Papalagi
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10.02.2010, 12:42 / 1 x geändert
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Edit 26.07.2010
- Faden von Kurzgeschichten nach Entwürfe verschoben - Elise
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Du, Sonne, woher nimmst du denn das Recht mir mit deinen Strahlen bis in das Hertz zu leuchten? Den Boden meines tiefen Schachtes, meines Wasserlochs mit deiner säuerlichen Lichtsubstanz zu schänden. Wieso ist der Himmel nicht mit den tausenden von Fetzen der Abgaswolken zugeschnürt. Wie eine Beleidigung blendet er mich von oben mit seinem ahnungslosen Blau. Und schon breitet sich diese Seuche aus.
Erst langsam und dann immer schneller. Zuerst verschwindet die Betonruhe der Stadtmassive. Die grauen Wolkenkratzer haben viele kleinere Gebäude um sich versammelt. So wie die Könige die Fürsten und die Armeen um sich scharen. Am Rande der Stadt befinden sich die Befestigungsanlagen. Die Hochspannungskabel schneiden jeden Sonnenstrahl entzwei. Die Metallrohre reflektieren das angreifende Licht und werfen es in Form von Tausenden kleinen Blitzen zurück. Doch der Kampf dauert nicht lange. Nach und nach verschwindet der so lang gehegte Rost der Kanalisationsrohre. Die Schutzanlagen, Fallen und Weben der Überlandleitungen verschwinden in dem grellen Gelb. Die Panzerung aus Schmieröl und einer hochwertigen Kruste aus Staub und Rost löst sich auf in einer neuen Welle aus Licht und Farbe. Sie verschwindet aus dem Sichtfeld, geblendet von der ursprünglichen, nichts sagenden Sterilität des Lichtes.
Umringt von einigen wenigen seiner, sich noch tapfer wehrenden, Kameraden sieht der erste General seinem Ende entgegen. Seit mehreren Jahrzehnten stand er bereits hier. Mit seiner ganzen stattlichen Fabrik-Gestalt füllte er fast drei Quadratkilometer aus. Doch jetzt spürte er mit jedem der Betonmuskeln, mit jeder Faser des Metallkörpers das Ende kommen. Die Offiziere, die Fünfstockigen Gebäude, waren schon zum einem dreiviertel von dem Licht verschlungen. Hier und da klafften die leuchtenden Wunden an ihren Körpern. Diese Lichtflecken wuchsen und breiteten sich aus. Wie Ekzemen lösten sie die beruhigende dunkelgraue Oberfläche der Wände auf.
Das Ende. Nun ja, kam alles aus dem Licht? Waren die Dunkelheit und die Ruhe aber bereits vor dem Licht vorhanden? Was kann denn diese tödliche, blendende Helligkeit aufhalten. Um wie viel besser war da das Licht der Halogenlampen. Vorhersehbar und planbar, kontrolliert und so vertraut. Halogenlampe, Serie: Osram HaloPin, Leistung 40 Watt , Spannung: 230,0 Volt Sockel G9, Energie-Effizienzklasse: E, Lichtfarbe Weiß, /Lichtstrom: 460 lm, Lebensdauer 2.000 h. Wie süß war der statische Klang der technischen Spezifikationen. In dem riesigen Prozessorkopf des Regenten nisteten Terabits solcher Gedanken. Sie schossen Millionenfach in der Sekunde durch die Mikrofaser seines Körpers während er zusah wie sich sein Imperium in Nichts auflöste. War denn alles umsonst. Der so lange und beschwerliche Weg von einem kleinen Mikrochip, nicht viel größer als ein Häuflein Staub unter dem Radiator, bis zu der größten und der klügsten Maschine auf dem Planeten.
Und die letzte Botschaft des Urvaters der Weisheit, des Bewahrers aller geschriebenen Werke, alles Wissens einer gesamten Welt war an das heiße, unerbittliche und geistlose Gestirn gerichtet. Ein Sonett aus Einsen und Nullen voller Bitternis ob des nahen Todes einer gesamten Zivilisation.
Du, Sonne, woher nimmst du denn das Recht mir mit deinen Strahlen bis in das Hertz zu leuchten? Den Boden meines tiefen Schachtes, meines Wasserlochs mit deiner säuerlichen Lichtsubstanz zu schänden. Wieso ist der Himmel nicht mit den tausenden von Fetzen der Abgaswolken zugeschnürt. Wie eine Beleidigung blendet er mich von oben mit seinem ahnungslosen Bla...

