augustine
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Leider kann ich nicht russisch. Kann eine/r von Euch?
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Das übersetzte Gedicht ist TRISTIA von Ossip Mandelstam (1918).
TRISTIA
Ich lernte Abschied - eine Wissenschaft;
Ich lernt sie nachts, von Schmerz und schlichtem Haar.
Gebrüll von Ochsen. Warten, lange Haft.
Die Stadt-Vigilie, die die letzte war.
Und ich - ich halts wie in der Nacht der Hähne,
Da ich, den Gram geschultert, wandert, lang,
Ein Aug ins Ferne sah durch seine Träne
Und Weiberweinen war im Musensang.
Wer, hört dies Wort er: Auseinandergehen,
Weiß, was die Trennung und das Scheiden bringt,
Was es verheißt, wenn Flammen auf dir stehen,
Akropolis, und Hahnenschrei erklingt?
Was, wenn ein neues Leben, irgendeines, tagt,
Indes die Ochsen brüllen, träg, im Stall,
Was jenes Flügelschlagen dort besagt
Des Hahns, der Neues kündet, auf dem Wall?
Ich lieb, was stets sich fortspinnt, Fäden -
Das Schiffchen fliegt, die Spindel summt ...
O sieh: ein Flaum, ein wirklicher, von Schwänen -
Die unbeschuhte Delia - sie kommt!
O unsres Lebens Grund, der karg-und-schmale,
Die Bettelworte, die die Freude spricht!
Ach, nur Gewesnes kommt, zum andern Male:
Der Nu, da du's erkennst - dein Glück.
So sei denn dies: Die Schale, tönern, rein,
Und das Gebild aus Wachs, durchsichtig, drauf.
(Wie Fell vom Feh, gedehnt.) Daneben ein
Über das Wachs geneigtes Mädchenaug,
Nicht an uns ists, den Erebos zu fragen:
Dem Mann das Kupfer, Wachs den Fraun.
Uns fällt der Würfel, da wir Schlachten schlagen;
Sie sterben, da sie in die Zukunft schaun.
Übersetzung: Paul Celan
TRISTIA
Ich lernte Abschied: eine Wissenschaft,
In Klagen - nachts - von unbedecktem Haar.
Gekau der Ochsen. Warten. Und kein Schlaf.
Den letzten Gang der Wache nehm ich wahr.
Und folg dem einen Kult: der Nacht der Hähne,
Als ich die Lasten hob, den Schmerz - für lang,
Das Aug ins Ferne sah durch seine Träne,
Und Schluchzen mischte sich zum Musensang.
Wer weiß, hört er das Wort da: Abschiednehmen,
Welch eine Trennung es uns bringt -
Was er verheißen mag, der Schrei der Hähne
Auf der Akropolis, wenn alles brennt?
Und da es tagt, das irgendneue Leben,
Während er immer kaut, der Ochse, träg -
Warum der Hahn, der Künder neuen Lebens,
Auf seinem Wall die Flügel schlägt?
Ich lieb das Weiterspinnen all der Fäden:
Ein Schiffchen fliegt, und eine Spindel surrt ...
Da schau: zu dir, wie Flaum der Schwäne
Fliegt Delia, da kommt sie, unbeschuht!
O unsres Lebens Grund, der karge, sehre -
Wie arm der Freude Sprache, wie begrenzt!
Und alles war schon und wird wiederkehren:
Dein Glück - nur der Moment, da du's erkennst.
So sei es denn: ein Wachsfigürchen, hell,
Das sich auf einer irdnen Schale zeigt
(Die Form - ein Eichhorn, sein gestrafftes Fell) -
Ein Mädchen, schauend, übers Wachs geneigt.
Nicht uns steht zu, den Erebos zu ahnen,
Den Männern Kupfer, Wachs den Frauen.
Uns fällt das Los, die Schlacht zu schlagen,
Doch sie: sie sterben, in die Zukunft schauend.
Übersetzung: Ralph Dutli

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