter in diesem Fall ist jedoch: Wieso funktioniert das bei Trahisa nicht?


Verstehen Sie mich nicht falsch, Herr Willimox, ich möchte Gogol nicht mit Libkowsky vergleichen und dann zu der banalen Schlussfolgerung kommen, dass der eine besser als der andere ist. Jedoch bin ich davon überzeugt, dass wir von den Großen lernen können und als anspruchsvolle Schreiber uns auch mit ihnen messen müssen - wie auch immer das aussehen mag.



Es grüßt
Krastow

 

     Willimox



??

   12.02.2012, 19:17 / 1 x geändert



Im Folgenden seien drei Thesen Krastows skizziert und dann untersucht:

I Drei Thesen aus Krastovs Kritik:

1. Eine exuberante Kommentierung ist von Übel:

a) statt ellenlanger Explizitheit besser situatives Erzählen. Showing and not telling: "Eine kurze Situation beschreiben" -

b) "Der erhobene Zeigefinger" domestiziert den Leser, macht den Erzähler unsympathisch, verschafft dem Autor das "erhabene Gefühl es besser machen zu können" oder er hat andere, missfällige Motive, eine solche Orientierungsfigur im Kommunikationsfeld Erzähler - Leser zu installieren.

2. Die Erzähllogik der auktorialen Passage ist im "Arsch":

zentrales Argument:

Der Erzähler meint zur Blickproblematik: "Dies geschieht nicht aus Unerfahrenheit heraus, im Gegenteil, wissen wir doch um die Schwierigkeit, unseren Blick unbekümmert erscheinen zu lassen."

Der Rezensent meint dazu, es sei unlogisch, dass Menschen, die Erfahrungen mit unbekümmerten Blicken haben, Versehrte auf ihr Defizit hin reduzieren: "Menschen reduzieren Versehrte, obwohl sie Erfahrungen mit mit unbekümmerten Blicken haben???"

3. Die Gesamtstruktur des Textes

a) auktoriale Passage mit dem vielen Hinweisen auf die Probleme mangelnder Unbefangenheit gegenüber Versehrten,
b) dann die Szene - wohl die im Treppenhaus -

.... die Gesamtstruktur also kann nicht recht überzeugen:

"Beim Weiterlesen dann bleibt man als Leser nach dieser anfänglichen Moral- und Verschwurbelungskeule zunächst einmal misstrauisch. Doch was folgt? Eine harmlose Szene, die leicht ist, aber nicht tändelt."

II Diskussion

1. Der ausgreifende Erzähler

Klar doch, der Erzähler hat eine schrecklich dozierende, eine analytische Art, eine sezierende Distanz gegenüber seinen Figuren, dem Manne Zorrock und der Ephialtesfrau Kriebeck gegenüber.

Aber warum sollte sich der Leser nicht mit einem solchen Erzähler konfrontieren lassen? Warum sollte ein Erzähler ein Gespräch auf gleicher Augenhöhe suchen?

Vielleicht hat er ja wirklich etwas zu sagen.
Vielleicht sucht er mit seiner analytischen Distanz nicht das Erlebnishafte, sondern dessen rationale Verarbeitung.
Vielleicht ist die rationale Verarbeitung grotesk unbeholfen. Vielleicht hat sie eine komische Verzweiflung.
Vielleicht greift sie einfach zu hoch und zu kurz.

Kurz: Warum sollte der Erzähler verbindlich sein, Vertrauen erwecken, zuverlässig sein?

Das hier ist eine Erzählerfigur, die den Typus unzuverlässiger, unglaubwürdiger Erzähler tangiert, aber nicht tangieren muss.
Unser Er-Erzähler - so scheint mir - oszilliert. Und das hat seinen intellektuell-ästhetischen Reiz. Vielleicht ist damit das Fragezeichen von Homecooking gewürdigt. Vielleicht ist das eine ernst zu nehmende Antwort?

2. Die Erzähllogik der auktorialen Passage:

Genau genommen geht es um ein Dilemma, ein nachvollziehbares Dilemma in der von Krastov monierten Textpassage "Mittelteil":

Unser Blick, der Blick des Menschen fokussiert Abweichungen, fokussiert fast unwillkürlich auf Versehrtes.
Und das hat dann für den Versehrten etwas Beleidigendes, vielleicht nicht im Jetzt und Hier.
Aber der Schauende rechnet damit, dass sein Blick neugierig oder abwertend wirkt. Und entsprechend ist er befangen.

Das Ausweichen beim Schauen durch eine Aufwärts- oder Abwärtsbewegung ist da keine Abhilfe.
Der Beschaute erkennt die Ausweichmanöver und kann - so befürchten wir - unsere gewisse Ablehnung, unseren gewissen Widerwillen erkennen.

Egal, was wir tun, das Dilemma der Abneigungsinterpretation bleibt. So jedenfalls das Ergebnis unserer Reflexion. Und wie schwer ist dann ein naiv-spontanes Verhalten! Luxusüberlegungen? Blödsinn? Feigheit? Vielleicht.

Die "Schwierigkeit, unseren Blick unbekümmert erscheinen zu lassen" - so der L-Text - ist resistent. Daraus dann mit Krastov abzuleiten, dass wir "Erfahrung mit unbekümmerten Blicken haben", diese "unbekümmerten Blicke" aktivieren können, es aber dann - wider alle Erzählerlogik - nicht tun, ist schwierig.

