Robert Frost: Stopping by woods · rollerball · english poetry

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     rollerball



Robert Frost: Stopping by woods

   16.12.2007, 11:38



Stopping by Woods
on a Snowy Evening

Whose woods these are I think I know.
His house is in the village, though;
He will not see me stopping here
To watch his woods fill up with snow.

My little horse must think it queer
To stop without a farmhouse near
Between the woods and frozen lake
The darkest evening of the year.

He gives his harness bells a shake
To ask if there is some mistake.
The only other sound's the sweep
Of easy wind and downy flake.

The woods are lovely, dark, and deep,
But I have promises to keep,
And miles to go before I sleep,
And miles to go before I sleep.



Robert Frost:

Halten am Walde
im Abendschnee

(Übers. v. Walter A. Aue)

Ich glaub' ich weiß, wes Wald dies sei,
Doch steht sein Haus nicht nebenbei;
So sieht er's nicht, bleib ich hier stehn.
(Und seinem Schnee ist's einerlei.)

Mein Pferdchen kann kein Haus hier sehn
Und kann mein Halten nicht verstehn:
Hier, zwischen eis'gem See und Wald,
Am trübsten Tag im Jahr'sgeschehn!

So schüttelt es sein Glöckchen halt,
Um mich zu fragen, Fahr'n wir bald?
Sonst kein Geräusch als Schnee ringsum
Der sanft im Winde wiederhallt.


Der Wald schweigt tief und lockend nun -
Doch ich hab' noch mein Teil zu tun
Und weit zu wandern bis zum Ruh'n,
Und weit zu wandern bis zum Ruh'n.

 

     ear



RE: Robert Frost: Stopping by woods

   16.12.2007, 21:08



Ein sehr passendes Gedicht kurz vor der Winter Solstice, dem dunkelsten Tag des Jahres. Robert Frost liebte dieses Gedicht sehr.
Das Symbolische der 'dark woods', die den Schnee nicht einfach fallen lassen , sondern die sich mit Schnee fuellen.
Der Wald ist nicht einfach Natur, er gehoert Jemandem, den der Dichter wahrscheinlich kennt. Normalerweise wuerde er Pflichten erfuellen und weiterreiten. Doch diese Stunde haelt ihn wie gebannt.
Er sieht die Schoenheit und Gewalt der Verbindung von dunklem Wald und Schneelast, die ihn fast hypnotisch anzieht.
Dagegen steht die klare Verbindung zu seinem kleinen Pferd. Das Pferd bringt ihm durch das Geraeusch des Harnisses die Naehe zu den Menschen , zu seinen Pflichten ins Gedaechtnis. Er muesste weiterreiten, aber in dem Gedicht selbst bewegt er sich nicht von der Stelle.
Wenn ich 'stopping by' lese, denke ich an das eben mal bei einem Freund Einschauen. Es hat etwas sehr Vertrauliches, welches im Gedicht sowohl mit Nature wie mit seinem Pferd zum Ausdruck kommt. Eine Art von Traum auf einer Seite und das Wirkliche seiner Verpflichtung auf der anderen. Er sieht sich als Einzelmensch, aber auch als Mensch unter Menschen mit Pflichten.ear

 

     Schreibtisch



RE: Robert Frost: Stopping by woods

   17.12.2007, 07:50



Guten Morgen rollerball,
das Gedicht begegnete mir das erste mal in einem Seminar über Freitod/Suizid.
Besonders die letzte Strophe hat für mich seitdem den Geschmack: ich widerstrebe dem plötzlichen Einbruch des Dunklen, Lockendem, Tiefen...weil - noch Dinge zu tun - sind...aber ich spüre die Sehnsucht nach Ruhe, Schlaf, Frieden, sich fallenlassen ins Dunkeltieflockende, die auch eine Todessehnsucht ist/sein kann. Besonders die Doppellung des letzten Verses berührt mich jedesmal sehr...und habe ihn zum offenheimlichen Motto meiner Maß-halten-Geschichte gewählt. Hattest dus gemerkt?
Morgengrüße, Schreibtisch

 

     rollerball²



RE: Robert Frost: Stopping by woods

   17.12.2007, 15:50



Good afternoon ear + schreibtisch,

beide eurer Lesarten haben was für sich: „the woods are lovely“ deutet auf ein stilles Idyll hin, eine bislang noch unerfüllte Sehnsucht, die vielleicht noch in diesem Leben gestillt werden soll. Auch die noch zu erfüllenden Pflichten lassen eine dem Leben zugewandte Perspektive zu.
Andererseits ist doch viel Melancholie und eine gewisse Todessehnsucht zu spüren, wie sie auch bei Schuberts Winterreise vor allem in den letzten Zeilen von „Der Lindenbaum“ zu finden ist. Wälder haben naturgemäß eine lange Tradition als einsame Orte des Suizids , wo Bruder Baum leicht zu Freund Hain werden kann …

