ruelfig
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Er stand seit Stunden an der gleichen Stelle. Nicht einmal eine Zigarette konnte er sich drehen im Nieselregen, der vor Tagen begonnen hatte. Kalt war ihm, die Kälte kroch langsam nach innen und er wusste, dass er nicht mehr lange aushalten konnte. Seine Blase machte ihm Sorgen, doch noch hielt er durch. Weggehen, den Platz aufgeben, kam nicht in Frage, auch wenn er keinen besonders günstigen Standort hatte, zu nah an der Strasse und dem brausenden Durchgangsverkehr.
Die guten Stellen unter den Bäumen waren belegt, die Konkurrenz schlief nicht, manche kamen schon in der Nacht, um die besten Plätze zu besetzen. Gestern hatte er vor dem Rathaus gestanden, in den eiskalten Fallwinden des neugotischen Turms, voll Hoffnung auf fröhliche Hochzeitsgesellschaften. Menschen mit gehobener Laune waren oft spendabler, aber der Tag lief nicht gut. Eigentlich wie all die anderen zuvor. "Warum mache ich das"?, fragte er sich oft, "Warum gebe ich nicht auf und werde vernünftig? Noch ist es nicht zu spät, das Ruder herumzureißen, den Kurs festzulegen auf die eingefahrenen Routen, der Masse zu folgen".
Aber er fühlte, dass ihm das nicht gegeben war, mochte er noch so wollen. Seine Bestimmung lag darin, zu grübeln und zu träumen. Selbst wenn es ihm nichts einbrachte, würde er am nächsten Tag wieder auf dem Marktplatz oder in der Einkaufsstraße stehen, um unter den kritischen Blicken der Passanten lauthals seine Gedichte vorzutragen.
(Erstellt im November 2007. Mann, muss ich stoned gewesen sein.)

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augustine
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Das ist die klarste Kritik der Welt,
wenn neben das, was ihm missfällt,
einer was Eigenes, Besseres stellt.
Nochmal dies von Geibel, weil ich glaube, dass du dies kleine Stück als eine konstruktive Antwort zu dieser überlängten bobo-Diskussion hergezeigt hast. Ist knapp, aber rund und hat eine schöne Pointe.
Gruß augustine

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Jolante
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Ich werde gerne etwas in den Hut werfen, ruelfig, wenn du mir versprichst, dass sein Träger mit autor***** weder verschwistert noch verschwägert ist. Auch Gedichte von bobo, lauthals am Brunnen vor dem Tore vorgetragen, würden mich wohl auf den nächsten Lindenbaum jagen. Ich sags mal so: Was ist schon ein leerer Hut im Vergleich zu einem "vollen" Ruelfig?
Es grüßt Jolante

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ruelfig²
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Hallo Augustine,
hergezeigt, was für ein schöner Ausdruck. Nun wollte ich nicht unbedingt hiermit in die Diskussion einsteigen, aber das Stück kam mir wieder in den Sinn, daher.
Jo, Jolante,
here's to you:
Poetically put
Was caught between two lines of friendly fire,
I dug my trenches, hiding in a muddy hole,
went deep enough to keep from choking. A quagmire
kept me from reaching any goal.
I lost my boots and all that counted
me out of simple adolescent games,
Got high above the trench and mounted
a horse whose nostrils spouted livid flames.
The enemies around us simply scattered,
me and the mare were more, like, one than two,
we thought we had the fiendish foes all battered
but never to their purses got quite through.
So please, I beg you, lassie, lad,
fill to the brink my empty head.
Frau Grete,
danke für die Aufnahme in die Bonusriege. Nichts schöneres auf dieser Welt als Verständnis zu finden.
Ich werde euch meine Kontonummer zukommen lassen und bedanke mich auf das Herzlichste.
LG,
R

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