Cavalo (de António Cimas) · Antonio · Kurzgeschichten

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     Antonio



Cavalo (de António Cimas)

   26.05.2006, 14:23 / 5 x geändert



Uma vez eu tive um cavalo, heh, é engraçado pq eu sempre lembro disso quando me sinto feliz. A gente morava em Saquarema e meu pai, com aquele jeito bonachão, chegou puxando o bicho por um pedaço de couro.Desacreditei. Era um cavalo, bróder, ele disse que tinha comprado de um cigano mas depois rolou uma conversa de que ele tinha conseguido o bicho numa banca de blackjack que tinha lá pro lado da praia, houve uma época em que Saquarema entrou numa pilha de ser a Las Vegas do Brasil, ou do Rio, uma pilha bizarra que evidentemente não durou muito. Mas então, o cavalo era meio maluco, babava umas cores estranhas e me detestava. De qualquer maneira eu tinha um cavalo, papai deu pra mim e eu não quis dar nome. Ele não durou nem duas semanas lá em casa, morreu babando azul de tarde. A gente (eu, meus irmãos e nosso primo/vizinho) tava jogando peteca de fogo na praça e mamãe veio nos avisar que meu cavalo tava tendo umas crises de tremedeira. A gente ficou curioso, ninguém ficou triste nem nada, e foi correndo pra ver o cavalo tremendo. Quando a gente chegou ele já tava todo arriado no mato e babando um treco azul, não tinha espuma, parecia água, só que era azul, bem forte. Meu pai pagou uns moleques pra tirar o cavalo de lá, achando que tava fazendo caridade pq os moleques iam comer o cavalo e tudo mas na verdade nem iam comer nada, papai sempre achou que Saquarema só tinha mendigo com joelho firme mas tava enganado, aqueles moleques inclusive deviam ter mais grana que a gente, só tavam sem camisa na hora, por acaso. Não sei nem pra onde levaram o cavalo, mas meteram numa rede grande, deram uns nós esquisitos que eu sempre quis saber fazer e foram arrastando o cavalo que continuava jorrando azul.

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Pferd (Übersetzung: Otto Isenbügel)

Einmal hatte ich ein Pferd, weißt du, das ist komisch, weil ich immer daran denken muss, wenn ich mich glücklich fühle. Wir wohnten in Saquarema und mein Vater, in seiner gutmütigen Art, kam nach Hause und trieb das Tier mit einem Lederriemen. Ich konnte es nicht fassen. Es war ein Pferd, verstehst du? Er sagte, er hätte es von einem Zigeuner gekauft, aber später erzählte er uns so eine Geschichte, er hätte es beim Blackjack gewonnen in einer Spielbank, die lag Richtung Strand, es gab eine Zeit, in der Saquarema sich einbildete, es sei das Las Vegas von Brasilien, oder von Rio, eine fixe Idee, natürlich hat das nicht lange gedauert. Das mit dem Pferd war dann doch ziemlich verrückt, es sabberte in komischen Farben, und es hasste mich. Aber Hauptsache, ich hatte ein Pferd, Papa hatte es mir geschenkt, und ich hatte gar keine Lust, ihm einen Namen zu geben. Es war nur zwei Wochen bei uns, dann starb es, himmelblaues Zeug sabbernd. Wir (meine Geschwister und ich, und noch unser Vetter aus der Nachbarschaft) waren auf dem Platz und spielten gerade Federball, und Mama kam, um uns zu sagen, das Pferd hätte irgendwie Anfälle und zitterte. Wir wurden neugierig, keiner war traurig oder so, wir rannten hin, um zu sehen, wie das Pferd zitterte. Als wir ankamen, war es schon zusammengebrochen und lag im Gestrüpp, es sabberte was Blaues, ohne Schaum, das sah aus wie Wasser, nur ganz blau. Mein Vater gab ein paar Jungs Geld, die sollten das Pferd da rausziehen, er meinte, er täte denen was Gutes, weil sie das Pferd ja essen könnten und so, aber natürlich würden sie es nicht essen, Papa meinte immer, es gäbe in Saquarema wirklich nur Bettler, aber er irrte sich, diese Jungs hatten wahrscheinlich sogar mehr Schotter als wir, sie hatten damals nur zufällig mal kein Hemd an. Ich weiß nicht einmal, wo sie das Pferd hinbrachten, aber sie legten es in ein großes Netz und machten so ganz besondere Knoten, die ich mir immer gewünscht hab auch hinzukriegen, und dann schleppten sie das Pferd weg, das weiter blaues Wasser spuckte.