Unlogik? Diese Unlogik sehe ich im Text kaum verankert. Eher sehe ich das beschriebene Verhalten (Verzicht auf die unmöglich erscheinenden vorbehaltlosen Blicke) durch eine skrupulöse Logik wenn nicht ausgelöst, so doch verstärkt oder mitbedingt.

3. Die Logik des Gesamttextes

Unsere Hauptfigur Zorrock kennt offensichtlich diese Probleme: Mit vielleicht grotesker Sensibilität versucht Zorrock ein Gesamtvermeidungsverhalten. Und genau das ist ja dann die "Fortsetzung" der theoretisch-abstrakten Ethik-Reflexion des Erzählers. Von den drei Möglichkeiten: In die Augen gucken und dabei "degradieren", nach oben gucken und dabei degradieren, nach unten gucken und dabei degradieren, wählt Zorrock die vierte: Er stiehlt sich aus dem Gesichts- und Erlebnisfeld:

Eine Wegschleichsituation wird uns nun szenisch vorgestellt. Zorrock will die Begegnung mit der Frau ausschließen. Er will die normale Folge einer durch den Erzähler avisierten tödlichen Verlegenheit ausklammern.

Und eben das gelingt nicht: In der Treppenhausszene kommt es zu der Begegnung. Die Strategie von Frau K. - komische Volte des Textes - läuft sogar darauf hinaus, das Vermeidungsverhalten angedeutet zu thematisieren und eine erotische Aura zu schaffen, in der unser männlicher Protagonist nolens volens "pappen" bleibt.

Unser Erzähler tritt auch hier - allerdings sehr viel weniger massiv - auf den Plan. Er vermag in einer Art Gedankenbericht in das Bewusstsein der beiden zu schauen.

Gut möglich, dass der aufmerksame Leser Augen und Ohren "spitzt", will er doch einerseits vielleicht wissen, was es mit der rätselhaften Aussage im Cafe "Agape" auf sich hat, Frau K. habe
"mehr Nasen als ihr lieb sein könnte".

Und er will wissen, was es denn bei dem sexuellen, agapefremden Kontakt gegeben habe: Ein Freundschaftsverlust durch eine ungeschickte Äußerung? Und wie denn nu das?

Ei, dieser hochgestochene Erzähler mit seinen Stelzenbeinen, er überschaut doch ein irgendwie verrückt anmutendes Erzählfeld.
Man sehe ihm zu und sehe zu, dass man nicht falle.

greetse

willi wamser

 

     krastow



Drei Thesen, eine Antwort

   12.02.2012, 20:13



Also eine Diskussion. Nun denn.
Hier, wo die Argumentation von falschen These ausgeht:
Zitat:
Eine exuberante Kommentierung ist von Übel

Nein, natürlich nicht. Spätestens nach Dostojewskis "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" weiß man, wie schön es sein kann, Zeit mit einem Erzähler zu verbringen, den man am liebsten bespucken wollte. Auch aktuelle Literatur à la Houellebecq geizt nicht mit Bewertung, nein. Aber sie ist dabei nicht, entschuldigen Sie Herr Libkowski, plump. Sie, Herr Willimox, scheinen aus einem aktuellen Textbeispiel eine Grundsatzdebatte machen zu wollen. Ich hingegen spreche explizit von diesem Einstieg:
Zitat:
Kaum jemand ist unbefangen, die Allerwenigsten können mit der körperlichen Unvollkommenheit ihrer Mitmenschen umgehen, womit ich nicht sagen möchte, die Kriebeck wäre vollkommen, hätte sie nur eine Nase im Gesicht.

Ich wünschte Libkowskis Erzähler wäre mir zumindest unsympathisch. Nach so einem nichts-Satz bleibt mir höchstens die Indifferenz.

Herr Willimox sagt:
Zitat:
Unser Blick, der Blick des Menschen fokussiert Abweichungen, fokussiert fast unwillkürlich auf Versehrtes.
Und das hat dann für den Versehrten etwas Beleidigendes, vielleicht nicht im Jetzt und Hier. (...) aktivieren können, es aber dann - wider alle Erzählerlogik - nicht tun.

Herr Willimox, DAS IST KLAR, steht da aber nicht so klar.
Da steht
Zitat:
Dies geschieht nicht aus Unerfahrenheit heraus, im Gegenteil, wissen wir doch um die Schwierigkeit, unseren Blick unbekümmert erscheinen zu lassen.

Wie bereits gesagt, man weiß, was gemeint ist, muss sich aber mühsam durch die zähe Satzstruktur kämpfen. Ihr Argument nun: Das muss so. Geht einher mit der Attitüde des Erzählers. Gretchen gar: Muss man als Teil eines Gesamtkunstwerkes betrachten. Was mich an diesen Argumenten stört ist, dass sie den einfachsten Weg darstellen und schlechten Text schlechten Text sein lassen. Verstehen Sie mich nicht falsch, Willi, Kleist brachte mirbei, im Dschungel der vertrackten Satzstrukturen und Partizipien zu überleben, aber er hat mir auch immer eine neue Welt des Denkens und Wahrnehmens in Aussicht gestellt. Libkowskis Text macht hingegen keine Versprechen.


Zitat:
Unsere Hauptfigur Zorrock kennt offensichtlich diese Probleme: Mit vielleicht grotesker Sensibilität versucht Zorrock ein Gesamtvermeidungsverhalten.

