Jasna
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Hallo,
mein Name ist Jasna, bin Germanistik (auf Lehramt) Studentin und komme aus Slowenien. Ich bin so zu sagen am Schluss meines Studiums, habe schon fast meine Diplomarbeit fertig geschrieben... stehe aber vor einem unbesiegbaren Hindernis. Ich habe Probleme mit einer Seminararbeit beim Fach Literaturdidaktik. Wir mussten einen literarischen Text auswählen und ihn didaktisieren, d.h. wie könnte man eine Unterrichtsstunde mit einem lit. Text ausführen. Meine Wahl: Gottfried Benns expressionistisches Gedicht Schöne Jugend. Hat vielleicht jemand von euch eine Idee, welche literarische Übungen man mit diesem Gedicht machen könnte? Meine Professorin lehnt alle Ideen ab und somit sind sie mir ausgegangen. Ich muss gestehen, dass mich die Seminararbeit schon regelrecht deprimiert, denn ich weiß wirklich nicht mehr weiter :(

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zuppanova
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Grüß dich, Jasna.
Ein Versuch, mich deinem Problem anzunähern:
Zunächst, denke ich, wäre zu fragen, was du mit der Aufbereitung des Benn-Gedichtes für die Schüler (welche Altersstufe? -> Beschreibung der Zielgruppe) erreichen willst. Der schulische Umgang mit Literatur kann ja einerseits auf die Aneignung instrumenteller Fertigkeiten und lexikalischen Wissens über Gattungen, Epochen und Autoren hinführen, aber nicht nur, sondern will vllt. auch literarisch-ästhetische Erfahrung ermöglichen und Lesemotivationen schaffen. Durch Lesen, Lernen, Verstehen werden Schüler eingeführt in eine kulturelle Praxis. Ihr Verständnis für die Aussage und Form literarischer Texte soll angemessen gefördert werden (kulturelle Sozialisation, z.B. Zugang zur Historizität von Ereignissen und Texten / literarische Bildungsprozesse / Erwerb von Lese- und Deutungsfähigkeiten / Lesesozialisation), sie erwerben Kompetenzen, um am Spiel ästhetischer Zeichen teilnehmen zu können.
Der nächste Schritt wäre dann eine entsprechende Aufbereitung des Textes, die den Schülern eben die gewünschten Lernziele ermöglicht. Da gibt es sicher vielerlei Möglichkeiten. Mir fällt hier z.B. das Stichwort produktive Textarbeit ein, und der Einfachheit halber gebe ich dir einen Link auf eine Seite, wo du mehr dazu nachlesen kannst, wenn du dich ein bisschen durchklickst. Ob dir das hilft, weiß ich nun nicht, da ja unklar ist, was genau du bereits überlegt hast bzw. welche Ansätze und Ideen im einzelnen von deiner Professorin abgelehnt wurden.
LG, zuppa

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augustine
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Hier erstmal der Gedicht-Text (es war eigentlich nicht meine Aufgabe, ihn hereinzustellen):
Gottfried Benn: Schöne Jugend
Der Mund eines Mädchens,
das lange im Schilf gelegen hatte,
sah so angeknabbert aus.
Als man die Brust aufbrach,
war die Speiseröhre so löcherig.
Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell
fand man ein Nest von jungen Ratten.
Ein kleines Schwesterchen lag tot.
Die andern lebten von Leber und Niere,
tranken das kalte Blut und hatten
hier eine schöne Jugend verlebt.
Und schön und schnell kam auch ihr Tod:
Man warf sie allesamt ins Wasser.
Ach, wie die kleinen Schnauzen quietschten!
Das Gedicht ist auch Teil des Zyklus "Morgue".
zuppa hat dir sehr viele Anregungen gegeben, Jasna. Und bei google stehen auch auf S. 3 noch immer Hinweise auf Interpretationen, die du dir doch auch als Ideenpool dienen lassen könntest. -
Könnte auch sein, dass die Ideen, die deine Professorin verworfen hat, so gut nicht waren. Das könnte man nur beurteilen, wenn man die (die Ideen) kennte und die Schulform und Klassenstufe.
Vielleicht ergeben sich Erkenntnisse, wenn du Papier austeilst und zeichnen lässt, was visualisierbar ist. Das ist nicht alles, und zu fragen wäre dann, warum nicht.
Gruß augustine

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