Erste Saetze - MissglÜckt · Willimox · Romane

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     Willimox



Erste Saetze - MissglÜckt

   05.06.2010, 16:17 / 11 x geändert



Hier folgen drei nicht gerade geglückte "erste Sätze" aus Versuchen,

- mittels epischer Exposition
- eine epische Welt
- kreativ

anzuskizzieren (wow).

Vielleicht haben Experten Tipps , wie man Romane oder eben überhaupt Erzählungen besser beginnt?

Sehr willkommen, besonders willkommen sind tröstliche Beispiele von unfreiwillig komischer Art. Solche, die man bewusst verunglücken ließ oder die es "von selber" aus der Kurve getragen hat.

Ertrag:

Lachen bis Schmunzeln über Komisch-Verfehltes.

Die komische Verletzung von Expositionen macht gängige Normen erkennbar.

Schräge und trotzdem funktionierende Expositionen werden sichtbar.


1.
Die Sonne wollte nicht sterben, ihr Spiegelbild schmatzte auf dem Rhein.

2.
Er hoffte insgeheim, auf Grund der roten Baskenmütze etwas interessanter auszusehen. Möglicherweise sogar etwas verwegener.

3.
Frankenmann bewegte sich geschmeidig im Rhythmus der Band mit dem Mikro in der Hand. Und dann begann er zu singen. Im Vergleich zu ihm wirke - da waren sich die Zuschauer sehr bald einig - Udo Lindenberg wie eine gebrauchte Fledermaus.



 

     Pega Mund



Nicht so gute erste Sätze -

   05.06.2010, 16:25



hei, willimox, wo hast du denn diese "ersten sätze" her?
alle SZ? und wessen werken entnommen?

fragt neugierig
die Grete

 

     Willimox²



Nicht so gute erste Sätze -

   05.06.2010, 16:45 / 1 x geändert



Hi, Grete,

die "Fledermaus", die findet sich bei Wäis Kiani (Musikexpress, Juni 2010: "Das passende Einstecktuch. Heute vor dem Stilgericht: Jan Delay"; S. 74)

Anregung für die anderen ersten Sätze:

Axel Marquardt: Die Welt ist ein weiß lackiertes Türblatt. Dreizehn Erzählungen. Rendsburg: Rakeverlag, 1997; darin gleich zu Anfang vierzehn derartige Expositionen unterschiedlicher Länge.

vale

w

 

     Willimox²



Nicht so gute erste Sätze - medias in res

   05.06.2010, 17:31 / 4 x geändert



4. Johnny Guitar




"Es geht doch nichts über´n bisschen Tabak und ´ne Tasse Kaffee".
Sterling Hayden setzte den Hut ab und senkte die rechte Hand mit dem Hut über den Weidenzaun, dann fuhr er fort: "Sehen Sie, manche Leute sind verrückt nach Gold und Silber, andere brauchen zu ihrem Glück Land und Viehherden. Dann sind da welche, die haben ´ne Schwäche für Whiskey und Weiber. Aber wenn man das ausschaltet, was braucht man wirklich? Was zu rauchen und ´ne Tasse Kaffee."

(Johnny Guitar USA 1954; Regie N. Ray; nach dem Roman von Roy Chanslor)

Hier der plot in Kurzübersicht:

Der ehemalige Revolverheld Johnny Guitar kommt nach Arizona, wo eine Eisenbahnstrecke gebaut wird. Er will Arbeit im Spielsalon seiner ehemaligen Geliebten Vienna finden. Sie hat alles Land gekauft, das die Linie passieren wird.

Viennas Rivalin, Großrancherin Emma Small, fühlt sich geschädigt. Sie will Vienna und deren Vertrauten, den Desperado Dancin' Kid, den Emma in ihrem Herzen liebt, vernichten.

Emma hetzt den Sheriff auf Vienna, lässt deren Spielsalon niederbrennen und stellt sich Vienna zum Duell. Vienna erschießt Emma. Vienna und Johnny hoffen auf eine mögliche, gemeinsame Zukunft.

(vgl. Videowelt, amazon)

 

     Rosebud



Nicht so gute erste Sätze -

   06.06.2010, 14:24



Hallo Willimox,

bei Nr. 2 geht noch was. Mein Vorschlag:

Er hoffte, mit der roten Baskenmütze interessanter auszusehen, vielleicht sogar verwegen.