Zorrock die Hauptfigur? Wirklich? Wo sehen Sie das denn? Ich sehe ein Drittel des Textes an allgemeine Aussagen über die Gesellschaft und ihrem Umgang mit dem Anormalen vergeudet - zugegeben, die eigentliche Geschichte wird hie und da viel zu zaghaft angedeutet - und dann kommt da eine Szene, die "intellektuell-ästhetischen Reiz" birgt, sprich: Wenn man genug überinterpretiert, wird schon ein Schuh raus.



Mmmh. Schwierig. Ich werde beim Lesen einfach den Eindruck nicht los, dass das ganze zu holprig ist und dass das so nicht gewollt sein kann.
Ist dieser Eindruck, Herr Willimox, überhaupt nicht nachvollziehbar?


Es dankt für eine anregende Diskussion
Krastow
und wundert sich, wo der Libkowski bleibt

 

     Willimox



erzählen - ewig - auktorial

   12.02.2012, 20:21 / 2 x geändert



Zitat:

Der sich leicht aufplusternde Er-Erzähler in Trahisa wirkt mit seinem impliziten Anspruch auf Deutungshoheit und Überschau eher prätentiös. Man denke - gerade im eichenbaum-Umfeld und Gogols "Mantel" - an die Technik des "skaz".
Willimox

Herr Willimox, ich wünschte es wär so. Ist es aber nicht.
Krastov






Lieber Krastow,

die Analyse lohnt sich, die Ihrer Argumentation und die des Erzähl-Textes: Und wir können uns sicher darüber einigen, dass in großer skaz-Literatur die digressiven, auktorialen Passagen sehr wohl ihren Platz haben und in ihrer Leserlenkungsfunktion gerade auch dann funkeln, wenn sie szenische Passagen ummanteln.

Denken Sie etwa an Eichenbaums Hinweise auf die kommentierende Passage zu "Bashmakin" (Halbschuhlich). Oder betrachten wir ein paar Beispiele aus dem "Mantel" oder den Skaz in Gogols "Vorworten" zu den "Abenden auf dem Vorwerk". Man denke auch an Andrej Belyis "Cerjebrjanij Golub"/ "Die silberne Traube" oder "Tuatamur" von Leonid Leonov.

Dann frage ich mich immer noch, warum es nicht einen verquollen schreibenden Erzähler geben darf. Gerade, wenn man die skaz-Varietäten kennt. Auch der Hinweis oben auf Haas scheint mir dienlich. Und nun ja: Warum man den L-Erzähler nicht gleich versteht, aber doch eigentlich gleich verstehen soll?



Hier die Exposition von Gogols "Mantel":

I
Zitat:
In einer Ministerialabteilung – besser ich nenne sie nicht, denn es gibt nichts Empfindlicheres als unsere Beamten, Offiziere und Kanzlisten. Heute fühlt wirklich schon jeder Privatmensch in seiner Person die ganze Gesellschaft beleidigt. Da soll neulich der Bericht eines Polizeihauptmannes – ich weiß nicht mehr aus welcher Stadt – vorgelegen haben, worin dieser breit ausführt, daß die kaiserlichen Verordnungen allenthalben nichts mehr gelten und der geheiligte Name eines Polizeihauptmannes mit unverhohlener Verachtung ausgesprochen werde, und zum Beweis legte er dem Bericht einen dickleibigen Roman bei, allwo auf jeder zehnten Seite ein Polizeihauptmann in völlig betrunkenem Zustande erscheint. Um also Unannehmlichkeiten zu vermeiden, nenne ich die Ministerialabteilung, um die es sich hier handelt, lieber eine Ministerialabteilung, irgendeine …

In einer Ministerialabteilung also diente ein Beamter, irgendeiner. Man kann nicht gut sagen, er hätte herausgeragt aus der Schar der anderen, denn er war klein, pockennarbig, rothaarig, kurzsichtig, hatte eine Glatze und kleine verrunzelte Bäckchen, und aus seiner Gesichtsfarbe konnte man auf Hämorrhoiden schließen. Doch dagegen ist nichts zu machen. Schuld trägt das Petersburger Klima. Um seinen Rang nicht zu vergessen, da man bei uns vor allem den Rang angeben muß – er war das, was man einen ewigen Titularrat nennt, über welchen sich bekanntlich hier schon verschiedene Schriftsteller lustig gemacht haben; diese können nun einmal 6nicht von der Gewohnheit lassen, gerade auf solche Leute loszugehen, die sich nicht wehren können. Er hieß Baschmatschkin, und sein Vorname lautete Akaki Akakiewitsch. Es ist wohl möglich, daß letzterer dem Leser merkwürdig und ein wenig gesucht erscheine, doch ich kann ihm versichern, daß nach diesem Namen in Wirklichkeit nicht gesucht worden war, daß vielmehr Umstände eingetreten waren, die jeden anderen ausschlossen, und das hatte sich so zugetragen.


Da ist dann unser Zorrock-Text in seiner Exposition gar nicht mehr so ungogolsch. Und selbst wenn Gogol solche Expositionen nicht geschrieben hätte: Was sagt das aus über die Qualität und Funktion aberrativer, auktorialer Passagen?




greetse

willi wamser

Wo L. bleibt?
Der wahre Autor hütet sich, seine eigenen Texte zu deuten.