Mit unverfrorenen Grüßen an einem verschneiten Tag,
Rollerball

 

     zuppanova



RE: Robert Frost: Stopping by woods

   18.12.2007, 00:08



dear friends,
me is just dead keen on exercising my english. so let me see, if I can still do it …

Stopping by Woods on a Snowy Evening: is generally said to be Frost's masterpiece; may be it is his most famous poem, also may be it’s his most frequently taught and anthologized piece of poetry, a "lyric" poem (as some put it), which should be appreciated in terms of its formal and metrical qualities (such as the complex, interlocking rhyme scheme or the elegant use of vowels and consonants), rather than in terms of it’s content or "meaning". critics also point to the seductive mood or tone, created by its formal properties, as one of a person caught up in a reverie; the hypnotic quality of the repeated closing lines, in particular, suggests a chant or spell. due to it’s deceptive simplicity, it’s ambiguity critics aren’t able to secure a particular meaning of the poem: one has to avow, that it is a poem of undertones and overtones rather than of meaning.

a standard interpretation is, that the speaker (presumably a man, although no gender is specified), is contemplating suicide. the woods, lovely, dark, and deep, are a metaphor for the afterlife and represent the allure of death as a means of escape from the pressures and duties of daily life - the speaker is being seduced by the woods despite knowing their danger.
personification of the horse is very a fine technique, allowing the poet to introduce another point of view to the poem without breaking the man’s isolation: the horse almost acts as the voice of common sense or conscience or, lets say, as the advocatus of vital force and energy, thinking it queer / To stop without a farmhouse near, connecting back the speaker to civilization and life. the horse takes action to find the reason for the odd stopping. the noise from the inquisitive harness bells provide contrast to the calm and quiet of the scene, where the only other sounds are those of wind and snow.

naturally, this all takes place on the darkest evening of the year, the winter solstice, december 21st, what can either be taken literally as the most lightless night, or it can be taken as the night of the darkest emotions in the life of the speaker, his sadness, his isolation, his depression.

my favorite interpretation, however, is that in fact the guy is Santa Claus and his little horse is a true reindeer. according to this point of view, the promises the speaker must keep refer to Santa’s responsibility to deliver presents on Christmas-Eve.

but: I suppose that this poem can be read on many levels. for those who wish to go beyond the surface levels of Frost (New England nature scenes, politics, etc.), it contains everything one could know about life, and it mirrors the Universal in the human soul. for others it is simply about getting groceries.
as for my part, I find Frost a man of deep mystical experience and metaphorical grandness, both revealed in his poetry, without alignment to any particular theology.

btw. - war es nicht Robert Frost (4x Gewinner des Pulitzer Preises), der sagte:
. . . . . . . poetry is what gets lost in translation ... ?

lg, zuppa.

 

     rollerball²



RE: Robert Frost: Stopping by woods

   18.12.2007, 20:26 / 1 x geändert



dear zuppa,

thank you very much indeed for these enlightening words which hardly leave anything to add. I had never thought that Santa might be guy in question, but i like the idea!

It´s true that there is always something lost in translation, of course also in Aue´s version, so I tried to regain some of it:


Wem dieser Wald gehört, das weiß ich schon,
er wohnt im Dorf, gar weit davon,
wird nicht bemerken wie ich steh
und seinen Wald verschneit hier seh.

Mein kleines Pferdchen wundert sehr
der Halt an einem Ort so leer.
Hier zwischen Wald und Teich voll Eis
an einem Abend finster, kalt und schwer.

Drum rüttelt mich sein Glöckchen wach,
als fragt´ es mich, was ich hier mach´.
Sonst hör ich nichts als nur den Schnee
den ich im Wind hier wirbeln seh´.

Der tiefe Wald, er lockt mich nun,
doch bleibt mir noch so viel zu tun,
und weit zu fahren bis zum Ruh´n
und weit zu fahren bis zum Ruh´n.

 

     zuppanova



just thinking about this fine poem -

   14.09.2011, 18:19



Eine gesprochene Version noch dazu;
die annehmbarste, die sich von mir finden ließ.



Vielleicht nimmt eine gute Lesestimme einmal sich des Textes an, wer weiß -


. . . . . . . . . . . zuppa

 

     Städter



Wer sollte das denn besser machen?

   15.09.2011, 20:53







Gefunden und begeistert: Städter

 

     zuppanova



Angetan.

   29.09.2011, 17:28



Guter Fund, Städter; war mir nicht ins Netz gegangen bei meiner Suche, diese Version; unprätentiös, gelassen, fast beiläufig der Vortrag; dann am Schluss das Ritardando. Ja. Like.


. . . . . . . . . . . zuppa

 

Robert Frost: Stopping by woods




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