augustine
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Könntest du dich dazu durchringen, mindestens zu sagen, was "dabei" sein soll??
Meinst du, es schreibt dir hier wer 'ne Interpretation?
Also: formuliere deine Fragen, am besten mit 1. etc. Vielleicht wird dir ja dann erst klar, was du erwartest. Sonst passiert hier gar nichts.
augustine

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lost
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02.07.2008, 01:54 / 1 x geändert
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Mehrfachkodierung - das ist immerhin ein Wegweiser; dennoch ist mir noch nicht wirklich klar, welche Art von Beiträgen hilfreich sein könnten, Azra.
Mehrfachkodierung eines Textes kann meinen, dass dieser sowohl von kulturellen Eliten als auch von breiter Masse mit Gewinn oder Genuss rezipiert wird, will sagen, ein Text ist so gestaltet, dass jeder etwas darin findet, unabhängig davon, wie sein Bildungshorizont beschaffen ist. Mehrfachkodierung kann auch heißen, dass ein Text mit der Semantisierung des Formalen arbeitet. das würde bedeuten, dass die formalen Elemente (Metrik, Phonologie, Syntax, Lexeme, Topoi, die lyrischen Bilder) des Textes analysiert und daraufhin untersucht werden, ob sie der manifest vorliegenden Primärbedeutung, der wörtlichen Bedeutung, eine symbolische Sekundärebene hinzufügen (Isotopie oder Analogiebildung aufgrund kulturell vorgegebener Denkmuster oder Erkennungs-Folien).
in dem von dir zitierten Gedicht fallen (mir) als formale Elemente sofort die Wiederholungen (metrisch-rhythmische Wiederholungen, grammatische Parallelismen, Wörter-Rekurrenzen, z.B. auch Endreime) auf, d.h. der Text zeigt eine durchgearbeitete syntaktische sowie phonologisch-phonetische Organisation, außerdem bemerkenswert ist der starke Signalcharakter (Anrede eines "Du", Frage an ein "Du"). um sich dieser formalen Elemente präzis inne zu werden, mag auch eine sorgfältige Textparaphrase (als Verständnisprotokoll zu verstehen) hilfreich sein.
dies einige erste Überlegungen zum Stichwort "Mehrfachkodierung". ob sie sich deiner Fragestellung annähern, weiß ich nicht.
welche Art von Arbeit hast du denn an diesem Gedicht zu leisten?
lost

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Azra (Gast)
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Ich muss eine Interpretation mit literaturwissenschaftlichen Instrumentarium des Gedichts schreiben und dabei auch die folgenden Fragen beantworten:
1. Wie äußert sich darin die Mehrfachkodierung?
2. Wie entsteht darin Mehrdeutigkeit?
3. Welche Funktion erfüllen die Wiederholungsstrukturen im Gedicht?
4. Welcher Zeit und welchem Ismus ist das Gedicht zuzurechnen?
Es ist mir klar, dass das Gedicht symbolistisch ist und dass die Wiederholungsstrukturen die Aussage intensivieren und betonen. Ich wurde auch sagen, das sie wie Refrain einen Lieds sind, da das Gedicht einem Lied ählich ist.
Die 1. und 2. Frage bereiten mir Schwierigkeiten, da ich nicht weiss wie ich sie beantworten soll. Liegt es was an der Form des Gedichts und dem Inhalt, was man verbinden kann?
Ich weiss, dass wenn etwas mehrfachkodiert ist, kann man es auf mehreren Ebenen lesen und verstehen, und so entsteht auch die Mehrdeutigkeit. Aber, im diesen Fall weiss ich nicht wie ich, dass erklären kann.

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Marcel Frank
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Dann revolvern wir mal das Patronenlager:
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Arbogast, Hubert: Stefan Georges 'Buch der Hängenden Gärten'. In: Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft. Jahrgang 30. 1986. S. 493-510
Arbogast, Hubert: Die Erneuerung der deutschen Dichtersprache in den Frühwerken Stefan Georges. Eine stilgeschichtliche Untersuchung. Köln u.a. 1967. S. 97-99
Durzak, Manfred: Der junge Stefan George. Kunsttheorie und Dichtung. München 1968 (= Zur Erkenntnis der Dichtung, 3)
Evtl.:
Winko, Simone: Kodierte Gefühle. Zu einer Poetik der Emotionen in lyrischen und poetologischen Texten um 1900. Berlin 2003 (= Allgemeine Literaturwissenschaft. Wuppertaler Schriften, 7).
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Ich würde es in dieser Reihenfolge angehen bzw. dort zus. nach Schnittmengen in den bibliographischen Angaben schauen.

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augustine
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Azra - ich sehe Anfragen wie deine nicht mit Freude, so gerne ich weiterhelfen würde, aber nur jemand, der schon durch eigene Anstrengung einige Erkenntnisse gewonnen hat und nun das Gespräch darüber sucht.
Hier springt mich aus jedem Satz dein Widerwille an, dass du dich überhaupt mit solchem Ekeltext befassen musst, und nun gibt's zum Glück solche Angebote wie dies, und nun können die doch mal machen.
Die Frage "Welchen Effekt hat..." ist doch schon falsch gestellt - als gäbe es nämlich eine einzige Antwort à la 2+2=4. Du befindest dich aber in der Lyrik, erste Verständnisse bestätigen sich (oder nicht) in Verbindung mit anderen. Und DANN ist natürlich hilfreich, was Klügere schon geschrieben haben. Davon kanntest du tatsächlich (tatsächlich?) ein Buch schon, wertest die anderen Titel aber ab mit: weiß ich nicht, ob in unserer Bibliothek ...
Ich nehme an, dass du Schüler/in bist. Das vorher zu sagen wäre höflich gewesen, weil es auch allgemein ein bestimmtes Anspruchsniveau angezeigt hätte, aber Höflichkeit ist auch nicht mehr modern.
augustine

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