 

     Pega Mund



Eine einfache Meinung! Das also ist

   12.02.2012, 20:44



des Pudels Kern. ---

krastow bekennt:

>> Ich werde beim Lesen einfach den Eindruck nicht los, dass das ganze zu holprig ist und dass das so nicht gewollt sein kann. <<

Die ganze Argumentiererei geht nach gekünstelt heftigem Schaukeln auf einem nicht wirklich vorhandenen Diskursmeer nun endlich am einfachen "Eindruck" des verehrten Herrn Kritikrastow vor Anker - und das ist ganz gut so, findet das schlichte Gretchen, denn einer wird zwar DEN Eindruck nicht los, welchen jedoch andere gar nicht erst haben, so dass Gretchen, oh diese simple Seele, nicht umhin kann, hier ein Extravivat auf die rezeptionalen Differenzen der einzelnen Leserpersönlichkeiten abzuböllern und gut iss. Oder!?


. . . . . . . . . Gretchen grüßt hold

. . . . . . . . . . . . . -> Fragen des Lebens (klicken!)

 

     aswad



@Krastow und wen's interessiert

   12.02.2012, 21:33 / 2 x geändert



Zitat:
Kaum jemand ist unbefangen, die Allerwenigsten können mit der körperlichen Unvollkommenheit ihrer Mitmenschen umgehen, womit ich nicht sagen möchte, die Kriebeck wäre vollkommen, hätte sie nur eine Nase im Gesicht. Denn womöglich wäre die Nase dann zu groß, kartoffelknollig oder am Ende so klein wie eine Erbse - und wenn nicht die Nase, dann gäbe es sicherlich etwas anderes, das unseren Blick anzöge.


Zitat:
Libkowskis Text macht hingegen keine Versprechen.



Ja, doch, klar tut er das, er verspricht eine interessante Geschichte. Denn ein Mensch ohne Nase ist außergewöhnlich und daher interessant. Reizvoll changierend zwischen märchenhaft und im nüchternen Jetzt geerdet, so kommt mir der Anfang vor.

Zitat:
Genau das ist das Problem: Ein fehlendes Bein, fehlende Finger oder, wie in unserem Fall bei Trahisa Kriebeck, das Nichtvorhandensein einer Nase; wir können den Blick nicht wenden, obwohl wir wissen, dass unsere Neugierde den Versehrten immer auf sein Defizit hin reduziert. Dies geschieht nicht aus Unerfahrenheit heraus, im Gegenteil, wissen wir doch um die Schwierigkeit, unseren Blick unbekümmert erscheinen zu lassen.


Ich würde es nicht als Verschwurbelung bezeichen, wär übertrieben. Finde aber, die Stelle bremst ein wenig, mag am Erklärenden liegen. Ich, Autor, erkläre dir etwas, Leser. Es ist ja kein Moralfinger, daher nicht so wirklich tragisch - aber halt eine Erklärung. Ein Erklär-Finger, der sich winzig kurz erhebt.

Zitat:
Wie bitter für beide, denn auch Zorrock wäre sich in dieser Situation bewusst, dass sein Abwenden von der Gesprächspartnerin als Missachtung ihrer Person gedeutet werden könnte.


Hier an dieser Stelle ("Wie bitter für beide") musste ich lachen. Und dafür bin ich immer dankbar, wenn das ein Autor hinbekommt. Also nicht nur so ein innerliches Lachen, ein lautes.


Good work, Libkowski.



Jaja. Bis dann.

 

     krastow



@aswad und Willimox und und und

   12.02.2012, 21:47 / 1 x geändert



Aswad, Sie haben Recht. Ein Versprechen wird gemacht und ja, ich habe es übersehen. Obwohl ich Trahisa nun mehrmals gelesen habe, den Aufbau strukturierte und über Möglichkeiten nachdachte, den Text so klingen zu lassen, als gäbe es wirklich einen Menschen, der so spräche (zugegeben , an dieser Stelle gibt es Diskussionsbedarf, mit welchem man zwei Fäden füllen könnte), habe ich ganz vergessen, dass hier eine Frau ohne Nase ist, die das weiß und dennoch oder gerade deswegen den irgendwienichtfassbaren Nachbarn von sich überzeugen will.
Ich ziehe somit offiziell meine Behauptung zurück, Libkowski habe keine Versprechen gemacht.
Doch: Hat er sie gehalten? Ich glaube, habe den Eindruck und bin vielleicht eventuell der Meinung, dass quasi das die Frage ist, an der sich die Geister diese Forums scheiden. Vielleicht.
Aswad zu der Behauptung, der Text sei 'verschwurbelt':
Zitat:

Finde aber, die Stelle bremst ein wenig, mag am Erklärenden liegen. Ich, Autor, erkläre dir etwas, Leser. Es ist ja kein Moralfinger, daher nicht so wirklich tragisch - aber halt eine Erklärung. Ein Erklär-Finger, der sich winzig kurz erhebt.


Kann man diese Erklärung nicht verbessern, Libkowski, damit sie sich besser in den Gesamttext einfügt? Gerade bei einem so kurzen Text ist es wichtig, dass alles im 'Schwung' bleibt.


Herr Willimox,
eine Erzählung rechtfertigt per definitionem den Erzähler. Ich erinner mich an die ersten Seiten von Walsers Gunten: das Befremden, welches ich empfunden habe, als ich Jacob durch das Institut Benjamenta begleitete. Und dennoch, trotz befremdlichen Erzählens in Semantik und Tonfall, ich war IN den Szenen. Jacob hat mich an die Hand genommen und mir Herr Benjamenta vorgestellt, hat mich in die inneren Gemächer der Schwester, an ihr Totenbett geführt.
Was das mit Trahisa zu tun hat? Etwas, über das sich nicht streiten lässt: die Form. Walsers Jacob von Gunten hatte mit seine +-200 Seiten Zeit, den soeben beschriebenen Erzähler beim Leser nachvollziehbar zu machen und ihn somit zu etablieren. Bei Trahisa hingegen stehen Libkowski viel weniger Zeilen zur Verfügung, um den Erzähler glaubwürdig, i.S.v. nachvollziehbar - egal in welcher Ausartung-, zu machen.
Behaupte ich zunächst einmal. Es mag jedoch zwar einen größeren Rahmen für den Charakter Z. geben - was ja auch schon mit der Nummerierung und den intertextuellen Personenverweisen der hier eingestellten Texte angedeutet ist. Aber selbst wenn oder gerade dann: Trahisa reicht nicht an die Stärke Ritalias oder Colinas heran. Noch nicht.