Nr. 1 erscheint mir als erster Satz eines Romans etwas kompliziert. Ihm ungesagt vorausgesetzt ist, diese Sonne kann sterben oder muss oder wird oder soll. Und während man noch an der Prämisse hängt, hört man schon das Spiegelbild "schmatzen". Der erste Satz eines Romans sollte sich nicht auf etwas beziehen, das erst später gesagt wird. Er öffnet eine Tür. Nicht mehr. Der zweite bittet herein.

Ray Bradbury, Fahrenheit 451: "It was a pleasure to burn. It was a special pleasure to see things eaten, to see things blackened and changed."

An Nr. 3 arbeitest Du noch.

Gruß
Rosebud

 

     zuppanova



Nicht so gute erste Sätze -

   06.06.2010, 21:32



Zitat:
Die Sonne wollte nicht sterben, ihr Spiegelbild schmatzte auf dem Rhein.


willimox, um Verzeihung, aber: Der Satz riecht mir doch ganz wie eine Stilblüte.
Nur: Was genau IST eigentlich eine Stilblüte?

zuppa grüßt vorerst und hofft, später noch mehr beizutragen.

 

     Willimox²



Nicht so gute erste Sätze -

   07.06.2010, 00:47



sei gegrüßt,

in der Tat geht es um (unfreiwillig oder freiwillig komische) missglückte
Sätze.

Komik zu analysieren macht dann vielleicht auch kognitiven Spaß?

 

     zuppanova



brain & storm

   07.06.2010, 01:25



Zitat:
Die Sonne wollte nicht sterben, ihr Spiegelbild schmatzte auf dem Rhein.

Ergänzung noch, kürzest, weit entfernt von Analyse:

Das Problem bei Satz 1 ist für mich zunächst die nicht ganz glückliche Personifikation der Sonne.
Zeitbudgethalber zur Erläuterung nur ein Link:

=> http://www.literature-online.de/thema152...ifikation#10090

-----

Dann:

Willimox, mir ist als habest Du vielleicht auch, vom kognitiven Spaß abgesehen, pädagogische Hintergedanken gehabt beim Eröffnen dieses (guten) Fadens ("etwas lernen"). Denn beim Schreiben, Betrachten, Analysieren von nichtsoguten oder auch sehrsehrguten Romananfangssätzen stellt sich über das Dranherumverschlimmbessernundsoweiter hinaus nolens volens die Frage

Warum sind die nicht so gut, die ersten Sätze?

oder

Warum ist dieser erste Satz gut?

oder, und damit kommt die Sache auf den Punkt

Was ist und was soll leisten: der Romananfang?

Deshalb in einem extra-Faden (dieser hier ist ja vor allem zum Erfinden und Präsentieren der absichtlich oder auch unfreiwillig komischen eigenen Sätze gedacht) ein erstes kurzes Incipit-Brainstorming:

=> http://www.literature-online.de/thema2096.htm



LG, zuppa

 

     Willimox²



brain & storm - to be continued

   07.06.2010, 12:48 / 1 x geändert



Hier - in Anlehnung an Zuppa - eine feine Metapassage zu Expositionen (oder Incipits):

Zitat:
Im Rußland der sechziger oder siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hätte man geschrieben: „Das winzige Dorf X, einhundertsiebenundzwanzig Werst von Moskau entfernt, wurde in der Enzyklopädie als jener Ort erwähnt, in dem ein Landbesitzer erfolgreich einen Hund mit einer Katze kreuzte.”

In Frankreich hätte man, etwas früher, geschrieben: „Le peu que nous savons de la petite ville de B--, nous savons parce que là se trouve un homme à deux têtes.”

In meinem eigenen Land hätte man in den Fünfzigern und Anfang der Sechziger geschrieben: „Die winzige Fabrikstadt Pearl River war eine jener kleinen Industrieansiedlungen, die den Autofahrer mit einem Schild begrüßen, auf dem die Worte ,ALT AN TRADITION, JUNG AN WACHSTUM’ stehen und die unter einer einzigen Postleitzahl aufgeführt sind.”

