arisia (Gast)
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21.05.2006, 14:16 / 14 x geändert
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Die Schlucht bei Fléville
Madame d'Armoises lächelt ihrem Spiegelbild zu.
»Claudine,« ruft sie ins angrenzende Zimmer: »Ist der Sonntag nicht der schönste Tag der Woche?«
»Sehr wohl, Madame. Wann werden die Herren zur Lesung erscheinen?«
»Es wird elf Uhr werden, bis wir vollzählig sind. Bereite die Erfrischungen im kleinen Salon vor und richte Monsieur aus, daß ich keine Störung wünsche.«
Kurz nach elf Uhr betritt Mme. d'Armoises den kleinen Salon. Lachend nimmt die das laute »Hallo« und die vielen Begrüßungsküsse entgegen. Sie gleitet in ihren Sitz, und ihre helle Stimme verhilft ihr schnell zu Aufmerksamkeit.
»Nun, meine Herren, was bewegt die Welt seit dem letzten Sonntag?«
»Der Widerspenstigen Zähmung, meine Liebe!« Ein junger Herr zwinkert ihr zu, fuchtelt fahrig mit Papieren und wischt eine feuchte Hand über seine Hosennaht.
»Ganz Paris ist begeistert von diesen englischen Komödianten. Ich habe vom Theaterdirektor eine Kopie erbetteln können. Darf ich heute morgen daraus lesen?« Die Hand, die ihr die Kopien reicht zittert, verstohlen wischt er nun die andere Hand über seine Hosenaht. Ein Anflug von Verwirrung huscht über Mme. d'Armoises Gesicht, aber ihrer Stimme ist nichts anzumerken als sie ihm antwortet:
»Aber gewiß, Honoré, es wird uns ein Vergnügen sein, nicht wahr meine Herren? - Was gibt es?«
Madames Blick zur Tür verheißt Gewitter. »Ich hatte Claudine den Auftrag gegeben, Störungen fernzuhalten!«
Monsieur d'Armoises bewegt sich steif in den Raum hinein.
»Die Zuchtsau hat hohes Fieber und steht kurz vorm Werfen. Ich möchte einen der Herren bitten, mit der Equipage den Veterinär zu holen. Ich kann das Tier nicht alleine lassen. Die Dienstboten sind alle in der Kirche. Es ist Kirchweih im Nachbarort.« Er reagiert nicht auf das leise Kichern und stapft aus dem Raum.
»Honoré, würdest du bitte...?«
»Aber selbstverständlich, meine Liebe,« fällt ihr der junge Mann ins Wort.
»Werden sie mich begleiten, da ich den Weg nicht so genau kenne?«
»Wir begleiten sie alle ...,«
»... das wird ein Spaß ...,«
»... mal sehen, wer zuerst da ist ...,«
so gehen die Stimmen durcheinander,
» ... und frische Luft wird uns gut tun. Auf, auf, wer erringt den Siegespreis?«
»Madame,« lacht ein Herr, der genüßlich seinen Schnurrbart dreht, »spendieren Sie ein Strumpfband?«
»Mit Vergnügen, schließlich soll der Sau so schnell wie möglich geholfen werden.«
Unter Gelächter bricht die Gesellschaft auf. Sie erreichen den Tierarzt zu Hause. Dieser begibt sich sofort auf den den Weg zum Schloß, während die fünf Herren und Mme. d'Armoises den weiteren Tag dazu nutzen, Hetzjagden über die Wiesen und durch den angrenzenden Wald zu reiten.
Der Himmel färbt sich schon rot, und die Pferde sind müde, als die Gesellschaft den Rückweg bedenkt.
»Laßt uns den Weg durch die Schlucht nehmen. Das Abendrot zeichnet bei klarem Himmel, so wie heute, zauberhafte Farben auf die Hänge,« regt Mme. d'Armoises an.
Der Weg klettert steil nach unten, die müden Pferde stolpern immer mal wieder über lose Steine. Honoré und Mme. d'Armoises reiten als letzte etliche Meter hinter den anderen. Gerade als er sich ihr zuwendet, zum Sprechen anhebt, sich überdeutlich seiner feuchten Hände unter den Handschuhen bewußt, tritt ihr Pferd einen größeren Stein los.
Nur Honoré sieht wie es stolpert, stürzt, im Sturz noch anderes Gestein lockert und die Reiterin unter sich begräbt. Er sieht die losen Steine in die Tiefe donnern, sieht wie sie weiteres Geröll mit auf den Weg nehmen, bis sie als Lawine die vier Reiter fast unter sich begraben, die in dem engen Hohlweg keine Ausweichmöglichkeit finden.
Honoré starrt bleich in die Tiefe, dann zur Seite, springt vom Pferd, wälzt mit unmenschlicher Anstrengung das Pferd von der Frau, erschießt das vor Schmerz schreiende Tier. Die Frau lebt, vielleicht ist ein Bein gebrochen, er lagert sie bequem, stolpert mehr als er läuft in die Tiefe, räumt Steine zur Seite mit Kräften, von denen er selbst nicht weiß, woher sie ihm zu fließen, befreit die verletzten Männer und Tiere; zwei Männer sind tot, die Pferde müssen alle getötet werden, die anderen beiden Männer sind nur leicht verletzt. Er starrt sie an, will atmen - und findet sich immer noch auf seinem Pferd, keines Ausrufs und keiner Bewegung fähig. - Die Sonne hat sich kaum bewegt.
Als das Blut in sein Gesicht zurückkehrt, jagt er den Steilweg hoch, auf schnellstem Weg zum Schloß, findet den Schloßherren bei der Sau, die inzwischen geworfen hat, berichtet knapp und präzise das Geschehen und bricht zusammen.
Monsieur d'Armoises, der Tierarzt und zwei Dienstboten, die in zwischen von der Kirchweih zurückgekehrt sind, hasten mit Seilen und Pickeln bepackt zu Schlucht.
Die angegebene Stelle ist frei. Nur ein loser Stein liegt mitten auf dem Weg. Als sie weiterreiten, treffen sie die übrige Gesellschaft am Aufstieg zur anderen Seite.
»Ja, Honoré ist plötzlich davongestürmt, wir haben uns kurz gewundert, aber dann vermutet, daß er einen Streich aushecken würde«, berichtet Gaspard, der Herr mit dem Schnurrbart.
Verstört erreichen sie das Schloß, keiner spricht. Sie finden Honoré mit weißem Haar und irrem Blick im Schloßhof.