Ach ja, @hc: Durchaus diskussionswürdig Ihr 'Denkanstoß', inwiefern der Autor, indem er eben seine Perspektive von Welt darlegt, sich nicht immer über den Leser stellt.


Es dankt für die abwechslungsreiche Diskussion
K.

 

     aswad



@Krastow und wen's interessiert

   12.02.2012, 23:06 / 1 x geändert



Zitat:
Ich ziehe somit offiziell meine Behauptung zurück, Libkowski habe keine Versprechen gemacht.
Doch: Hat er sie gehalten?


Ein anfangs gegebenes 'Versprechen' in einer Geschichte ist ja einem Motiv in der Musik vergleichbar. Es treibt die Sache von Moment zu Moment voran. Ums Einlösen geht's ja erst mal nicht - nur vorantreiben muss es, bis alles gesagt ist.


Die schwierige Frage ist ja immer, welches Motiv für welchen Zweck tragfähig ist, und weiß nicht, was Libkowski mit seiner Geschichte vorhat.

Greetz

aswad aswadson

 

     Willimox



@Krastow und wen's interessiert

   12.02.2012, 23:14 / 4 x geändert



Lieber Herr Krastow,

ganz weit weg von Rechthaberei,
seien Sie versichert,
mich interessierte vor allem die Erzähltechnik bei L.

Es ist ja unstrittig, dass er einen verkopften und analysierenden Erzähler einsetzt. Und dass das die einfühlende Leserhaltung eher hemmt. Und dass es sehr wohl Erzählungen gibt, in denen der Leser sehr schnell oder weniger schnell, aber dann eben doch voller Inbrunst auf der textinternen Szene empathisch mitagiert.

Aber: Legitimiert durch die Tradition und auch ein wenig durch die zeitgenössische Kritik des Feuilletons sind wohl doch solche Passagen:

Zitat:
Aber "Komm, süßer Tod", das ist schon bei der Klara auch mehr die Pubertät gewesen als die Kennerschaft, sprich: alles immer mit Tod und ding. Weil wenn du heute siebzehn bist, dann hat der Tod eine gewisse Süße. Mit siebzehn bist du ja noch unsterblich, aber weil das Leben oft bitter ist mit siebzehn, denkst du dir: der Tod eigentlich süß. Und da ist eben der Tod ein großer Tod, aus dieser gewissen Puntigamer Stimmung heraus. Aber wenn du mit fünfzig zur Strahlentherapie fährst, Tod nur Scheiße.

Haas: Komm süßer Tod

Weil oft legt man sich im Leben gewisse Dinge ein bißchen zurecht, damit sie nicht so schmerzlich sind wie die ungeschminkte Wahrheit. Das ist eigentlich nur menschlich, einziges Problem: Man fängt mit der Zeit an, wirklich an die geschminkte Version zu glauben.

Haas: Komm süßer Tod

Der Mensch hat wohl täglich Gelegenheit, in Emmendingen und Gundelfingen, so gut als in Amsterdam Betrachtungen über den Umstand aller irdischen Dinge anzustellen, wenn er will, und zufrieden zu werden mit seinem Schicksal, wenn auch nicht viel gebratene Tauben für ihn in der Luft herumfliegen.
Aber auf dem seltsamsten Umweg kam ein deutscher Handwerksbursche in Amsterdam durch den Irrtum zur Wahrheit und zu ihrer Erkenntnis. Denn als er in diese große und reiche Handelsstadt, voll prächtiger Häuser, wogender Schiffe und geschäftiger Menschen, gekommen war, fiel ihm sogleich ein großes und schönes Haus in die Augen, wie er auf seiner ganzen Wanderschaft von Duttlingen bis Amsterdam noch keines erlebt hatte.

Hebel: Kannitverstan

In St. Jago, der Hauptstadt des Königreichs Chili, stand gerade in dem Augenblicke der großen Erderschütterung vom Jahre 1647, bei welcher viele tausend Menschen ihren Untergang fanden, ein junger, auf ein Verbrechen angeklagter Spanier, namens Jeronimo Rugera, an einem Pfeiler des Gefängnisses, in welches man ihn eingesperrt hatte, und wollte sich erhenken. Don Henrico Asteron, einer der reichsten Edelleute der Stadt, hatte ihn ungefähr ein Jahr zuvor aus seinem Hause, wo er als Lehrer angestellt war, entfernt, weil er sich mit Donna Josephe, seiner einzigen Tochter, in einem zärtlichen Einverständnis befunden hatte. Eine geheime Bestellung, die dem alten Don, nachdem er die Tochter nachdrücklich gewarnt hatte, durch die hämische Aufmerksamkeit seines stolzen Sohnes verraten worden war, entrüstete ihn dergestalt, daß er sie in dem Karmeliterkloster unsrer lieben Frauen vom Berge daselbst unterbrachte.