Heutzutage bleiben uns Gott sei Dank diese Euphemismen erspart, und wir können kurz und bündig sagen: „Das winzige Dorf Pearl River war ein Scheißkaff.” (1975).



John Cheever: Tagebücher. Herausgegeben von Robert Gottlieb. Mit einem Vorwort von Benjamin Cheever und einem Nachwort von Robert Gottlieb. Aus dem Amerikanischen von Matthias Müller. Rowohlt Verlag, Reinbek 1994, S.425.

 

     augustine



Anfang ohne Ende??

   07.06.2010, 17:00 / 2 x geändert



Schon wieder so'n Großversuch, willimox?
Unterhaltsam, ja, durch das, was danach dann diskutiert wird.

Aber: Wenn ich nicht weiß, was nach irgendeinem ersten Satz kommt - wie soll ich dann beurteilen, ob er gut ist?

Es hat hier mal ein Spiel gegeben, das mit einem ersten Satz/den dann folgenden Sätzen spielte:--->
link.

Bitte um Antwort.
augustine mit literarischen Grüßen

 

     Pega Mund



maskenhafte Bewegung und später als gut

   07.06.2010, 18:06 / 1 x geändert



Zitat:
Wenn ich nicht weiß, was nach irgendeinem ersten Satz kommt - wie soll ich dann beurteilen, oib er gut ist?

Darf ich dazu was sagen?


Ein Beispiel:

Die vergangene Zeit, die er fühlte, sowie auch sein kurzfristiges Spähen in das verstreichende Lächeln der Sonne am Nachmittagshimmelszelt teilten Bastian mit, dass es schon später als gut geworden war, nur weil er wegen seiner alkoholbegründet maskenhaften Bewegungen an diesem unscheinbaren, aber denkwürdigen sommerlich heißen Tag langsamer war als sonst.

Wenn ich solchen Satz lese als ersten Satz eines Romans, dann muss ich, um zu sehen, dass dieser Satz, so wie er da steht, missglückt ist (der SATZ, wohlgemerkt; über die Qualität des nachfolgenden Romans ist damit zunächst noch nichts gesagt!), doch eigentlich nicht wissen, was danach kommt.

Und was genau da nicht so geglückt ist an dem Satz, naja, das rauszufinden wär' doch auch mal 'ne schöne Nuss zu knacken für alle, die hier was lernen wollen. Denk ich grade so.


Grüßchen

 

     Pega Mund



Lebende Kreaturen

   23.06.2010, 07:31



H., der nach seinem letzten Abenteuer ziemlich derangiert aussah, wurde für die Totenfeier, die viele Vips aus allen Himmelsrichtungen einte und gleich machte, von ->Bärbel Kokoschky Mokoff dann doch ganz nett hergerichtet.

 

     SimonLore



Erste Saetze - MissglÜckt

   24.06.2010, 16:22 / 5 x geändert



Zitat:
Die Sonne wollte nicht sterben, ihr Spiegelbild schmatzte auf dem Rhein


ist auf die selbe Art und Weise komisch wie der Mond, der in Sidos Ghetto kracht. Der erste Teil des Satzes als "Exposition" ("Die Sonne wollte nicht sterben..." bzw. "Wenn der Mond...") gibt einen Stil vor, der in der zweiten Hälfte dann postwendend ad absurdum geführt wird. Das beschwört im Ganzen total unsinnige Bilder.

"Wenn der Mond in mein Ghetto kracht...". Man denkt: Da will dieser Flachschädel einmal lyrisch klingen und prompt schenkt er uns eine solche "Stilblüte". Wenn das Spiegelbild der Sonne auf den Rhein schmatzt, dann klingt das zwar irgendwie teutonischer, aber ein unsägliches Ding bleibt's trotzdem.

Wie beginnt man eine Erzählung? Dan Brown hat ein sehr simples Rezept. In jeder seiner Geschichten stirbt am Anfang irgendeine bemitleidenswerte Figur. Ich als braves Leservieh frage mich natürlich sofort gespannt: "Warum musste dieser Mensch sterben?" Ich finde darum eigentlich jeden Romananfang dieses "Bestseller-Autors" unfreiwillig komisch, weil so stupide nach Handbuch geschrieben.