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Mary Poppins
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10.02.2010, 17:39 / 1 x geändert
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why don't you put it like this in the end ("sonet"):
Du Sonne, woher nimmst du
das Recht mir mit deinen Strahlen
bis in das Hertz zu leuchten.
Den Boden meines tiefen Schachtes,
meines Wasserlochs,
mit deiner saeuerlichen Lichtsubstanz
zu schaenden. Wieso ist der Himmel
nicht mit den tausenden von Fetzen
der Abgaswolken zugeschnuert.
Wie eine Beleidigung
blendet er mich von oben
mit seinem ahnungslosen Blau.
Und schon breitet sich diese Seuche
aus.
yours Mary Po

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Ismael Samanth
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Wer sich den Menschentand vor die Sonne wünscht
weiß nicht
wie die Nacht wirklich ist.
Die Nacht ist gütig und nur sie erfüllt die Wünsche
nach einem Ende der Sonne
wie die Sonne die Wünsche nach dem Ende der Nacht
Der Menschentand ist hell wie ein gespaltenes Atom
Oder dunkel wie ein Rußteilchen aus einem Schlot
Es ist nur der helle und der dunkle Menschentand
der das Leid verursacht in unserer eigenen götltichen Natur
Menschentand
es zeichnet verantwortlich
der Samanth

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ruelfig
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Hallo Papalagi,
ich hasse mich dafür, verachte mich, verwünsche mich in die tiefste Rechtschreibhölle, doch ich kann nicht dagegen an. Wann immer ich einen Text lese, muss ich an Grammatik denken, an Rechtschreibung und Zeichensetzung. Ich weiß, das ist dogmatisch und beraubt den/die/das Schreibende(n) sämtlicher Freiheiten, engt ihn/sie/es gewaltig ein. In diesen Zeiten, wo doch alles irgendwie eins ist, nichts wertiger als ein anderes, wie könnte ich mich dazu aufschwingen, zu bemängeln, dass ans Ende eines Fragesatzes ein Fragezeichen gehört? Möchte sein, dass deine Religion es verbietet, Fragen zu stellen oder vielleicht bist du einfach nur schusselig, aber mir gelingt es nicht, dein Stück zu lesen.
Sieh hier: "
Du Sonne woher nimmst du denn das Recht mir mit deinen Strahlen bis in das Hertz zu leuchten." Das ist eindeutig eine Frage, daher fehlt am Endes des Satzes ein Fragezeichen (und warum schreibst du: Hertz?). Dito hier: "Wieso ist der Himmel nicht mit den tausenden von Fetzen der Abgaswolken zugeschnürt." Wieso ist ein Fragewort.
Hier begehst du ein anderes Massaker: Die Hochspannungskabel zerschneiden jeden Sonnenstrahl entzwei. Entzwei zerschneiden ist Aua.
Na ja, den Rest habe ich mir erspart, vermutlich wolltest du so was wie der Mensch ist Feind des Planeten und besser wäre es, er verginge? Oder sonst so ein Öko-Driss.
Nö,
R
@Samanth: götlichen Natur, das hat echte Klasse. Menschentand, das hat Schwere, haut voll ins Kontor: wir schmutzigen Menschlinge sollten uns vom Planeten schämen. Nur die Natur ist gütig und weise, bis wir eine bakterielle Entzündung haben oder einen Virus. Aber dann kann man schön die Ärzteschaft beschimpfen.

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Papalagi²
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Vielen Dank für eure Kommentare.
Jeder der Kommentare ist auf seine Art und Weise etwas ganz besonderes.
Literarisch, schön oder auch nützlich.
An ruelfig,
Vielen Dank für deine Anmerkungen. Einige der Fehler, die du erwähnt hast. habe ich auch tatsächlich gefunden und korrigiert. Ich finde es gut, dass du mich auf sie aufmerksam gemacht hast. Für die begründete Kritik bin ich dankbar.
Da du die Geschichte (deinen Angaben nach) nicht ganz gelesen hast, kannst du aber über ihren tatsächlichen Inhalt leider aber nichts sagen.
Die Geschichte wird mehr oder weniger aus der Perspektive des Hauptcomputers erzählt (der am Ende zerstört wird). Deswegen bricht das letzte Wort der Geschichte auch ab.
Der Leser sollte nicht in alle Einzelheiten der Geschichte eingeweiht werden.
Das worauf es mir ankam, war die Darstellung der Sonne (der Natur) als etwas zerstörerischem. Die Technik, Beton, Rost und Umweltverschmutzung wird aber als ein natürlicher Lebensraum dieser besonderen Zivilisation dargestellt. Es ist also die Umkehrung dessen, was wir in der Realität kennen.
Du hast aber natürlich mit deiner Vermutung Recht, wenn du schreibst:
„Na ja, den Rest habe ich mir erspart, vermutlich wolltest du so was wie der Mensch ist Feind des Planeten und besser wäre es, er verginge? Oder sonst so ein Öko-Driss.
Nö“
Ich kann dich gut verstehen, manchmal reicht die Geduld nicht aus, um eine Geschichte bis zum Ende zu lesen. Öfters vermeide ich aber in solchen Fällen den Autoren dieser Geschichten davon zu schreiben und mich so einer, naja sagen wir Charakterschwäche zu bezichtigen. Na ja blöd für dich, dass du die Geschichte nicht ganz gelesen hast. Hast aber anderseits nicht außergewöhnlich überwältigendes verpasst. Ich hoffe, dass du deine Zeit besser genutzt hattest. Zum Beispiel ein Eis gegessen, Computer gespielt oder eine interessantere Geschichte eines richtigen Schriftstellers gelesen :-).
Ich danke dir aber auf jeden Fall, da ich viel Spaß beim Schreiben dieses Kommentars gehabt habe.
Im Übrigen bin ich immer für die Vorschläge und Korrekturen dankbar.
LG
Papalagi

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