Kleist: Erdbeben


Mir schwirrte der Kopf. Mode, Politik, Analysen, Barrikaden gar! - da konnte ich nicht mithalten. Ich ging damals noch zur Schule, hörte in der Freizeit Popmusik, übte Griffe auf der Gitarre, schrieb vor dem Einschlafen zwei, drei hochexpressionistische Gedichte und arbeitete ansonsten am Entwurf einer allumfassenden Welterlösungstheorie. Außerdem beschäftigte mich die Frage, warum die Mädchen immer die Idioten unter meinen Geschlechtsgenossen bevorzugten. Und ich schlug mich eine Zeitlang mit einem sonderbaren Ehepaar herum, dessen vertrackt liberales Spießbürgertum mir viel Kummer und Kopfzerbrechen machte.

Kennengelernt hatte ich die beiden bei einem Fest, das meine Eltern in unserem Haus veranstaltet hatten, eine Geburtstagsparty oder so etwas ähnliches. Ich muss damals siebzehn Jahre alt gewesen sein - nein, halt, erst sechzehn. Zu jener Zeit war ich nämlich noch vollkommen größenwahnsinnig (mit sechzehn hat man geradezu die Pflicht, größenwahnsinnig zu sein!), und als ich siebzehn wurde, war es damit bereits vorbei. Rückblickend vermute ich, dass der Wahn sich genau in dem Moment in Nichts auflöste, als ich einem letzten Blick auf die schlafende Lisaweta warf und dann endgültig ihr Zimmer verließ.

Jochen Griebe: Das Herz der Einsamkeit

EINS
Davon erzählen? Aber ich weiß nichts davon zu erzählen. Lest die Bücher. Zigtausende sind darüber geschrieben worden.
Meint ihr vielleicht, ich hätte besonders tiefgehende Einsichten und Erkenntnisse, weil ich ein sogenannter Zeitzeuge war?
Zeitzeugen, meine Lieben, sind von allen Quellen die unzuverlässigsten überhaupt. Stellt euch einen schweren Verkehrsunfall vor, Verletzte, Tote, zerstörte Autos, Polizisten, Ärzte, Rettungshubschrauber, Menschen, die den Unfall gesehen haben, Schaulustige, Gleichgültige - was ihr wollt. Und nun denkt nach. Wer oder was in diesem blutigen Szenario käme dem am nächsten, was man einen Zeitzeugen nennt?

Es ist der Asphalt, die Oberfläche der Straße.
Stellt euch den Sturm auf die Bastille vor. Nicht die romantisierenden Ölgemälde, die in den Museen hängen, sondern den wüsten Haufen Halbverhungerter, der das Staatsgefängnis stürmt. Seht ihr die zerlumpten Gestalten aus der Gosse, die alles totschlagen, was sich ihnen in den Weg stellt? Seht ihr den gierigen Pöbel, und wie er den Erschlagenen die Kleidung raubt, die Goldzähne aus den Kiefern bricht, die Zellentüren öffnet und alles freilässt, was eingesperrt wurde: Mörder, Unschuldige, politische Gefangene, Kinderschänder, Diebe, Geisteskranke, alles. Dachten diese Zeitgenossen im Jahre 1789: Das ist die Französische Revolution? Ein neues Zeitalter bricht an, und ich bin dabei?

Jochen Griebe: Das Herz der Einsamkeit


Was L dann nach seiner Exposition im Zorrockfall "macht", das können wir dann ja - da stimmen wir überein - im Großtext sehen.
Ok?

greetse



willi wamser

 

     krastow



Trahisa, oh Trahisa!

   12.02.2012, 23:35



Zitat:
Was L dann nach seiner Exposition im Zorrockfall "macht", das können wir dann ja - da stimmen wir überein - im Großtext sehen.

Das hoffe ich auch. Es war mir jedenfall eine Freude mit Ihnen und anderen diesen Text, der viel zu lange ohne Kommentar vor sich hin dümpelte, besprochen zu haben. Besonders über Ihre Verweise auf weiterführende Literatur und zum Thema passenden Primärtexte freue ich mich.


Und die Frage nach dem Verständnis von Erzählerhaltung und Leser-Autor-Verhältnis?
Vielleicht in einem anderen Faden. Vielleicht woanders.


Gruß in die Runde
Krastow

 

     krastow



Jochen, oh Jochen!

   16.02.2012, 18:25 / 1 x geändert



Jochen, es sind hier innerhalb von 24 Stunden viele mehr oder weniger ernst gemeinte bzw. zu nehmende Kommentare in diesen Faden gepostet worden und Herr Libkowski kann sich nun anhand der Anmerkungen überlegen, ob der Text so, wie er ist, passend und fertig ist oder nicht. Wahrlich, nicht alle aufgeworfenen Fragen wurden hinreichend beantwortet bzw. dikutiert (Ich erinnere Sie nur an den interessanten Punkt, ob Leser und Autor überhaupt auf einer Stufe sein können.). Auch, hingegen Willimoxens Hinweis, fehlte mir der Dialog mit L. selbst, da man durchaus davon ausgehen kann, dass hier eingestellte Texte nicht fertig sind und ein reziproker Austausch über Texte zwischen Leser und Autor allemal fruchtbar sein kann.
Aber, Jochen, moser ich deswegen rum? Ziele ich meinen warmen, gelben Strahl ins Feuer? Nein, diese Erwartungshaltung, auf allen literarischen Kanälen gleichzeitig bedient zu werden, scheint mir nicht nur realitätsfern, sondern auch suspekt. Ich komme dementsprechend nicht umhin den subjektiv, eventuellen quasi-Eindruck zu haben, dass der Ursprung Ihrer Forderungen an das Forum in der Streitlust liegt, denn in der ersthaften Auseinandersetzung mit Kunst. Provokation kann helfen, Provokation kann entschleiern und Prozesse in Gang setzen. Sie kann aber auch auf Dauer nervig werden, wenn sie sich nämlich als Selbstzweck darstellt.