Wenn es um deutsche Autoren geht, dann ist für mich der erste Satz von Hesses "Roßhalde" unübertroffen. Natürlich ist das ein wenig aktuelles Beispiel, aber man kennt ja mittlerweile meinen anachronistischen Spleen.

Hesse bringt tatsächlich so ein Ungetüm wie:

"Als vor zehn Jahren Johann Veraguth Roßhalde gehauft und bezogen hatte, war sie ein verwahrloster Herrensitz mit zugewachsenen Gartenwegen, vermoosten Bänken, brüchigen Treppenstufen und undurchdringlich verwildertem Park gewesen, und es standen damals auf dem wohl acht Morgen großen Grundstück keine anderen Gebäude als das schöne, etwas verkommene Herrenhaus mit dem Stall und ein tempelartiges Lusthäuschen im Park, dessen Portal schief in verbogenen Angeln hing und an dessen einst mit blauer Seide tapezierten Wänden Moos und Schimmel wuchs."

Das ist so Hesse-mäßig, dass es einer Selbstkarikatur gleichkommt. Am Schluss wird dieser humoröse Effekt noch durch das "einst mit blauer Seide tapezierten Wänden" geboostet. Das ist dann spätestens hier einfach zu viel. Ich zumindest musste herzlich lachen und habe das Buch zugeklappt.

@Gretchen
Zitat:

Die vergangene Zeit, die er fühlte, sowie auch sein kurzfristiges Spähen in das verstreichende Lächeln der Sonne am Nachmittagshimmelszelt teilten Bastian mit, dass es schon später als gut geworden war, nur weil er wegen seiner alkoholbegründet maskenhaften Bewegungen an diesem unscheinbaren, aber denkwürdigen sommerlich heißen Tag langsamer war als sonst.


Ein wunderschönes Beispiel. Es ist wirklich eine harte Nuss, was du da bringst. Es ist schwer zu sagen, was an diesem Satz nicht stimmt, weil es so erschreckend viel ist.

"Die vergangene Zeit, die er fühlte, sowie auch sein kurzfristiges Spähen in das verstreichende Lächeln der Sonne..." es ist nett gemeint, den Zeitsinn des Menschen anzusprechen. Und selbstverständlich kann der Protagonist die Uhrzeit nach dem Sonnenstand bestimmen - wer nicht? "Nachmittagshimmelszelt" ist zu bemüht poetisch. Absolut No-go.
"später als gut geworden war" hier beginne ich langsam sauer zu werden, dass ich dieses Buch gekauft habe.
"...alkoholbegründet maskenhaften Bewegungen..." schwurbel, schwurbel.
"...unscheinbaren, aber denkwürdigen..." Welch subtile Dichotomie!
"...langsamer war als sonst." hier endlich wird die elektrisch knisternde Spannung, die der vorhergehende Satz aufgebaut hat, in einem inhaltlichen Klimax aufgelöst... Nee, echt nich.

@aswad
Verschachtelt ist dieser Satz nicht, das stimmt. Aber es ist eine Kamerafahrt über dieses ganze Roßhalde-Gelände nebst Detailaufnahmen in einem Satz. Vielleicht ist das ja tatsächlich eine Geschmacksafrage, aber ich finde, sowas kann man dem Leser nicht zumuten.

 

     aswad



Erste Saetze - MissglÜckt

   24.06.2010, 16:45 / 1 x geändert



@ SimonLore

Das Kennzeichen eines Satzungetüms ist für mich nicht die schiere Länge eines Satzes, sondern seine übermäßige Verschachtelung, so dass ich den Sinn nur mit Mühe oder erst nach mehrmaligem Zurückspringen aufnehmen kann. Dein Hesse-Beispiel kann für mich nicht als Beispiel eines solchen Ungetüms herhalten; der Satz ist gut strukturiert und liest sich ohne Widerstand runter. Stilblüten find ich da auch keine. Allenfalls sind es die Adjektive, die mir in ihrer Zusammenballung (etwas negativ) auffallen, aber das war ja auch so der Stil der Zeit.

 

     Pega Mund



maskenhafte Bewegung später als gut

   26.06.2010, 12:04



Die vergangene Zeit, die er fühlte, sowie auch sein kurzfristiges Spähen in das verstreichende Lächeln der Sonne am Nachmittagshimmelszelt teilten Bastian mit, dass es schon später als gut geworden war, nur weil er wegen seiner alkoholbegründet maskenhaften Bewegungen an diesem unscheinbaren, aber denkwürdigen sommerlich heißen Tag langsamer war als sonst.

