gregor libkowsky
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(gewidmet Bärbel Kokoschky-Mokoff)
Wohlan
die Dichtkunst mag befeuern
mich
wo meines Herzens Grund sich bläht
und scheuert wund an allen Stellen
wo
Worte nicht allein
auch du
mir fehlst
trag ich den blauen Mantel Poesie
im blinden Ungestüme
reift meiner Wallung Herzensgier
als Lyrik dir zur Zierde

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Gretchen Darloni
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Bärbel Kokoschky-Mokoff, Bestattungsunternehmensdekorateuse, stell' ich mir schneewittchenbleich vor und tiefschwarzhaarig blutmundig, mit Zungenpiercing. Wahrscheinlich trägt sie Geishakugeln, aber wer weiß das schon. Samstags hängt sie in Leverkusen im SHADOW ab oder in Bochum in der MATRIX. Oder?
Mensch, Kommandant, überleg' doch mal, ob diese Bärbel überhaupt verdient, dass Dein Herzbeutel, also Dein lyrisches Zentralorgan, ihr sich so entgegenbläht! Du als Vollblutlyriker und blaubemäntelter Poesist solltest Deine Wallungen nicht vor eine unverständige Herzlose werfen, die wahrscheinlich null Plan hat, wie sich das überhaupt anfühlt, wenn einer wundgescheuert wie 'n Fremder um die Krater seiner Pumpe schreitet bis zum Ungestüm, so dass kein Staub mehr trocken bleibt in seiner Spur auf diesem öden Vollmond.
Also, was ich damit konkret sagen will: Obwohl es ja inzwischen wirklich schon viele Herzensumnachtungsgedichte gibt, ist Deines irgendwie besonders und macht mich auch nachdenklich.
Es gefällt mir, da es intuitiv etwas in mir anspricht, was ich aber nicht so genau benennen kann.
Gretchengrüße,
auch an unsern Hans Bernhard, woll!

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Jolante
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21.06.2010, 12:26 / 1 x geändert
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Hallo Gregor,
wäre ich Bärbel, hätte mir dein Liebesgedicht durchaus zur Zierde gereicht. Leider habe ich niemals einen Mann kennengelernt, der "den blauen Mantel Poesie" trug und mich damit um den Finger wickelte. Ich hätte ihm dafür meine Hand (für`s Leben?) gereicht. Was ich aber eigentlich sagen will: Diese kleine Anhimmelung gefällt mir sehr. Sie vermeidet Schwulst und Schwurbel, wirkt ganz natürlich, und ich kann die Sehnsucht des lyr.Ich`s ("wo Worte nicht allein/auch du/mir fehlst") gut nachempfinden. "Schneewittchen" Bärbel hat von dir keinen vergifteten, sondern einen gesunden, saftigen Apfel bekommen. Wohl bekomm`s!
Es grüßt Jolante

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Hirsch
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Die schneewittchenschattige "Bestatterin" aus dem metal-gothic-Baukasten als erotischer Topos, als zum Klischee geronnenes Objekt der Begierde, so wie "Schulmädchen", "Krankenschwester", "Lehrerin", "Sekretärin" etc. - ist das ausbaufähig? Vielleicht weiß Bärbel noch gar nicht, welches Potential in ihr schlummert ...
Libkowsky, du hast da einige Assonanzen (nennt man die Dinger so?) springen lassen, dann auch pfiffig eingebaut
. . . . . . . . . . . . . . . . . . >> befeuert - scheuert
und dazu diese Metaebene: Anlass für lyrische Ergüsse, warum überhaupt Gedichte schreiben, wo kommen die her und wo gehen die hin - natürlich alles locker flockig, keine Poetik, nur so eben en passant und für Bärbel Kokoschky-Mokoff (wow, das ist ja eine Lautcombo, das zieht rein und durch, ffff-schschshch-oooh-k, feiner Name!).
Cervus
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Willimox
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22.06.2010, 15:36 / 3 x geändert
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Ach Gregor,
weiß nicht,
warum probierst Du nicht mal mehr mit hupfender Rhythmus-Lyrik, diese Fraktalpoesie ist doch eigentlch Bennboutique und Eichfolklore verschnitten mit unverstandenem Rilke und so.
Guck mal, da hier, da fangen die Mädels an zu tanzen, bei so postmodernem Retro-Rhythmo:
Sie dort, der alte Fiedelmann,
Umwallt vom grauen Bart:
Hebt der sein machtvoll Liedel an,
Dann wird das Stillstehn hart.
Wie Zauberzwang geschwinde
Lockt er vom Dorf die Kinde
Heraus zur Heidenlinde.
Und spielt er auf zum Sunnwendtanz
Lupft sich von selbst der Fuß:
Des Burschen Haar, des Mädchens Kranz
Tauscht knisternd heißen Gruß.
Wer ihrer nie ward inne,
Dem weckt er süße Minne:
Bald glühen alle Sinne.
[Felix D.]
Also, damit wir uns verstehen:
- keine modernistische Liebesklage: Oldies. Bewährte Oldies.
- Und nicht direkt in die Sprechsituation Arbeitsstätte reinrumpeln.
- Eher von außen ein Tandadaradei loslassen.
- Dich erstmal außen vor lassen. Eine andere Figur, den Spielmann, installieren.
- Und dann eher auf den elan vital setzen. Das Mädel kommt raus und will tanzen. Garantie.
- Egal, was vorher war, das ist deine Chance.
Also nix mehr mit traurig-tranig-fraktalem Elegiewaffelbruch. Weg mit Ingeborg-Bachmann-Folklore. Dafür das Geheimnis des Spielmanns im Gespräch mit der (potentiellen) Liebsten umkreisen.

