Die Traurigkeit des Dichters · Lyriker · Sonett

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     Lyriker



Die Traurigkeit des Dichters

   17.07.2010, 19:55



Kein formgetreues Sonett, d. h. kein klassisches, sondern vielmehr eine freiere Variante, die Spaß gemacht hat.


Die Traurigkeit des Dichters


Der Dichter liegt im Gras, die Nase voll Duft;
die Bläue des Tags umschwebt sein leises Denken,
er schreibt die Worte auf die grünen Senken,
in denen er liegt, die Hitze durchflirrt die Luft.

Die Sonne übersteigt so alt und krank die Bäume.
Bald schon verfließt die Tinte im blauen Schatten,
der Dichter ringt um Worte, denkt an Matten,
an grüne, ihm geneigte Matten, an der Tränen Säume.

Doch Pflanzen schwinden im Dunkel, verblühen
zu schwarzen Fingern, die sich ihm entgegenrecken;
die Feder liegt im kühlen Gras, der Wind bestreicht

die Hecken. Sterne ziehn das Banner auf und glühen,
sie glühen in der Nacht, dass sie den Dichter wecken,
dem keine Geste mehr für seine Verse nun noch reicht.

 

     augustine



Die Traurigkeit der Leserin,

   17.07.2010, 20:03 / 2 x geändert



weil sie das hier nämlich einfach nur schlecht findet, aber nach dem bobo-Text nicht schon wieder Lust hat, das Gute im Schlechten zu suchen und auch nur eine einzige Zeile in den Stilblüten-Faden stellen wird, was nicht heißt, dass nicht mehrere dafür geeignet wären - eigentlich alle.

augustine

 

     Hirsch



gib's zu, lyriker,

   17.07.2010, 20:20



dir ist langweilig.



langeweile treibt die seltsamsten blüten (LINK).



Cervus,
der Hirsch . . . . .

 

     aswad



Die Traurigkeit des Dichters

   17.07.2010, 20:20 / 4 x geändert



Zitat:


Die Traurigkeit des Dichters


Der Dichter liegt im Gras, die Nase voll Duft;
die Bläue des Tags umschwebt sein leises Denken,
er schreibt die Worte auf die grünen Senken,
in denen er liegt, die Hitze durchflirrt die Luft.

Die Sonne übersteigt so alt und krank die Bäume.
Bald schon verfließt die Tinte im blauen Schatten,
der Dichter ringt um Worte, denkt an Matten,
an grüne, ihm geneigte Matten, an der Tränen Säume.

Doch Pflanzen schwinden im Dunkel, verblühen
zu schwarzen Fingern, die sich ihm entgegenrecken;
die Feder liegt im kühlen Gras, der Wind bestreicht

die Hecken. Sterne ziehn das Banner auf und glühen,
sie glühen in der Nacht, dass sie den Dichter wecken,
dem keine Geste mehr für seine Verse nun noch reicht.




Ich kann das irgendwie noch gar nicht so richtig glauben.

Ich frag mich jetzt direkt, ob so'n Sonett wie oben Ursache für ein PTBS* sein kann?





[*Posttraumatisches Belastungs-Syndrom]



@SimonLore - Vielleicht liest Du meinen Kommentar selbst mit einer Prise Humor?

@Hirschen: greetz -

 

     Hirsch



Die Traurigkeit: Ursache oder Folge?

   17.07.2010, 20:28



Zitat:
Ich frag mich jetzt direkt, ob sowas Ursache für ein PTBS* sein kann?


Wohl eher Folge (auch im Sinne von "Symptom") eines PTBS.
Aber ich möchte mich hier nicht hundertprozentig festlegen ...


Cervus,
der Hirsch . . . . .

 

     SimonLore



Die Traurigkeit des Lesers

   17.07.2010, 20:37 / 1 x geändert



@aswad
Also ich würde als Laie als sofortiges Antidot eine gehörige Prise Humor empfehlen, es könnte die traumatischen Folgen vielleicht lindern.

augustine hat schon Recht, wenn sie sagt, das man das Teil komplett in den Stilblüten-Faden verschieben könnte. Aber vielleicht findest Du ja ein besonders schönes Blütchen und bastelst ein Posting draus? Es soll ja helfen, sich mit der Ursache des Traumas auseinander zu setzen.

 

     Lyriker²



   18.07.2010, 10:23



Wirklich hochinteressant, was hier für Antworten kommen. Da frag ich mich glatt, warum ich das Sonett eigentlich hier eingestellt habe - garantiert nicht, um solche Kommentare zu erhalten. Mag sein, dass das Gedicht missglückt ist. Das könnte ich ja auch verstehen, würde sich eine angemessene Begründung dafür lesen lassen. Aber ich finde leider keine.
Und Spekulationen sind hier sicher nicht angebracht. Auch wenn das natürlich nicht scherzhaft gemeint ist, aber trotzdem. Ich kann durchaus Kritik vertragen, aber sowas hier nicht. Das grenzt an Hohn, tut mir leid, da will ich nichts beschönigen.