Schade eigentlich, J-Lo, denn ernst kann ich Sie bei solch einem Verhalten wohl nicht (mehr) nehmen.


K.


_______________________________
Ich hoffe, werter Herr Libkowski, Sie verzeihen mir den Off-Topic-Kommentar in Ihrem Faden.

 

     gregor libkowsky²



Trahisa (5)

   11.12.2013, 16:22 / 2 x geändert



Vorab ein großes Dankeschön an all diejenigen, die mit ihren Kommentaren in der vergangenen Zeit meine hier eingestellten "Renko-Texte" begleitet haben. Die Texte habe ich entfernt, weil mittlerweile ein Buch daraus entstanden ist. Es tut mir leid, dass nun so manch feiner Kommentar traurig vor sich hin dümpelt. Hier, am Trahisa-Text, hatte sich ein sehr interessanter Meinungsaustausch entwickelt. Gerade der vorgebrachten Textkritik und der spannenden, diskursiven Argumentationen wegen schulde ich den Beteiligten den Ursprungstext.
Weit davon entfernt, das Forum als Reklamebühne nutzen zu wollen, hier noch der Hinweis auf das Buch:
Christoph Meissner-Spannaus, Renko: Siebzehn Kopfgeschichten, Verlag Rote Zahlen. Buxtehude 2013

Danke.
Gregor Libkowsky





Trahisa



Kaum jemand ist unbefangen, die Allerwenigsten können mit der körperlichen Unvollkommenheit ihrer Mitmenschen umgehen, womit ich nicht sagen möchte, die Kriebeck wäre vollkommen, hätte sie nur eine Nase im Gesicht. Denn womöglich wäre die Nase dann zu groß, kartoffelknollig oder am Ende so klein wie eine Erbse - und wenn nicht die Nase, dann gäbe es sicherlich etwas anderes, das unseren Blick anzöge.
Genau das ist das Problem: Ein fehlendes Bein, fehlende Finger oder, wie in unserem Fall bei Trahisa Kriebeck, das Nichtvorhandensein einer Nase; wir können den Blick nicht wenden, obwohl wir wissen, dass unsere Neugierde den Versehrten immer auf sein Defizit hin reduziert. Dies geschieht nicht aus Unerfahrenheit heraus, im Gegenteil, wissen wir doch um die Schwierigkeit, unseren Blick unbekümmert erscheinen zu lassen. Starrten wir während eines Gespräches unentwegt auf den Boden oder - wohl nicht schlimmer, doch ebenso lächerlich - nur nach oben, so wie Zorrock, dann wüsste die Kriebeck, dass der eigentliche Grund für diese Irritation ihre Nasenlosigkeit wäre. Wie bitter für beide, denn auch Zorrock wäre sich in dieser Situation bewusst, dass sein Abwenden von der Gesprächspartnerin als Missachtung ihrer Person gedeutet werden könnte. Unterstellen wir aber der Kriebeck ein gehöriges Maß an Erfahrung und Situationsgeschick, das ihr ermöglicht, solchen Situationen die Scham zu nehmen, denn die Kriebeck soll, so sagt man, im Cafe Agape daraufhin angesprochen, geantwortet haben, ein Frau ohne Nase denke immer für zwei, außerdem habe sie mehr Nasen als ihr lieb sein könnte. Berichtet wird außerdem, dass der letzte Ausspruch zu allerlei Mutmaßungen und seltsamen Erklärungsversuchen geführt haben soll.