 

     Marcel Frank



RE: Cavalo (de António Cimas)

   26.05.2006, 14:45



A kind of deconstruction, el Pegaso** de Rubén Darío "vomitando" las flores de los Novalis ? Un Anti-Pegaso en términos líricos ? Hielte er ihm eine Muschel ans Ohr, qué clase de farsa escucharía, los sonidos de los "caballeros andantes andando" como los pseudo-hidalgos* de la Mancha comiendo (a) sus Rocinantes ? | Cómo queda difícil entender o nudo do (con)texto nebuloso nao carece da profundidade (alias "o abismo das perguntas") ... ao melhor ... arriba uma idea, más bem y no más ---


* ("achando que tava fazendo caridade pq os moleques iam comer o cavalo e tudo mas na verdade nem iam comer nada")

** Pegaso:

Cuando iba yo a montar ese caballo rudo
y tembloroso, dije: "La vida es pura y bella".
entre sus cejas vivas vi brillar una estrella.
El cielo estaba azul y yo estaba desnudo.

Sobre mi frente Apolo hizo brillar su escudo
y de Belerofonte logré seguir la huella.
Toda cima es ilustre si Pegaso la sella,
y yo, fuerte, he subido donde Pegaso pudo.

¡Yo soy el caballero de la humana energía,
yo soy el que presenta su cabeza triunfante
coronada con el laurel del Rey del día;

domador del corcel de cascos de diamante,
voy en un gran volar, con la aurora por guía,
adelante en el vasto azur, siempre adelante!

 

     Ingar



RE: Cavalo (de António Cimas)

   02.06.2006, 06:55



Ein "fabelhafter" Text. Interessant. Nicht minder interessant der Zugangsvorschlag von Marcel (den ich nicht hätte finden können) - ein im Netz/net/web (ver)endender Pegasus....? - Allerdings will ich diesen Ansatz jetzt beiseite schieben und einen anderen versuchen. Ich sage einfach: dies ist ein Traum, den mir einer erzählt, das ist heraufgespült von tief unten, quillt von innen heraus.
Eine Familien-, Männer-, Vater-Sohn-Geschichte: der Träumer bekommt von seinem Vater ein Pferd, welches dieser unter obskuren Umständen erworben hat. Reiten kann der "gutmütige" Vater das Pferd zwar nicht, er vermag es aber doch so recht und schlecht zu bändigen. Der Junge ist sehr glücklich --- obschon dieses Pferd irgendwie "anders" ist: es sabbert in komischen Farben, was eventuell eja-nun, sagen wir: unpassend sein könnte. Außerdem hasst das Pferd den Jungen, es macht ihm also Schwierigkeiten, die beiden kommen nicht zusammen, und es gibt offenbar niemanden, der dem Sohn zeigen könnte, wie er mit dem Tier richtig umgehen soll. Überhaupt scheint die Familie das Pferd zu vernachlässigen - keiner steht in Kontakt zu ihm, keiner weiss seine Art von Energie, seine Qualitäten wirklich zu schätzen: es verfällt, verkommt binnen kurzer Zeit und wird sterbend vom Vater den molequas, den Fremden überlassen - es gerät in die falschen Hände, ins "Netz" (?). Der Junge verliert eine kostbare Kraft - seine Männlichkeit? - die er eigentlich in seine Persönlichkeit hätte integrieren sollen (und wollen?). So ist die Geschichte für mich nicht abgeschlossen. -> Mehr erzählen!

Wäre ich im Gespräch mit dem Träumer, so sagte ich ihm vielleicht: Dein Pferd ist nicht tot. Komm, wir brechen auf und holen es für dich zurück. Du wirst lernen, es richtig zu behandeln. Ohne das Pferd kommst du nicht voran, nicht ins Leben hinein. Gib ihm vor allem einen Namen. Dann kannst du es rufen und beherrschen. - So oder ähnlich würde ich vielleicht sagen.-
Dies ist natürlich pure Spekulation angesichts "o abismo das perguntas". Es mag platt sein, oder eine falsche Fährte, aber ein Versuch immerhin: mir tut es leid um dieses besondere, blaues Wasser spuckende Pferd. Ich habe den Eindruck, da ist noch einiges offen.
Mehr solche Traum-Texte, Geschichten, Fragmente ... - interessant!
Es grüßt Ingar.

--- Gibt es noch weitere Ideen dazu?

 

Cavalo (de António Cimas)




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