"Ein wunderschönes Beispiel. Es ist wirklich eine harte Nuss, was du da bringst. Es ist schwer zu sagen, was an diesem Satz nicht stimmt, weil es so erschreckend viel ist." (SimonL.)

Hm, ja, also - diese Nuss happ ich nur mit viel Inspiration und paar Anleihen so hart gekriegt (->hier maa glign).

Maskenhafte Bewegungen - ist das ein Oxymoron (so wie beredtes Schweigen)? Für mich hört sich diese Wendung "unmöglich" an, total daneben - aber ist das wirklich so? Und wenn ja, warum genau denn eigentlich?



. . . . . . . . . . Gretchengruß .... . . .

 

     aswad



maskenhafte Bewegung später als gut

   26.06.2010, 12:57 / 2 x geändert



@ Gretchen


"Maskenhafte Bewegungen" ist ohne Hintertürchen einfach nur Schwachsinn ... ich meine: Masken trägt man ja immer nur auf dem Gesicht. Wenn überhaupt, könnte also nur eine maskenhafte Mimik (=Gesichts-Bewegungen) gemeint sein.

Aber aus dem Beispiel geht ja eindeutig hervor, dass es sich um einen (alkoholbedingt) langsamen Fußmarsch handelt.

Vielleicht hat bamm eher "marionettenhaft" oder sowas gemeint ...

Gruß,

a

 

     Pega Mund



maskenhafte Bewegung später als gut

   26.06.2010, 15:35



@aswad

marionettenhaft, ja, genau, du hast recht! das wär's gewesen!
(hoffentlich liest unsern bamm das, wegen lernen undsoweiter ...)



. . . . . . . . . . Xircinoxe. . . .

 

     Willimox²



Erste Sätze

   17.10.2011, 19:04 / 2 x geändert



mehr oder weniger missglückt; oder vielleicht gar nicht:

a) Im Land der langen Schatten (Arbeitstitel)

Ich war immer noch dabei, im Geiste meinen Eröffnungssatz zu formulieren,
als sie mir ihr Gesicht zuwandte: "Wenn Sie mich ansprechen wollen,
entschließen sie sich."

b) Der Flow der Gottesbeweise (Arbeitstitel)

"Aufs Übersinnliche sei geschissen", sagte Jan Thomas Wagner-Krull und blickte grimmig, so grimmig, dass Robert Spaemann nicht mehr an sich halten konnte: "Da haben Sie aber Nietzsche gründlich missverstanden, Herr Kollege." Wagner-Krull lächelte, Spaemann nestelte am Schalter des Mikrophons, denn die Verstärkungsleistung des Gerätes schien ihm zu gering: "Ihren Säulenheiligen Dawkins übrigens auch", fügte er hinzu.

Einem Wasserbüffel gleich saß der Verfasser der "Kritik der zynischen Vernunft" auf seinem Sessel, dem des Moderators, und schnaufte, fand aber noch nicht die Worte, die vielleicht passen würden. Im Publikum meldete sich ein bebrillter, etwa vierzigjähriger Mann: "Ich komm´ aus Roth", sagte er in das hingehaltene Mikrophon, "ich hätt´ da au was zu beitragen."



Roth, Marktplatz

 

     zuppanova



"Das Böse war wie plötzlich weg."

   27.11.2012, 00:07



Ein Link auf die Seite von -> Christoph Simon,
der offenbar auch Spaß an "ersten Sätzen" (und an "letzten") hat.

Seit Mittag arbeitet mein Hirn aus Angst, an das Falsche zu denken, nicht.

Frau Schimmel drehte sich zum Fenster. "Schau her. Da."

"Blaubeerpfannkuchen" – seine innere Stimme betonte jede Silbe:
"Blaubeerpfannkuchen."

Drogensüchtige huschten die Mauer entlang wie Ratten durch vermüllte Hoffnungslosigkeit.

Das Böse war wie plötzlich da.



. . . . . . . . . . . zuppa

 

Erste Saetze - MissglÜckt




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