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Jolante
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04.08.2006, 13:09 / 1 x geändert
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Liebe Arisia,
ich habe deine Geschichte mehrmals gelesen und finde sie von der Idee her wirklich interessant und auch gut geschrieben. Es ist mir selbst nicht verständlich, warum ich mich mit dem Kommentieren so schwer tue. Ich will es trotzdem mal versuchen: Mde.Armoise, französische Landadelige, kulturbeflissen, hat an einem Sonntag zur literarischen Matinee eingeladen. Fünf Herren sind zu Gast : ), darunter einer namens Honoré, es wird geplänkelt, ein wenig arrogant, ein wenig frivol - so weit, so gut. Dann tritt der Hausherr auf (der eigentlich nichts zu melden hat) und stört die lockere Atmosphäre, indem er meldet, dass die Zuchtsau krank ist und dringend einen Veterinär benötigt. Auch gut (und saukomisch).Ich bin gespannt, wie`s weitergeht. Mde.Armoise bittet Honoré, der als einziger der Gäste namentlich erwähnt wird, zum Tierarzt zu reiten. Die Gesellschaft entschließt sich dazu, ihn zu begleiten. Danach jagen sie eine Weile und nehmen gegen Abend den Rückweg durch die Schlucht. - Nun folgt eine ganz präzise und sehr eindrucksvolle Beschreibung des schrecklichen Unglücks, das sich ereignet und aus dem Honoré als Held hervorgeht, denn er hat getan, was er in dieser dramatischen Situation tun musste. - Jetzt folgt ein Satz, der die Szene ver-rückt: "Er starrt sie an (die beiden Männer), will atmen - und findet sich immer noch auf seinem Pferd, keines Ausrufs und keiner Bewegung fähig. - Die Sonne hat sich noch nicht bewegt." Was ich zunächst nicht verstanden habe, klärt sich auf in der relativ kurz gehaltenen Schluss-Szene. Honoré reitet zum Schloss, berichtet das grauenhafte Geschehen, aber die zur Bergung aufgebrochene Truppe findet ...nichts..., außer einem lockeren Stein und bei der Rückkunft Honoré, bleich und verwirrt. Nun frage ich mich, was ist geschehen (wenn mutmaßlich nichts geschehen ist), dass Honoré so plötzlich wahnsinnig wurde. Was ist da abgelaufen, er war doch so fröhlich und unauffällig. Da muss es doch etwas gegeben haben, was schon vorher auf eine Geistesverwirrung hindeutete. Habe ich etwas nicht richtig verstanden ? Warum hat mich die Geschichte nicht bis zum Schluss mitgenommen, ja, was fehlt mir an ihr ? Ich weiß es nicht, und das mag an meinem Unvermögen liegen. Vielleicht sehen andere das ganz anders. Und genau das würde mich brennend interessieren.
LG Jolante

