Her chariot is a hazelnut shell. It was made by a carpenter squirrel or an old beaver .... („Romeo and Juliett”; -- Act I, Scene IV)
Fahr hin, o Königin Mab, wo parfümierter Atem und hohle
Haselnüsse ihre Lieder seufzen aufs Papier. Und Grillenköpfe
ihre Worte setzen in den Sand. Du, Cara, hast dem Sätze-Schreiner
Eichhorn und dem Worte-Drechsler Bieber lächelnd nie geglaubt.
So höre, Cara, mein ehrliches Wort, ich komme aus langer
Reise zurück. Keine Zunge vermag zu sagen, kein Geist zu erdenken,
welch´ Glut in mir tobt und welch´ Feuer mich brennt.
Wie wenig wusst´ ich bisher, was Lieben wirklich bedeute.
Nicht weil jetzt mein Herz von dem ersten Pfeile verletzt ward.
Wer ein Mädchen umwirbt, findet meist willig den Mund.
Aber ich liebte so, dass jede bald hörte: „Nun Tschüss!”
Dagegen spüre ich nun seit Monaten stetigen Zauber. Helle,
rosenblütige Anmut, Lilien strahlend weiß, wundersam
schmeckende Äpfel. Das, o Liebste, ist Glück.
Jener Knabe zielte und traf mit gefiedertem Pfeil
den Mann. Zu schlafen vermag ich nicht mehr.
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Die Szene 4, I: Queen Mab - Mercutio zu Romeo
O, then I see Queen Mab hath been with you. O, dann, sehe ich, war Königin Mab bei euch. She is the fairies’ midwife, and she comes Sie ist die Hebamme der Feen, und sie kommt In shape no bigger than an agate stone - in ihrem Aussehen nicht größer als ein Achatstein On the forefinger of an alderman, am Zeigefinger eines Stadthauptmanns - Drawn with a team of little atomies gezogen von einem Team kleiner Atome Over men's noses as they lie asleep; über die Menschennasen, wenn sie im Schlafe liegen; Her chariot is an empty hazelnut, Ihre Kutsche ist eine hohle Haselnuss, Her wagoner, a small grey-coated gnat, ihr Kutscher, eine kleine graumantelige Stechmücke, And in this state she gallops night by night Und in diesem Staat galoppiert sie Nacht für Nacht Through lovers´brains, and then they dream of love, durch verliebte Hirne, und dann träumen sie von Liebe, O'er lawyers’ fingers, who straight dream on fees; über die Finger von Anwälten, die sofort von Honoraren träumen;
Queen Mab 2´00´´ff. (Baz Luhrmanns Verfilmung 1996)
Sometimes she driveth o'er a soldier's neck, Manchmal fährt sie dem Sodaten über den Hals, And then dreams he of cutting foreign throats, und dann träumt er davon, fremde Kehlen aufzuschlitzen, And being thus frighted, swears a prayer or two und so aufgeschreckt, flucht er ein Gebet oder zwei And sleeps again. und schläft dann wieder. This is that very Mab. Genau das ist Mab. This is the hag, when maids lie on their backs, Dies ist die Hexe, die, wenn Mädchen auf dem Rücken liegen, That presses them and learns them first to bear, sie drückt und sie Gewicht zu ertragen lehrt, Making them women of good carriage. und sie so zu Frauen von guter Haltung macht. This is she — This is she! Das ist sie - Das ist sie!
Dear Sir, o care willimoxe,
erfreut bin ich, von euch zu lesen einen eignen Text, Replik auf eine Rede bei dem Shakespeare, sehr schön gemacht, wie's scheint (denn noch hatt ich die Zeit nicht übrig, den Shakespeare mir zu übersetzen). So ist dies keine eigentliche Antwort. Doch bitt ich euch: seid nicht so ungeduldig, denn sie kommt wohl noch; nicht unbedingt von mir.
Und, so ihr's denn vielleicht einfach vergessen habt: es steht noch eine aus von euch, zu der Geschichte, die ihr Flacher Atem nanntet...
So seid gegrüßt, und werde euch die Zeit nicht lang.
Du hast die Zeit nicht gefunden, augustine? Ja, hast du sie überhaupt gesucht, oder weißt du gar, wo du sie verloren hast? Vielleicht sollte ich dir von meiner Zeit ein wenig abgeben. Ihre Teile liegen überall herum, und ich brauche nur nach ihnen zu greifen, um sie dorthin zu bringen, wo ich sie gerne haben möchte. Wie gesagt, mir fehlt es nicht an Zeit, willimoxens Text angemessen zu kommentieren, wohl aber fehlt es mir an Können, denn ich weiß, wiwa ist anspruchsvoll und er hat Besseres verdient als einen wiwa-Kommentar ( lies: wischiwaschi).