 

     aswad



   18.07.2010, 10:33 / 1 x geändert



Also, ich kann ja nur für mich sprechen ...

... aber die Sache mit der PTBS war natürlich witzig gemeint.


Ich finde es halt schwierig, was zu Deinem Sonett zu sagen, immerhin ist es wirklich eine krude Ansammlung von Stilblüten.


Okay, die Alternative wäre natürlich, gar nix zu sagen: stimmt schon, das wäre vielleicht angebrachter.



edit: Gretchen schreibt unten:

Zitat:
Also, Lyriker, ich für mich dachte, und die anderen wohl auch, dass Du die Leute hier wohl bisschen verarschen wolltest mit diesem Sonett, dass Du Spaß machst.



Ja, den Verdacht hatte ich.

:)


 

     Gretchen Darloni



traurig, traurig ...

   18.07.2010, 13:31



Also, Lyriker, ich für mich dachte, und die anderen wohl auch, dass Du die Leute hier wohl bisschen verarschen wolltest mit diesem Sonett, dass Du Spaß machst. Oder dass Du Dich vielleicht bei Friederike Kempner hast inspirieren lassen, bei dem -> schlesischen Schwan, und Dich in dieser Richtung auch mal selber ausprobieren wolltest.

Na, egal.

Hm - wegen der Kritiken:
Sei doch froh, dass niemand ernsthaft empört darüber war, dass Du hier sonn' "komisches" Teilchen abgeladen hast. Könnte ja auch direkt als Zumutung empfunden werden, das Forum mit sowas zu bespammen.
Weißt Du, Du kannst Dir zwar ausdenken, welche Art von Kommentaren Du gern hättest, aber ob Du die dann auch kriegst, hängt unter anderem von dem ab, was Du vorzeigst. Vielleicht stellst Du also einfach nichts mehr ein hier, wenn die Kommentare Dich so aufregen, und liest nur noch still mit, da kannst Du auch 'ne Menge bei lernen, woll. Und dann kann auch keiner Dich verkennen in Deinem lyrischen Schaffensdrang und Dir die sonettgrün geneigten Matten unter den Versfüßen wegmähen, oder Dir Deine bunte Dichterblütenwiese schwarz malen.


. . . . . . Viele Grüße,
. . . . . . . . . . . . . Gretchen. . . .

 

     SimonLore



Im Ernste

   18.07.2010, 15:08 / 1 x geändert



Also Lyriker, sorry.

Die Bissigkeit in diesem Forum solltest nach meinem Erachten mit einer Prise Galgenhumor betrachten. Man scheint hier der Meinung zu sein, nur wenn es weh tut, zeitigt es Wirkung.

Ich will mich tatsächlich an einem ernsthaften Kommentar versuchen, auch wenn's gar nicht so leicht ist.

In dem Tonfall den es trifft, in dem Titel und in der kunstvollen Einstreuung von Stilblüten liegt die Ursache für die unfreiwillig komische Wirkung des Gedichts. Ich habe im Stilblüten-Faden meinen Liebling ja schon für die Nachwelt bewahrt.

Alles in allem wirkt es wie eine Karikatur auf Gedichte dieser Art, in denen der Dichter im Gras/am Fluss/im Wald/am Fenster/in der Studierstube liegt/sitzt/steht und die Bäume/die Blumen/eine Blüte/die Sterne/den Himmel/die Wolken/ein Portrait seiner Angebeteten betrachtet und dabei irgendetwas fühlt, was er und dann mitteilen muss.

Es ging Dir offensichtlich darum, eine gewisse lyrische Empfindung zu transportieren. Mehr noch als das, Du wolltest den Umschwung der Gefühle beschreiben: vom lichten Tage hin zur "Nacht des Dichters", seiner Traurigkeit. Aber die Bilder, die Du benutzt sind zum einen so klischeebeladen und zum anderen in sich so unstimmig, dass das "Werk" insgesamt einfach komisch wirkt.

Ebenfalls zu bemängeln sind die stark bemühten Reime. Und irgendwie finde ich auch ein paar schön gedachte Sachen darin. Das der Dichter seine Worte in die Landschaft um ihn schreibt. Auch diese unvermittelten "Säume der Tränen" haben irgendwas. Allerdings erhöhen solche kleinen Lichtblicke unglücklicher Weise noch den humorösen Effekt des Ganzen.

Gruß
SimonLore

Der sich auf seine gutmenschlichen Werte besinnt und am Autoren-Bashing nicht mehr Teilnehmen wird, nur wenn's gar nicht mehr anders geht. Und der wahrscheinlich eins auf den Deckel bekommt, weil er es wagt, sich ernsthaft mit sowas auseinander zu setzten, der aber allerdings auch drauf scheißt.

 

Die Traurigkeit des Dichters




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