Das da ist der alte Fiedelmann, er geht in vielerlei Gestalt über die Welt.

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SimonLore
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22.06.2010, 17:45 / 2 x geändert
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Mir träumet, wie mit Blicken du mir winkest,
Da du dort wandelst, zierlich, zwischen Leichen;
O möge Dich mein Liebeslied erreichen,
Wenn Du Die toten Angesichter schminkest.
Und seis' auch, dass du machmal seltsam stinkest,
So sollst du doch, werd ich dereinst erbleichen,
Mir schließen meine Augen als ein Zeichen
Der Liebe, die du eisgekühlt nur trinkest.
Doch der Libkowski, höre meine Warnung:
Halt Dich ihm fern, soll ich in Frieden ruhen -
Ich sehe seine Augen lüstern funkeln.
Kein Grufti ist er, schau, das ist nur Tarnung.
In Wirklichkeit, da träumet er zu tuen
Gar Unausprechliches mit dir im Dunkeln...

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gregor libkowsky²
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Mit SimonLurchi's gelungener und witziger Sonett-Antwort hat sich der Bärbel-Korb bunt gefüllt mit ebendiesem Sonett, mit frischen Äpfeln, mit erstzunehmenden Warnungen vor Bärbel selbst, mit dem Geständnis, dass Bärbel's erotische Ausstrahlung nicht ausschließlich aber doch zum beträchtlichen Teil ihrer beruflichen Tätigkeit sowie ihrem Namen geschuldet ist und zu guter Letzt mit praktischen Hinweisen und einer Vorlage für besseres Flirtverhalten mittels Nutzung der richtigen Dichtkunst.
Vielen Dank sagt die Bärbel in uns allen.
Kommandant Libkowsky

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SimonLore
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Um das Offensichtliche zu benennen: Nie könnte meine locker hingeworf'nen Zeilen in Konkurrenz treten zu jenem oben stehenden Liebesgedicht. Es ist meine ehrliche Meinung, jede Frau - auch und vor allem tatsächlich existierende - könne sich glücklich schätzen, mit solche Zeilen bedacht zu werden, wie ja schon andernorts bemerkt wurde.
Aber in dem "Lurchi", werter Herr Libkowski, vermeine ich doch auch eine Spur von Eifersucht ob meiner Nebenbuhlerei zu vernehmen.

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Gretchen Darloni
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11.07.2010, 03:14 / 1 x geändert
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... wissen vieles nicht. Deshalb mal die Frage an den Herrn W., was das denn für'n Fiedelmann-Bild ist, jenes von ihm da weiter oben reingepost'ne, also woherwarumvon wemwiealt undsoweiter - aye - und ja - naja, konnten nicht widerstehen, diese ominöse Bärbel was sagen zu lassen, also als -> Antwort auf die kommandantische Herzenssache, so im Sinne von "... das Geheimnis des Spielmanns im Gespräch mit der (potentiellen) Liebsten umkreisen".
Außerdem: Wenn SimonL. hier sonettiert, kann Gretchen nicht schweigen, woll ...
Naja. Also ...
. . . . . . . . . . Xirzengruß .... . . . 

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gregor libkowsky²
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(für Bärbel Kokoschky- Mokoff)
Des Lebens bin ich überdrüssig,
vergeblich war die Liebesbalz
nur im Gedicht, da küss ich
voll Inbrunst deinen weißen Hals.
Mit Worten wollte ich dich locken,
so schön, wie Öl glänzt auf dem Meer,
doch blieb ich auf den Versen hocken,
denn Lyrik reizt dich nicht so sehr.
Deshalb besuche ich seit Jahren
den Volksschulkurs „Der Tod ist Trug“.
Bald wirst du sicherlich erfahren,
dass Liebe blind macht, doch auch klug.
Mein Drang ist's, mich mit dir zu paaren,
und kann ich „scheintot“, winkt Vollzug.
Mein verzweifeltes Bemühen um Bärbel möchte ein Fingerzeig sein, um auf Lesenswertes hinzuweisen.

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