der floh · modest · bis 16 Zeilen

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     modest



der floh

   17.04.2006, 18:43 / 2 x geändert



ausgesaugt
die agst
eines winselnden
halbtoten
vor dem Wurm

ein fick
vielleicht auch nur wichsen
reinkanation
er geht
über leichen

keiner hat ihn gesehen

 

     ear



RE: der floh

   17.04.2006, 21:03



modest, koennte es Bezug nehmen auf Modest Mussorgskis grossartige Darstellung des Flohes, der sich raecht an der Gesellschaft? Man kratzt, weil es juckt, doch ohne Erfolg, man kann ihn nicht loswerden.
Andererseits der "Wurm" mit "capital letter" koennte sich auf Fafner beziehen. Heute wurde im 3. Programm des BBCs der gesamte Ring-Zyklus von 8.oo Uhr morgens an gesendet, es wird bis Mitternacht weitergehen...ear.

 

     Marcel Frank



RE: der floh

   17.04.2006, 21:53



da ist er ja wieder.

ein 3. edit ? oder doch die axt, die angst, die agst, das lese ich, weil es so steht, als absicht und es ginge gut durch, warum ?

dieses gesellschaftlich nicht verträglich-vertragbare subjektdingdadasfickt hat in seiner inkognito-rolle auf engsten raum von 24 "wörters" 1 mini-gesicht bekommen, zumindest eine ahnung davon. das ist so eine stimme aus dem off, das geht durch die nadel eines private erdbebenbeobachtenden. wurm = "geschlecht" oder "sozial verendetes individuum", hmm. es ist immerhin so, dass es kein selbstreferentielles sprachwerk ist, niemand würde dem gedicht zu füßen liegen, aber, aber, es ist auch keine spekulationsfreie zone, denn es gibt kein suggerieren von platten bedeutungen (kurz: "fühle!"), da wurde etwas nie gesehen und die kürze rechtfertigt das lesen, es ist ein "kurzes ausspucken von etwas" und ich glaube, dafür ist die gattung "gedicht" u.a. gedacht. derartige texte kommen "über die summe". mal sehen.

 

     Gretchen Darloni



RE: der floh

   18.04.2006, 01:57



Mein Finger liegt beim Lesen grad noch auf der "rein-kan-a-tion", schwer zu buchstabieren, so mehr was phonetisches, so eine eigen-tümliche Wort-Um-Spülung. Innen-Sprache. Kommt da noch mehr? Was/wer ist denn "der floh"?
Gruß vom Gretel.

 

     Elise



RE: der floh

   19.04.2006, 01:02 / 1 x geändert



Wahrlich ein Text, der keinen Wert darauf legt, "schön" zu sein - der Leser wird nicht in Watte gepackt, das ist auf jeden Fall das Plus. So etwas reizvoll Authentisches kommt durch. Andererseits eben, wie mf schon bemerkte, keine spekulationsfreie Zone, so daß Lesende sich mit ihren ganz unwillkürlich entstehenden Interpretationsansätzen herumquälen müssen. Ich lese es jetzt eben so: der da fort"floh", scheint ein Un(be)rührbarer zu sein. Den (benutzten) Leichen ins Gesicht tretend, verschwindet er grußlos und unerkannt. Wenn ich mir vorstelle, ich bin eine von den Leichen, "fühle" ich mich, und zwar: getreten. Insofern macht der Text mir wirklich zu schaffen. Mehr wäre also hilfreich. Elis (fingernägelkauend).

 

der floh




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