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ear
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Ich sehe es als ironische Gegenueberstellung der beiden Welten:
einerseits Monsieur, voll echter Besorgnis um seine Zuchtsau, auf deren Nachwuchs er wartet, aber der er nicht allein helfen kann (Dienstboten auf Kirchweih);
zum anderen die frivole Welt der Madame, die sich an "Der Widerspenstigen Zaehmung" begeistert und der ueberzarte, empfindsame Liebhaber Honore, welcher zum Lesen gebeten wird.
Der Tierarzt soll von allen geholt werden, selbst dieser Ausflug endet in Liebelei und Treibjagden.
Die Sau kommt nieder, ihr Nachwuchs ist gerettet,
Madame verletzt sich "ein wenig", es gibt wirkliche Verletzte und Tote--, und der nur in Poesie lebende Honore, der nichts von Blut, von wirklichem Leben kennt, entwickelt unmenschliche Kraefte, die ihn zerstoeren. Er wird zum Greis, sein Verstand ist zerbrochen.
Es ueberlebt, was natuerlich ist und bleibt. ear

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augustine
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arisia, ich hatte Deine Geschichte durchaus gelesen, als sie im Mai da/hier war, wusste aber, dass es mit drei Sätzen nicht abgehen würde und habe mich auch gedrückt vor einer Analyse der zweierlei Erzählebenen, wie ich finde. (Nun noch ein längerer Anruf; versuche mich wieder reinzufinden.)
Anfang ist realistisch, satirisch, auch z.T. sehr schön komisch: Madame lächelt selbstverliebt dem Spiegelbild zu / hat diese Matineen nur mit anscheinend durchgehend jüngeren Herren, aber ohne Monsieur, der (köstlich!) sich um die Zuchtsau kümmern muss/will (nachdem er ja seine Angetraute dazu nicht hat machen können, die ja wohl auch eine Widerspenstige ist ...) / 11 Uhr ist der letzte Termin, sie aber kommt gezielt ein wenig später / sie "gleitet" in ihren Sitz, er stakst "steif" in den Raum - Einfälle, die sicher nicht alle auf einmal da waren
Gut die Idee, wegen der Tierarzt-Notwendigkeit die Widerspenstigkeits-Unternehmung Lesung 'umzufunktionieren' in einen ausgelassenen Wettritt mit Strumpfband-Preis.
Dann kommt der Übergang ins Magische, den ich problematisch finde, an dessen Ende Honoré mit weißem Haar im Schlosshof steht. Das wäre nur begründet, finde ich, wäre wirklich passiert, was offenbar nur seine Phantasie sein soll, in der er ein Held mit übermenschlichen Kräften ist, aber auch (er reitet mit Madame HINTER allen anderen) bereit zu Liebesgeplänkel und wohl mehr.
Die Eckpunkte der Phantasie sind: "Der Himmel färbt sich schon rot" und "Die Sonne hat sich noch nicht bewegt" (was sie aber, außer im AT bei Gibeon, Jos 10,12, Konkordanz) niemals tut.
Wie weit und ob überhaupt Rilkes Cornet drinsteckt - weißt Du. Ich hab' jetzt keine Zeit, ihn zu lesen, aber wir kommen wohl noch zu weiterer Diskussion.
Es war gut, dass Du Deine Geschichte aus der Versenkung hochgeholt hast. Ich finde sie sorgfältig gearbeitet, und also lohnt sie Versuche sorgfältiger Kommentare. Un d davon gibt's nun ja wohl noch weitere.
Grüße in die Runde von augustine

