zuppanova
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Grüß Dich, Gerd,
Deinen Hinweis auf das aktuelle Foren-Mikroklima wohl bedenkend folgte ich dem Link, las den Artikel und fand für mich folgenden Kernsatz:
>> Mit der Auszeichnung Kreislers mache die Jury einen Vorschlag zur Versöhnung des Hohepriesterlichen mit dem Profanen: „Wir machen diese Trennung nicht mit.“ <<
Dazu kommt mir Shakespeare's Sommernachtstraum in den Sinn.
Da werden ganz unterschiedliche Ebenen, Lebensarten, Bewusstseinszustände ineinander verwoben, und der Zuschauer kann sich aussuchen, wo er sich verorten möchte: im überirdisch-ätherisch-geistigen Reich bei Oberon und Titania, bei den irrenden, suchenden, liebenden Menschen(königs)kindern, die sich im Wald verlaufen, oder im Pyramus-und-Tisbe-Spiel der vielleicht nicht besonders filigran wirkenden, aber arglosen und redlichen Handwerker, die auf ihre eigene Weise ausdrücken, was sie von "höheren Welten" ahnen oder wissen.
Keine Ebene ist wegzudenken, im Gegenteil, die verschiedenen Bereiche gewinnen an Kontur und Tiefe, indem sie sich spiegeln, reiben, vermengen, und am Ende ist das, was ganz oben geschieht, gar nicht so viel anders als das, was weiter unten gespielt wird. Sicher ist doch aber: Fehlte ein Element, dann wäre der Sommernachtstraum nicht mehr der Sommernachtstraum.
So viel nur - eine spätabendliche Randbemerkung und ein Dankeschön an Dich, Gerd.
LG, zuppa

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