Sollte jedoch jemand der Ansicht sein, dass willimox nur neuen Wein in alte Schläuche gefüllt hat, dem möchte ich entschieden widersprechen. Hier wird kein Wein verschüttet und kein Schlauch verdorben. Ich probierte den Trank schlückchenweise und bekam sofort Lust auf mehr. - Echte Weinkenner werden mir hoffentlich erklären können, warum das so ist.
Freilich, Jolante, hab ich Zeit nicht gesucht, weil für andere Dinge gebraucht. Jetzt eben wartete ich auf etwas und setzte mich wieder über den Text.
Der Shakespeare ist freundlich interlinear übersetzt nun, Mercutios lange Rede gekürzt. (Vergleiche von Übersetzungen, des Herrn willimox etwa und des Herrn Schlegel, sind wohl nicht mehr gefragt.)
Mercutios Lied dann, o wilimoxe, das eigen-geschriebne, gefällt mir recht gut. Gemacht mit dem Text-Material des großen Sh. Es lässt sich lesen. (Nur freilich: "Tschüss" - das ist mir denn doch zuviel der Ver-Gegenwärtigung.)
Fahr hin, o Königin Mab, wo parfümierter Atem und hohle
Haselnüsse ihre Lieder seufzen aufs Papier. Und Grillenköpfe
ihre Worte setzen in den Sand. Du, Cara, hast dem Sätze-Schreiner
Eichhorn und dem Worte-Drechsler Bieber lächelnd nie geglaubt.
So höre, Cara, mein ehrliches Wort, ich komme aus langer
Reise zurück. Keine Zunge vermag zu sagen, kein Geist zu erdenken,
welch´ Glut in mir tobt und welch´ Feuer mich brennt.
Wie wenig wusst´ ich bisher, was Lieben wirklich bedeute.
Nicht weil jetzt mein Herz von dem ersten Pfeile verletzt ward.
Wer ein Mädchen umwirbt, findet meist willig den Mund.
Aber ich liebte so, dass jede bald hörte: „Nun Tschüss!”
Dagegen spüre ich nun seit Monaten stetigen Zauber. Helle,
rosenblütige Anmut, Lilien strahlend weiß, wundersam
schmeckende Äpfel. Das, o Liebste, ist Glück.
Jener Knabe zielte und traf mit gefiedertem Pfeil
den Mann. Zu schlafen vermag ich nicht mehr.
Gretchens Votum: PRO Tschüss. Warum?
Dieses saloppe Tschüss, diese angedeutete, wirklich nur angedeutete Ironiespur --- das ist doch genau die extra Prise Frisches, die dem Text (den zu lesen auch losgelöst von allen shakespearisch intertextuellen Anbindungen übrigens durchaus nicht unmöglich ist!) erst so recht den feinen Geschmack gibt. Ohne Tschüss wär'n die schönen Wörters fader - findich ...
Tja, für tiefgründigere Ansagen reicht mir justamente die Zeit nicht, alas. (Mal ganz davon abgesehen, dass die hier ja wohl nicht mehr gefragt sind, die tieferen Gründigkeiten, gellgell, soso, tränträn ...)
Zeitnot eint Zarin und Zimmerfrau! ("Ohmei, wenn ihr erst wüsstet, wie wenig Zeit ICH hab' ... ") - Aber, jetzt ohne Schmarrn: Das Textwerk ist stimmig; kein Schmalz, kein sentimentlastiges Bodensatzfett; angenehm souveräner Umgang mit dem gewählten Sprachmaterial, ausgewogen im Ton; leicht, klar und dennoch hoch gesättigt an Bezügen, die man sehen kann, mitlesen kann zur Mehrung der Freude am Gedicht - jedoch, freilich, nicht muss ...
Bemerkenswert finde ich den Schlusssatz: . . . . . ."Zu schlafen vermag ich nicht mehr."
Schlaf als bewusstseinsferner Zustand; wer einmal erwacht ist (wachgeküsst von der Liebe; getroffen vom gefiederten Pfeil jenes Knaben;), kann nicht mehr zurückfallen auf einen dumpferen Bewusstseinslevel, in den Schlaf des Nichtfühlens, Nichtbrennens.
Auffällig (mir) außerdem die Formulierung: . . . . . ."ich komme aus langer / Reise zurück"
Ungewöhnlich, die Präposition hier; mich würde interessieren, wie WW zu dieser Wendung kam; überlegen könnte man immerhin auch, ob sich die Reise durch Nacht ersetzen ließe oder durch Traum; die Nacht, der Traum korrespondierte (bzw. antagonisierte sich) womöglich noch klarer mit (zum) Schlaf.