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Gretchen Darloni
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Heiala, arisia und augustine und ear und Jolante!
Diese Geschichte ist für mich so merkwürdig, ich verstehe sie in gewisser Weise nicht, und schreibe nun doch meine paar Gedanken dazu, nachdem bereits "Vorleistungen" da sind.
Ich habe so Fragen: Wer ist Honoré? Um ihn geht es ja, oder? Hat es etwas zu bedeuten, daß er "Honoré" heißt? Eine Anspielung auf Balzac? Ich verstehe es nicht. Weiter verstehe ich einfach nicht, WARUM er "verrückt" wird. Was geschieht in ihm, mit ihm denn eigentlich? Da fehlt mir irgendwie ein Link, ich vermag es aus der Geschichte nicht herauszulesen. Denke aber, es muß mit seiner Beziehung zu Madame zu tun haben. Woran scheitert er? Was bringt er nicht zur Deckung? Ist es eine innere Zwickmühle, so etwas wie "wollen" aber "nicht dürfen, sich nicht trauen", das ihm das Haar weiß färbt? Ist er dieser von Madame ausgehenden Anziehungskraft innerlich nicht gewachsen? Oder wird er eben einfach verrückt, weil er er ist und Punkt? An dieser Stelle bin ich beim Lesen immer hängen geblieben, rätselnd und mit Fragezeichen überm Kopf: welcher psychische Prozess geht hier ab?
Oje, und der Rilke ist mir jetzt auch nicht präsent genug, daß mir dadurch Erleuchtung zuteil werden könnte! Also, ich hab gez praktisch nur Fragezeichen hier aufgeschrieben - aber vielleicht geht das Gespräch noch weiter an dieser Stelle und ich bin bald ein etwas
klügeres Gretchen!
Liebe Grüße aber - und interessant fand ich diese Geschichte schon immer!
(und gute Nacht, gehe gleich ins Bett, noch Wochenendpisten-geschädigt!)

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arisia (Gast)
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08.08.2006, 13:56 / 1 x geändert
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hi, Jolante, ear, Augustine, Gretchen,
erst mal vielen und lieben Dank für eure ausführlichen Antworten.
Erst mal zum einfachen. Augustine hat Recht, etwas muß sich die Sonne bewegt haben, ich werde das "nicht" durch "kaum" ersetzten.
Oje, wie jetzt weiter. Hm
Als ich die Geschichte zu schreiben begann, sollte sie eine Beziehungskrise in der damaligen Zeit darstellen. Und ich wollte auch üben, Zeiträume ohne exakte Datumsangabe und Uhrzeiten darzustellen.
Dann hat sich mein Bleistift über dem Schreiben einfach selbstständig gemacht. Im Ernst. Ich war das nicht. :) Ich habe sie dann in einem Rutsch, so eine drei viertel Stunde ungefähr, runtergeschrieben.
Später nur wenige marginale Verbesserungen.
Was da an Beeinflussungen drin ist, kann ich auch nur vermuten. Balzac, ja, könnte bei dem Namen stimmen, der kam auch einfach so, ich habe nicht danach gesucht. Nicht Rilke, ich kenne das "Cornet" nicht, eher Ambrose Bierce. Ich habe in der Schule eine Kurzgeschichte von ihm gelesen, die mich jahrelang verfolgte, es geht um einen Soldaten, der an einer Brücke aufgehängt wird, weiß nicht mehr warum, und die Geschichte spielt sich eigentlich nur im Augenblick des Fallens ab, er sieht das Seil reißen, sich auf den Fluß aufschlagen, und dann das andere Ufer erreichen. Dann, Realität und Ende.
Dann noch ein reales Miterleben von mir, jemand sieht eine Katze, und wird von jetzt auf gleich schizophren. Später bin ich dann auch auf die kleinen Vorboten gestoßen, beim Nachdenken, aber die große Veränderung geschah aus dem Blauen, in sekundenschnelle.
Für mich ist der Auslöser in dieser Geschichte der Stein, den Madame's Pferd los tritt, der das Geschehen bei Honoré in Gang setzt. Und er bricht zusammen, eigentlich erst in dem Moment, als er erkennt, daß er nichts getan hat, nicht geholfen hat, für ihn ist das Geschehene aber immer noch real, nur seine Hilfe nicht. Das zerbricht ihn, sein Bild, daß er gerne von sich hätte.
Vielleicht ist er labil, er hat mit dem Theater zu tun, kennt den Theaterdirektor, wohlhabende Nichts-Tuer der damaligen Zeit kamen mir immer etwas labil, hart an der Grenze des Wirr-Seins vor.
Wenn eine von Euch eine Idee hat, wie ich das verständlicher machen könnte, wo ich eine Andeutung der Labilität hineinbringen könnte, nur zu, ich denke auch noch nach, bin aber, wie das so ist, etwas "werkblind". :)
lg
arisia