Zorrock versucht, das Problem von der Wurzel her zu lösen. Vorsichtig federt er das Zuschnappen seiner Wohnungstür mit einer Hand ab, dann schleicht er auf Socken, die Schuhe in der Hand, im Treppenhaus abwärts. Auf halber Treppe bleibt er stehen und lauscht nach unten. Es ist ruhig. Jetzt schnell. Noch zwölf Stufen und dann ...
Verdammt.
„Guten Morgen, Zorrock, so früh schon unterwegs?
Frau Kriebeck lacht. „Weshalb tragen Sie Ihre Schuhe in der Hand?“
Zorrock bleibt stehen und fühlt sich einfach nur jämmerlich. Gegen die Kriebeck scheint kein Kraut gewachsen zu sein. Sie hat den siebten Sinn. So vieles hat er probiert, doch es gelang ihm bisher nicht, auf seinem Weg durchs Treppenhaus der Kriebeck zu entgehen.
„Guten Morgen, Frau Kriebeck“, antwortet er, „die Schuhe sind neu, sie quietschen arg, ich wollte niemanden wecken so früh am Morgen. Vergeblich, wie mir scheint, jetzt sind Sie ja doch wach.“
Die Kriebeck lacht schon wieder. „Ach Zorrock, ich freue mich jedes Mal, wenn ich Sie sehe. Sie sind so lustig.“
Sie schnalzt mit der Zunge.
Jetzt weiß auch Zorrock nichts anderes, als ein gekünsteltes Lachen herauszupressen.
„Ich muss“, sagt er hastig und wendet sich der Treppe zu.
„Nun könnten Sie allerdings Ihre Schuhe wieder anziehen, ich bin doch wach.“
Zorrock hält kurz inne und da ihm nichts Vernünftiges einfällt, das ihm erlaubte, ohne Schuhe weiterzulaufen, setzt er sich auf den obersten Treppenabsatz und bindet sich die Schuhe.
„Ich frage mich schon seit längerem, ob Sie es wohl fertigbrächten, einer Frau wie mir eine Einladung zum Kaffee abzuschlagen? Heute Nachmittag, ja? Bei der Gelegenheit, ich heiße Trahisa, sagen Sie ruhig Trahisa zu mir.“
Zorrock erschrickt.
Im Aufstehen gibt er ein Geräusch von sich, dass von Frau Kriebeck als Zustimmung wahrgenommen wird, obwohl es eigentlich nur ein unbeholfenes Stöhnen gewesen war, das Zorrock in der Hoffnung, etwas Zeit zu schinden, von sich gegeben hatte. Wie aber soll er sich konzentrieren, wenn die fehlende Nase alle seine Gedanken absorbiert?
Freundliche Worte - er freue sich, ein Narr, der solch eine nette Einladung ausschlüge - und eine hieb- und stichfeste Begründung, weshalb er leider momentan den auch von ihm freudig erwarteten Nachmittag mit ihr um einige Tage verschieben müsse, bleiben ungesagt.
Für den Rest des Tages wird Zorrock seine verbale Ungeschicklichkeit und die verlangsamte Reaktion bezüglich Frau Kriebeck verfluchen. Die Scheiß-Nase, wird er schimpfen, verdammte Scheiß-Nase. Dabei wird er an Achrad denken, Achrad, sein bester Freund, der untertauchen musste. Achrad hätte gewusst, wie man in solch einer Situation den Kopf oben behält. Der Frau sei nicht zu trauen, hatte er gesagt, kurz nachdem Frau Kriebeck in die Wohnung unter ihnen eingezogen war, große Angst habe er aber nicht, dass sie ihre Nase zu tief in die Angelegenheiten Anderer stecken könnte. Zorrock wird lachen müssen, während er sich an diese Worte erinnert.
Zu diesem Zeitpunkt kann er noch nicht wissen, dass er, trotz aller Vorsicht seinerseits, eines Tages mit einer unbedachten Bemerkung während des Liebesspiels mit Frau Kriebeck zum Verräter an seinem besten Freund, Achrad, werden würde.

 

     Pega Mund



Stimmen aus dem KopfSystem

   14.12.2013, 10:01



... und ich bin privilegiert, denn ich halte das Buch in Händen, kann es aufblättern. Wie das zugeht? Nun, die Post brachte ein wattiertes Kuvert, eine Überraschung zur hellen Freude in diesen dunklen und immer dunkleren Tagen. -> Urake habe ich gleich nachgelesen, -> Lucilia, -> Naopte, -> Borkoff ...

Ein schönes Buch ist es geworden. Den Texten, den "Kopfgeschichten" aus dem "System Renko", sind Abbildungen beigegeben: expressive, starke, eindrückliche Köpfe, Holzskulpturen, Plastiken des 2009 verstorbenen Dietwald Spannaus.

Eine Lektüre, die ich gern empfehle - nicht nur zur Weihnachtszeit.
Pega grüßt -> drift‘n

 

     Jolante



Stimmen aus dem KopfSystem

   15.12.2013, 14:22 / 2 x geändert



Es sind absurde und gerade deshalb so verstörend lebenswirkliche Geschichten, die mir den Kopf ver-rücken und meinen Blick auf Merkwürdigkeiten richten, die ich in ihrer Eigenart bisher nicht bewusst wahrgenommen habe. Es geht um Freiheit oder ihr Gegenteil, es geht um Toleranz oder ihr Gegenteil, es geht um Sinn oder Unsinn, es geht um Liebe und Tod - kurz und gut: es geht um alles oder nichts. Mich begeistert dieses Buch. Allein es in Händen zu halten und darin zu blättern ist ein ästhetisches Vergnügen. Die Abbildungen der ausdrucksvollen Holzskulpturen von Dietwald Spannaus laden dazu ein, die "siebzehn Kopfgeschichten" fantasievoll weiterzuspinnen. Es ist ein nicht alltägliches Buch für den täglichen Lesegenuss, denkt sich

Jolante

 

     augustine



unerfreulich

   18.12.2013, 18:25 / 1 x geändert



>> Jeder einzelne Satz, den Libkowski schreibt, ist gut gemacht. Nur leider ergeben die wunderbaren Sätze, zusammengerechnet, gar nichts. <<

Das schrieb, siehe das posting hier vor meinem, der unerfreuliche Herr Griebe - der dann auch aus den Texten von eben diesem Libkowsky unter dessen Klarnamen - ein Buch gemacht hat. Ach, ein Buch: aus gar nichts??

EDIT 30.12.13: Hater rausgenommen, der Griebe, seinen Satz oben. Machter ja immer so: reinschmeißen und rausnehmen (bzw. entfernt kriegen); kam eigentlich jemals jemand auf die Idee, dem zu irgendwas zu glauben?

Und "libkowsky " selber hat auf das Buch hin alle seine nun irgendwie 'besser' veröffentlichten Texte hier rausgenommen und damit den ehedem gelesen und kommentiert Habenden eine Nase gedreht; und gnadenhalber einen Text wieder reingestellt.

augustine

 

Trahisa (5)




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