gregor libkowsky
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17.01.2012, 13:49 / 2 x geändert
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türme & märkte
dein lächeln verhallt
zwischen den türmen vergeblich
kratzen sie vögel
vom himmel mit betenden händen
trage ich dich zu markte
im leeren käfig erstarrt
die stadt unten am fluss
verlieren die federn
meine last und
dich
märkte & türme
dich
lockte der marktschrei zu oft
fremde federn verflogen für eine handvoll
ungedecktes schlängelt die stadt
und würgt an ihren türmen
im künstlichen aufwind
wirst du mir bleiben als
träumte ich noch
vom fliegen

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Elise
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sind nicht erwünscht.
Substanz! Esprit! Hungrig die Texte
umtänzeln! Wer das nicht vermag: schweigt.
Elise

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Gretchen Darloni
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Also, das muss ich jetzt doch sagen, dass ich mehrfach die Türme & die Märkte umtänzelte, las, kaute, versuchte - und sie scheinen unnahbar bleiben zu wollen, ja, es fällt mir nicht leicht, in diese beiden Gedichte einzudringen; sie scheinen mir hermetisch, in schwer entschlüsselbarer "Eigensprache" verfasst. Fragen, vor allem Fragen entstehen mir, deren Beantwortung noch nicht durchgehend glückte:
Was hat es zu bedeuten, dass da zwei Gedichte stehen?
Eine Thematik, aus zwei verschiedenen Blickwinkeln betrachtet?
Eine zeitliche Abfolge, ein "Damals-Jetzt"? Symbolisch für zwei Personen?
Im Text benennt sich ein "Ich", auch wird ein "Du" angesprochen. Aber - WER spricht zu WEM?
Bieten die beiden Texte Informationen über das sprechende Subjekt?
Wie stehen das "Textsubjekt" und das "Du" zueinander?
We sehen die Bildwelten der beiden Gedichte aus? Parallelitäten? Dualismen? Analogien? Differenzen?
Bedeuten die Chiffren "Türme" und "Märkte" in beiden Gedichte dasselbe?
Welche Emotionen werden transportiert bzw. sollen transportiert werden?
Welche Assoziationen entstehen?
Na, diese Fragen lasse ich jetzt erst mal so stehen.
Wer macht weiter?
. . . . . . . . . . . Gretchen grüßt
. . . . . . . . . . . . . . . . . .  -> zum Apokalypso

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augustine
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05.02.2012, 00:54 / 1 x geändert
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Umtänzelt hab ich hier nichts, denn hungrig auf das lyrische Menu war ich nicht.
türme & märkte | märkte & türme
sind aber vielleicht sowas wie gespiegelt, oder: das lyrische Ich in einem Gespräch mit seinem alter ego.
Das bleibt undeutlich und sollte es vielleicht. Dazu würde passen: die meisten Aussagen lassen sich syntaktisch doppelt verankern, nach hinten und nach vorn. Das hat der libkowsky aber schon früher so gemacht.
Federn sind wohl Vogelfedern und Schreibfedern. "fremde federn" ein Schlüsselbegriff? Man müsste ja, wollte man mehr als hier schreiben, was zu Markte tragen und wäre da sicher nicht immer im Aufwind.
Redet darüber das Ich mit seinem alter ego?
fragt nun augustine

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amapola
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türme und märkte symbolisiert eine art aufösung. verluftung. eine innerer dialoge mit dem lyrich selbst.
märkte und türme im gegensatz bietet dem lyrich die poetische schreibmöglichkeit, so diese denn auch gewählt werden möchte..
weiter zu forschen..
hier wird geflogen und nicht meer geträumt und schreibend dokumentiert...
wie kenne ich diese welt! nur zu gut..
schön das! mag ich sehr!
gruss, amapola

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gregor libkowsky²
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07.02.2012, 19:23 / 2 x geändert
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weil man merkt: Es ist gewollt, nicht entstanden. Es ist konstruiert, nicht gewachsen. Es ist künstlich, nicht organisch. Es ist deshalb keine Kunst.
Kunst ist natürlich immer gewollt, konstruiert, künstlich. Nur merken darf man das nicht." (Jochen18)
Hier muss ich Ihnen vorbehaltlos zustimmen. Diese Gedanken sind mir nicht ganz fremd, mir ist es allerdings wichtig, dass dies "von außen" so zum Ausdruck gebracht wurde. Das sorgt bei mir für Klarheit. Dieser beiden Gedichte wollte ich mich letztendlich entledigen, ich schleppe sie schon eine geraume Zeit mit mir herum, das Herumschrauben daran hat niemandem gut getan. Der Grad der Chiffrierung hat die "red line" der Beliebigkeit und Austauschbarkeit übersprungen, so dass die beiden Gedichte recht konstruiert wirken.
Nun könnte man fragen, weshalb haben Sie das dann gepostet?
Eben deshalb, um diese Bestätigung zu bekommen, weil - ehrlich gesagt - ein klein wenig habe ich schon damit kokettiert, sonst hätte ich das Ganze ja längst verworfen.
@augustine
Danke für die Beschäftigung mit dem Text. Wie aus deinen Zeilen anklingt, könnte man an vielzähligen Deutungsfäden ziehen. Da kann einem schnell die Lust vergehen und die Frage nach der Kunst dabei scheint von Jochen18 durchaus berechtigt gestellt zu sein.
@ gretchen
Deine verschiedenen Ansätze und die dabei aufgeworfenen Fragen, die ins Nichts führen, bestätigen, dass es hier auch keinen emotionalen Aufhänger gibt, der es ermöglichte, jenseits vom bildhaften Verständnis, dem Doppel-Gedicht etwas abzugewinnen. Danke.
@amapola:
Danke fürs Lesen und Kommentieren.
Beste Grüße,
Gregor Libkowsky

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Städter
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Sie war ihren Auswüchsen verfallen, den Auswüchsen der Stadt, die lockend mit Auslagen in den Schaufenstern sie wieder und wieder ansogen. Die sie glauben machte: „Du bist was Du hast“
Den Glaspalästen, die immer höher wuchsen, huldigte sie, denn sie waren ihre Traumschlösser, die in ihren Gedanken nach ihr riefen, nach ihrer Prinzessin, die sie so gern sein wollte. Sie folgte ihm, dem Ruf, verfiel ihm, bis es dann kam, das Erwachen, das böse Aufwachen in den Armen von ihm, dem Vater, dem Freund, dem Großvater, dem Geliebten. Dem Retter?
Und oben, am Himmel fliegen sie, die Träume wie Vögel. Vergeblich hatte sie ihre Hände nach Höherem ausgestreckt.
Und ewig wird der Käfig sein in dem wir alle gefangen sind.
So wäre meine Interpretation, zu der ich beide Gedichte zu einem verflochten habe. Die zweite Strophe war dabei (bei mir) die erste.
Städter

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