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augustine
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Hallo, arisia,
Fléville: Cornet kann's nicht gewesen sein, da Du ihn nicht kennst (und ich ihn nicht wirklich präsent hatte) Honoré als sprechenden Namen hatte ich bezogen auf sein bevorzugtes Verhältnis zu Madame; vielleicht findest Du ihm einen anderen, der schon auf die Anlage zu gespaltener Wirklichkeitswahrnehmung hinweist; und vielleicht genügen für die Szene in der Schlucht zwei Änderungen: "er sah, wie ...", also seine Perspektive; und noch vorher, im Salon vielleicht schon oder dann beim Reiten hinter allen mit Madame: erkennbar machen, dass er sich echte Hoffnungen auf sie macht, sie aber nicht entfernt daran denkt; [übrigens: Wahnsinn von einer Minute zur anderen, das habe ich in Fallstudien auch schon gelesen; auch weiße Haare: mal von einem gelesen, der von der Folter zurück in die Zelle geworfen wurde
die technischen Hinweise - danke - hab' ich geschnallt; sonstige Antworten später; "Antwort erstellen" auf dem Weg über Tabs sichern ist mir nicht gelungen, aber ich finde es gut, hier zu schreiben, weil hier Formatierungen (und Bilder) möglich sind.
LG a.

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arisia (Gast)
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11.08.2006, 14:25 / 1 x geändert
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hi, augustine,
ich habe deine Anregungen aufgegriffen, und die persönliche Perspektive mit: "Honoré sieht wie ..." eingeführt. Habe es dann noch etwas ausgebaut.
Ziemlich zu Anfang habe ich dann auch noch eine Spur gelegt:
- Ein junger Herr zwinkert ihr zu, fuchtelt fahrig mit Papieren und wischt eine feuchte Hand über seine Hosennaht.
»Ganz Paris ist begeistert von diesen englischen Komödianten. Ich habe vom Theaterdirektor eine Kopie erbetteln können. Darf ich heute morgen daraus lesen?« Die andere Hand wischt." -
und habe das das: "Die Sonne hat sich noch nicht bewegt"., ersetzt durch: "Die Sonne hat sich kaum bewegt."
Ich habe alle Veränderungen im Text kursiv gesetzt, so daß du und alle anderen die Stellen leichter finden können. Also, ich bin jetzt doch zufrieden so wie die Geschichte jetzt dasteht.
Wäre schön, wenn ich nochmal eine kurze Rückmeldung bekäme.
liebe dankbare Grüße
arisia

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Jolante
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Hallo, Arisia,
gut, dass du eine Spur zum plötzlich ausbrechenden Wahnsinn Honorés gelegt hast, so ist es schon verständlicher. Allerdings würde ich noch ein wenig nachhaken, und zwar hab ich mir das folgendermaßen gedacht:
".....Honoré und Mme.d`Armoises reiten als Letzte etliche Meter hinter den anderen. Er will Madame etwas sagen, wagt es aber nicht. Seine Hände sind schon wieder feucht. Da tritt ihr Pferd einen größeren Stein los, Honoré bleibt wie gebannt stehen. Dann sieht er, wie das Pferd stolpert, stürzt, im Sturz......".
Nur als Anregung zu verstehen.
LG Jolante

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arisia (Gast)
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hi, nochmal an alle,
ich habe mich jetzt doch nochmal drangesetzt und am Text gebastelt. Zum Besseren Verständnis schreibe ich die beiden Passagen hier in den Beitrag, im Ursprungstext sind die veränderten Stellen kursiv dargestellt. Ich hoffe, daß euch die Geschichte jetzt logischer und verständlicher ist. :)
Noch in der Anfangsbeschreibung:
"Die Hand, die ihr die Kopien reicht zittert, verstohlen wischt er nun die andere Hand über seine Hosenaht. Ein Anflug von Verwirrung huscht über Mme. d'Armoises Gesicht, aber ihrer Stimme ist nichts anzumerken als sie ihm antwortet:"
Als das Drama beginnt:
"Gerade als er sich ihr zuwendet, zum Sprechen anhebt, sich überdeutlich seine feuchten Hände unter den Handschuhen bewußt, tritt ihr Pferd einen größeren Stein los. Nur ..."
Danke, Jolante, für deine Hartnäckigkeit, mich am Text dranzuhalten. :)
liebe Grüße
arisia

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